
In Johannes 8,1-11, bevor Jesus den Anklägern antwortete, bevor er auch nur ein Wort zu ihrer Verteidigung sagte, bückte er sich und schrieb auf den Boden.
Johannes hat diese Handlung zweimal erwähnt,
aber keine Erklärung dafür gegeben.
Der Text sagt uns nicht, was er geschrieben hat.
Er sagt uns nur, dass er geschrieben hat.
Der Kontext war damals wichtig.
Die Schriftgelehrten und Pharisäer
brachten die Frau öffentlich vor
und stellten sie in den Mittelpunkt.
Ihre Anklage war präzise und rechtlich fundiert.
Moses hatte angeordnet, dass Frauen,
die Ehebruch begehen, gesteinigt werden sollen.
Sie suchten jedoch keine Klarheit.
Johannes sagte ganz klar, dass sie Jesus auf die Probe stellten,
sie suchten nach einer Anklage gegen ihn.
Das war kein Moment, der von moralischen Bedenken getrieben war.
Es war eine Falle, die mit religiöser Sprache ummantelt war.
Die erste Reaktion von Jesus war Schweigen.
Er ging nicht auf ihre Dringlichkeit ein.
Er antwortete nicht auf die Anschuldigung,
indem er ein Argument vorbrachte oder darlegte.
Stattdessen bückte er sich
und schrieb auf den Boden.
In einer Kultur, in der Ehre und Schande eine große Rolle spielen,
hatte diese Haltung Gewicht.
Sich zu bücken bedeutete, sich
von der öffentlichen Machtdemonstration
vor ihm zu distanzieren.
Die Ankläger wollten ein sofortiges Urteil.
Jesus unterbrach den Schwung
der Anklage, indem er sich weigerte, auf Verlangen zu handeln.
Es gab viele Spekulationen darüber,
was Jesus geschrieben hat.
Einige meinten, er habe
die Sünden der Ankläger geschrieben.
Andere schlugen Namen,
Rechtszitate oder Passagen
aus der Heiligen Schrift vor.
Aber Johannes hat uns das nicht gesagt,
und ich denke, dass diese Zurückhaltung wichtig war.
Der Fokus der Passage lag nicht
auf dem Inhalt des Geschriebenen, sondern auf der Handlung selbst.
Das Schweigen war definitiv beabsichtigt.
Das Schreiben auf den Boden erinnerte eher an die Haltung
eines Lehrers als an die eines Angeklagten.
Es rief auch das Bild von einer Schrift hervor,
die nicht lange Bestand haben würde.
Staub kann keine Worte bewahren.
Was dort auf den Boden geschrieben wurde,
konnte leicht mit einem Schritt ausgelöscht werden.
Die Handlung verlangsamte den Moment
und zwang alle Anwesenden zu warten.
Die Anklage hing von der Dringlichkeit ab.
Aber Jesus nahm sie absichtlich weg.
Als sie ihn erneut bedrängten,
in der Hoffnung auf eine Antwort, sprach Jesus schließlich.
Seine Antwort war kurz und sorgfältig formuliert:
„Wer unter euch ohne Sünde ist,
der werfe den ersten Stein auf sie.“
Er lehnte das Gesetz hier nicht ab.
Er wies die Anklage nicht zurück.
Er akzeptierte die Struktur des Gesetzes,
aber er verteilte die Verantwortung auf so wirkungsvolle Weise neu.
Die Ankläger wussten, dass das Gesetz
Zeugen vorschreibt, um die ersten Steine zu werfen.
Jesus verlangte moralische Konsequenz
von denen, die diese Rolle für sich beanspruchten.
Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter.
Dieses zweite Schweigen war genauso wichtig wie das erste.
Jesus beobachtete ihre Reaktion nicht.
Er diskutierte nicht weiter mit ihnen.
Er ließ das Gewissen wirken,
ohne einen Kommentar abzugeben.
Johannes berichtet, dass sie einer nach dem anderen gingen,
angefangen mit den Älteren.
Dieses Detail sagt uns etwas.
Der Text sagt nicht, dass sie das Gesetz abgelehnt haben.
Er deutet an, dass die Erfahrung
ihr Selbstverständnis geprägt hat.
Einer nach dem anderen entfernten sie sich
von ihrer Position als gerechte Henker.
Es wurden keine Steine geworfen, kein einziger.
Die Menge löste sich still auf.
Als nur noch Jesus und die Frau übrig waren,
sprach er sie endlich direkt an.
Seine Frage war einfach und sachlich:
„Wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt?“
Er wartete auf ihre Antwort.
Erst dann sagte er:
„Auch ich verurteile dich nicht.
Geh und sündige von nun an nicht mehr.“
Barmherzigkeit wurde nicht ausgesprochen, solange
sie ein rechtliches Objekt blieb.
Sie wurde ihr angeboten, als sie als Person dastand.
Theologisch gesehen zeigte diese Passage,
wie Jesus mit Sünde umging, ohne
sich auf Spektakel einzulassen.
Er entschuldigte die Sünde nicht,
aber er weigerte sich, sie als Waffe einzusetzen.
Er beschämte die Frau nicht öffentlich
und erhob sich auch nicht zum endgültigen Ankläger.
Er schuf einen Raum, in dem Wahrheit
und Gnade nebeneinander bestehen konnten.
Die Schriftzeichen auf dem Boden blieben
unerklärt, denn es ging
nicht um versteckte Informationen,
sondern um eine offenbarte Haltung.
Jesus verzögerte das Urteil.
Er entwaffnete die Anklage.
Er ließ das Gewissen
lauter sprechen als den Lärm.
Als die Menge sich verzog,
blieb nicht ein juristischer Sieg zurück,
sondern eine wiederhergestellte menschliche Begegnung.
Als ich die Passage sorgfältig las, fiel mir auf,
dass Jesus oft auf
laute Gewissheit mit einer bewussten Pause reagierte.
Er ließ sich nicht unter Druck setzen.
Er ließ sich nicht in falsche Dilemmata drängen.
Bevor er Worte sprach, die Leben veränderten,
bückte er sich, schrieb in den Staub und wartete.
Und irgendwie glaube ich, dass es dieses Warten war, das die Ankläger in die Flucht schlug.
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—✨🤍 ER VERURTEILTE SIE NICHT, ER BRACHTE SIE ZURÜCK 🤍✨
Die Frau, die beim Ehebruch erwischt wurde, wurde zurückgebracht, nicht verurteilt
📖 Johannes 8:1–11
✨Barmherzigkeit statt Scham. Wiederherstellung statt Verurteilung. Wahrheit statt Doppelmoral.
🔎 Gedanken zu ihrer Geschichte
Sie wurde öffentlich bloßgestellt, angeklagt und war ganz allein.
Niemand hat sie beschützt. Niemand hat sie verteidigt. Der Mann, der genauso schuldig war, war nicht dabei.
Sie wurde öffentlich zur Schau gestellt, nicht als Beispiel für Gerechtigkeit, sondern für Heuchelei.
📖 Johannes 8:4 „Diese Frau wurde beim Ehebruch erwischt.“
Das Gesetz verlangte jedoch, dass beide Parteien verurteilt werden.
Ihre Ankläger ignorierten die Wahrheit, um ihren Ruf und ihre Macht zu bewahren.
💔 Das war keine Heiligkeit.
Das war Demütigung, getarnt als Rechtschaffenheit.
✨ Die Antwort Jesu: Ein Maßstab des Reiches Gottes
📖 Johannes 8,7 „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“
Jesus entschuldigte die Sünde nicht.
Er deckte die Heuchelei auf.
Er schützte die Würde.
Er stellte die Identität wieder her.
Einer nach dem anderen gingen die Ankläger weg.
Barmherzigkeit trat an die Stelle der Verurteilung. 🤍
✨ Was wichtiger ist als ihr Name
Obwohl sie namenlos blieb, offenbart ihre Begegnung wichtige Wahrheiten:
📖 Johannes 8,11: „Auch ich verurteile dich nicht … Geh und sündige von nun an nicht mehr.“
✨ Gnade ignorierte ihre Vergangenheit nicht.
✨ Gnade gab ihr eine Zukunft.
🌍 Für Frauen heute
Viele Frauen stehen immer noch vor ähnlichen Gerichten:
• Sie werden beschuldigt, während Männer ihrer Verantwortung entgehen.
• Sie werden für Situationen beschämt, die sie nicht allein verursacht haben.
• Sie werden mit dem Etikett „Versagerin“ versehen, anstatt durch Barmherzigkeit geheilt zu werden.
Aber Jesus kniet immer noch im Staub.
Er bringt immer noch die Menge zum Schweigen.
Er stellt die Frau immer noch wieder her.
🔥 Du bist nicht das Etikett, das sie dir gegeben haben.
🔥 Du bist nicht der schlimmste Moment deines Lebens.
🔥 Du bist nicht von Gottes Plan ausgeschlossen.
📖 Psalm 34,5 „Die auf ihn schauen, strahlen vor Freude, und ihr Gesicht wird nie von Scham bedeckt.“
💡 Verborgene Wahrheit
Die Scham sagt: Versteck dich.
Jesus sagt: Steh auf.
Verurteilung sagt: Du bist am Ende.
Jesus sagt: Dir ist vergeben.
Die Religion sagt: Entlarvt sie.
Jesus sagt: Stellt sie wieder her. 🤍🕊️
🔥 Kraftvolle Erklärung
Ich lehne falsche Scham ab und nehme Gottes Gnade an.
Wir werden nicht durch Anklage definiert, sondern durch Wiederherstellung.
Wo wir entlarvt wurden, wird Gott uns bedecken.
Wo wir verurteilt wurden, hat Christus uns erlöst.
Wir gehen in Freiheit und Wahrheit voran.
Im Namen Jesu, Amen. 🙌🤍
🙏 Unser tägliches Gebet
Herr Jesus,
danke, dass du mich an meinen gebrochenen Stellen triffst.
Bring alle Stimmen der Anklage zum Schweigen, die nicht von dir kommen.
Heile die Wunden der Scham und stelle meine Identität wieder her.
Lehre mich, in Wahrheit, Demut und Freiheit zu wandeln.
Lass mein Leben bezeugen, dass Barmherzigkeit größer ist als Gericht.
Im Namen Jesu, Amen. 🤍🕊️

GNADE IST KEINE ERLAUBNIS, SO ZU BLEIBEN, WIE MAN IST
Gnade sollte nie ein Versteck für Rebellion sein. Sie ist die Kraft, die uns verändert. Die Bibel sagt nicht, dass Gnade Stillstand okay macht; sie sagt, dass Gnade ihn zerstört. „Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade umso größer wird? Auf keinen Fall!“ (Römer 6,1–2). Paulus könnte nicht klarer sein.
Das moderne Christentum hat Gnade in Toleranz umbenannt. Ändere dich nicht. Konfrontiere die Sünde nicht. Erwarte keinen Gehorsam. Beanspruche einfach Gnade und mach weiter. Diese Version von Gnade ist der Bibel fremd. Biblische Gnade vergibt vollständig – aber sie verlangt auch den Tod des alten Lebens.
Gnade rettet sofort. Sie lässt dich nicht unverändert. „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur“ (2. Korinther 5,17). Neue Schöpfung bedeutet, dass die alten Wege, Muster und Loyalitäten nicht mehr herrschen. Gnade koexistiert nicht mit unveränderten Herzen. Sie verwandelt sie.
Jesus vergab großzügig – und befahl dann Veränderung. „Geh und sündige nicht mehr“ (Johannes 8,11). Die Gnade begegnete der Frau in ihrer Sünde, aber sie ließ sie nicht dort zurück. Gnade hebt dich heraus. Sie stopft dich nicht ein.
Wenn Gnade niemals deine Gewohnheiten in Frage stellt, niemals deinen Komfort stört, niemals deinen Gehorsam herausfordert, dann ist es keine Gnade – dann ist es Erlaubnis, verpackt in religiöser Sprache. Und Erlaubnis rettet niemals jemanden.
Gnade sagt nicht „bleib“, sondern „folge“. Und Jesus zu folgen führt immer weg von dem, was du einmal warst.
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❤️🔥❤️🔥Das „Ich bin“ von Christus: ❤️🔥❤️🔥
Wissen, wer er wirklich ist
Als Jesus „ICH BIN“ sagte, meinte er das nicht nur so. Er hat damit seine göttliche Identität gezeigt. Der Ausdruck erinnert an Gottes Selbstoffenbarung an Moses in Exodus 3,14 – „ICH BIN DER ICH BIN“. Jede „ICH BIN“-Aussage zeigt, wer Christus ist und was die Menschheit dringend braucht.
Jesus sagt, dass er die einzige wahre Nahrung für die Seele ist. So wie Brot für das physische Leben wichtig ist, stillt nur Christus den spirituellen Hunger. Religion kann unterhalten, Erfolg kann ablenken, aber nur Jesus gibt dauerhafte Erfüllung. Diejenigen, die zu ihm kommen, leben nicht mehr in spiritueller Hungersnot, weil er den inneren Menschen mit ewigem Leben nährt.
Christus deckt die Dunkelheit auf und gibt Orientierung. Ohne ihn wandelt die Menschheit blind – verwirrt durch Sünde, Täuschung und Angst. Jesus weist nicht nur auf das Licht hin, er ist das Licht. Ihm zu folgen bedeutet, dass Klarheit die Verwirrung ersetzt, Wahrheit die Lüge und Hoffnung die Verzweiflung.
Jesus ist der einzige legitime Zugang zur Erlösung. Es gibt nicht viele Türen, Wege oder Alternativen. Jeder andere Weg ist ein Dieb oder eine Lüge. Nur durch Christus erhalten wir Zugang zu Sicherheit, Freiheit und ewigem Leben. Diese Aussage konfrontiert uns mit Exklusivität: Erlösung ist nicht weit gefasst – sie ist spezifisch.
Im Gegensatz zu angeheuerten Führern, die bei Gefahr fliehen, gibt Jesus sein Leben für die Schafe hin. Er kennt die Seinen persönlich, führt sie treu und beschützt sie aufopferungsvoll. Dies offenbart das tiefe Mitgefühl und Engagement Christi – er verlässt sein Volk nicht, wenn der Preis hoch ist.
Jesus verspricht nicht nur die Auferstehung – er verkörpert sie. Der Tod ist für diejenigen, die in Christus sind, nicht endgültig. Selbst angesichts von Trauer und Verlust halten Gläubige an dieser Wahrheit fest: Das Leben geht über das Grab hinaus weiter, weil Jesus den Tod besiegt hat. Die Hoffnung endet nicht am Grab.
Jesus beseitigt jede Verwirrung über die Erlösung. Er ist nicht ein Weg, eine Wahrheit oder ein Leben – er ist der einzige Weg zum Vater. Wahrheit ist nicht relativ, und Leben ist nicht selbstdefiniert. Nur Christus verbindet die sündige Menschheit mit einem heiligen Gott.
Jesus lehrt, dass das geistliche Leben von der ständigen Verbindung zu ihm abhängt. Ohne Christus gibt es keine Frucht, kein Wachstum und keine bleibende Wirkung. In ihm zu bleiben bringt Gehorsam, Charakter und geistliche Kraft hervor. Das Christentum ist keine Unabhängigkeit – es ist Abhängigkeit von Christus.
Fazit
Die „Ich bin“-Aussagen Jesu sind keine inspirierenden Slogans – sie sind Bekenntnisse seiner Göttlichkeit und Einladungen zum Vertrauen. Jede einzelne davon geht auf menschliche Bedürfnisse ein und zeigt, dass Gott alles ist, was wir brauchen. Zu leugnen, wer Christus sagt, dass er ist, bedeutet, das Leben selbst abzulehnen. Ihm zu glauben bedeutet, alles zu finden, wonach die Seele gesucht hat.
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Die Steine fielen, bevor die Frau es tat.
📖 Johannes 8:1–11
Sie zerrten sie raus.
Ihre Sünde war öffentlich.
Ihre Schande war laut.
Ihre Ankläger waren sich sicher.
Sie sagten: „Das Gesetz sagt, dass sie sterben muss.“
Jesus sagte nichts – er bückte sich und schrieb auf den Boden.
Dann sprach er einen Satz, der alles veränderte:
„Wer von euch ohne Sünde ist, soll als Erster einen Stein werfen.“
Einer nach dem anderen … fielen die Steine.
Die Stimmen verstummten.
Die Verurteilung verschwand.
Jesus sah sie an und fragte:
„Wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt?“
Sie sagte: „Niemand, Herr.“
Und Jesus antwortete:
„Dann verurteile ich dich auch nicht. Geh jetzt und lass dein sündiges Leben hinter dir.“
👉 Was das heute für uns bedeutet:
Die Leute erinnern sich vielleicht an deinen schlimmsten Fehler,
aber Jesus sieht deine Zukunft.
Gnade ignoriert Sünde nicht –
sie rettet dich davor.

Diese Szene erinnert uns an einen der eindrucksvollsten Momente in der Bibel – nicht wegen eines Wunders der Heilung, sondern wegen eines Wunders der Barmherzigkeit.
Die Frau stand umringt von Anklagen. Die Hände waren voller Steine, die Herzen voller Vorurteile, und das Gesetz wurde eher als Waffe denn als Spiegel benutzt. Alle waren bereit zu verurteilen, aber niemand war bereit, in sich selbst zu gehen. In diesem Moment diskutierte Jesus nicht, schrie nicht und warf keinen Stein zurück. Er brachte einfach die Wahrheit ans Licht: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Einer nach dem anderen ließen die Steine fallen – nicht weil das Gesetz falsch war, sondern weil die Gnade größer war.
Diese Lektion lehrt uns, dass Jesus Sünde niemals herunterspielt, aber er weigert sich, Menschen danach zu beurteilen. Er sieht den Sünder, aber er sieht auch die Seele. Barmherzigkeit bedeutet nicht, Fehlverhalten zu billigen, sondern Raum für Reue und Wiedergutmachung zu geben. Während andere Bestrafung wollten, bot Jesus Verwandlung an. Er sagte nicht: „Du bist unschuldig“, sondern: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige nicht mehr.“ Zuerst kam die Gnade, dann folgte die Veränderung.
Oft sehen wir uns selbst als die Frau – beschämt, bloßgestellt und mit der Erwartung, abgelehnt zu werden. Doch oft sind wir auch Teil der Menge, die Steine der Verurteilung in den Händen hält und bereit ist, auf Fehler hinzuweisen, während wir unser eigenes Bedürfnis nach Gnade ignorieren. Diese Passage konfrontiert uns mit beiden Rollen. Sie fordert uns auf, unsere Steine niederzulegen, unser Herz zu prüfen und uns daran zu erinnern, wie viel Barmherzigkeit wir selbst erfahren haben.
Die wichtigste Lektion hier ist: Der Boden zu Füßen Jesu ist eben. Niemand steht höher. Niemand wirft dort Steine. Nur Barmherzigkeit spricht, und Wahrheit stellt wieder her. Wenn wir Barmherzigkeit statt Verurteilung wählen, spiegeln wir das Herz Christi wider in einer Welt, die Gnade dringend braucht.
Möge diese Geschichte uns lehren, schnell zu vergeben, langsam zu urteilen und mutig dieselbe Barmherzigkeit zu zeigen, die Jesus uns frei schenkt.
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Viele Gläubige denken, ihr größter Feind sei die Sünde, aber für die meisten ist es eigentlich ein falsches Bild von sich selbst, an das sie immer noch glauben. Sie haben Buße getan. Sie haben geglaubt. Sie haben sich zu Christus bekannt. Doch wenn sie still sind, wenn niemand zusieht, flüstert eine alte Identität immer noch. Du bist immer noch diese Person. Du wirst immer damit zu kämpfen haben. Das ist einfach, wer du bist. Diese Stimmen klingen normalerweise nicht böse. Sie klingen vertraut. Vernünftig. Sogar ehrlich. Aber Vertrautheit ist nicht gleichbedeutend mit Wahrheit.
Das griechische Wort aletheia wird mit „Wahrheit“ übersetzt, doch seine Bedeutung ist weitaus tiefgreifender und befreiender als Genauigkeit. Aletheia bedeutet wörtlich „nicht verborgen“, „enthüllt“, „nicht mehr verdeckt“. Es stammt von der Wurzel lēthē ab, was „Vergesslichkeit“ oder „Verbergen“ bedeutet, mit der Vorsilbe a-, die „nicht“ bedeutet. Wahrheit ist also nichts, was hinzugefügt wird. Sie wird offenbart, indem man das entfernt, was die Realität verdeckt hat. Wahrheit wird nicht geschaffen. Sie wird aufgedeckt.
Deshalb sagt Jesus nicht, dass die Wahrheit dich verbessern wird. Er sagt, dass die Wahrheit dich befreien wird. Freiheit entsteht nicht, wenn du durch Anstrengung etwas Neues wirst, sondern wenn du endlich erkennst, was seit dem Kreuz bereits wahr ist. Wenn Jesus sagt: „Ich bin die Wahrheit“, sagt er nicht, dass er richtige Informationen lehrt. Er sagt, dass er die vollständige Enthüllung der Realität ist, wie Gott sie sieht. Ihn zu kennen bedeutet, klar zu sehen.
In Johannes 8,31–32 heißt es: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (ESV). Beachte die Abfolge. Bleiben führt zu Erkenntnis. Erkenntnis führt zu Freiheit. Diese Erkenntnis ist kein Auswendiglernen. Es ist Erkennen. Es ist der Moment, in dem das Herz erkennt: Oh … das bin ich jetzt. Der falsche Glaube, den aletheia abbaut, ist die Vorstellung, dass deine vergangenen Erfahrungen mehr Autorität haben als Gottes gegenwärtige Erklärung.
Wenn aletheia missverstanden wird, leben Gläubige ein gespaltenes Leben. Sie stimmen intellektuell mit der Schrift überein, leben aber innerlich aus der Erinnerung heraus. Erinnerungen an Sünden. Erinnerungen an Misserfolge. Erinnerungen an Scham. Sie glauben, dass Gott ihnen vergeben hat, lassen sich aber immer noch von alten Erzählungen definieren. Aber aletheia konfrontiert dies ruhig und entschlossen. Es sagt, dass das, was Gott in Christus offenbart hat, keine hoffnungsvolle Zukunftsversion von dir ist. Es ist deine gegenwärtige Realität. Das alte Selbst war real, aber es ist nicht mehr wahr.
Deshalb fühlt sich die Wahrheit zunächst bedrohlich an. Weil sie Lügen aufdeckt, mit denen wir überlebt haben. Lügen, die uns einst beschützt haben. Lügen, die uns geholfen haben, zurechtzukommen. Lügen, die den Schmerz erklärt haben. Aber sobald die Wahrheit offenbart ist, verlieren diese Lügen ihre Macht. Du musst nicht mehr gegen sie ankämpfen. Du durchschaust sie einfach. Und wenn etwas einmal enthüllt ist, kann man es nicht mehr ungesehen machen.
Das Verständnis von aletheia verändert deine Beziehung zu Versuchung, Erinnerung und Anklage. Du hörst auf zu fragen: „Warum kämpfe ich immer noch, wenn ich doch frei bin?“, und beginnst zu erkennen, dass der Kampf nicht die Realität bestimmt. Die Offenbarung tut es. Du hörst auf, mit deiner Vergangenheit zu hadern, und stehst einfach zu dem, was offenbart wurde. Gnade fühlt sich nicht mehr theoretisch an. Identität fühlt sich nicht mehr zerbrechlich an. Freiheit fühlt sich nicht mehr aufgeschoben an.
Die Wahrheit verlangt nicht, dass du deine Vergangenheit vergisst.
Sie nimmt deiner Vergangenheit ihre Macht über dich.
Und was Gott in Christus offenbart hat, ist jetzt das Wahrhaftigste an dir.

„Er warf nicht mit Steinen“ – Das Mitgefühl Jesu
Johannes 8,7 – „Als sie ihn weiter befragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“
Im Johannesevangelium begegnen wir einem der eindrucksvollsten Momente im Leben Jesu, als er sich den religiösen Führern stellte, die eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, vorschnell verurteilten. Sie wollten Jesus auf die Probe stellen und ihn mit ihrer strengen Auslegung des Gesetzes in ein Dilemma bringen. Aber anstatt sie zu verurteilen, reagierte Jesus mit tiefer Gnade und Weisheit. Er warf nicht den Stein, sondern zeigte Barmherzigkeit und Mitgefühl. In diesem Moment zeigt uns Jesus, dass es nicht unsere Aufgabe ist, zu urteilen, sondern dass Gnade und Barmherzigkeit unsere Reaktion auf Menschen in Not bestimmen sollten.
Dieses Ereignis fand statt, als die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, vor Jesus brachten, in der Hoffnung, ihn dazu zu bringen, entweder gegen das Gesetz Moses oder gegen das römische Recht zu verstoßen. Sie fragten ihn, ob sie gesteinigt werden sollte. Aber anstatt sofort zu antworten, kniete Jesus nieder und schrieb in den Staub. Als sie ihn zu einer Antwort drängten, sagte er seinen berühmten Satz: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“
Lernpunkte:
Anwendung auf unser Leben:
Schlussgedanke:
Die Lehre aus „Er warf den Stein nicht“ erinnert uns daran, dass Jesus gekommen ist, um allen, die zu ihm kommen, Gnade und Barmherzigkeit zu schenken. In einer Welt, die schnell urteilt, ruft Jesus uns dazu auf, Barmherzigkeit zu üben, demütig zu sein und auf Gottes endgültiges Urteil zu vertrauen. Jesus hat uns gezeigt, dass es einen besseren Weg gibt – einen Weg der Liebe, der Vergebung und der Verwandlung. So wie er der Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde, vergeben hat, ist er bereit, auch uns zu vergeben und uns zu sich zu ziehen.
Anwendungsfrage:
• In welchen Bereichen Ihres Lebens müssen Sie mehr Gnade und Barmherzigkeit walten lassen, so wie Jesus es gegenüber der Frau tat, die beim Ehebruch ertappt wurde?
Wir sehen uns nachher beim MädelsKreis
Bibelgrundkurs für Mädels 😉
Mittwochs 15 bis 17 Uhr
Und beim
Online Bibelkurs
Mittwoch 17 bis 19 Uhr
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