
Innerhalb von nur wenigen Versen wechselt Petrus von dem Moment, in dem er sein Schwert zückt und dem Diener des Hohepriesters das Ohr abschlägt, zu dem, in dem er feige leugnet, Jesus überhaupt zu kennen, als er von einem Dienstmädchen bedrängt wird.
Was in aller Welt ist mit diesem Mann los?
Nun, genau das Gleiche, was mit jedem einzelnen Menschen in Johannes 18 los ist.
Mit einer Ausnahme: Jesus.
Petrus ist impulsiv und ängstlich. Hannas und Kaiphas schmieden Intrigen. Die Magd ist misstrauisch. Barabbas ist ein Verbrecher. Pontius Pilatus ist hin- und hergerissen zwischen Wahrheit und politischer Opportunität. Und wir alle hätten, wären wir dabei gewesen, perfekt in diese erbärmliche Truppe von Charakteren gepasst.
Jeder einzelne von uns braucht Erlösung. Und genau deshalb ist Jesus gekommen.
Er kam, um für Petrus und Hannas und Kaiphas und diese Magd und Pontius Pilatus und Barabbas und uns alle zu sterben. Er kam, um der vollkommene Mensch zu sein, der sonst niemand in dieser Geschichte ist – weder Petrus, noch irgendeiner der anderen, noch irgendeiner von uns.
Er kam, um das zu sein, was wir nie waren und nie sein werden. Er kam, um das zu tun, was wir nie getan haben und nie tun werden. Wo Petrus untreu war, war Jesus treu. Wo andere logen, sprach Jesus die Wahrheit. Wo alle anderen verzweifelt versuchten, sich selbst zu retten, gab sich Jesus bereitwillig hin, um sie zu retten.
Er kam, um der vollkommene Mensch und das vollkommene Opfer zu sein, damit wir durch seine vollkommene Gerechtigkeit bedeckt werden können.
Wenn du also Johannes 18 in „Die Bibel in einem Jahr“ liest und über die Wankelmütigkeit und Untreue der Menschen in dieser Geschichte den Kopf schüttelst, dann schüttel ruhig auch den Kopf über die Wankelmütigkeit und Untreue in deinem eigenen Herzen.
Aber hör damit nicht auf.
Richte deinen Blick zum Himmel und danke Gott dafür, dass inmitten dieses ganzen Chaos Jesus steht und treu für die Sünder tut, was Sünder niemals selbst tun könnten.
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