
Am Berg Sinai gab Gott Israel ein Gebot, das für moderne Ohren seltsam klingt. Du sollst dir keine Götzenbilder machen.
Auf den ersten Blick mag uns das fern erscheinen.
Die meisten von uns schmelzen kein Gold zu Statuen.
Wir verneigen uns nicht vor geschnitzten Bildern
oder errichten Altäre in unseren Häusern.
Da ist es leicht, dieses Gebot zu lesen und zu denken:
„Das gilt nicht für mich.“
Aber die Heilige Schrift geht tiefer.
Beim zweiten Gebot geht es nicht nur
darum, falsche Götter anzubeten,
sondern auch darum, zu versuchen,
den wahren Gott in etwas umzugestalten, das wir kontrollieren können.
Das war die Versuchung Israels.
Sie hatten Ägypten verlassen, wo Götter
berührt, getragen, ausgestellt und manipuliert werden konnten.
Aber der Gott, der sie befreit hatte, weigerte sich,
zu einem Gegenstand reduziert zu werden.
Er ließ sich nicht in Gold einfangen.
Er ließ sich nicht in einem Bild festhalten.
Er würde nicht zulassen, dass sein Volk ihn
nach seinen eigenen Vorlieben umgestaltete.
Doch nur kurze Zeit, nachdem sie
dieses Gebot gehört hatten, baute Israel das goldene Kalb.
Beachte genau: Sie versuchten nicht, Atheisten zu werden.
Sie versuchten, Gott
auf eine Weise anzubeten, die sich sichtbar, vertraut,
unmittelbar und angenehm anfühlte.
Das macht Götzendienst so gefährlich.
Götzendienst bedeutet nicht immer, Gott zu ersetzen.
Manchmal bedeutet er, ihn neu zu gestalten.
Wir tun das öfter, als uns bewusst ist.
Wir bevorzugen einen Gott, der uns nie herausfordert.
Einen Gott, der uns nur bestätigt.
Einen Gott, der existiert, um unsere Träume zu unterstützen.
Einen Gott, der uns nie auffordert, uns ihm hinzugeben.
Einen Gott, der zu unserer Politik, unserem Komfort,
unserem Erfolg oder unseren persönlichen Wünschen passt.
Aber das ist keine Anbetung.
Das ist das Schaffen eines Bildes.
Gott hat sich nicht offenbart,
damit wir ihn neu gestalten können.
Er hat sich offenbart, damit wir ihn kennenlernen können.
Jesus sagte später:
„Gott ist Geist, und wer ihn anbetet,
muss ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24)
Und der Hebräerbrief sagt uns, dass Jesus
„der Abglanz der Herrlichkeit Gottes
und das genaue Abbild seines Wesens“ ist.
(Hebräer 1,3)
Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist,
stellen wir uns Ihn nicht vor.
Wir schauen auf Christus.
Das zweite Gebot ruft uns weg
von einer Anbetung, die bequem ist,
hin zu einer Anbetung, die wahr ist.
Gott will keine Produkte.
Er will Beziehung.
Er verlangt keine besseren religiösen Leistungen.
Er lädt uns ein, Ihn so kennenzulernen, wie Er wirklich ist.
Also frag dich ehrlich:
Habe ich Gott angebetet,
oder die Version von Gott, die mir lieber ist?
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