
Oft lesen wir die abschließenden Grußlisten in den Paulusbriefen als trockene Namenslisten, die wir einfach überfliegen.
Wir überfliegen sie, um zu den theologischen Hauptargumenten zu gelangen.
Der Heilige Geist bewahrt diese
konkreten Namen aus einem tiefgründigen Grund.
Nehmen wir zum Beispiel Erastus, den Paulus
als Stadtkämmerer oder Leiter
der öffentlichen Bauarbeiten in Korinth bezeichnet.
Jahrhundertelang taten Kritiker
diese Namen als reine Fiktion ab.
Im Jahr 1929 entdeckten Archäologen bei Ausgrabungen
in der Nähe des antiken Theaters von Korinth
einen schweren Pflasterstein aus Kalkstein.
Direkt in den Stein eingemeißelt war
eine lateinische Inschrift, in der
ein Beamter namens Erastus erwähnt wurde, der
die Pflasterarbeiten aus eigener Tasche bezahlte
als Gegenleistung für sein gewähltes Amt.
Der genaue Name, die genaue Stadt
und das genaue Amt stimmen
bis ins Detail mit dem biblischen Text überein.
Dieses verblüffende Fundstück verankert das
Neue Testament fest in der realen Geschichte.
Es erinnert uns daran, dass die Bibel keine
Sammlung cleverer Mythen
oder abstrakter Märchen ist.
Sie ist in tatsächlicher Zeit und Raum verwurzelt
und handelt von echten Menschen,
die auf antiken Steinstraßen wandelten.
Diese Entdeckung offenbart zudem etwas
Atemberaubendes über die frühe Kirche.
Das Evangelium erreichte nicht nur
die Armen und Ausgegrenzten.
Es drang bis in die höchsten Ebenen der römischen bürgerlichen Gesellschaft vor.
Erastus verfügte über immensen Reichtum,
politischen Einfluss und öffentliche Autorität.
Er verwaltete städtische Gelder und
beaufsichtigte die Infrastruktur des Reiches.
Dennoch beugte er sein Knie vor König Jesus.
Er legte seinen Status, seine Ressourcen
und seine tägliche Berufung zu Füßen
des gekreuzigten und auferstandenen Herrn nieder.
Das führt uns direkt zur großen Erzählung der Heiligen Schrift.
Gott erlöst jeden Winkel der menschlichen Kultur,
sammelt Menschen aus allen sozialen
Schichten, um seine neue Schöpfung zu bilden.
König Jesus überbrückte die unendliche Kluft
zwischen Himmel und Erde, um
uns aus unserer Rebellion zu retten.
Er nahm die Strafe für unsere Sünde auf sich,
damit uns vergeben, geheilt
und von den
schweren Ketten unserer Scham befreit werden können.
Gnade ist niemals eine passive Ausrede
für geistliche Apathie oder eine Erlaubnis,
sich durchs Leben treiben zu lassen.
Sie ist die explosive, verwandelnde Kraft,
die unser ganzes Leben für das Reich Gottes zurückerobert.
Wenn du deine wahre Stellung
in der Auferstehungsfamilie Christi verstehst,
wird deine tägliche Berufung radikal neu definiert.
Ob du städtische Gelder verwaltest,
Schüler unterrichtest oder einen ruhigen Job hast,
dein Arbeitsplatz wird
zu einem Vorposten des Himmels.
Wo versäumst du es, den Einfluss und die Ressourcen, die Gott dir gegeben hat, zur Ehre seines Namens einzusetzen?
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