
Eine der verblüffendsten Parallelen in der Heiligen Schrift ist, dass am Berg Sinai 3.000 Menschen starben, während zu Pfingsten 3.000 Menschen gerettet wurden. Das ist kein Zufall. Es ist ein eindrucksvolles Bild für den Unterschied zwischen dem Gesetz und dem vollbrachten Werk Jesu Christi.
Am Berg Sinai kam Mose mit dem Gesetz herab, nachdem Israel das goldene Kalb angefertigt und gegen Gott rebelliert hatte. Aufgrund des Gerichts nach dem Gesetz starben an diesem Tag etwa 3.000 Menschen (2. Mose 32,28). Der Sinai wurde zu einem Bild für die Menschheit unter der Last des Gesetzes, der Verdammnis und der Trennung.
Doch in Apostelgeschichte 2, nachdem Jesus gestorben, auferstanden und zu Pfingsten den Heiligen Geist gesandt hatte, stand Petrus auf und predigte das Evangelium von Jesus Christus. Anstatt dass 3.000 starben, sagt die Schrift, dass etwa 3.000 Seelen gerettet wurden. (Apostelgeschichte 2,41)
Dieser Kontrast ist absolut unglaublich.
Das Gesetz brachte den Tod, weil die sündige Menschheit seine Anforderungen niemals vollkommen erfüllen konnte. Das Gesetz deckte die Sünde auf, konnte sie aber nicht beseitigen. Es offenbarte das Bedürfnis der Menschheit nach einem Erlöser, konnte aber das menschliche Herz nicht dauerhaft verwandeln. (2. Korinther 3,7)
Doch Pfingsten offenbarte etwas völlig Neues. Durch das vollendete Werk Jesu Christi wurde der Heilige Geist nun über die Menschheit ausgegossen – nicht aufgrund menschlicher Leistung, sondern aufgrund der Vollkommenheit Jesu. Was der Sinai äußerlich niemals vollbringen konnte, begann der Geist nun innerlich durch Gnade zu vollbringen.
Der Sinai wurde auf Steintafeln geschrieben. Pfingsten wurde in die Herzen der Menschen geschrieben. Der Sinai offenbarte Distanz und Furcht. Pfingsten offenbarte Vertrautheit und Gemeinschaft durch Jesus Christus. Der Sinai bebte vor Donner und Zittern. Pfingsten bebte vor der Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes, der Leben bringt.
Der eine Bund deckte Schuld auf. Der andere offenbarte Gerechtigkeit als Geschenk durch Jesus Christus. Der eine Dienst brachte Verdammnis hervor. Der andere brachte Leben und Freimut durch den Geist hervor. (2. Korinther 3,8–9)
Deshalb ist es so wichtig, das vollendete Werk Jesu zu verstehen. Viele Gläubige leben geistlich immer noch am Sinai, voller Angst vor dem Gericht, im Versuch, sich Anerkennung zu verdienen, und mit einem ständigen Sündenbewusstsein. Doch durch Jesus Christus sind die Gläubigen in einen neuen Bund gebracht worden, der auf besseren Verheißungen beruht. (Hebräer 8,6)
Am Sinai standen die Menschen aus Angst weit entfernt vom Berg. Aber durch Jesus Christus treten Gläubige nun mutig und voller Zuversicht vor den Vater, denn das Kreuz hat die Barriere zwischen Gott und den Menschen für immer beseitigt. (Hebräer 4,16)
Pfingsten war nicht nur ein emotionaler Gottesdienst. Es war der Himmel, der verkündete, dass durch Jesus Christus eine völlig neue Bundeswirklichkeit begonnen hatte. Der Geist Gottes war nicht länger auf vorübergehende Besuche beschränkt. Der Heilige Geist wohnt nun dauerhaft in den Kindern Gottes, dank des vollbrachten Werkes Jesu.
Das Schöne an Pfingsten ist, dass Gott nicht darauf gewartet hat, dass die Menschheit vollkommen wird, bevor er seinen Geist ausgießte. Jesus hat bereits erfüllt, was die Menschheit niemals hätte tun können. Die Ausgießung des Heiligen Geistes war der Beweis dafür, dass das Opfer Jesu vom Vater vollständig angenommen wurde.
Diese Wahrheit verändert alles daran, wie Gläubige heute leben. Du versuchst nicht mehr, dich Gott über den Sinai zu nähern. Durch Jesus Christus bist du bereits nahegebracht worden. Du stehst nicht unter einem Dienst der Verurteilung und Distanz. Du stehst unter Gnade, Gerechtigkeit, Sohnschaft und Vereinigung mit dem Vater durch Christus.
3.000 starben am Sinai, weil das Gesetz Sünde aufdecken, aber nicht beseitigen konnte. 3.000 lebten zu Pfingsten, weil Jesus Christus das Gesetz erfüllt, den Tod besiegt und durch den Heiligen Geist ewiges Leben geschenkt hat. Das ist der Unterschied zwischen dem alten Bund und dem vollbrachten Werk Jesu Christi.
by Jule with no comments yet