
In der Bibel war ein Sacktuch keine gewöhnliche Kleidung.
Es war ein rauer, unbequemer Stoff,
der oft aus Ziegenhaar hergestellt wurde.
Man trug ihn in Zeiten der Trauer,
der Buße, der Demütigung oder des verzweifelten
Gebets vor Gott.
Ein Sacktuch öffentlich zu tragen bedeutete,
zu verkünden, dass etwas zutiefst nicht in Ordnung war.
Es bedeutete, dass die Trauer nicht länger verborgen bleiben konnte.
Die Buße musste sichtbar werden.
Die Verzweiflung musste vor Gott gebracht werden.
Als die Menschen von Ninive
Jonas’ Warnung hörten, glaubten sie Gott
und zogen Sackleinen an, vom
Größten bis zum Geringsten.
Sogar der König legte sein königliches Gewand ab,
hüllte sich in Sackleinen
und setzte sich in die Asche.
Das war keine religiöse Inszenierung.
Es war öffentliche Demut.
Eine mächtige Stadt erniedrigte sich
vor dem Gericht Gottes.
In Jesaja 37, als König Hiskia
die Drohungen Assyriens hörte, zerriss er seine Kleider,
hüllte sich in Sacktuch und
betrat das Haus des Herrn.
Er flüchtete sich nicht zuerst in Stolz,
Politik oder Panik.
Er brachte die Krise vor Gott.
Sackleinen erinnert uns daran, dass es bei wahrer
Reue nicht darum geht, unser Image zu schützen.
Es geht darum, das Herz vor dem Herrn zu demütigen.
Es zeigt uns, dass es Momente gibt,
in denen Gottes Volk aufhören muss, so zu tun,
als sei alles in Ordnung, und ehrlich vor
Ihn treten muss – mit Trauer, Furcht, Bekenntnis und Abhängigkeit.
Doch das Evangelium schenkt uns Hoffnung jenseits des Sackleinen.
Jesus trat in unseren Kummer ein und trug unsere Schande.
Er nahm das Gericht auf sich, das die Sünder verdient hatten,
damit diejenigen, die Buße tun und an
Ihn glauben, nicht für immer
in Trauerkleidung bleiben müssen.
In Christus sieht Gott nicht nur unsere Trauer.
Er antwortet darauf mit Barmherzigkeit.
Das Sacktuch lehrt uns Demut.
Das Kreuz schenkt uns Hoffnung.
Und die Gnade erinnert uns daran, dass diejenigen,
die sich vor Gott demütigen,
niemals abgewiesen werden.