
DIE MAUERN, DIE DURCH LOBPREIS EINGERISSEN WURDEN
📖 Der Fall Jerichos – Buch Josua 6
Die Stadt stand da wie ein Riese.
Jericho war hermetisch abgeriegelt – seine Tore verschlossen, seine Mauern hoch aufragend, seine Soldaten bereit. Es war das erste Hindernis zwischen Israel und dem Versprechen, das Gott ihnen gegeben hatte. Hinter diesen massiven Steinmauern verbargen sich Angst, Widerstand und Trotz.
Aber außerhalb der Mauern stand etwas Größeres.
Keine Katapulte.
Keine Rammböcke.
Keine ausgebildete Armee mit Belagerungswaffen.
Außerhalb dieser Mauern stand Gehorsam.
Nach dem Tod von Moses hatte Josua die Führung übernommen. Gott hatte bereits den Jordan für sie geteilt. Jetzt standen sie vor Jericho – der Festung Kanaans. Und Gott gab Josua eine Strategie, die militärisch keinen Sinn ergab.
„Marschiert sechs Tage lang einmal täglich um die Stadt herum. Lasst die Priester die Bundeslade tragen und die Trompeten blasen. Am siebten Tag marschiert sieben Mal um die Stadt herum. Dann schreit laut.“
Kein Angriff.
Keine Pfeile.
Keine Leitern.
Nur Marschieren.
Nur Trompeten.
Nur Glaube.
Stell dir die Stille dieses ersten Tages vor. Die Armee Israels marschierte um die Stadt herum, ohne ein Wort zu sagen. Die Priester bliesen auf Widderhörnern. Die Bundeslade – Symbol der Gegenwart Gottes – bewegte sich stetig voran.
Von den Mauern Jerichos aus müssen die Soldaten gelacht haben.
Tag zwei.
Tag drei.
Tag vier.
Tag fünf.
Tag sechs.
Immer noch kein Angriff.
Aber Glaube sieht nicht immer dramatisch aus. Manchmal sieht er repetitiv aus. Manchmal sieht er töricht aus. Manchmal sieht er so aus, als würde man immer wieder dasselbe tun, während die Mauern noch stehen.
Dann kam der siebte Tag.
Sie marschierten einmal.
Zweimal.
Dreimal.
Viermal.
Fünfmal.
Sechsmal.
Bei der siebten Runde war die Spannung echt groß. Staub stieg auf. Die Herzen pochten. Die Trompeten klangen lauter.
Dann gab Josua den Befehl:
„Schreit! Denn der Herr hat euch die Stadt gegeben!“
Und das Volk schrie – kein Schrei der Angst, sondern ein Schrei des Sieges, bevor der Sieg sichtbar war.
Und plötzlich –
bebte die Erde.
Die Mauern barsten.
Die massive Festung stürzte vor ihren Augen ein.
Was Schwerter nicht brechen konnten, brachte Lobpreis zum Einsturz.
Jericho fiel nicht, weil Israel stark war. Es fiel, weil Gott treu ist. Der Schlachtplan war seltsam, aber die Verheißung war sicher.
Und hier liegt die Kraft dieser Geschichte:
Manche Mauern fallen nicht durch Gewalt.
Sie fallen durch Glauben.
Sie fallen durch Gehorsam.
Sie fallen, wenn du weitergehst, auch wenn sich nichts ändert.
Sie fallen, wenn du lobst, bevor du Ergebnisse siehst.
Jericho lehrt uns, dass Verzögerung keine Ablehnung ist. Schweigen ist keine Schwäche. Und Gehorsam setzt Wunder frei.
Wenn Gott dir gesagt hat, du sollst marschieren, dann marschiere weiter.
Wenn er dir sagt, du sollst warten, dann warte weiter.
Wenn er dir sagt, du sollst rufen, dann RUFE.
Denn derselbe Gott, der Jericho zu Fall gebracht hat, bringt auch heute noch Festungen zu Fall.
Deine Mauer wird nicht ewig stehen bleiben.
🔥 Geh weiter.
🔥 Glaube weiter.
🔥 Rufe weiter.
Der Durchbruch ist näher, als du denkst.
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