
Hast du schon mal einen Namen getragen, der eigentlich gar nicht zu dir gehörte?
Vielleicht entstand er aus einem schmerzhaften Fehler, einer unbedachten Bemerkung oder einer Phase des Scheiterns, die die Leute einfach nicht vergessen wollten. Die meisten von uns kennen das. Mit der Zeit können sich diese Worte tief in unser Herz einnisten, bis wir anfangen zu glauben, dass sie die Wahrheit über uns aussagen. Wir fragen uns sogar, ob Gott uns genauso sieht. Doch die gute Nachricht des Evangeliums erzählt eine ganz andere Geschichte. Sie erinnert uns daran, dass unsere Identität nicht darauf beruht, was andere sagen. Sie beruht auf dem, was Jesus am Kreuz bereits vollbracht hat.
Du bist nicht die Etiketten, die andere dir angeheftet haben, als du ganz unten warst. Du bist nicht deine Vergangenheit, deine Misserfolge oder die Kämpfe, an die du dich noch erinnerst. Durch das vollendete Werk Jesu wurde jeder falsche Name bereits durch die größere Wahrheit des Vaters widerlegt. Das Kreuz hat weit mehr getan, als dir deine Sünden zu vergeben. Es hat dir eine neue Identität geschenkt. In der Bibel heißt es: „Gott hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2. Korinther 5,21, NIV) Denk mal einen Moment darüber nach. Wenn Gott dich in Christus als gerecht bezeichnet, warum solltest du dann an Bezeichnungen festhalten, die Er bereits beseitigt hat?
Unser himmlischer Vater definiert uns nicht anhand unserer schlimmsten Tage. Er definiert uns danach, wer wir in seinem Sohn sind. Hast du jemals innegehalten, um darüber nachzudenken, wie er dich sieht? Wenn Menschen sagen, du seist zerbrochen, ist Gott derjenige, der dich ganz macht. Wenn andere dich als Versager bezeichnen, nennt er dich zutiefst geliebt. Wenn die Scham dir zuflüstert, du seist nicht gut genug, sagt der Vater, du seist auserwählt. „Denn er hat uns in ihm erwählt, noch bevor die Welt geschaffen wurde, damit wir heilig und untadelig vor ihm seien.“ (Epheser 1,4, NIV) Das sind keine leeren Worte, die uns nur trösten sollen. Es sind unveränderliche Wahrheiten aufgrund dessen, was Jesus bereits vollbracht hat.
Genau so ist Jesus während seines gesamten Wirkens mit den Menschen umgegangen. Er hat niemals jemanden angesehen und entschieden, dass dieser für immer durch seinen dunkelsten Moment definiert sein würde. Stattdessen sah er, was der Vater sah. Petrus war nicht für immer als der Mann bekannt, der ihn verleugnet hatte. Jesus berief ihn dazu, ein Fels zu werden. Die Frau, die in Sünde ertappt wurde, wurde nicht in ihrer Verurteilung belassen, sondern ihr wurde Gnade erwiesen und ein Neuanfang geschenkt. Zachäus wurde nicht länger nur als unehrlicher Mann in Erinnerung behalten, sondern als Sohn willkommen geheißen. Ist das nicht die wundervolle Art und Weise, wie Gnade wirkt? Sie spricht gemäß Gottes vollbrachtem Werk, nicht gemäß den Meinungen der Menschen.
Kein Wunder, dass es so anstrengend ist, alte Etiketten mit sich herumzutragen. Sie waren nie dafür gedacht, zu dem neuen Menschen zu gehören, zu dem Gott dich gemacht hat. In der Bibel heißt es: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden!“ (2. Korinther 5,17, NIV) Du bist nicht einfach nur eine verbesserte Version deines alten Ichs. Du bist eine neue Schöpfung. Neues Leben bringt eine neue Identität mit sich. Der Feind verweist immer wieder auf deine Vergangenheit, in der Hoffnung, dass du glaubst, sie definiere dich noch immer. Aber der Vater erinnert dich immer wieder daran, wer du bist, denn seine Wahrheit reicht über das Gestern hinaus und bleibt für immer bestehen.
Das Beste daran ist, dass deine Identität nicht davon abhängt, wie gut du dich schlägst. Sie ändert sich nicht, wenn Menschen dich loben oder kritisieren. Sie verschwindet nicht, wenn du einen schweren Tag hast. Deine Identität ist sicher im vollbrachten Werk Jesu verwurzelt. Der Erlöser, der verkündete: „Es ist vollbracht.“ (Johannes 19,30, NIV), hat bereits festgelegt, wer du in ihm bist. Was würde passieren, wenn du seiner Stimme mehr glauben würdest als jeder anderen Stimme, die du je gehört hast?
Wenn du es also satt hast, Bezeichnungen mit dir herumzutragen, die Gott dir nie gegeben hat, warum legst du sie dann nicht noch heute ab? Du musst dich nicht verteidigen oder dein Leben damit verbringen, anderen das Gegenteil beweisen zu wollen. Entscheide dich einfach dafür, zu glauben, was dein Vater über dich sagt. Lass Seine Stimme zu der werden, auf die du jeden Tag hörst. Lass Seine Wahrheit jede schmerzhafte Erinnerung überdecken. Du bist nicht der, für den dich andere gehalten haben. Du bist der, für den der Vater dich hält. Dank Jesus ist diese Identität sicher, vollständig und für immer die deine.
This entry was posted in Austausch zum Bibellesen, Ermunterung, Fundstücke, Identität in Christus and tagged 2. Korinther 5, Epheser 1 by Jule with no comments yet
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.