
Als Israel am Fuße des Berges Sinai stand,
waren sie bereits befreit worden.
Gott hat die Sklaven in Ägypten nicht versammelt und gesagt:
„Gehorcht mir zuerst, dann werde ich euch retten.“
Er hat sie zuerst befreit.
Er hat den Griff des Pharaos gebrochen, das Meer geteilt,
sie durch die Wüste geführt,
und erst dann sprach er diese Worte:
„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Das erste Gebot beginnt
mit der Beziehung vor der Verantwortung.
Bei diesem Gebot ging es nicht einfach nur darum,
Statuen zu verlassen
oder fremde Religionen abzulehnen.
Israel war gerade aus Ägypten gekommen,
einem Land voller sichtbarer Götter, konkurrierender Mächte
und ständiger Erinnerungen daran, das Vertrauen
in etwas anderes als den Herrn zu setzen.
Sie hatten gesehen, wie Menschen zum Nil beteten,
die Sonne anbeteten, auf Könige vertrauten und
ihr Leben um geschaffene Dinge herum aufbauten.
Nun lehrte Gott Sein Volk
etwas völlig anderes:
Ihr gehört zu Mir.
Der Befehl lautete nie nur:
„Verehre keinen anderen Gott.“
Er lautete: „Stelle nichts
an die Stelle, die nur mir gehört.“
Das ist auch heute noch der Kampf.
Die meisten von uns sind nicht versucht, sich
vor geschnitzten Götzenbildern zu verneigen, aber wir sind ständig
versucht, anderen Dingen mehr zu vertrauen als Gott.
Manchmal ist das Götzenbild der Erfolg.
Manchmal ist es Anerkennung.
Manchmal sind es Beziehungen.
Manchmal ist es Bequemlichkeit.
Manchmal ist es der Dienst selbst.
Ein Götze ist nicht immer etwas Schlechtes.
Oft ist es etwas Gutes, das still und leise
zum Wichtigsten geworden ist.
Was genießt dein tiefstes Vertrauen?
Was bestimmt deine Gefühle?
Was beschäftigt deine Gedanken,
wenn du aufwachst und bevor du einschläfst?
Das könnte offenbaren, was
auf dem Thron deines Herzens sitzt.
Jesus offenbarte später, dass dieses
Gebot niemals überholt war.
Als er nach dem wichtigsten Gebot gefragt wurde,
antwortete er: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
von ganzem Herzen und von ganzer Seele
und mit deinem ganzen Verstand.“ (Matthäus 22,37)
Gott verlangt keine halbherzige Hingabe.
Er verlangt den ersten Platz.
Denn er weiß, dass jeder
kleinere Gott irgendwann enttäuscht.
Erfolg kann nicht retten.
Menschen können nicht beständig sein.
Bequemlichkeit kann nicht befriedigen.
Nur Gott kann das wahre
Gewicht tragen, Gott zu sein.
In Wirklichkeit ist die schöne Einladung dieses
Gebots keine Schuld, sondern Freiheit.
Gott will uns nicht die Freude nehmen.
Er befreit uns davon, auf
Dinge zu vertrauen, die zu klein sind, um uns zu tragen.
Frag dich heute ganz ehrlich:
Was hat in meinem Herzen mit Gott konkurriert?
Dann gib es auf.
Nicht, weil du versuchst, dir seine Liebe zu verdienen,
sondern weil du bereits zu ihm gehörst.
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