
Sei vorsichtig, wie du dir Gott vorstellst, denn er lebt in dir.
Eine der heiligsten Wahrheiten des christlichen Lebens wird oft am meisten übersehen: Gott lebt in dir. Die Bibel sagt: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass Gottes Geist in euch wohnt?“ (1. Korinther 3,16, ESV). Das ist keine symbolische Sprache. Es ist gegenwärtige Realität. Und weil Gott durch Seinen Geist in uns lebt, ist es von großer Bedeutung, wie wir uns Gott vorstellen.
Viele Gläubige haben ein Bild von Gott, das stillschweigend im Widerspruch zum vollbrachten Werk Jesu steht. Sie glauben, Gott sei streng, leicht zu verärgern, zähle ihre Sünden auf und warte nur darauf, dass sie einen Fehler machen, damit sie ihre Erlösung verlieren. Aber wenn der Heilige Geist wirklich in uns wohnt, dann verdient dieses Bild eine sorgfältige Prüfung. Der Geist Gottes ist vollkommen. Er ist makellos. Er ist nicht unbeständig, misstrauisch oder verurteilend. Er wohnt nicht in Seinen Kindern mit einem Charakter, der im Widerspruch zum Kreuz steht.
Jesus hat den Charakter des Vaters unmissverständlich deutlich gemacht. Er sagte: „Die Worte, die ich zu euch spreche, spreche ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, tut seine Werke“ (Johannes 14,10, ESV). Er sagte auch: „Ich tue nichts aus mir selbst, sondern rede, wie der Vater mich gelehrt hat“ (Johannes 8,28, ESV). Jesus ist keine abgeschwächte Version von Gott. Er ist die genaue Offenbarung von Ihm. Der Hebräerbrief sagt uns, dass Jesus „der Abglanz der Herrlichkeit Gottes und das genaue Abbild seines Wesens“ ist (Hebräer 1,3, ESV). Wenn unsere Sicht auf Gott nicht mit dem Leben und Wirken Jesu übereinstimmt, dann muss sich unsere Sicht ändern.
Das ist wichtig, denn was du über Gott glaubst, prägt, wie du mit ihm lebst. Die Schrift sagt: „Wie er in seinem Herzen denkt, so ist er“ (Sprüche 23,7, ESV). Wenn du glaubst, dass Gott von dir enttäuscht ist, wirst du in Unsicherheit leben. Wenn du glaubst, dass Gott genau darauf achtet, dass du versagst, wirst du auf der Hut leben. Wenn du glaubst, dass Gott dir deine Sünden anrechnet, wirst du dich abmühen, anstatt zur Ruhe zu kommen. Aber das ist nicht das Leben, das Jesus erkauft hat. Er sagte: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Johannes 10,10, ESV). Ein von Angst getriebenes Christsein kann kein Leben in Fülle hervorbringen.
Das Evangelium sagt uns etwas zutiefst Befreiendes. „Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt und ihnen ihre Verfehlungen nicht angerechnet“ (2. Korinther 5,19, ESV). Beachte, was hier steht. Nicht anrechnen. Nicht warten. Nicht nachverfolgen. Das Kreuz hat kein vorübergehendes Vergebungssystem geschaffen. Es hat die Versöhnung vollendet. Der Hebräerbrief bestätigt diese Wahrheit: „Denn durch ein einziges Opfer hat er für immer diejenigen vollendet, die geheiligt werden“ (Hebräer 10,14, ESV). Für immer vollendet. Das ist keine zerbrechliche Erlösung. Das ist vollbrachtes Werk.
Deshalb müssen wir vorsichtig sein, wie wir die Schrift auslegen und wie wir über Gottes Charakter sprechen. Der Heilige Geist wird dem Kreuz niemals widersprechen. Er wird dir niemals lehren, dass dir in einem Moment vergeben wird und du im nächsten verdammt bist. Die Schrift ist klar: „So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1, ESV). Keine Verdammnis bedeutet keine versteckten Bedingungen, keine aufgeschobene Strafe und keine drohende Gefahr der Ablehnung.
Wenn Gläubige Gott unwissentlich als zornig, distanziert oder transaktional darstellen, raubt das Gottes Kindern das Vertrauen und den Frieden. Doch die Schrift sagt uns: „Ihr habt nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, um wieder in Furcht zu verfallen, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: ‚Abba! Vater!‘“ (Römer 8,15, ESV). Furcht ist keine geistliche Reife. Kindschaft ist es.
Gottes Wille war schon immer auf Leben, Freiheit und Wiederherstellung ausgerichtet. Jesus sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Johannes 14,9, ESV). Und der Jesus, den wir sehen, ist sanft zu Sündern, geduldig mit Zweiflern und treu gegenüber den Schwachen. Derselbe Geist lebt jetzt in dir. Er ist nicht von dir enttäuscht. Er ist nicht überrascht von deinem Kampf. Und er hält dir die Fülle nicht vor, bis du dein Verhalten verbesserst.
Es ist herzzerreißend zu sehen, wie Kinder Gottes unter dem leben, wofür Jesus bezahlt hat – nicht weil es ihnen an Hingabe mangelt, sondern weil ihnen beigebracht wurde, weniger von Gott zu erwarten. Die Schrift lädt uns zur Erneuerung ein: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes“ (Römer 12,2, ESV). Wenn unser Glaube mit Gottes wahrem Charakter übereinstimmt, folgt Frieden. Das Vertrauen wächst. Und das Leben in Fülle wird zu etwas, das wir erleben, nicht nur darüber reden.
Lasst uns also vorsichtig sein. Lasst uns die Schrift durch Jesus auslegen, nicht durch Angst. Lasst uns zulassen, dass das Kreuz Gottes Herz und unseren Stand definiert. Denn Gott lebt in uns. Und er ist weitaus treuer, gütiger und vollkommener, als vielen von uns jemals beigebracht wurde zu glauben.
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