
„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Der Ausdruck, der mit „neben mir“ übersetzt wird,
stammt aus dem Hebräischen ʿal panay,
was wörtlich bedeutet:
„vor meinem Angesicht“
oder „in meiner Gegenwart“.
Doch wie viele hebräische Ausdrücke
hat er eine Tiefe, die
über die einfache, wörtliche Bedeutung hinausgeht.
Manche Übersetzungen geben ihn wieder als:
„vor mir“
„neben mir“
„gegen mich“
„anstelle von mir“
Das sind keine widersprüchlichen Vorstellungen.
Zusammen helfen sie uns,
das volle Gewicht dessen zu verstehen, was Gott damit sagen wollte.
Bei diesem Gebot ging es nicht um
die physische Platzierung, als ob Gott
sich nur um Götzenbilder sorgen würde,
die vor ihm stehen.
Es ging um Beziehung,
um Treue, Hingabe
und Ausschließlichkeit.
Einen anderen Gott „vor“ Ihm zu haben, bedeutete:
In Seiner Gegenwart zu leben, als ob
Er es nicht sieht
Etwas neben Ihn zu stellen,
als ob Er Gleichgestellte hätte
Etwas gegen Ihn aufzustellen,
indem man sich Seiner Autorität widersetzt
Oder Ihn durch etwas ganz anderes zu ersetzen.
Es ging also nie nur um Priorität.
Gott sagte nicht:
„Mach mich zum Ersten unter vielen.“
Er sagte:
„Es darf überhaupt keinen anderen geben.“
Deshalb ist das Gebot absolut.
Keine geringeren Götter. Keine Alternativen. Keine Ersatzgötter.
Denn im Kern
ist dies nicht bloß eine Regel, sondern ein Bund.
Gott hatte Sein Volk bereits erlöst,
es aus Ägypten herausgeführt
und sich ihnen offenbart.
Dieser Befehl war Sein Aufruf
zu einer exklusiven Beziehung
als Antwort auf Sein Erlösungswerk.
In jeder Beziehung reicht es nicht aus, zu sagen:
„Du bist die Nummer eins“, während man gleichzeitig
an anderen festhält.
Wahre Liebe teilt sich
nicht auf diese Weise.
Genauso
sagt Gott zu seinem Volk:
„Gib dein Herz, dein Vertrauen
oder deine Anbetung nicht irgendetwas
oder irgendjemand anderem, denn ich allein bin Gott.“
Das weist uns letztlich auf Christus hin.
Jesus lehrte nicht nur die Hingabe an Gott,
er offenbarte, dass er selbst
dieser Hingabe würdig ist.
Er rief die Menschen dazu auf,
ihm ganz zu folgen, nicht nur teilweise.
Und durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er es möglich gemacht, dass unsere gespaltenen Herzen
wieder ganz werden und sich ganz Gott hingeben.
Dieser Befehl stellt uns auch heute noch vor eine Herausforderung.
Alles, worauf du mehr vertraust als auf Gott,
alles, was du mehr fürchtest als Gott,
alles, worauf du dich mehr verlässt als auf Gott,
das wird zu deinem „anderen Gott“.
Es geht also nicht nur um
Götzen aus Holz oder Stein.
Es geht um die Haltung deines Herzens.
Die Frage ist nicht nur,
was du zu glauben vorgibst.
Die Frage lautet: „Wer (oder was)
steht in deinem Leben vor Ihm?“
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