
Als Gott Israel am Sinai die Gebote gab, ging er davon über, seinem Volk beizubringen, wie man Gott liebt, hin zu der Lehre, wie man einander liebt.
Und die erste Beziehung,
die er ansprach, war die Familie.
Ehre deinen Vater und deine Mutter.
Das ist kein Zufall.
Bevor Israel zu einer Nation
mit Richtern, Führern, Städten
und kommenden Generationen wurde,
legte Gott etwas Grundlegendes fest:
Der Glaube soll weitergegeben werden.
Im alten Israel waren Eltern nicht
nur Versorger oder Autoritätspersonen.
Sie waren Lehrer von Gottes Werken,
Erzähler der Erlösung und
Führer für das Leben im Bund.
Von Vätern und Müttern wurde erwartet,
dass sie im Alltag vom Herrn sprachen,
wenn sie saßen, gingen, sich hinlegten
und aufstanden (5. Mose 6,6–7).
Eltern zu ehren bedeutete mehr als nur Gehorsam.
Es bedeutete, sie mit Würde zu behandeln.
Auf ihre Weisheit zu hören.
Dankbarkeit zu zeigen.
Die Beziehung zu pflegen.
Zu erkennen, dass Gott uns oft
durch unvollkommene Menschen formt.
Dieses Gebot wird schwierig,
weil Eltern Menschen sind.
Manche Eltern führen treu.
Andere versagen vielleicht zutiefst.
Manche geben Halt.
Andere verletzen.
Eltern zu ehren bedeutet also nicht,
so zu tun, als sei Sünde akzeptabel, oder
schädliches Verhalten zu dulden.
Biblische Ehrerbietung ist keine blinde Zustimmung.
Es bedeutet, Gottes Plan
für die Familie anzuerkennen und gleichzeitig mit Wahrheit,
Demut, Weisheit und Gnade zu reagieren.
Ehre kann in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich aussehen.
Für ein Kind kann Ehre Gehorsam bedeuten.
Für einen Erwachsenen kann Ehre Respekt,
Fürsorge, Geduld, Dankbarkeit, Anwesenheit oder Vergebung bedeuten.
Jesus selbst hat dieses Gebot geehrt.
Obwohl er der Sohn Gottes war,
unterwarf er sich in seiner Jugend seinen irdischen Eltern.
Selbst am Kreuz, in unvorstellbarem Leid,
sorgte er dafür, dass für seine Mutter gesorgt würde.
Ehre war ihm wichtig.
Und dieses Gebot geht mit einem Versprechen einher:
„Damit deine Tage lang sind in dem Land …“
Das war niemals eine Garantie für ein sorgenfreies Leben.
Gott lehrte damit, dass gesunde
Generationen dazu beitragen, gesunde Gemeinschaften aufzubauen.
Ehre schützt das, was Stolz zerstört.
In einer Kultur, die Unabhängigkeit feiert
und ältere Generationen oft abwertet,
ruft uns dieses Gebot zurück zur Demut.
Jemand hat für dich gebetet.
Jemand hat sich für dich aufgeopfert.
Jemand hat Lasten getragen, die du
vielleicht nie ganz verstehen wirst.
Frag dich heute:
Wie kann ich Ehre erweisen – nicht Perfektion,
nicht Leistung, sondern Ehre?
Vielleicht durch ein Gespräch.
Ein Dankeschön. Eine Entschuldigung.
Ein Besuch. Ein Gebet.
Denn manchmal beginnt Ehrerbietung
damit, dass man sich erinnert.
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