
In Markus 4 kam es auf dem See Genezareth zu einem heftigen Sturm, und die Wellen schlugen ins Boot. Die Jünger, von denen viele erfahrene Fischer waren, wurden von Angst überwältigt. Doch mitten im Sturm schlief Jesus.
Dieses Detail ist kein Zufall. Es ist aufschlussreich.
Derjenige, der sich im Boot ausruhte,
war derselbe, der
in Genesis 1 Ordnung
aus der Finsternis schuf und
den Wassern Grenzen setzte.
Was den Jüngern als Chaos erschien,
lag nicht außerhalb seiner Macht.
Das Meer, das nun tobte, war schon
von Anfang an seinem Befehl unterworfen gewesen.
Als die Jünger Ihn weckten,
taten sie dies voller Dringlichkeit und Angst
und fragten sich, ob es Ihm egal sei,
dass sie umkamen.
Da stand Jesus auf, bedrohte den Wind
und sprach zum Meer: „Sei still! Ruhe!“
Und sogleich kehrte große Stille ein.
Das war nicht bloß ein Akt der Macht,
es war eine Offenbarung Seiner Identität.
Derjenige im Boot war nicht einfach
ein Lehrer, der in einen Sturm geraten war.
Er war der Schöpfer, der
inmitten seiner eigenen Schöpfung gegenwärtig war.
Die Wellen, die
die Jünger bedrohten, widersetzten sich ihm nicht,
sie reagierten auf seine Stimme.
Sie begegneten keiner neuen Autorität,
sondern derselben Stimme, der sie schon immer gehorcht hatten.
Die Spannung in dieser Passage
dreht sich also nicht um den Sturm selbst.
Es geht um die Wahrnehmung.
Die Jünger beurteilten ihre Situation
nach dem, was sie sehen konnten, statt
danach, wer bei ihnen war.
Dadurch erkennen wir etwas
Wesentliches über Gott.
Seine Gegenwart garantiert nicht
die Abwesenheit von Stürmen, aber sie bedeutet,
dass es keinen Sturm gibt, der außerhalb seiner Herrschaft liegt.
Was uns unkontrollierbar erscheint,
bleibt ihm vollkommen unterworfen.
Das weist direkt auf Christus hin.
Jesus blieb nicht fern
von den Umständen, die Angst hervorrufen,
sondern er trat in sie hinein.
Er war im Boot gegenwärtig,
im Sturm gegenwärtig, und letztendlich
würde er in etwas weit Größeres eintreten.
Am Kreuz stellte er sich der ganzen Last von Sünde und Tod.
Doch so wie das Meer auf sein Wort hin zur Ruhe kam,
so würde auch der Tod selbst ihn nicht überwältigen.
Die Frage, die die Jünger stellten, bleibt:
„Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind
und das Meer gehorchen?“
Die Antwort verändert die Art und Weise,
wie jeder Sturm verstanden wird.
Wenn derjenige, der über die Gewässer gebietet,
anwesend ist, dann ist Angst nicht mehr die einzige Reaktion.
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.