
Als Paulus über die Adoption schrieb,
hätten sich seine ursprünglichen Leser
keine modernen Adoptionsgeschichten vorstellen können.
In der römischen Welt war die Adoption oft
ein Rechtsakt von enormer Tragweite.
Ein adoptierter Sohn erhielt eine neue Identität,
einen neuen Familiennamen, volle Erbrechte
und denselben rechtlichen Status wie ein leiblicher Sohn.
Seine alten Verpflichtungen und sein früherer Status
definierten ihn nicht mehr.
Von diesem Moment an
gehörte er zu einem neuen Haushalt.
Das verleiht Römer 8 eine tiefere Bedeutung:
„Ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
durch den wir rufen: ‚Abba, Vater!‘“
Paulus sagte etwas Erstaunliches.
In Christus ist Erlösung nicht bloß Vergebung.
Gott streicht nicht nur unsere Schuld und schickt uns fort.
Er bringt uns nach Hause.
Wir sind keine geduldeten Diener,
die vor der Tür stehen.
Wir sind willkommen geheißene Kinder,
die am Tisch sitzen.
Unsere Vergangenheit hat keine Macht mehr über uns.
Unsere Fehler tragen nicht mehr unseren Familiennamen.
Unsere Identität gründet sich nicht mehr auf das, was wir waren.
Der Vater hat uns seinen Namen gegeben.
Der Sohn hat uns unseren Platz gesichert.
Der Geist lehrt uns, ihn Vater zu nennen.
Und anders als bei der irdischen Adoption
ist diese Adoption unumkehrbar.
Du lebst nicht nur auf Bewährung
in Gottes Haus. Du gehörst dazu.
Römer 8,15
15 Der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr wieder in Furcht lebt; vielmehr hat der Geist, den ihr empfangen habt, eure Adoption als Söhne bewirkt. Und durch ihn rufen wir: „Abba, Vater.“
Galater 4,5
5 um die zu erlösen, die unter dem Gesetz standen, damit wir die Adoption als Söhne empfangen.
— Unerschrockener Jünger
by Jule with no comments yet