• Heute lesen wir …

      Wir lesen als Gruppe jedes Jahr einmal chronologisch die Bibel und fangen mit 1. Mose an und hören mit der Offenbarung auf - mach doch mit 

      Wir sind

      warum ihr beim Lesen der älteren Kommentare (bis 2013) den Eindruck habt, dass wir Zeugen Jehovas sind, erkläre ich hier ausführlich. Nur ganz kurz: NEIN, wir sind keine ZJ, sondern einfach nur Christen – ohne irgendeine Konfession, Dachverband oder Organisation über uns – die für Gott und sein Wort brennen und sich gerne mit anderen darüber unterhalten und austauschen

      Hier findest du die Daten zu unseren Treffen

      Unser Ziel

      … ist es, Menschen die Gott noch nicht kennen, zu ihm zu führen und mit seinem Wort bekannt zu machen; andere mit unserer Begeisterung für Gott und sein Wort anzustecken; einander zu ermuntern, im Glauben zu bleiben und zu wachsen; und einander zu helfen, ein ganz persönliches Verhältnis zum Schöpfer zu entwickeln, zu bewahren und zu vertiefen.

      Die Bibel

      Wir betrachten die ganze Bibel als Gottes Wort und sie hat für uns oberste Autorität. Wir vertreten keine bestimmte Lehrmeinung, sondern beziehen auch gerne andere Meinungen und Auslegungen mit ein, denn jeder sollte sich selbst anhand der Bibel ein Bild machen

      Warum sagen wir „Jehova“?

      Bitte „entschuldigt“, aber Arnold Fruchtenbaum – ein Jude, der zu Christus gefunden hat, benutzt (ebenso wie die unrevidierte Elberfelder 1905) diesen Namen als Name Gottes und er hatte auch in einem Seminar mal erklärt, warum:

      Auch wenn wir aufgrund der Schreibart der Juden nicht genau wissen, wie der Name früher ausgesprochen wurde (die Juden selbst sprechen ihn überhaupt nicht aus), so wissen wir doch, dass die meisten Namen der Bibel, die ein „Je“ drin haben, von dem Namen Gottes abgeleitet sind, wie zum.B. Jesus, Jesaja, Jeremia – um nur einige zu nennen

      Viele sprechen den Namen heute gar nicht mehr aus, das HERR hat den Gottes Namen in der Bibel ersetzt. Die meisten Übersetzer, die den Namen drin gelassen haben, übersetzen ihn mit Jahwe. Der Name Jehova wird sehr ungern benutzt, da er an die Zeugen Jehovas erinnert…

      Wichtig ist, dass der Name überhaupt benutzt wird, wir werden es unter anderem auch bei den 10 Plagen noch sehen. Es steht dir also frei, Jahwe oder Jehova zu sagen.

      Wir benutzen wie Arnold Fruchtenbaum den Namen Jehova – aus den selben Gründen

      Guckst du auch hier:

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    • Juni 17thWenn du in Christus verwurzelt bist, wirst du immer Demut ausstrahlen

      🌿 WENN DU IN CHRISTUS VERWURZELT BIST, WIRST DU IMMER DEMUT AUSSTRAHLEN 🌿

      „Und da er in seiner Erscheinung wie ein Mensch war, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod – ja, bis zum Tod am Kreuz.“ – Philipper 2,8

      🌱Frage zum Nachdenken:
      Wenn Menschen dein Leben genau beobachten, sehen sie dann eher deine Erfolge, deine Titel und deine Fähigkeiten – oder sehen sie den Charakter Christi, der durch dich hindurchstrahlt?

      🌿 Das Geheimnis, in Christus verwurzelt zu sein

      Ein Baum hat keine Mühe, Früchte zu tragen, wenn seine Wurzeln gesund sind. Genauso ist Demut nichts, was ein Gläubiger künstlich hervorbringen muss; sie ist der natürliche Beweis für ein Leben, das tief in Christus verwurzelt ist.

      Viele Menschen streben nach geistlichen Gaben, Einfluss, Erfolg und Anerkennung, doch der Himmel misst Größe anders. Je tiefer deine Wurzeln in Christus reichen, desto tiefer beugt sich dein Herz vor Gott. Wahre Spiritualität zeigt sich nicht darin, wie laut man spricht, sondern darin, wie vollständig man sich hingibt.

      Demut ist keine Schwäche. Demut ist Stärke unter göttlicher Führung. Sie bedeutet, zu wissen, wer Gott ist, und zu verstehen, dass wir ohne ihn nichts tun können.

      📖Johannes 15,5
      „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

      🌾 Demut ist das Wesen Christi

      Jesus besaß alle Macht, alle Autorität und alle Herrlichkeit, doch Er wählte den Weg der Demut.

      Der König wusch Seinen Jüngern die Füße.
      Der Schöpfer diente seiner Schöpfung.
      Der Herr der Herrlichkeit trug ein Kreuz.

      Je mehr Christus in dir Gestalt annimmt, desto mehr verliert der Stolz seinen Einfluss auf dein Herz.

      📖 Philipper 2,5–7
      „Seid so gesinnt, wie es auch in Christus Jesus war … Er entäußerte sich selbst und nahm die Gestalt eines Knechtes an.“

      Viele wollen die Kraft Christi, ohne den Charakter Christi zu haben. Doch Gottes größte Gefäße sind jene, deren Herzen demütig und lernbereit bleiben.

      🌿 Demut sagt nicht: „Ich bin wertlos.“
      🌿 Demut sagt: „Alles, was ich bin, kommt von Gott.“

      🌊 Stolz trennt, Demut verbindet

      Stolz sucht immer nach Anerkennung.
      Demut sucht Gehorsam.

      Stolz will gesehen werden.
      Demut will, dass Christus offenbart wird.

      Stolz konkurriert.
      Demut dient.

      Wann immer Stolz in ein Herz Einzug hält, wird geistliches Wachstum schwierig, denn Stolz widersetzt sich der Zurechtweisung und weigert sich, sich auf Gott zu verlassen. Aber Demut öffnet die Tür für größere Gnade.

      📖 Jakobus 4,6
      „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber schenkt er Gnade.“

      Beachte, dass die Schrift nicht nur sagt, dass Gott Stolz ignoriert – er widersetzt sich ihm aktiv. Demgegenüber zieht Demut göttliche Hilfe an.

      🔥 Je tiefer die Wurzel, desto größer die Frucht

      Ein in Christus verwurzelter Gläubiger lässt sich in Stürmen kaum erschüttern, denn seine Identität ist in Gott verankert, nicht in menschlicher Anerkennung.

      Wenn Kritik kommt, bleibt er standhaft.
      Wenn eine Beförderung kommt, bleibt er demütig.
      Wenn die Segnungen zunehmen, wächst auch die Dankbarkeit.

      Das ist das Geheimnis dauerhafter geistlicher Reife.

      📖 Kolosser 2,6–7
      „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so lebt auch in ihm, verwurzelt und auf ihn aufgebaut und fest im Glauben.“

      Der Beweis für tiefe Wurzeln ist nicht bloß die Kenntnis der Schrift, sondern die Verwandlung des Charakters.

      🕊️ Ein Aufruf zur Selbstprüfung

      Frag dich selbst:

      ❓ Werde ich lernbereiter?
      ❓ Gebe ich Gott die Ehre für jede Errungenschaft?
      ❓ Kann ich dienen, ohne Anerkennung zu brauchen?
      ❓ Wächst Christus, während mein Ego schwindet?

      Je näher du mit Jesus wandelst, desto mehr wird Demut zu deinem Duft. Die Reben prahlen nie mit der Frucht, denn sie wissen, dass sie vom Weinstock kommt.

      🙏 Gebet

      Himmlischer Vater, verwurzele mein Leben tief in Christus. Entferne jede Spur von Stolz, Selbstüberhebung und Abhängigkeit von menschlicher Anerkennung. Lass den Charakter Jesu in mir Gestalt annehmen. Lehre mich, in Demut zu wandeln, mit reinem Herzen zu dienen und dich in allen Dingen zu verherrlichen. Lass mein Leben jeden Tag mehr und mehr Christus widerspiegeln. Im mächtigen Namen Jesu, Amen.

      🔥 ERKLÄRUNG:
      Ich bin tief in Christus verwurzelt. Stolz hat keine Macht über mich. Der Charakter Jesu wird täglich in mir geformt. Ich wandle in Demut, Gehorsam und Gnade. Mein Leben spiegelt die Schönheit Christi wider, und alle Ehre gebührt allein Gott! Amen

      !


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    • Juni 17thBemerkenswerte Väter der Bibel: Abraham

      Bei der Vaterschaft geht es nicht nur darum, das festzuhalten, was Gott einem schenkt; es geht darum, zu lernen, es Ihm wieder zurückzugeben.

      Abrahams Geschichte beginnt mit einem Ruf. Gott sagte ihm, er solle das Vertraute hinter sich lassen und auf eine Verheißung zugehen, die er noch nicht sehen konnte. Er verließ Haran, wanderte als Fremder durch das Land, das Gott ihm versprochen hatte, errichtete Altäre, wartete auf den Sohn, von dem Gott gesprochen hatte, und trug die Last eines Bundes, der die Generationen nach ihm prägen würde. Seine Vaterschaft war niemals vom Glauben getrennt. Abraham zu sein bedeutete, ein Mann zu sein, der Schritt für Schritt lernte, dass seine Familie, seine Zukunft und sein Vermächtnis dem Herrn gehörten.

      Doch Abrahams Weg war weder einfach noch schmerzfrei. Er wartete lange. Er hatte Momente der Schwäche. Seine Familiengeschichte war geprägt von Kämpfen, Spannungen und Konsequenzen. Er war der Vater von Ismael und Isaak, und Gottes Verheißung entfaltete sich durch echte Menschen, echtes Warten und echte menschliche Schwäche. Die Heilige Schrift zeigt uns keinen makellosen Vater, sondern einen Mann, der berufen, geprüft, zurechtgewiesen und von der Treue Gottes getragen wurde.

      Die große Lektion, die Abraham Vätern vermittelt, ist das Vertrauen in die Hingabe. Er vertraute Gott genug, um seine Heimat zu verlassen. Er vertraute Gott während der Jahre des Wartens. Er empfing Isaak als Geschenk, und auf dem Berg Moriah lernte er, dass selbst das verheißene Kind in erster Linie Gott gehörte. Diese Art von Glauben ist keine emotionale Distanz. Es ist keine Kälte. Es ist Liebe, die unter die Herrschaft Gottes gestellt ist. Abraham lehrt uns, dass ein treuer Vater seine Familie nicht fest im Griff hält, als hinge alles von seiner Kontrolle ab. Er öffnet seine Hände vor dem Gott, der den Bund hält.

      Viele Väter kennen heute diese heilige Spannung. Sie wollen ihre Familien beschützen, für sie sorgen, sie leiten und sie vor Schmerz bewahren. Sie tragen Träume für ihre Kinder, Gebete für ihr Zuhause und Ängste, die sie selten laut aussprechen. Doch Vaterschaft wird zur Last, wenn ein Mann glaubt, er müsse jedes Ergebnis kontrollieren. Abraham erinnert Väter daran, dass Führung nicht dasselbe ist wie Kontrolle. Ein gottesfürchtiger Vater führt im Glauben, errichtet Altäre der Anbetung, tritt für andere ein, gehorcht Gottes Stimme, tut Buße, wenn es nötig ist, und vertraut die Zukunft dem Herrn an.

      Im Neuen Testament wird Abraham als Vorbild des Glaubens in Erinnerung behalten. Doch selbst Abraham verweist über sich selbst hinaus. Seine Geschichte bereitet unsere Herzen auf das größere Geschenk des Vaters und den größeren Gehorsam des Sohnes vor. Abraham musste Isaak am Ende nicht opfern, aber Gott gab Seinen eigenen Sohn, Jesus Christus, für das Leben der Welt. Christus ist der wahre verheißene Same, der vollkommene Retter und der treue Erlöser, in dem jede Verheißung Gottes ihr „Ja“ findet.

      Möge an diesem Vatertag jeder Vater und jeder geistliche Vater den Mut Abrahams lernen: tief zu lieben, treu zu führen, sich demütig hinzugeben und auf den Gott zu vertrauen, der Sein Versprechen niemals bricht.


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    • Juni 17thGott erhebt dich nicht nur, um dir Trost zu spenden, sondern um dich zu stärken

      🔥 Gott erhebt dich nicht nur zu deinem eigenen Wohl, sondern damit du etwas bewirken kannst 🔥

      📖 Schlüsselvers:
      „Wem viel gegeben wurde, von dem wird auch viel verlangt werden.“* — Lukas 12,48

      🌿 Anregende Frage:

      ❓ Wenn Gott dir heute plötzlich mehr Einfluss, mehr Ressourcen, mehr Gunst und eine höhere Position geben würde, wäre das dann zu deinem Komfort oder zu Seinem Zweck?

      Viele Gläubige beten um Aufstieg, Beförderung, Zuwachs und offene Türen. Doch nur wenige verstehen den wahren Zweck hinter Gottes Beförderung.

      Gott erhebt einen Menschen niemals nur, damit er ein angenehmeres Leben genießen kann. Himmlische Beförderungen sind Aufträge. Jede Erhebung bringt eine Verantwortung für das Reich Gottes mit sich.

      Als Josef in Ägypten erhoben wurde, geschah das nicht einfach nur, damit er in einem Palast leben konnte. Gott erhob ihn, um Völker während der Hungersnot zu bewahren.

      Als Esther Königin wurde, geschah das nicht allein um des Luxus willen. Sie wurde erhoben, um eine Generation vor der Vernichtung zu retten.

      Als David König wurde, geschah das nicht um des persönlichen Ruhmes willen. Er wurde erhöht, um Gottes Absichten in Israel zu verwirklichen.

      ✨ Gottes Erhöhung ist niemals zufällig. Sie ist missionarisch.

      Viele Menschen sehnen sich nach der Krone, aber nicht nach der Last, die damit einhergeht. Doch jede Beförderung durch Gott bringt drei Dinge mit sich:

      👑 1. Erhöhung bringt Autorität mit sich

      Gott gibt Autorität, damit sein Wille auf Erden verwirklicht werden kann.

      📖 Römer 13,1
      „Es gibt keine Autorität außer der, die Gott eingesetzt hat.“

      Autorität wird nicht aus Stolz gegeben. Sie wird zum Dienst gegeben.

      Je größer die Autorität, desto größer die Chance, Gottes Herz zu vertreten.

      📖 2. Erhebung bringt Verantwortung mit sich

      Jeder Segen bringt einen Auftrag mit sich.

      Gott segnete Abraham, damit er selbst zum Segen werden konnte.

      📖 1. Mose 12,2
      „Ich werde dich segnen … und du sollst ein Segen sein.“

      Die Frage lautet nicht nur: „Wie hoch kann Gott mich bringen?“

      Die tiefere Frage ist:

      ❓ „Was kann Gott mir anvertrauen, wenn ich dort ankomme?“

      Beförderung im Reich Gottes basiert auf verantwortungsvollem Wirtschaften.

      ⚖️ 3. Aufstieg bringt Rechenschaftspflicht mit sich

      Viele sehnen sich nach Einfluss, vergessen aber, dass der Himmel Buch führt.

      📖 2. Korinther 5,10
      „Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen.“

      Eines Tages werden alle Gaben, Plattformen, Chancen und Positionen von Gott geprüft werden.

      Es wird nicht darum gehen, wie berühmt wir geworden sind.
      Es wird darum gehen, wie treu wir waren.

      🌿 Gott misst Wirkung mehr als Popularität.

      🔥 Die Gefahr, Bequemlichkeit über Sinn zu stellen

      Ein bequemer Gläubiger kann zu einem selbstgefälligen Gläubigen werden.

      Gott befördert Menschen oft in unbequeme Aufgaben, denn Wirkung findet sich meist außerhalb der Komfortzone.

      Mose wurde befördert, um dem Pharao entgegenzutreten.
      Nehemia wurde befördert, um zerbrochene Mauern wieder aufzubauen.
      Petrus wurde befördert, um die frühe Kirche zu stärken.
      Keine dieser Aufgaben war einfach, aber alle haben die Geschichte verändert.

      📖 Epheser 2,10
      „Denn wir sind Gottes Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.“

      ✨ Anzeichen dafür, dass du den Sinn der Beförderung verstehst

      ✅ Du bleibst demütig, wenn du befördert wirst.
      ✅ Du nutzt deinen Einfluss, um anderen zu dienen.
      ✅ Du suchst Gottes Plan mehr als persönlichen Gewinn.
      ✅ Du gehst treu mit den dir gegebenen Möglichkeiten um.
      ✅ Du konzentrierst dich auf ewige Wirkung statt auf vorübergehenden Beifall.

      🙏 Gebet

      Himmlischer Vater, danke für jede Tür, die du öffnest, und jede Gelegenheit, die du uns schenkst. Reinige unsere Motive. Hilf uns zu verstehen, dass eine Beförderung nicht nur dem eigenen Komfort dient, sondern der Wirkung im Reich Gottes. Gib uns die Weisheit, mit Autorität verantwortungsvoll umzugehen, die Kraft, Verantwortung zu tragen, und die Demut, vor dir Rechenschaft abzulegen. Lass unser Leben zu Werkzeugen der Verwandlung werden, wo immer du uns einsetzt. Im Namen Jesu, Amen.

      🌿 Abschließende Reflexion

      ❓ Wenn Gott dich morgen in eine Position mit größerem Einfluss erheben würde, wessen Leben würde sich durch deinen Gehorsam verändern?

      Denk daran:

      🔥 Gott erhebt dich nicht nur, um es dir bequem zu machen; er erhebt dich, um etwas zu bewirken.

      Deine Beförderung ist die Antwort auf das Gebet eines anderen.
      Dein Einfluss ist der Weg zur Hoffnung für jemanden.
      Deine Beförderung ist mit Gottes Plan auf der Erde verbunden.


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    • Juni 17thWas ist eigentlich damit gemeint, die andere Wange hinzuhalten?

      Als Jesus sagte: „Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin“, rief er sein Volk nicht dazu auf, passiv, machtlos oder nachlässig im Umgang mit der eigenen Würde zu werden. Er lehrte etwas weit Tieferes als stille Unterwerfung. Er offenbarte die Stärke eines Herzens, das sich weigert, von Rache beherrscht zu werden.

      In Matthäus 5,38–42 setzte sich Jesus mit dem alten Missbrauch des Grundsatzes auseinander: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Im Gesetz sollte dieses Gebot die Gerechtigkeit begrenzen und übermäßige Bestrafung verhindern. Es war nicht dazu gedacht, zu einer persönlichen Ausrede für Rache zu werden. Doch als Jesus die Bergpredigt hielt, hatten viele Gerechtigkeit in Vergeltung und Rechtschaffenheit in einen Grund zum Zurückschlagen verwandelt.

      Deshalb rief Jesus seine Jünger zu Höherem auf.

      Er sagte: „Widersteht nicht dem Bösen“, und dann gab er das Beispiel, die andere Wange hinzuhalten. Das bedeutet nicht, dass Christen Schaden zulassen, sich in Gefahr begeben oder sich weigern sollten, Hilfe zu suchen, wenn sie misshandelt werden. Die Heilige Schrift gebietet Gottes Volk niemals, Misshandlung zu lieben oder in unsicheren Situationen gefangen zu bleiben. Jesus hat weder Weisheit noch Schutz noch Gerechtigkeit abgeschafft. Er sprach das Verlangen des Herzens an, Böses mit Bösem zu vergelten.

      Ein Schlag auf die Wange bedeutete in der Welt des ersten Jahrhunderts nicht nur körperlichen Schmerz. Oft war es ein Akt der Beleidigung, der Schande und der Demütigung. Es war eine Art, jemanden als minderwertig zu behandeln. Er sollte die Person erniedrigen, nicht nur den Körper verletzen. Als Jesus davon sprach, auf die rechte Wange geschlagen zu werden, hätten seine Zuhörer die Schande und Verachtung verstanden, die mit einer solchen Handlung verbunden waren.

      Doch Jesu Antwort war schockierend: Haltet die andere Wange hin.
      Das war keine Feigheit. Es war heilige Selbstbeherrschung.

      Der Jünger Jesu erwidert eine Beleidigung nicht mit einer Beleidigung. Er lässt nicht zu, dass die Grausamkeit eines anderen seinen Charakter prägt. Er wird nicht zum Spiegelbild dessen, der ihm Unrecht getan hat. Stattdessen steht er in stiller Würde da, lehnt Rache ab und vertraut die Gerechtigkeit Gott an.

      Die andere Wange hinzuhalten bedeutet nicht zu sagen: „Was du getan hast, war richtig.“
      Es bedeutet: „Dein Unrecht macht mich nicht zum Unrechten.“

      Es bedeutet, sich zu weigern, den Angreifer zum Lehrer deiner Seele werden zu lassen. Es bedeutet, sich nicht von Bitterkeit leiten zu lassen. Es bedeutet, sich nicht vom Schmerz in genau das verwandeln zu lassen, was dich verletzt hat.

      Deshalb ist das Gebot Jesu so kraftvoll. Die Welt definiert Stärke oft als die Fähigkeit, zurückzuschlagen. Aber Christus definiert Stärke als die Fähigkeit, gerecht zu bleiben, wenn man verletzt wird. Jeder kann Böses mit Bösem vergelten. Aber nur Gnade kann einen Menschen lehren, Beleidigungen hinzunehmen, ohne seine Seele dem Hass zu überlassen.

      Jesus lehrte dies nicht nur mit Worten. Er lebte es vor.

      Als er verhaftet wurde, rief er keine Heerscharen von Engeln herbei. Als er zu Unrecht angeklagt wurde, verteidigte er sich nicht mit Wut. Als Soldaten ihn verspotteten, schlugen und ihm eine Dornenkrone aufsetzten, vergalt er Grausamkeit nicht mit Grausamkeit. Als er am Kreuz hing, betete er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

      Niemand hatte mehr Macht als Jesus.
      Niemand hatte mehr Recht zu richten als Jesus.
      Niemand war unschuldiger als Jesus.

      Dennoch stand er in vollkommener Würde vor seinen Spöttern. Er wurde nicht gewalttätig, um seine Stärke zu beweisen. Er erwiderte Hass nicht mit Hass. Er besiegte das Böse, indem er sich weigerte, sich davon korrumpieren zu lassen.

      Am Kreuz zeigte uns Jesus die tiefste Bedeutung davon, die andere Wange hinzuhalten. Er trug die Ungerechtigkeit der Sünder, nicht weil die Sünde gering war, sondern weil die Erlösung größer war. Er nahm den Hass der Menschen auf sich und erwiderte ihn mit Barmherzigkeit. Er ertrug Schande, damit die Beschämten wiederhergestellt werden konnten. Er nahm Wunden auf sich, damit die Verwundeten geheilt werden konnten.

      Das bedeutet nicht, dass jeder Gläubige jede Form von Misshandlung schweigend ertragen muss. Es gibt einen Unterschied zwischen der Ablehnung von Rache und der Ablehnung von Hilfe. Es gibt einen Unterschied zwischen Vergebung und der Duldung von Unrecht. Es gibt einen Unterschied zwischen Sanftmut und dem Vorgeben, Missbrauch sei akzeptabel. Jesus ruft sein Volk zum Frieden auf, aber er ruft es niemals dazu auf, die Wahrheit zu leugnen.

      Dieselbe Bibel, die Vergebung gebietet, gebietet auch Gerechtigkeit, Weisheit und den Schutz der Schwachen. Die andere Wange hinzuhalten ist kein Gebot, in zerstörerischen Situationen zu verharren. Es ist ein Gebot, nicht zuzulassen, dass sich das Böse durch dich fortpflanzt.

      Die christliche Reaktion auf Unrecht muss von Christus geprägt sein: wahrhaftig, weise, ohne Vergeltung und voller Würde.

      Das ist schwierig, weil das Fleisch sofortige Vergeltung will. Wenn wir beleidigt werden, wollen wir zurückbeleidigen. Wenn wir beschämt werden, wollen wir zurückbeschämen. Wenn wir verletzt werden, wollen wir, dass der andere das Gleiche fühlt, was wir gefühlt haben. Aber Jesus zeigt uns einen besseren Weg.

      Er lehrt uns, dass Rache die Seele nicht heilt. Sie fesselt den Verletzten nur an die Wunde.

      Christus befreit uns aus diesem Kreislauf.

      Weil Jesus unsere Sünden am Kreuz getragen hat, müssen wir keine Rache mehr in unseren Herzen tragen. Weil Gott der endgültige Richter ist, müssen wir das Recht nicht selbst in die Hand nehmen. Weil unsere Identität in Christus gefestigt ist, müssen wir unseren Wert nicht dadurch beweisen, dass wir denjenigen überwältigen, der uns beleidigt hat.

      Die andere Wange hinzuhalten ist keine Schwäche.

      Es ist die Stärke eines Menschen, dessen Würde in Gott verwurzelt ist.
      Es ist der Mut einer Seele, die sich weigert, sich von Bitterkeit beherrschen zu lassen.
      Es ist die Disziplin eines Jüngers, der darauf vertraut, dass der Vater jede verborgene Wunde sieht.
      Es ist der Weg Jesu.

      Die Welt mag es töricht nennen. Das Fleisch mag es ungerecht nennen. Aber das Reich Gottes nennt es selig.

      Denn derjenige, der sein Gesicht dem Kreuz zuwandte, hat auch seine Barmherzigkeit uns zugewandt. Er hat sich nicht an Sündern wie uns gerächt. Er hat unsere Rebellion ertragen, unsere Scham bedeckt und uns in die Gnade aufgenommen.

      Nun ruft er uns dazu auf, ihm zu folgen.
      Nicht als Fußabtreter.
      Nicht als Menschen ohne Grenzen.
      Nicht als solche, die den Schmerz leugnen.

      Sondern als erlöste Menschen, die sich weigern, Böses mit Bösem zu vergelten, weil wir dem Erlöser gehören, der das Böse mit Liebe überwunden hat.

      Die Wange, die man hinhält, ist keine leere Schwäche.
      Es ist heilige Stärke unter der Herrschaft Christi.


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    • Juni 17thIm Garten Eden hat Satan Adam und Eva nicht überwältigt. Er hat sie getäuscht.

      Es gab eine Zeit, in der Königreiche erobert wurden, indem man Boten vor der Armee her schickte. Manchmal war die Schlacht bereits gewonnen, aber die Nachricht hatte noch nicht jedes Dorf erreicht. Infolgedessen lebten die Menschen weiterhin in Angst vor einem Feind, der bereits besiegt worden war. Sie versteckten sich in ihren Häusern. Sie gaben ihre Vorräte ab. Sie lebten unter Unterdrückung – nicht, weil der Feind noch Macht hatte, sondern weil sie nicht wussten, dass der Krieg vorbei war.

      Viele Christen leben genauso.

      Sie verbringen ihr Leben in Angst vor einem besiegten Feind. Jedes Problem wird zu einem Dämon. Jeder Rückschlag wird zu einem geistlichen Angriff. Jeder Kampf wird zum Beweis dafür, dass Satan am Gewinnen ist. Doch das Kreuz erzählt eine andere Geschichte. Der größte Sieg der Geschichte hat bereits stattgefunden. Jesus kam nicht, um mit dem Feind zu verhandeln. Er kam, um ihn zu besiegen.

      Eine der wichtigsten Wahrheiten, die ein Gläubiger begreifen kann, ist, dass der Feind keine Macht über ein Kind Gottes hat, die Jesus ihm nicht zugestanden hat. Am Kreuz hat Jesus dem Feind seine ultimative Waffe entrissen. In Kolosser 2,15 heißt es, dass Christus die Mächte und Gewalten entwaffnet und sie öffentlich bloßgestellt hat, indem er über sie triumphierte. Achte auf die Wortwahl. Jesus hat ihn nicht geschwächt. Er hat ihn entwaffnet.

      Für viele Gläubige erscheint der Feind viel größer, als er tatsächlich ist, weil sie mehr Zeit damit verbringen, sich mit der Finsternis zu beschäftigen, als sich mit Jesus auseinanderzusetzen. Sie kennen den Namen jedes Dämons, wissen aber nur sehr wenig über ihre Identität in Christus. Sie kennen jede Strategie der geistlichen Kriegsführung, tun sich aber schwer, ihre Gerechtigkeit zu erklären. Das Ergebnis ist ein Christentum, das auf Angst statt auf Sieg ausgerichtet ist.

      Die Hauptwaffe des Feindes war schon immer die Täuschung. Im Garten Eden hat Satan Adam und Eva nicht überwältigt. Er hat sie getäuscht. Er hat sie davon überzeugt, das in Frage zu stellen, was Gott bereits gesagt hatte. Er geht auch heute noch genauso vor. Er kann dir nicht wegnehmen, was Jesus dir gegeben hat, also versucht er, dich davon zu überzeugen, dass du es gar nicht besitzt. Er kann dir deine Gerechtigkeit nicht nehmen, also greift er dein Selbstvertrauen an. Er kann deine Sohnschaft nicht aufheben, also greift er deine Identität an.

      Denk mal einen Moment darüber nach. Wenn Satan wirklich unbegrenzte Macht über Gläubige hätte, warum würde er dann so viel Zeit damit verbringen, zu lügen? Warum zerstört er sie nicht einfach? Die Antwort lautet: Weil Täuschung seine einzige verbleibende Strategie ist. Er braucht deine Zustimmung. Er braucht deine Aufmerksamkeit. Er braucht deinen Fokus. Er braucht dich, damit du seine Lügen glaubst, denn er kann das vollendete Werk Jesu Christi nicht überwinden.

      Deshalb sagt die Schrift den Gläubigen niemals, sie sollen siegreich werden. Sie sagt den Gläubigen, dass sie durch Christus bereits siegreich sind. Der Kampf um deinen Sieg wurde vor zweitausend Jahren ausgetragen. Jesus ging in den Tod, besiegte die Sünde, zerschlug die Macht der Finsternis, erhob sich aus dem Grab und setzte sich zur Rechten Gottes. Er setzte sich, weil das Werk vollbracht war. Könige setzen sich, wenn Kriege gewonnen sind.

      Viele Christen leben so, als würden sie um den Sieg kämpfen. Das Evangelium lehrt uns jedoch, dass wir aus dem Sieg heraus kämpfen. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Das eine führt zu Angst und Erschöpfung. Das andere zu Zuversicht und Ruhe. Du versuchst nicht, den Feind zu besiegen. Das hat Jesus bereits getan. Du lernst, in dem zu stehen, was Christus für dich vollbracht hat.

      Deshalb ist es so wichtig, deine Identität zu verstehen. Die Autorität eines Polizisten kommt nicht von körperlicher Stärke. Sie kommt von der Dienstmarke, die er trägt. Ein kleiner Polizist kann einen riesigen Lkw anhalten – wegen der Autorität, die hinter der Dienstmarke steht. Genauso kommt deine Autorität nicht von deinen Gefühlen, Emotionen, deinem Wissen oder deiner Leistung. Sie kommt aus deiner Vereinigung mit Jesus Christus. Der Feind zittert nicht wegen dem, was du von Natur aus bist. Er zittert wegen dem, wer Christus in dir ist.

      Einer von Satans Lieblingstricks ist es, Gläubige davon zu überzeugen, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Er will, dass du auf deine Fehler, Schwächen, Unzulänglichkeiten und Kämpfe schaust. Warum? Weil dein Selbstvertrauen schwindet, wenn du den Blick auf dich selbst richtest. Aber wenn dein Blick auf Jesus gerichtet ist, wächst der Glaube. Der Feind ist niemals gefährlicher als dann, wenn ein Gläubiger vergisst, wer er in Christus ist.


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    • Juni 17thKaum ein Gleichnis hat mehr Angst, Verwirrung und Spekulationen ausgelöst als das Gleichnis vom Unkraut.

      Kaum ein Gleichnis hat mehr Angst, Verwirrung und Spekulationen ausgelöst als das Gleichnis vom Unkraut. Manche lesen es und fragen sich, ob wahre Gläubige irgendwie zu Unkraut werden können. Andere befürchten, dass Gott eines Tages feststellen könnte, dass sie doch nie gut genug waren, um Weizen zu sein. Doch Jesus selbst erklärt dieses Gleichnis, und wenn wir seiner Auslegung aufmerksam folgen, entdecken wir eine Botschaft, die eher Zuversicht als Angst weckt. In diesem Gleichnis geht es nicht darum, dass Gläubige ihre Erlösung verlieren. Es geht um das Nebeneinander von echtem Glauben und falschem Bekenntnis bis zum Jüngsten Gericht.

      Matthäus 13, Vers 24: „Das Himmelreich gleicht einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.“

      Die Geschichte beginnt mit einem Bauern, der guten Samen sät. Später erklärt Jesus, dass der Bauer der Menschensohn selbst ist. Das bedeutet, dass die Quelle des guten Samens Jesus ist. Das Reich beginnt mit Seinem Wirken, Seiner Initiative und Seiner Aussaat. So wie die Erlösung ihren Ursprung in Christus hat, existiert der gute Samen wegen Ihm, nicht aufgrund eigener Anstrengungen.

      Vers 25: „Während seine Knechte aber schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging fort.“

      Jesus identifiziert den Feind als den Teufel. Beachte, dass das Unkraut kein Weizen ist, der verdorben ist. Es wird separat von einer ganz anderen Quelle ausgesät. Das ist entscheidend. Das Unkraut beginnt nicht als Weizen und verliert später seine Identität. Es war von Anfang an Unkraut. Jesus beschreibt zwei verschiedene Ursprünge, nicht eine Gruppe, die die Kategorie wechselt.

      Verse 26–27: „Als nun die Pflanzen wuchsen und Frucht trugen, da zeigte sich auch das Unkraut.“

      Auf den ersten Blick sahen Weizen und Unkraut einander bemerkenswert ähnlich. Das galt besonders für eine Unkrautart namens Lolch, die in ihren frühen Wachstumsstadien dem Weizen sehr ähnlich sah. Jesus lehrt, dass der äußere Schein trügen kann. Nicht jeder, der religiös erscheint, gehört wirklich zu Ihm. Die Frage ist nicht, ob Weizen zu Unkraut wird. Die Frage ist, dass Unkraut eine Zeit lang wie Weizen aussehen kann.

      Vers 28: „Ein Feind hat das getan.“

      Die Knechte erkennen sofort, dass etwas Fremdes auf das Feld gelangt ist. Jesus möchte, dass seine Zuhörer verstehen, dass das Böse, Unglaube und falsches Bekenntnis keine Produkte von Gottes Wirken sind. Gott ist nicht der Urheber der Täuschung. Das Vorhandensein von Unkraut bedeutet nicht, dass der Bauer versagt hat. Es bedeutet, dass ein Feind gehandelt hat.

      Vers 28, Fortsetzung: „Wollt ihr dann, dass wir hingehen und es aussortieren?“

      Genau das will die Religion tun. Sie will jeden sofort prüfen, bewerten, aussortieren und richten. Menschen lieben es, sich als Fruchtprüfer aufzuspielen. Wir glauben oft, wir könnten perfekt feststellen, wer zu Gott gehört und wer nicht. Doch Jesus zeigt uns, dass die Knechte für diese Aufgabe nicht qualifiziert sind.

      Vers 29: „Er aber sagte: ‚Nein, damit ihr beim Sammeln des Unkrauts nicht auch den Weizen mit ausreißt.‘“

      Der Bauer lehnt ihre Bitte ab. Warum? Weil voreiliges Urteilen echte Gläubige schädigt. Jesus beweist hier unglaubliche Geduld. Im Laufe der Geschichte haben Menschen versucht, die Kirche mit Gewalt, Gesetzlichkeit oder menschlichem Urteil zu reinigen. Doch Jesus weiß, dass die endgültige Trennung Ihm gehört, nicht uns. Bis zur Ernte werden Weizen und Unkraut oft Seite an Seite wachsen.

      Vers 30: „Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte.“

      Dieser Vers widerlegt die Vorstellung, dass es in dem Gleichnis darum geht, dass Gläubige verloren gehen. Der Weizen bleibt Weizen. Das Unkraut bleibt Unkraut. Beide wachsen weiter entsprechend ihrer Natur. Es geht nicht um die Verwandlung von einer Kategorie in eine andere. Es geht um Offenbarung. Die Ernte schafft keine Identitäten. Sie legt Identitäten offen, die bereits existierten.

      Vers 37: „Derjenige, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn.“

      Jesus beginnt selbst, das Gleichnis zu erklären. Wir müssen nicht spekulieren, denn er gibt die Deutung. Der gute Samen stammt von Christus. Das spiegelt die Realität des Neuen Bundes wider, dass die Erlösung mit Gottes Gnade beginnt. Gläubige sind aus Gott geboren, nicht durch eigene religiöse Anstrengungen selbst hervorgebracht.

      Vers 38: „Der gute Same sind die Söhne des Reiches. Das Unkraut sind die Söhne des Bösen.“

      Beachte, dass Jesus nicht sagt, der gute Same würde zu Unkraut werden. Er unterscheidet zwei völlig verschiedene Gruppen. Die eine gehört zum Reich Gottes. Die andere gehört dem Bösen. Diese Unterscheidung bestand von Anfang an. In diesem Gleichnis geht es nicht darum, dass Christen ihre Erlösung verlieren. Es geht um den Unterschied zwischen echten Gläubigen und denen, die nur so tun, als ob.

      Verse 39–40: „Die Ernte ist das Ende der Welt.“

      Die Trennung findet am Ende statt, nicht während des gesamten Wachstumsprozesses. Bis dahin werden Gläubige in einer Welt leben, in der Wahrheit und Irrtum, Glaube und Unglaube, echte Jünger und falsche Bekenner nebeneinander existieren. Jesus bereitet seine Nachfolger darauf vor, sich von dieser Realität nicht überraschen zu lassen. Das Vorhandensein von Unkraut bedeutet nicht, dass das Reich gescheitert ist. Es bedeutet, dass die Ernte noch nicht gekommen ist.

      Verse 41–42: „Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ursachen der Sünde und alle Gesetzesbrecher aussortieren.“

      Beachte, wer die Trennung vornimmt. Es sind die Engel. Nicht die Diener. Nicht die Kirche. Nicht die religiösen Führer. Das endgültige Gericht gehört allein Gott. Das sollte bei den Gläubigen Demut wecken. Unsere Berufung besteht nicht darin, unser Leben damit zu verbringen, uns den Kopf darüber zu zerbrechen, wer Weizen und wer Unkraut ist. Unsere Berufung ist es, dem Herrn der Ernte zu vertrauen.

      Vers 43: „Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne.“

      Die Geschichte endet nicht mit Angst, sondern mit Herrlichkeit. Die Gerechten leuchten, weil sie zum Vater gehören. Ihre Zukunft ist gesichert. Ihre Identität steht fest. Ihr Erbe ist gewiss. Jesus beschreibt den Weizen nicht als jemanden, der ängstlich darauf hofft, die Ernte zu überleben. Er beschreibt den Weizen, der zuversichtlich in die Fülle des Reiches eintritt.

      Das vollendete Werk Jesu verändert die Art und Weise, wie wir dieses ganze Gleichnis lesen. Die Religion fragt: „Was, wenn ich zum Unkraut werde?“ Jesus sagt, dass Weizen und Unkraut von Anfang an unterschiedlichen Ursprungs waren. Die Religion fragt: „Was, wenn ich die Endprüfung nicht bestehe?“ Jesus verweist uns auf den Menschensohn, der den guten Samen selbst gesät hat. Die Sicherheit des Weizens liegt nicht in seiner Fähigkeit, Weizen zu bleiben. Sie liegt in der Treue dessen, der ihn gesät hat. Wenn du zu Christus gehörst, versuchst du nicht verzweifelt, Weizen zu werden. Du bist bereits Weizen – dank dessen, was Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung vollbracht hat. Die Ernte wird nicht entscheiden, ob du zu ihm gehörst. Sie wird offenbaren, dass du schon immer zu ihm gehört hast. (Johannes 10,28–29; Epheser 1,13–14; Kolosser 1,13; Hebräer 10,14; Römer 8,30).


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    • Juni 13thWas bedeutete Jeremias Vision vom kochenden Kessel?

      Jeremias zweite Vision folgte unmittelbar auf die mit dem Mandelzweig.

      Zunächst zeigte Gott ihm, dass er über sein Wort wachte, um es zu erfüllen. Dann fragte der Herr erneut: „Was siehst du?“ Jeremia antwortete, er sehe einen kochenden Topf, der vom Norden abgewandt sei. Das Bild war lebhaft und beängstigend: ein erhitzter Topf, voll mit kochendem Inhalt, schräg geneigt und kurz davor, überzulaufen.

      Der Herr erklärte die Bedeutung ganz klar: „Aus dem Norden wird Unheil über alle Bewohner des Landes hereinbrechen.“ Der kochende Topf stand für das kommende Gericht. Judas Gefahr würde aus dem Norden kommen, durch fremde Mächte, denen Gott erlauben würde, in das Land einzufallen. Historisch gesehen deutete dies auf die babylonische Bedrohung hin. Obwohl Babylon östlich von Juda lag, näherten sich die Armeen wegen des Wüstengeländes meist aus dem Norden. So zeigte die Vision, wie das Unheil wie kochende Flüssigkeit aus einem umgestürzten Gefäß über Juda herabfloss.

      Doch dieses Gericht war kein Zufall. Es war die Folge von geistlichem Kompromiss und Götzendienst. Juda hatte den Herrn verlassen, anderen Göttern Weihrauch verbrannt und die Werke ihrer eigenen Hände angebetet. Ihre Herzen hatten sich von der Treue zum Bund abgewandt und sich falscher Sicherheit zugewandt. Der kochende Topf entlarvte die brennende Gefahr der Sünde, die lange Zeit geduldet worden war.

      Diese Vision erinnert uns daran, dass Kompromisse niemals harmlos sind. Sünde mag beherrschbar erscheinen, solange sie verborgen bleibt, doch irgendwann bricht sie über uns herein. Götzendienst bringt immer Hitze in die Seele, das Zuhause, die Gemeinschaft und die Nation. Juda wollte Gottes Segen, während es an falschen Göttern festhielt, doch der Herr würde ihre Rebellion nicht als geringfügig abtun. Der kochende Topf warnte sie, dass das Gericht nahte.

      Doch dieses furchterregende Bild weist uns auch auf Jesus Christus hin.

      In Gethsemane stand Jesus vor einem anderen Kelch, nicht vor einem buchstäblichen kochenden Kessel, sondern vor dem Kelch des heiligen Zorns Gottes gegen die Sünde. Er betete: „Mein Vater, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorübergehen; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Am Kreuz trank Christus diesen Kelch bis zur Neige. Er ertrug das Gericht, das die Sünder verdient hatten, damit alle, die auf ihn vertrauen, vor dem endgültigen Feuer der Verdammnis verschont bleiben.

      Jeremia sah einen kochenden Kessel, bereit, das Gericht über Juda zu gießen.

      Jesus nahm den kochenden Kelch des Gerichts an unserer Stelle auf sich.

      Das macht die Sünde nicht weniger schwerwiegend. Es macht das Kreuz umso herrlicher. Der Zorn Gottes ist nicht nur Einbildung, und die Gefahr des Kompromisses ist nicht gering. Doch Christus stand unter dem Gericht, das wir niemals überleben könnten. Er trug die Hitze der göttlichen Gerechtigkeit, damit stattdessen Barmherzigkeit über uns ausgegossen werden konnte.

      So ist Jeremias schwingender Kessel sowohl Warnung als auch Einladung.

      Die Warnung ist klar: Spiel nicht mit Kompromissen. Behandle Götzendienst nicht als harmlos. Geh nicht davon aus, dass ein aufgeschobenes Gericht bedeutet, die Sünde habe keine Folgen.

      Doch die Einladung ist größer: Lauf zu Christus. Er ist der Retter, der den Kelch für die Sünder auf sich genommen hat. Er ist die Zuflucht vor dem Gericht. Er ist derjenige, der das kommende Unheil in rettende Gnade für alle verwandelt, die Buße tun und glauben.

      Der Topf kochte.
      Die Gefahr war real.

      Doch am Kreuz stand Jesus anstelle der Schuldigen, damit das Gericht nicht das letzte Wort über diejenigen haben würde, die zu ihm gehören.


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    • Juni 13thLeben wir ein Leben voller Vergleiche?

      Hast du schon mal einen anderen Christen angesehen und insgeheim gedacht: „Der liebt Gott mehr als ich“? Vielleicht wirkt er im Gottesdienst leidenschaftlicher. Vielleicht kennt er sich besser in der Bibel aus. Vielleicht engagiert er sich mehr, betet länger, postet öfter über seinen Glauben oder scheint ständig über Jesus zu reden. Es dauert nicht lange, bis du anfängst, deine Beziehung zu Gott an den sichtbaren Ausdrucksformen eines anderen zu messen. Und plötzlich fragst du dich, ob du vielleicht ein lauwarmer Christ bist.

      Das Schlimme an dieser Überzeugung ist, dass sie ein Leben voller Vergleiche schafft, statt eines Lebens voller Zuversicht. Anstatt deine Beziehung zu Gott zu genießen, wirst du zu einem spirituellen Punktrichter. Jedes Mal, wenn jemand leidenschaftlicher wirkt als du, fühlst du dich verurteilt. Jedes Mal, wenn jemand hingebungsvoller erscheint, hast du das Gefühl, zurückzubleiben.

      Doch hinter dem Vergleichen verbirgt sich eine Annahme. Es geht davon aus, dass geistliche Reife an der Sichtbarkeit gemessen wird. Es geht davon aus, dass die Person, die am leidenschaftlichsten wirkt, automatisch Gott am nächsten sein muss. Doch die Bibel zeigt immer wieder, dass Gott Dinge sieht, die Menschen nicht sehen können. Er schaut tiefer als das Äußere. Er schaut auf das Herz.

      Ein griechisches Wort, das uns hilft, dies zu verstehen, ist huiothesia, was „Annahme als Söhne“ bedeutet (Römer 8,15). Als du Christus vertraut hast, wurdest du nicht in einen Wettbewerb versetzt. Du wurdest in eine Familie aufgenommen. Kinder verdienen sich ihren Platz am Tisch nicht dadurch, dass sie ihre Geschwister übertreffen. Sie gehören dazu, weil sie Söhne und Töchter sind.

      Viele Gläubige verwandeln das Christsein unwissentlich in einen Wettlauf gegen andere Christen. Sie vergleichen ihr Gebetsleben, ihre Bibelkenntnisse, ihr Engagement im Dienst, ihre emotionalen Erfahrungen und sichtbare Früchte. Doch Gott hat dich nie gebeten, jemand anderes zu werden. Er hat dich berufen, seinen Sohn zu kennen. 2. Korinther 10,12 warnt davor, uns aneinander zu messen, weil es uns von der Weisheit abbringt.

      Die Ironie ist, dass manche der Menschen, die du bewunderst, vielleicht mit denselben Ängsten zu kämpfen haben. Die Person, die selbstbewusst wirkt, kämpft vielleicht insgeheim mit Unsicherheit. Die Person, die voller Feuer erscheint, fühlt sich manchmal vielleicht ausgetrocknet. Die Person, die geistlich stark wirkt, kämpft vielleicht Kämpfe, die niemand sieht. Vergleiche funktionieren nur, wenn wir unser Leben hinter den Kulissen mit den Höhepunkten eines anderen vergleichen.

      Der Ausdruck „lauer Christ“ wird oft leichtfertig verwendet. Viele aufrichtige Gläubige hören eine Predigt, sehen die Leidenschaft eines anderen Gläubigen und nehmen sofort an, dass sie selbst lauwarm sein müssen. Doch durch Vergleiche verurteilt zu werden, ist nicht das, worauf Jesus in Offenbarung 3 einging. Das Problem war Selbstgenügsamkeit und das Verlassen auf materiellen Reichtum, nicht die Sorge eines Gläubigen, dass jemand anderes leidenschaftlicher zu sein scheint.

      Das vollendete Werk Jesu verändert die gesamte Diskussion. Deine Beziehung zu Gott baut nicht darauf auf, wie begeistert du dich diese Woche beim Lobpreis gefühlt hast. Sie wird nicht daran gemessen, ob deine Gefühle denen eines anderen entsprachen. Sie baut auf dem auf, was Christus für dich vollbracht hat. In Hebräer 10,14 heißt es, dass er durch ein einziges Opfer diejenigen für immer vollendet hat, die geheiligt werden.

      Denk an Petrus und Johannes. Sie waren sehr unterschiedliche Männer. Ihre Persönlichkeiten waren unterschiedlich. Ihre Berufungen waren unterschiedlich. Ihre Lebenswege waren unterschiedlich. Doch als Petrus anfing, sich mit Johannes zu vergleichen, sagte Jesus ihm im Grunde, er solle aufhören, zur Seite zu schauen, und ihm weiter folgen (Johannes 21,22). Die gleiche Einladung gilt auch heute noch.

      Gott hat nie beabsichtigt, dass das Feuer eines anderen Gläubigen zu deinem Maßstab wird. Wenn du dich ständig mit anderen vergleichst, hörst du sogar auf zu sehen, was Gott in deinem eigenen Leben tut. Du übersiehst das Wachstum, das stattgefunden hat. Du ignorierst die Siege, die Christus errungen hat. Du vergisst, woher Er dich geholt hat.

      Der Feind liebt Vergleiche, weil sie deinen Blick von Jesus ablenken. Ob Vergleiche dir nun das Gefühl geben, überlegen oder unterlegen zu sein – das Ergebnis ist dasselbe: Dein Fokus verlagert sich von Christus auf die Menschen. Aber Verwandlung geschieht, wenn wir auf Jesus schauen, nicht wenn wir alle um uns herum studieren. Das Ziel des christlichen Lebens ist es nicht, mit einem anderen Gläubigen mitzuhalten. Das Ziel ist, Ihn zu kennen.

      Vielleicht ist die Anbetung eines anderen lauter. Vielleicht ist der Dienst eines anderen größer. Vielleicht ist die Persönlichkeit eines anderen ausdrucksstärker. Nichts davon bestimmt deinen Stand vor Gott. Kolosser 2,10 erklärt, dass du in Christus vollkommen bist. Nicht fast vollkommen. Nicht vollkommen, sobald du wie jemand anderes wirst. Vollkommen in Ihm.

      Wenn du also Angst hast, ein lauwarmer Christ zu sein, weil ein anderer Gläubiger feuriger zu sein scheint als du, leg das Maßband weg. Der Vater vergleicht seine Kinder nicht miteinander. Das Kreuz hat deinen Wert, deine Annahme und deinen Platz in seiner Familie festgelegt. Anstatt zu fragen: „Bin ich so leidenschaftlich wie sie?“, fang an zu fragen: „Schau ich auf Jesus?“ Denn je näher du seine Liebe siehst, desto mehr wird dein Herz ganz natürlich für den brennen, der dich zuerst geliebt hat.


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    • Juni 13thDie Version von dir, für die du betest, erfordert eine Version von dir, die diszipliniert genug ist, um dieses Ziel zu verfolgen.

      Viele Menschen beten um Wachstum.

      Sie beten um Erfolg.
      Sie beten um einen stärkeren Glauben.
      Sie beten um eine bessere Zukunft.

      Aber oft wollen wir das Ergebnis, ohne den Weg dorthin anzunehmen.

      Wir bitten Gott um Veränderung, während wir an den Gewohnheiten festhalten, die uns unverändert lassen.

      „Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun; denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht aufgeben.“
      Galater 6,9

      Die Wahrheit ist: Deine Zukunft entsteht nicht an einem Tag.

      Sie entsteht durch die täglichen Entscheidungen, die niemand sieht.

      Das Gebet der Ablenkung vorziehen.
      Beständigkeit den Ausreden vorziehen.
      Disziplin dem Bequemen vorziehen.

      Kleine Entscheidungen mögen unbedeutend erscheinen.

      Aber wenn sie sich im Laufe der Zeit wiederholen, prägen sie, wer du wirst.

      Die Person, die du durch dein Gebet werden möchtest, wird Opfer von der Person verlangen, die du heute bist.

      Denn Wachstum bedeutet nicht nur, was Gott für dich tut.

      Es geht auch darum, was Gott in dir entwickelt.

      Also bleib am Ball.

      Bleib treu.

      Tu weiterhin das Richtige, auch wenn der Fortschritt sich langsam anfühlt.

      Eines Tages wirst du erkennen, dass die Disziplin, die du mühsam aufrechterhalten hast, zur Brücke zu den Gebeten wurde, um die du Gott einst gebeten hast. ❤️‍🔥


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    • Juni 13thWas bedeuten die Pferde in Sacharjas Vision?

      Sacharjas erste Vision ereignete sich in einer Zeit der Not für Gottes Volk.

      Die Exilanten waren aus Babylon zurückgekehrt, doch Jerusalem war noch immer geschwächt, der Tempel noch unvollendet, und das Volk war entmutigt. Sie waren zwar wieder in ihrem Land, aber noch nicht vollständig wiederhergestellt. Ihre Stadt sah nicht prächtig aus. Ihr Volk wirkte nicht stark. Ihre Feinde schienen sich fest etabliert zu haben, während sie selbst klein, belastet und leicht zu vergessen blieben.

      Dann hatte Sacharja in der Nacht eine geheimnisvolle Vision. Da war ein Mann auf einem roten Pferd, der zwischen den Myrtenbäumen in einer Schlucht stand. Hinter ihm waren rote, fuchsfarbene und weiße Pferde. Diese Reiter waren vom Herrn ausgesandt worden, um die Erde zu durchstreifen, und sie berichteten: „Wir haben die Erde durchstreift, und siehe, die ganze Erde ruht.“

      Auf den ersten Blick mag dieser Bericht friedlich klingen. Die Welt war still. Die Nationen waren ruhig. Doch für Gottes Volk war diese Stille schmerzhaft. Die Nationen, die Jerusalem zerschlagen hatten, schienen unbeeindruckt. Die Welt ging weiter, als ob Judas Leiden keine Rolle spielten. Das Volk des Himmels war verwundet, doch die Königreiche der Erde schienen es sich gut zu gehen.

      Die Myrtenbäume helfen uns, die Schwere der Vision zu spüren. Myrtenbäume waren keine hoch aufragenden Zedern. Es waren niedrig wachsende Pflanzen, die man oft in Tälern und an niedrigen Orten fand. Doch sie dufteten und waren wunderschön. In dieser Vision symbolisieren sie den demütigen Zustand von Gottes Volk. Israel stand nicht wie ein mächtiger Wald auf einem Berg. Sie waren wie Myrten in einer tiefen Schlucht, klein, versteckt und durch das Exil gedemütigt.

      Doch genau dort stand der Reiter.

      Der Bote des Herrn stand nicht weit über ihnen in unnahbarer Herrlichkeit. Er stand inmitten der Myrten. Er war an dem niedrigen Ort gegenwärtig. Er war seinem gedemütigten Volk nahe. Ihre Schwäche ließ sie nicht in Vergessenheit geraten. Ihre niedrige Lage wurde genau zu dem Ort, auf den die Aufmerksamkeit des Himmels gerichtet war.

      Die Pferde in der Vision stehen für Gottes stille Engelpatrouillen. Während das Volk Ruinen, Verzögerungen und Widerstand sah, war der Himmel nicht untätig. Gottes Boten bewegten sich über die Erde. Sie beobachteten. Sie berichteten. Sie standen bereit unter göttlichem Befehl.

      Das ist der Trost von Sacharjas Vision: Wenn die Welt still und gleichgültig erscheint, schweigt der Himmel nicht, weil Gott abwesend ist. Der Himmel beobachtet, handelt und bereitet die Wiederherstellung gemäß dem Willen des Herrn vor.

      Das Volk mag sich gefragt haben: „Kümmert sich Gott noch um Jerusalem?“ Doch der Herr antwortete mit Mitgefühl: „Ich bin überaus eifersüchtig auf Jerusalem und auf Zion.“ Er war ihrem Leid gegenüber nicht gleichgültig. Er war nicht erfreut über die Grausamkeit der Völker. Er versprach Barmherzigkeit, Trost und Wiederherstellung. Sein Haus würde wieder aufgebaut werden. Seine Städte würden wieder vor Wohlstand überfließen. Der Herr würde Zion wieder trösten und Jerusalem erwählen.

      Diese Vision erinnert uns daran, dass Gottes Volk oft in der Spannung zwischen Verheißung und Erfüllung lebt. Wir wissen, was Gott gesagt hat, aber wir sehen noch nicht immer das vollständige Ergebnis. Wir beten, warten, bauen wieder auf und gehorchen, während die Welt unverändert erscheint. Manchmal scheinen die Gottlosen sich festgesetzt zu haben. Manchmal scheint das Leiden unbemerkt zu bleiben. Manchmal fühlt sich unser Leben eher wie ein verborgenes Tal an als wie ein sichtbarer Sieg.

      Doch Sacharja lehrt uns, dass Gott sein Volk sogar im Myrten-Tal sieht.

      Er sieht die Gläubigen, die sich klein fühlen. Er sieht die Verwundeten, die dennoch anbeten. Er sieht die Entmutigten, die dennoch wieder aufbauen. Er sieht diejenigen, die sich versteckt, übersehen und geistlich erschöpft fühlen. Das tiefe Tal liegt nicht außerhalb seiner Fürsorge. Die Myrte mag niedrig sein, doch vor ihm duftet sie immer noch.

      Und diese Vision weist uns letztlich auf Christus hin.

      Jesus ist der größere und endgültige Reiter, derjenige, der in das tiefe Tal des menschlichen Leidens hinabstieg. Er rettete sein Volk nicht aus der Ferne. Er kam hinab in unsere Schwäche, unser Exil, unseren Kummer und unsere Sünde. Er stand unter den Geringen. Er ging mit den Gebrochenen. Er berührte die Unreinen. Er weinte mit den Trauernden. Er betrat das Tal der Welt, um uns Frieden mit Gott zu bringen.

      Am Kreuz trug Jesus das Gericht, das unsere Sünde verdient hatte. Er betrat das tiefste Tal des Leidens, nicht weil Er besiegt war, sondern weil Er unsere Wiederherstellung sicherte. Durch Seinen Tod und Seine Auferstehung brachte Er Frieden, den kein irdisches Königreich geben und kein Feind wegnehmen konnte.

      Dank Christus können wir darauf vertrauen, dass unsere verborgenen Zeiten niemals verschwendet sind. Der Himmel mag still erscheinen, aber Christus regiert. Die Welt mag ungerührt wirken, aber Gott ist sich dessen bewusst. Die Wiederherstellung mag sich verzögern, aber die Verheißung des Herrn bleibt gewiss.

      Die Pferde unter den Myrten erinnern uns daran, dass Gott sein Volk an diesem tiefen Ort nicht verlassen hat. Seine Boten sind am Werk. Seine Pläne entfalten sich. Sein Mitgefühl ist echt. Seine Wiederherstellung ist sicher.

      Wenn sich dein Leben wie ein Tal anfühlt, denk daran: Der Herr weiß, wo du bist.

      Wenn die Welt still zu stehen scheint, während du noch wartest, denk daran: Der Himmel ist nicht untätig.

      Wenn du dich klein, verborgen und gedemütigt fühlst, denk daran: Der Reiter steht unter den Myrten.

      Und in Christus ist Gott bereits in unser tiefes Tal gekommen, um uns nach Hause zu Seinem Frieden zu bringen.


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