Gerade in meinem akruellen Leseplan gelesen, muss ich erst mal verdauen:
Manchmal sind es gerade die Menschen, die wir am meisten lieben, die die größten Schwächen in uns an die Oberfläche bringen. Es sind diejenigen, mit denen wir täglich Kontakt haben. Die, so scheint es, alle christlichen Tugenden aus uns heraussaugen, bis auch die weniger schöne Seite unserer Persönlichkeit zum Vorschein kommt.
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Wir haben es alle mit schwierigen Menschen zu tun. Vielleicht hat Gott sie strategisch in unser Leben platziert. Stell dir das vor! Gott liebt dich und vertraut dir, dass du schwierige Menschen gut behandelst. Gott will, dass die Früchte des Geistes in deinem Leben wachsen. So erlaubt er einer ungehobelten, widerspenstigen Frau, in dein sonst so liebliches Umfeld zu kommen. Gott braucht in jeder Generation Männer und Frauen, die die Unliebsamen lieben, die freundlich zu den Unfreundlichen sind, die geduldig sind angesichts Ungeduld; und die jene segnen, die einfach kategorisch gemein sind.
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Gott hat dich so geschaffen, dass du Menschen lieben kannst, die schrecklich grob sind. Er hat dich für diese Zeit bestimmt, weil Er vertraute, dass du dich zu einer reifen Person entwickelst, durch die Seine Herrlichkeit in die Dunkelheit anderer Seelen leuchtet. Allein aus dir heraus kannst du das nicht. Auch nicht, wenn du auf dein besonderes emotionales Erbgut vertraust, das du durch deine Eltern mitbekommen hast. Du kannst es nur, wenn du dich in deinem Herzen entscheidest, mehr wie Jesus zu sein als wie du. Wenn du wirklich sagst, Sein Weg ist besser als dein Weg, und deine Idee nicht besser ist als Gottes Idee.
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Wenn du Liebe zeigst in stürmischen Situationen, wenn du freundlich bist und keinen Wutanfall bekommst, sagst du damit: „ich will so handeln wie mein Papa! Ich gehöre zu Seiner Familie und so handeln wir! Wir lieben unliebsame Menschen. Es gehört zu dem Anstand unserer Familie aufsässigen Menschen mit göttlicher Freundlichkeit zu begegnen.“ Vergiss nie, dass nur der genetische Code deiner Familie dich dazu befähigt, schwierige Menschen zu lieben. Das ist es, was Christen tun!
Ich lese den @YouVersion-Leseplan ‚Heilige Gefühle – biblische Antworten für jede Herausforderung‘.
by Jule with no comments yetAus meinem aktuellen Leseplan:
Es ist wahr, du bist Gottes Schöpfung. Du bist nur aus einem Grund in Jesus Christus geschaffen: für die guten Werke, die Gott für dich geplant hat vor Anbeginn der Zeit. Es ist Gottes Plan, dass du in dem Leben wandelst, das Er geplant hat und für dich arrangiert hat – und zwar dir zum Besten. Aber die Entscheidung liegt bei dir. Du kannst wirklich wählen: entweder lebst du nach deinem Willen oder nach Seinem.
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Obwohl du Gott gehörst, weil Er dich geschaffen und Er ein unbeschreiblich schönes Leben für dich geplant hat, überlässt Er trotzdem dir die Wahl, ob du ein so wunderbares Leben führen willst oder nicht. Eines der besten Beispiele dafür, ob wir uns für Gott oder unseren eigenen Willen entscheiden, ist unser Gefühlsleben. Du musst dein Recht zu jammern und zu schmollen aufgeben und dich dann von ganzem Herzen dem Plan Gottes für dein Leben widmen, der in den Früchten des Geistes zu finden ist. Du wurdest für gute Werke geschaffen, nicht für die Werke des Fleisches oder die „Meinung“ deiner Gefühle.
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Zu den guten Werken, die Jesus für dich geplant hat, bevor du geboren wurdest, gehört so viel mehr als täglich eine Andacht zu lesen und Lobpreismusik zu hören. Die guten Werke, die Gott im Sinn hatte, als Er an dich dachte, waren so grandios, dass Er über die Zeitalter hinweg erklärte, dass du Sein auserwähltes Meisterwerk bist. Gott hat von Anbeginn der Zeit Sein Auge auf dich gerichtet. Er will durch dich etwas so Außergewöhnliches tun, dass selbst die Engel verwundert einen Schritt zurücktreten und sich danach sehnen, das zu machen, wozu du geschaffen wurdest.“
Hier wird gesagt, dass wir unseren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert sind, es nicht sein müssen – wir können uns entscheiden: ich muss mich nicht ärgern über eine Situation oder über eine Person. Ich kann es tun und wenn ich es unbedingt will, lässt Gott mich das auch machen. Aber ich kann mich auch dagegen entscheiden. Ich kann die Dinge in Gottes Hand legen und meine Gedanken auf etwas Positives richten. Ich habe die Wahl
Und ja: es ist nicht einfach, sich nicht in meine Enttäuschung oder meinen Schmerz hineinzusteigern. Aber mal ehrlich: wem schade ich denn damit? – am meisten mir selbst. Und wem nutze ich damit? – mir selbst auf gar keinen Fall
Also was habe ich eigentlich davon? Warum suhle ich mich in meinem Selbstmitleid?
In den Leseplänen in den letzten Tagen ging es unter anderem auch um das Thema Vergebung: „Gott wird uns so vergeben, wie wir selbst anderen auch vergeben (haben)“. Wir weigern uns oft, „denn der andere hat doch…“ und “ ich habe jedes Recht, sauer zu sein…“ Und und und. Aber ich schade mir nur selbst damit, da meine Gedanken sich um das Negative drehen und ich dadurch auch keine besonders guten Gefühle habe. Also rät mir Gott nicht deshalb zur Vergebung, um mir was abzuverlangen, sondern er weiss, dass es mir nicht gut geht, solange mein ganzes Denken und Fühlen sich immer wieder um das Negative dreht, was mir passiert ist. Er sagt: „gib es bei mir ab, ich werde es schon richten. Lass es bei mir, lass es los – damit ich dir meinen Frieden geben kann, denn ich will, dass es dir gut geht!“
Loslassen, es in Gottes Hand legen und auch dort belassen – es wird mir helfen, ich werde ruhiger und ausgeglichener. Es geht mir besser
Hier sind wir bei einem Punkt, der vielen Leuten nicht gefällt und wo auch andere Christen ein Problem mit uns haben: bei uns dreht sich alles um den Schöpfer, ER ist wichtig und alles, was wir tun, wird davon bestimmt. Viele denken, dass das zu extrem ist, dass wir darüber vergessen, wir selbst zu sein und dass man so nicht leben kann. Teilweise wird von Christen, die so leben, gesagt, sie seien ja verrückt! Aber interessanter Weise sind die Personen, die so denken und reden nicht wirklich glücklich, sie haben ständig Angst, selbst zu kurz zu kommen. Oftmals dreht sich alles nur um sie selbst und das macht unzufrieden, weil sie dabei leider oft nur sehen, was sie nicht haben, anstatt glücklich und zufrieden über das zu sein, was sie haben.
Wie es in der zitierten Andacht bereits gesagt wurde und was auch bei uns ganz am Anfang vom Bibelgrundkurs ein wichtiger Gedanke ist: Gott hat uns erschaffen, wir gehören ihm und daher darf er auch über unser Leben bestimmen. Nicht, weil er Macht über uns ausüben will, sondern weil er als unser Schöpfer weiss, was gut für uns ist, weil er es besser weiss, als wir selbst. Denn warum sonst sind wir immer auf der Suche, solange wir nicht wirklich bei IHM angekommen sind?
Er hat einen Plan mit uns, er hat etwas ganz Wunderbares für uns vorgesehen und leider stehen wir uns oftmals selbst dabei im Weg und verwehren es ihm, uns dieses Geschenk zu geben.
Ich kenne viele Leute, auch Christen, denen ihre Unabhängigkeit so unglaublich wichtig ist, dass sie diese vehement verteidigen. Sie wollen ihr Leben selbst bestimmen, selbst in die Hand nehmen. Leider merken sie dabei nicht, dass sie so frei garnicht sind – denn sie lassen sich, ihr Leben und ihr Glück von ihren Gefühlen bestimmen – und diese sind oft sehr trügerisch: sie sind nicht glücklich und geben oftmals anderen die Schuld daran – sei es einer bestimmte Situation oder einer bestimmte Person. Hier sind wir wieder bei dem Buch, mit dem ich mich seit fast drei Jahren beschäftige: „Alles anders, aber wie?“ Veränderung fängt bei uns selbst an
Auch ich persönlich tappe immer wieder in diese Falle, dass ich mich und meine Gefühle davon beeinflussen lasse, was gerade passiert, wie andere Menschen mit mir umgehen oder wie sie von mir denken. Dabei ist einzig und allein wichtig, wie der Schöpfer über mich denkt und er bietet mir an, alle unguten Gefühle loszulassen, bei ihm abzugeben, damit ich innerlich zur Ruhe komme und es mir gut geht
Naja, ihr seht schon, dass dieser Leseplan wirklich interessant ist. Das Fazit der Andacht von heute ist, dass wir über unsere Gefühle selbst entscheiden können. Wir können sie zulassen oder uns auf wichtigere positivere Dinge konzentrieren und dadurch auch wieder positivere Gefühle zu haben
by Jule with no comments yetWenn zwei Menschen heiraten, kommen sie mit unterschiedlichem Geschlecht, Temperament, Charakter und Prägung zusammen. Die Konflikte, die aus dieser Unterschiedlichkeit entstehen können, werden nicht automatisch aufgehoben, wenn wir gläubig sind. Vielmehr geht es darum, im Glauben und in der Liebe zu wachsen, auch dann, wenn uns der Partner enttäuscht hat.
Wir bringen nicht nur Altlasten mit in die Ehe: schlechte Gewohnheiten, temperamentsbedingte Verhaltensweisen und Fehlprägungen, sondern damit verbunden auch Uneinsicht und Unverständnis dem Partner gegenüber. Wir halten unsere Art zu denken und zu handeln für absolut richtig und aufgehbar.
Der Perfektionist rauft sich die Haare, wenn der andere die Zeitung nicht ordentlich gefaltet an ihrem Platz legt.
Der Kontrolleur ist unfähig, loszulassen. Mit seinem Verhalten lähmt er den Ehepartner.
Der Märtyrer fühlt sich immer als Opfer. Er pflegt das Selbstmitleid und kann so den andern manipulieren.
Der Rechthaber hat an allem etwas auszusetzen. Er weiß immer alles besser. Das entmutigt das Gegenüber.
Der Nörgler findet immer ein „Haar in der Suppe“, was zu Frust und Ärger führt.
Wir können den andern nicht ändern. Aber wir können uns selbst verändern lassen, indem wir uns selbst und unser Verhalten kritisch hinterfragen und bereit sind, aufzugeben, was dem Partner stört oder verletzt.
Und wir sind aufgerufen, dem andern zu vergeben, weil uns selbst ganz unverdient vergeben wurde.
(nach Yvonne Schwengeler)
Freude ist auch nur „die Entscheidung, sich zu freuen“. Bayless erzählt von einigen Männern und Frauen in der Bibel und ganz besonders von den Aposteln und den ersten Christen. Er sagt – und zeigt auch anhand der Bibel – dass sie trotz schwierigen Umständen sich freuten, darauf achteten, worüber sie sich in der Situation freuen konnten. „Wenn wir warten, dass sich die Umstände ändern, um uns dann zu freuen – dann werden wir uns nie richtig freuen“
Danke für diese Ansprache
((;wenn man seinem täglichen Impuls nicht nur auf Facebook folgt, sondern per email erhält, findet man am Ende immer eine passende Ansprache. So bin ich über diese hier „gestolpert“)))
https://bayless-conley.de/blog/broadcast/entdecke-das-leben-das-gott-schenkt-2/
by Jule with no comments yetDIE QUELLE DER ZUFRIEDENHEIT
„Ich habe gelernt,
mich darin zu begnügen,
worin ich bin.“
Philipper 4,11
Der Existenzialismus bildet heute die Grundlage der aktuellen Psychologie, und leider sind auch viele Gemeinden bereits davon unterwandert. Er lehrt, dass jeder Mensch das Recht habe, zu tun, was ihn glücklich macht. Dieses verdrehte Denken wurzelt in der Selbstsucht und im Stolz des Menschen.
Selbstsüchtige sagen: „Wenn es dich glücklich macht, mich aber verletzt, dann darfst du es nicht tun. Macht es aber mich glücklich, und du wirst dabei verletzt – dann hast du eben Pech gehabt.“ Einige betrügen sich selbst und meinen, ihr sündiges Verhalten würde niemandem schaden, doch letztendlich bewirkt die Sünde immer Schaden.
Im Gegensatz zur Selbstliebe propagiert die Schrift Demut und Opferbereitschaft (Mt 5,44) sowie weit reichende Gnade für die, die wiederholt in Sünde fallen (1Petr 4,8). Diese Tugenden ermöglichen es Paulus, unabhängig von den Umständen zufrieden zu sein.
Im Gegensatz dazu gibt es Gläubige, die immer gleich alles auf die Goldwaage legen, um festzustellen, ob da vielleicht ein Grund wäre, verletzt zu sein, was sie dann auch unmittelbar aus dem Gleichgewicht wirft und mit Angst und Sorge erfüllt.
Wenn andere dich schlecht behandeln, wird Demut dir helfen, das Gleichgewicht zu halten.
aus: John MacArthur – „Lass mich zu dir kommen“, CLV- Verlag
by Jule with no comments yetWenn du Probleme in deiner Ehebeziehung hast,
versuche nicht deinen Partner zu ändern
oder ihn gar auszuwechseln,
sondern –
bitte Gott darum, dein Herz zu ändern.?
Die tägliche Andacht von Bayless:
Verletzte Beziehungen heilen
Sprüche 18,19 sagt uns:
„Ein getäuschter (gekränkter) Bruder ist unzugänglicher als eine befestigte Stadt; und Streitigkeiten sind wie der Riegel einer Burg.“
Die „befestigte Stadt“, von der hier die Rede ist, ist eine Stadt mit Stadtmauern, die bewacht wird. Man kann nicht einfach vor das Tor einer befestigten Stadt ziehen und die Kapitulation verlangen. Es bedarf einer durchdachten Strategie, um solch eine Stadt einzunehmen. Man muss alles durchdenken und einen Plan entwickeln.
Es bedeutet auch, dass unermüdlicher Einsatz nötig sein wird. Und sehr wahrscheinlich wird man sich dabei in Gefahr begeben. Ja, es ist unmöglich, eine befestigte Stadt einzunehmen, ohne Risiken einzugehen, ohne sich selbst angreifbar zu machen.
Das trifft auch zu, wenn ein Bruder gekränkt ist. Es bedarf sorgfältiger Planung und ernsthafter Bemühungen, und manchmal müssen wir uns auch verletzbar machen, obwohl wir das nicht wollen.
Vielleicht hast du heute mit einer verletzten Beziehung zu kämpfen und vielleicht hast du dich noch nicht um Heilung in dieser Beziehung bemüht, weil du nicht weißt, wie du das machen sollst. Es fängt immer mit Gebet an. Du musst mit Gott über den anderen und über dich selbst sprechen und dann musst du hingehen und mit der betreffenden Person reden.
Wenn du es dann tust – bitte lies jetzt sehr genau –, sollte es nicht mit der Absicht geschehen zu beweisen, dass du im Recht bist. Recht zu haben ist nicht das Ziel. Das Ziel ist Frieden. Meistens ist es wichtiger, barmherzig zu sein, als recht zu haben.
Wenn du dich um eine Lösung bemühst, aber nur mit der Absicht, dass der andere deine Sichtweise versteht, damit du beweisen kannst, dass du recht hast, dann behältst du vielleicht recht, schließt aber nie Frieden.
Wenn du dich bemühst, einen gekränkten Bruder zu gewinnen, dann höre ihm gut zu und versuche, seine Sichtweise nachzuvollziehen. Sei bereit zu hören und nicht nur gehört zu werden. Denn auch wenn es schwierig ist, kannst du doch zum Frieden gelangen und erleben, dass eine zerbrochene Beziehung heil wird.
Was machen wir Menschen nicht alles, um etwas Liebe, Anerkennung oder Zugehörigkeit zu bekommen! Wir geben unser Bestes, um das Loch in unserem Herzen zu stopfen, das sich immer wieder zeigt und schreit: „Fülle mich!“ Dieses Loch ist bei denjenigen von uns noch ausgeprägter, die als Kind nicht die Nestwärme, die sichere Bindung, den Schutz und die Unterstützung erhalten haben, die wir dringend gebraucht hätten. Nicht wenige verbinden ihre Kindheit zudem mit unschönen oder gar traumatischen Erfahrungen. Auch wenn wir uns vielleicht nicht mehr bewusst an frühere Erlebnisse erinnern können, laufen die damit verbundenen Prägungen und Programme im Hintergrund nach wie vor mit und bestimmen unbewusst unser Denken, Fühlen und Handeln im Alltag. Erst wenn wir dies zu reflektieren beginnen, können wir aussteigen und etwas daran ändern.
Viele unserer Muster haben wir bereits früh in unserer Kindheit etabliert. Um emotional über die Runden zu kommen, waren wir sehr einfallsreich: „Wie muss ich mich verhalten, damit ich von Mama und Papa geliebt werde? Was muss ich tun, damit ich akzeptiert werde und dazugehöre?“ Als Kinder machen wir die Erfahrung, dass Liebe oft an gewisse Bedingungen geknüpft ist und wir uns die Akzeptanz „verdienen“ müssen, indem wir lieb, brav, angepasst, still oder hilfsbereit sind. Aber das hat Auswirkungen. Aufgrund solcher Erfahrungen entwickeln wir unbewusst Bewältigungsstrategien und Schutzstile, mit denen wir uns heute noch durchs Leben navigieren. Typische Schutzstrategien können Perfektionismus, Rückzug, Harmoniesucht, Macht-, Leistungs- oder Kontrollstreben, Anpassung, Opferhaltung oder Helfersyndrom sein. Wir laufen als Erwachsene immer noch in dieser alten Rüstung herum, die für das Kind hilfreich und schützend war, die aber heute längst nicht mehr nötig ist. Meist erst durch den Weckruf einer Krise, Krankheit oder durch einen Konflikt – oft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr – wachen viele auf.
Innere Glaubenssätze aufspüren
Einer meiner Glaubenssätze aus der Kindheit lautete: „Ich bin immer für die gute Stimmung verantwortlich. Nur wenn ich für Harmonie sorge, werde ich geschätzt und gehöre dazu.“ Bereits als Kind versuchte ich in der Familie Streit zu schlichten und zu vermitteln. Dies war unbewusst mein Auftrag. Damit kam ich auch im weiteren Leben ziemlich gut voran, bis ich in meinem Führungsalltag Mitarbeitern gegenüber auch negatives Verhalten und unbequeme Dinge ansprechen musste. Das ging gegen meine Grundüberzeugung und brachte mich in Bedrängnis.
Vielleicht kennen Sie ähnliche Glaubenssätze? Folgenden Grundüberzeugungen begegne ich in der Beratung öfter: „Nur wenn ich mich ständig anpasse, gehöre ich dazu.“ „Ich muss immer helfen, nur so habe ich eine Lebensberechtigung.“ „Ich muss alles kontrollieren, nur so bin ich sicher.“ „Ich muss mich ständig zurückziehen, nur so kann ich mich schützen.“ „Nur wenn ich alles perfekt mache, werde ich nicht abgelehnt.“
Andere innere Überzeugungen können lauten: „Ich bin nichts wert.“ „Niemand mag mich.“ „Ich bin nicht willkommen.“ „Ich bin für alles allein verantwortlich.“
Hinterfragen Sie solche destruktiven Glaubenssätze! Sind sie wirklich wahr? Wie könnte das Gegenteil lauten? Ersetzen Sie Lügen konsequent mit Wahrheit und biblischen Werten.
Oft sind wir Menschen erst dann willens, alte Prägungen zu verändern, wenn der Leidensdruck groß ist oder wenn neue Ziele uns motivieren. Doch selbst dann sind wir nicht so schnell bereit, unsere Komfortzone zu verlassen. Denn eine Veränderung bringt Unsicherheiten und Ängste mit sich. Und dies vermeiden wir grundsätzlich.
Im Konflikt mit mir selbst
Bei all unserem Veränderungsstreben kommen wir mit uns selbst in Konflikt und tun oft exakt das Gegenteil von dem, was wir uns vorgenommen hatten. Bereits der Apostel Paulus hat diese Erfahrung gemacht. Er stellt fest: „Ich verstehe ja selbst nicht, was ich tue. Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht; aber was ich verabscheue, das tue ich“ (Römer 7,15). Wenn wir Probleme haben und nicht so können, wie wir eigentlich wollen, dann erleben wir zwei Dynamiken: Einerseits sehen wir uns als Opfer von Umständen oder Menschen. Wir fühlen uns ausgeliefert und meinen, dass es uns nur dann besser gehen würde, wenn endlich der Chef verständnisvoller, der Partner rücksichtsvoller, die Kinder folgsamer wären. Andererseits springt in uns ein Selbstabwertungsprogramm an. Wir werden hart gegen uns selbst und klagen uns an: „Ich blöder Esel, ich bin einfach unfähig. Ich dumme Nuss, wie konnte ich nur, ich bin eine Versagerin!“ Wir werten uns innerlich ab und machen uns fertig. Dies ist jedoch keine hilfreiche Lösungsstrategie. Im Gegenteil, solche Selbstverurteilungen setzen uns nur noch stärker unter Druck.
Zur Wahrheit stehen
Wie wäre es, wenn wir uns als Erstes eingestehen, dass wir es nicht aus eigener Kraft schaffen und auf Unterstützung angewiesen sind? Wir dürfen lernen, barmherzig mit uns selbst zu sein und falsche Ideale loszulassen. Sich so anzunehmen, wie wir sind, und nicht so, wie wir sein sollten, fällt vielen schwer. Aber dieses Eingeständnis verschafft uns Luft und setzt Kraftreserven frei. Denn nun müssen wir nicht mehr so viel Energie darauf verwenden, alles zu beschönigen, zu unterdrücken und zu verdrängen.
Dieser Schritt – zur eigenen Wahrheit zu stehen – geht gegen unseren Stolz. Wir haben Angst, die Kontrolle zu verlieren, und deshalb leugnen, verharmlosen und kaschieren wir unsere Schwächen. Wir halten die Illusion aufrecht, alles im Griff zu haben.
Eine neue Identität
Abgesehen von der Beziehung zu Gott und zu anderen gibt es noch einen wichtigen Faktor in unserem Leben: die Beziehung zu uns selbst. Sie beeinflusst jeden anderen Bereich und jede unserer Beziehungen weit mehr, als wir denken. Ob wir liebevoll oder verurteilend mit uns selbst umgehen, bestimmt maßgeblich unsere emotionale Gesundheit und die Art, wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten. Erst wenn wir aus der Verbindung mit Gott unsere Identität erneuern lassen, können wir liebevoller mit uns selbst umgehen. Dies ist eine entscheidende Grundlage für einen dauerhaften Veränderungsprozess und hat positive Auswirkungen auf unser Umfeld. Dann können wir uns selbst sagen: „Ich muss mich nicht mehr verdrehen, um Liebe zu bekommen. Ich darf zu mir stehen, weil Gott mich in Jesus bereits vollkommen liebt, mich vorbehaltslos annimmt und ich bedingungslos dazugehöre.“
Lernen Sie, bewusst auf Gottes wohlwollende Stimme zu hören. Zu Jesus sagte der Vater im Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude“ (Markus 1,11). Seine Liebeszusage gilt auch Ihnen und mir. Auf dieser Grundlage können wir Verhaltensänderungen gelassener angehen und sind nicht mehr darauf angewiesen, uns so zu verhalten, dass uns alle mögen und toll finden.
Studien haben gezeigt, dass wir in Veränderungsprozessen meist vier Phasen durchlaufen. Zufriedenheit, Verleugnung, Chaos/Verwirrung und Erneuerung. Wir durchlaufen jede dieser Phasen auf unserer Reise. In der letzten Phase geht es vor allem um die Erneuerung unseres Denkens, Fühlens und Handelns. Sich Neuem zu öffnen und Veränderungen anzugehen heißt, sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Dabei ist die Erneuerung des Denkens zentral. Die Bibel bestätigt das: „Was ich dir jetzt rate, ist wichtiger als alles andere: Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben!“ (Sprüche 4,23).
Aufgrund unserer Geschichte laufen wir oft noch mit unserer alten Brille herum: „Nun werde ich wieder abgelehnt, nicht gesehen, geliebt, einbezogen. Nun denkt sie sicher wieder, ich bin eine Versagerin.“ Je besser es uns gelingt, die alte Brille abzusetzen, desto objektiver können wir Situationen neu betrachten und anders handeln. Menschen in unserem Umfeld haben dann weniger Macht über uns. Sie können uns nicht mehr so schnell in Rage bringen und damit alte destruktive Verhaltensweisen oder Schutzstile auslösen.
Umdenken und anders handeln
Die Hirnforscherin Dr. Caroline Leaf weist darauf hin, dass die Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen in unserem Gehirn ständig umgebaut werden. Mit jeder Entscheidung, jedem Gedanken verbinden sich Nervenzellen mit anderen, verstärken bereits bestehende Verbindungen oder schaffen neue. Unser Gehirn ist also nicht einfach so, wie es ist, sondern wie wir es mehrheitlich nutzen! Das heißt, wenn wir unser Denken erneuern, verändern wir gleichzeitig unser Gehirn. Hirnforscher sprechen von einigen Monaten, die es braucht, bis sich in unserem Gehirn neue Denkstrukturen etablieren können, die stark genug sind, damit neue Gewohnheiten automatisiert werden. Das braucht Geduld und Durchhaltevermögen. Denn diese müssen durch Wiederholungen immer wieder neu stimuliert werden. Das heißt, je mehr wir ermutigendes, wohlwollendes Denken und positive Verhaltensmuster trainieren, desto stärker werden diese neuronalen Verbindungen im Gehirn werden. Dies hat Auswirkungen auf unsere Gefühlswelt und befähigt uns, anders zu handeln.
Ich mache Ihnen Mut, Ihren persönlichen Veränderungsweg zu gehen und sich mit den tieferen Schichten Ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Rechnen Sie mit Gottes Liebe und Annahme. Steigen Sie mutig aus der Opferrolle aus und beginnen Sie bewusst, anders zu handeln. Und wenn Sie in alte Muster zurückfallen, macht das nichts. Beginnen Sie von Neuem. Dieser Prozess führt zu mehr Zufriedenheit, Tiefe, Erfüllung und Freiheit in Ihrem Leben.
Christoph Hickert arbeitet als Coach und Supervisor in eigener Praxis in Männedorf/Schweiz (www.beratung-coaching.ch). Dieser Artikel erschien in Lydia 1/2019.
by Jule with no comments yetIm Moment lesen wir als Gruppe im Zelt bei der BibelArbeit ja das 2. Buch Mose und haben uns in den letzten Wochen mit den 10 Plagen beschäftigt, die Gott über Ägypten bringt, um dem Pharao SEINE Macht zu zeigen. In diesem Zusammenhang lesen wir immer wieder „und Jehova (oder auch Jahwe) verstockten das Herz des Pharao und ließ das Volk nicht ziehen“.
Wir hatten darüber geredet, wie das sein kann, denn Gott hat ja schließlich uns allen einen freien Willen gegeben, auch dem Pharao und so hat jeder – auch der Pharao – die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden.
Wir hatten im Laufe der letzten Wochen einige Gedanken dazu gesammelt und möchten das hier als StudienProjekt immer wieder ergänzen, wenn wir auf ähnliche Stellen und Gedanken stoßen, sei es in der Bibel, in Bibel Kommentaren oder auf andere Weise:
by Jule with 4 commentsDa ich in letzter Zeit immer wieder schmerzlich mit dem Thema „Gott hat uns einen freien Willen gegeben“ und dem Wunsch nach persönlicher Unabhängigkeit konfrontiert werde, fand ich besonders interessant, was im Kommentar von C.H Macintosh (im Zusammenhang mit dem verstockten Herz des Pharao) gelesen habe:
by Jule with 2 comments