
Sprüche 31,30 ist ein Vers, der in einer Zeit wie unserer fast wie ein Gegenruf aus dem Himmel klingt.
Wir leben in einer Welt, die das Äußere vergöttert.
Eine Welt, in der Schönheit vermarktet wird, Gesichter bearbeitet werden, Persönlichkeiten gespielt werden und Charakter oft hinter Wirkung zurücktritt. Vieles dreht sich um Ausstrahlung, Stil, Image, Anziehungskraft, Außenwirkung. Aber Gottes Wort geht tiefer. Es bleibt nicht an der Oberfläche stehen. Es durchdringt das Herz.
„Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht; aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, die wird gelobt werden.“
(Sprüche 31,30)
Dieser Vers ist nicht gegen Schönheit. Gott ist der Schöpfer von Schönheit. Er hat Blumen gemacht, Sterne, Farben, Licht, Anmut, Würde, Form, Harmonie. Aber dieser Vers setzt die richtige Ordnung. Er zeigt uns, was bleibt und was nicht bleibt. Er zeigt uns, worauf Gott wirklich schaut.
Im hebräischen Urtext steht hier:
שֶׁקֶר הַחֵן וְהֶבֶל הַיֹּפִי אִשָּׁה יִרְאַת־יְהוָה הִיא תִתְהַלָּל
Sheqer hachen, wehevel hayofi; ishah yir’at-YHWH hi tit’halal.
Ganz einfach und verständlich erklärt:
Das Wort „sheqer“ bedeutet nicht nur eine kleine Unwahrheit. Es bedeutet Täuschung, Trug, etwas, das einen falschen Eindruck erzeugt.
Und das Wort „chen“ bedeutet Anmut, Charme, Gefälligkeit, äußere Lieblichkeit.
Das heißt:
Der Vers sagt nicht, dass Freundlichkeit oder ein schönes Auftreten böse wären. Nein. Aber er sagt: äußere Anmut kann täuschen, wenn sie nicht aus einem Herzen kommt, das Gott gehört.
Ein Mensch kann sehr freundlich wirken und innerlich stolz sein.
Ein Mensch kann sehr sanft reden und dennoch manipulativ sein.
Ein Mensch kann nach außen fromm, sauber, stilvoll und angenehm erscheinen und im Herzen voller Selbstsucht, Bitterkeit oder Eitelkeit sein.
Gott warnt uns hier liebevoll:
Lass dich nicht vom Schein blenden.
Was geschniegelt aussieht, ist nicht automatisch rein.
Was sanft klingt, ist nicht automatisch wahr.
Was schön wirkt, ist nicht automatisch heilig.
Das Wort „hevel“ ist sehr stark. Es bedeutet wörtlich Hauch, Dunst, Nebel, Vergänglichkeit.
Es beschreibt etwas, das da ist — und im nächsten Moment verschwunden. Wie Atem an kalter Luft. Wie Nebel am Morgen. Wie ein kurzer Schatten.
Und genau dieses Wort benutzt die Bibel für die sichtbare Schönheit:
„hayofi“ = die Schönheit.
Also nicht: Schönheit sei wertlos im Sinn von „Gott hasst sie“.
Sondern: Schönheit ist nicht tragfähig als Fundament.
Sie ist nicht beständig.
Sie ist nicht das, worauf ein Leben sicher gebaut werden kann.
Das trifft in Wahrheit uns alle.
Jugend vergeht.
Frische vergeht.
Körper verändern sich.
Gesichter altern.
Kraft schwankt.
Alles Sichtbare ist dem Zahn der Zeit ausgesetzt.
Und genau deshalb ist es so töricht, wenn eine Kultur das vergängliche Äußere zur höchsten Wahrheit erhebt.
Wer sein Leben auf Schönheit baut, baut auf Nebel.
Wer seine Identität aus Attraktivität zieht, baut auf Dampf.
Wer seinen Wert aus Blicken, Komplimenten oder Bewunderung zieht, bindet sein Herz an etwas, das nicht bleiben kann.
Hier liegt das Herz des ganzen Verses.
Das Wort „yir’ah“ bedeutet Furcht, Ehrfurcht, tiefer heiliger Respekt, Staunen vor Gott, innere Beugung vor seiner Heiligkeit.
Es bedeutet nicht bloß Angst im menschlichen Sinn.
Es bedeutet:
Ein Herz lebt in dem Bewusstsein: Gott ist heilig. Gott sieht mich. Gott ist wahr. Gott ist würdig. Ich gehöre Ihm.
Die Furcht des HERRN ist im biblischen Sinn keine finstere Panik, sondern die Haltung eines Herzens, das Gott den höchsten Platz gibt.
Es ist eine Ehrfurcht, die sagt:
Herr, Dein Wort ist wahr, auch wenn die Welt etwas anderes sagt.
Herr, Dein Blick ist mir wichtiger als Menschenmeinungen.
Herr, ich will Dich ehren, nicht mich selbst darstellen.
Herr, ich will rein sein, nicht nur gut wirken.
Herr, ich will Dir gefallen, nicht der Masse.
Eine Frau, die den HERRN fürchtet, ist nicht einfach religiös.
Sie ist nicht einfach traditionell.
Sie ist nicht einfach moralisch geschniegelt.
Sie ist innerlich vor Gott ausgerichtet.
Sie lebt nicht für Applaus, sondern für Treue.
Sie lebt nicht von Aufmerksamkeit, sondern aus Hingabe.
Sie fragt nicht zuerst: „Wie wirke ich?“
Sie fragt: „Wie sieht Christus mein Herz?“
Dieser Ausdruck bedeutet sinngemäß:
Sie ist die, die wirklich Lob empfangen soll. Sie ist die, die gelobt werden wird.
Das ist gewaltig.
Gott sagt damit: Nicht die Frau, die am meisten Eindruck macht, ist vor Ihm groß.
Nicht die Frau, die äußerlich am meisten bewundert wird.
Nicht die, die alle Blicke auf sich zieht.
Sondern die, die Ihn fürchtet.
Die treu bleibt.
Die im Verborgenen betet.
Die in Reinheit lebt.
Die in Schwierigkeiten auf Gott vertraut.
Die nicht ihr eigenes Reich baut, sondern in Demut mit dem Herrn geht.
Das ist für mich persönlich so stark, weil es alles zurechtrückt.
In einer Welt voller Filter, Rollenbilder, Selbstinszenierung und Dauervergleich erinnert uns Gottes Wort daran, dass der Himmel ganz anders misst. Der Himmel misst nicht nach äußerem Glanz, sondern nach innerer Wahrheit. Nicht nach Selbstdarstellung, sondern nach Gottesfurcht. Nicht nach kurzlebiger Wirkung, sondern nach bleibendem Charakter.
Und ja, das betrifft nicht nur Frauen. Dieser Vers spricht direkt über die gottesfürchtige Frau, aber das Prinzip offenbart Gottes Maßstab für uns alle:
Was aus Ehrfurcht vor dem Herrn geboren ist, hat ewigen Wert.
Alles andere vergeht.
Mich berührt dabei auch, dass dieser Vers Frauen eine Würde zurückgibt, die diese Welt ihnen oft raubt. Die Welt sagt so oft: „Sei begehrenswert. Sei auffällig. Sei makellos. Sei bewundert.“
Aber Gott sagt:
Sei mein.
Fürchte mich.
Lebe in Wahrheit.
Deine Schönheit vor mir ist nicht Schminke, sondern Heiligkeit. Nicht Fassade, sondern Treue. Nicht Wirkung, sondern Hingabe.
Was für eine Befreiung.
Man muss sich nicht verkaufen.
Man muss nicht mit der Welt konkurrieren.
Man muss nicht jedem Ideal entsprechen.
Man muss nicht gefallen, um wertvoll zu sein.
Wer dem Herrn gehört, hat schon jetzt seine Würde nicht aus Menschenhänden, sondern aus Gottes Hand.
Und ich glaube, wir brauchen genau das heute wieder:
Frauen Gottes, die nicht nur schön erscheinen wollen, sondern heilig leben wollen.
Frauen, die nicht nur bewundert, sondern vor Gott bewährt sein wollen.
Frauen, die nicht Trends hinterherlaufen, sondern Jesus nachfolgen.
Frauen, deren Stärke nicht aus Selbsterhöhung kommt, sondern aus stiller Tiefe in Christus.
Denn die Frau, die den HERRN fürchtet, trägt etwas in sich, das kein Alter zerstören kann, kein Zeitgeist entwerten kann und kein Mensch wegnehmen kann.
Ihre Würde wächst aus der Gegenwart Gottes.
Ihre Schönheit kommt aus einem geheiligten Herzen.
Ihr Wert hängt nicht am Spiegel, sondern am Kreuz.
Und ihr Lob kommt nicht zuerst von Menschen, sondern von dem Herrn, der ins Verborgene sieht.
Herr, schenke uns wieder Augen für das, was vor Dir wirklich kostbar ist.
Nicht Glanz ohne Wahrheit.
Nicht Wirkung ohne Charakter.
Nicht Religion ohne Hingabe.
Sondern Herzen, die Dich fürchten, lieben und ehren.
Jesus Christus allein gebührt alle Ehre.
Denn ohne Ihn könnten wir weder rein leben noch Gott wirklich erkennen.
Er ist nicht nur der Lehrer der Wahrheit — Er ist die Wahrheit.
Er ist nicht nur das Vorbild der Reinheit — Er reinigt uns durch Sein Blut.
Er ist nicht nur würdig, gefürchtet zu werden — Er ist würdig, angebetet zu werden.
Und jede Frau, jeder Mensch, der sein Leben vor Ihm beugt, findet darin nicht Knechtschaft, sondern wahre Würde, wahre Identität und bleibenden Wert.
Nicht der Schein zählt. Nicht der Hauch zählt. Christus zählt.
Und wer den Herrn fürchtet, lebt nicht umsonst.

Viele Leute reden heute über den Iran und Israel, wenn sie über das Weltgeschehen sprechen. Manche verbinden sogar den heutigen Iran mit dem, was die Bibel über die Zukunft sagt. Aber wusstest du, dass das Land, das wir heute Iran nennen, in der Bibel mal als Persien bekannt war? Neben Persien gab es auch Regionen wie Elam und Medien. Wenn wir die Bibel genau lesen, sehen wir, dass Persien nicht nur für seine Macht oder Konflikte bekannt war. Es war auch Teil von Gottes großem Plan, seinen Willen und seine Liebe für alle Menschen zu zeigen.
Hast du dich jemals gefragt, woher die Nationen der Welt ursprünglich kamen? Die Bibel verweist uns auf einen gemeinsamen Ursprung. Nach der Sintflut zur Zeit Noahs begannen verschiedene Nationen zu wachsen und sich über die Erde zu verbreiten. Eine dieser frühen Nationen war Elam. In der Bibel steht: „Die Söhne Sems: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.“ Genesis 10,22 (NIV). Das erinnert uns daran, dass alle Nationen der Erde, einschließlich des Landes, das später Persien wurde, aus derselben menschlichen Familie stammen. Keine Nation steht außerhalb von Gottes Wissen oder seinem Plan.
Einer der überraschendsten Momente in der Bibel, der mit Persien zu tun hat, betrifft einen König namens Cyrus. Was diese Geschichte so bemerkenswert macht, ist, dass Cyrus nicht zu Israel gehörte. Er war ein fremder Herrscher, doch Gott entschied sich, ihn für einen besonderen Zweck einzusetzen. Lange bevor Cyrus regierte, sprach Gott durch den Propheten Jesaja über ihn. In der Bibel steht: „So spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Cyrus, dessen rechte Hand ich ergreife, um Völker vor ihm zu unterwerfen.“ Jesaja 45,1 (NIV). Durch diesen persischen König hat Gott dem jüdischen Volk den Weg geebnet, nach vielen Jahren im Exil nach Jerusalem zurückzukehren. Das Dekret von Cyrus ermöglichte es ihnen, den Tempel wieder aufzubauen und ihr Leben in ihrer Heimat neu zu beginnen. Esra hielt diesen Moment fest, als er schrieb: „Im ersten Jahr des Königs Cyrus von Persien, um das Wort des Herrn zu erfüllen, das durch Jeremia gesprochen worden war, bewegte der Herr das Herz des Königs Cyrus von Persien, eine Proklamation zu erlassen.“ Esra 1,1 (NIV). Zeigt das nicht, dass Gott das Herz jedes Führers bewegen kann, um seinen Plan zu verwirklichen?
Eine weitere beeindruckende Geschichte im Zusammenhang mit dem Persischen Reich findet sich im Buch Ester. Hast du dich jemals gefragt, wie Gott sein Volk schützt, selbst wenn die Gefahr nahe zu sein scheint? Zu Esters Zeiten wurde ein schrecklicher Plan geschmiedet, um das im Reich lebende jüdische Volk zu vernichten. Die Lage schien hoffnungslos. Doch Gott setzte Esther als Königin in den Palast. In einem entscheidenden Moment sprach ihr Cousin Mordechai Worte, die auch heute noch die Leser herausfordern. „Wer weiß, ob du nicht gerade für eine Zeit wie diese zur Königin geworden bist?“ Esther 4,14 (NIV). Esthers Mut trug dazu bei, ihr Volk zu retten. Auch wenn Gottes Name in der Geschichte nicht oft direkt erwähnt wird, ist seine führende Hand doch deutlich zu erkennen.
Persien wird auch in prophetischen Schriften erwähnt, die von der Zukunft sprechen. Der Prophet Hesekiel nahm Persien in die Liste mehrerer Nationen auf, als er Ereignisse beschrieb, die später in der Geschichte geschehen würden. „Persien, Kusch und Put werden mit ihnen sein, alle mit Schilden und Helmen.“ Hesekiel 38,5 (NIV). In einer anderen Prophezeiung sprach Gott über Elam und versprach sowohl Gericht als auch Hoffnung. In der Bibel heißt es: „Doch ich werde das Schicksal Elams in zukünftigen Tagen wiederherstellen.“ Jeremia 49,39 (NIV). Diese Passagen erinnern uns daran, dass Gott mit den Nationen gerecht umgeht, aber dass sein Wunsch immer die Wiederherstellung und nicht die Zerstörung ist.
Wenn wir einen Schritt zurücktreten und die ganze Bibel betrachten, erkennen wir eine noch größere Botschaft. Gottes Geschichte handelt nicht nur von einer Nation. Sie handelt von seiner Liebe zur ganzen Welt. Von Anfang an versprach Gott, dass sein Plan alle Völker der Erde segnen würde. Er sagte zu Abraham: „Durch dich werden alle Völker der Erde gesegnet werden.“ Genesis 12,3 (NIV). Diese Verheißung findet später ihre größte Bedeutung in Jesus Christus. Die Bibel sagt uns: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.“ Johannes 3,16 (NIV). Und das letzte Bild von Gottes Reich in der Offenbarung zeigt Menschen aus allen Nationen, die ihn gemeinsam anbeten. „Danach sah ich, und vor mir stand eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen.“ Offenbarung 7,9 (NIV).
Was lehrt uns also die Geschichte von Persien und Israel heute? Nationen entstehen und vergehen. Reiche werden mächtig und verschwinden später wieder. Konflikte kommen und gehen im Laufe der Geschichte. Aber durch all das hindurch lenkt Gott die Ereignisse weiterhin nach seinem größeren Plan. Seine Liebe ist nicht auf eine Kultur oder ein Land beschränkt. Er lädt jede Nation und jeden Menschen ein, ihn kennenzulernen.
Letztendlich zeigt uns die Bibel, dass Gott der Herr aller Nationen ist, nicht nur einer. Sein Plan dreht sich nicht um endlose Konflikte. Sein Plan dreht sich um Erlösung, Versöhnung und Menschen aus allen Nationen, die unter seiner Herrschaft leben. Vom alten Persien bis zur modernen Welt, in der wir heute leben, ruft Gott die Nationen immer noch dazu auf, sich ihm zuzuwenden.
Gottes Plan für die Nationen ist nicht Zerstörung. Es ist Erlösung.
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Unter den sieben letzten Worten Jesu
ist das der Satz, der mir immer am schwersten gefallen ist.
Nicht, weil er mir fremd wäre.
Viele Christen kennen ihn gut.
Sondern weil er mir jedes Mal, wenn ich mich damit beschäftige,
immer noch wie der tiefste Punkt
des Kreuzes und des Opfers Jesu vorkommt.
„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“
(Matthäus 27,46; Markus 15,34)
Markus hat sogar den Ausruf auf Aramäisch festgehalten:
„Eloi, Eloi, lema sabachthani?“
(Markus 15,34)
Ich finde, dieses Detail verdient es, genauer betrachtet zu werden.
Die Verfasser der Evangelien haben uns nicht nur erzählt,
was Jesus in diesem Moment gesagt hat.
Sie sind sogar so weit gegangen,
genau festzuhalten, wie er es gesagt hat.
Das war keine Umschreibung.
Es war keine Zusammenfassung.
Es war genau dieser Schrei selbst.
Und das war kein Zufall.
Diese Worte stammen direkt aus Psalm 22,1.
Das ist wichtig, weil es bedeutet,
dass Jesus nicht ziellos
inmitten seines Schmerzes sprach.
Er sprach aus der Heiligen Schrift.
Er nahm die Worte des gerechten Leidenden auf seine Lippen,
desjenigen, der von Spöttern umgeben war,
desjenigen, der öffentlich gedemütigt wurde,
desjenigen, dessen Leiden
später zu Rechtfertigung führen würde.
Das ist ein Teil dessen, was
diesen vierten Ausspruch so bedeutungsvoll macht.
Jesus schrie nicht nur vor Schmerz.
Er schrie mit den Worten,
die die Heilige Schrift bereits gegeben hatte.
Und doch gibt es hier noch ein weiteres Detail,
das leicht zu übersehen ist.
Selbst in diesem Schrei der Verlassenheit
sagt Jesus immer noch:
„Mein Gott, mein Gott.“
Er sagte nicht:
„Du bist nicht mehr mein Gott.“
Er sprach nicht in Unglauben.
Er sprach in Qual, ja.
Aber er sprach immer noch zu Gott.
Diese Spannung ist Teil der Tiefe
dieses Augenblicks.
Das Kreuz hat seinen Gehorsam nicht aufgehoben.
Das Leiden hat seine Beziehung zum Vater nicht ausgelöscht.
Aber es hat ihn in den vollen Schrecken dessen gebracht,
was er zu ertragen hatte.
Deshalb finde ich diesen Ausspruch
so schwer zu ertragen.
Weil er mich daran erinnert,
dass das Kreuz niemals oberflächlich war.
Jesus blutete nicht nur.
Er wurde nicht nur verspottet.
Er wurde nicht nur hingerichtet.
Er trat ein in die tiefste Last
der Mission, die er zu erfüllen gekommen war.
Die Evangelien hatten bereits gezeigt,
dass Jesus Ablehnung,
Hass, Verrat, Ungerechtigkeit
und körperliche Qualen ertragen konnte.
Aber hier, am Kreuz,
dürfen wir das Leiden von innen heraus hören.
Nicht erklärt.
Nicht abgeschwächt.
Er schrie.
Und die Heilige Schrift hat diesen Schrei festgehalten.
Für mich persönlich ist dies unter den sieben letzten Worten
dasjenige, das mich am längsten innehalten lässt.
Es lässt mich tiefer darüber nachdenken,
was es Christus gekostet hat, uns Sünder zu retten.
Nicht in einer Weise, die mich denken lässt,
ich könnte ihm das irgendwie zurückzahlen, denn ich weiß
ganz genau, dass ich das nicht kann.
Und auch nicht in einer Weise, die mir das Gefühl gibt,
ich müsse mich irgendwie als würdig erweisen,
ich weiß ganz genau, dass ich immer zu kurz komme.
Sondern in einer Weise, die mich wieder demütig macht,
genau wie beim ersten Mal, als ich darauf stieß.
Denn je mehr ich
diesen Schrei vom Kreuz höre,
desto mehr wird mir klar, dass
meine Erlösung nicht billig zu haben war,
sondern mit einem so hohen Preis verbunden war,
den ich niemals selbst bezahlen könnte.
Er ging dorthin, wo ich nicht hingehen konnte.
Er trug, was ich nicht tragen konnte.
Er betrat eine Dunkelheit,
die ich allein niemals überleben könnte.
Und dennoch, selbst dort
hielt er am Vater fest.
Deshalb verdient dieser Spruch
es, dass wir uns etwas mehr Zeit nehmen, um ihn zu betrachten.
Er zeigt uns, dass das Kreuz
nicht einfach nur eine Zurschaustellung von Schmerz war.
Es war der Ort, an dem
der Sohn Gottes vollständig
anstelle der Sünder stand
und die Last
des Gerichts und des Leids
bis zum Ende ertrug.
„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“
Je öfter ich das höre,
desto weniger denke ich darüber nach,
was ich Jesus geben kann.
Und desto mehr werde ich daran erinnert,
was es ihn gekostet hat, mich zu Gott zu bringen,
und desto mehr brennt in meinem Herzen der Wunsch,
auch ihm mehr verlorene Schafe zu bringen.

Die Botschaft in diesem Bild zeigt die Geschichte aus dem Buch Daniel, als Shadrach, Meshach und Abednego sich weigerten, sich vor dem goldenen Standbild von König Nebukadnezar zu verbeugen. Ihr Einsatz für die Wahrheit ist eines der klarsten biblischen Beispiele für Glauben und Mut. 🔥✝️
Steh für die Wahrheit ein, auch wenn du allein bist.
Die Welt drängt die Menschen oft dazu, der Masse zu folgen. In der Geschichte, die im Buch Daniel, Kapitel 3, erzählt wird, wurde allen befohlen, sich vor dem goldenen Götzenbild zu verbeugen. Als die Musik spielte, fiel das ganze Volk nieder und betete an. Aber drei Männer blieben stehen.
Sie blieben nicht stehen, weil es einfach war.
Sie blieben stehen, weil es vor Gott richtig war.
In der Bibel steht:
Daniel 3:16–18 (KJV)
„Shadrach, Meshach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir brauchen dir in dieser Sache keine Antwort zu geben.
Wenn es so ist, kann unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem brennenden Feuerofen retten, und er wird uns aus deiner Hand retten, o König.
Wenn nicht, so sollst du wissen, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und das goldene Bild, das du aufgestellt hast, nicht anbeten werden.“
Beachte ihren Glauben:
Sie glaubten, dass Gott sie retten könnte, aber selbst wenn er es nicht täte, würden sie sich trotzdem nicht beugen.
Die Wahrheit wird nicht von der Masse bestimmt.
Das Bild zeigt viele Menschen, die sich verbeugen. Dies spiegelt eine biblische Wahrheit wider: Die meisten Menschen folgen der Masse.
Nur weil alle anderen sich vor Sünde, Kompromissen oder falscher Anbetung verneigen, ist das noch lange nicht richtig. Gottes Volk ist dazu aufgerufen, für die Wahrheit einzustehen, auch wenn es allein dasteht. ⚔️
Gott steht denen bei, die für ihn einstehen.
Als die drei Männer in den Feuerofen geworfen wurden, passierte was Wunderbares.
Daniel 3:25 (KJV)
„Siehe, ich sehe vier Männer frei im Feuer umhergehen, und sie haben keine Verletzungen; und die Gestalt des vierten ist wie die eines Sohnes Gottes.“
Das Feuer, das sie vernichten sollte, wurde zu dem Ort, an dem Gott seine Gegenwart offenbarte. 🔥
Wenn Gläubige für die Wahrheit einstehen:
Die Botschaft für heute
Dieses Zitat erinnert uns daran:
✔ Steht für die Wahrheit ein, wenn die Kultur sich vor Lügen verbeugt.
✔ Steht für Christus ein, wenn die Welt ihn ablehnt.
✔ Steht für Gerechtigkeit ein, auch wenn ihr allein dasteht.
Denn derselbe Gott, der durch den Ofen ging, geht auch heute noch mit seinem Volk.
✅1. Korinther 15:58 (KJV)
„Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer reichlich teil an dem Werk des Herrn …“
🔥 Steht für die Wahrheit ein, auch wenn alle anderen sich beugen.🙏🏼🙌🏼✝️
Ctto
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Das letzte Wort Jesu am Kreuz wird normalerweise als das Wort in Lukas 23,46 angesehen: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“
Als ich mir das genauer ansah, fiel mir
bei diesem Vers besonders
das Wort „Vater“ auf.
Jesus hatte gerade die Dunkelheit des Leidens durchlebt,
und im vorherigen Spruch
rief er: „Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“
Aber hier, am Ende, spricht er Gott wieder
als Vater an.
Dieses Detail ist wichtig, weil
es zeigt, dass das Kreuz nicht
in Verwirrung oder Chaos endet.
Jesus stirbt im Vertrauen.
Sein letzter Atemzug ist kein verzweifelter
Schrei ohne Richtung.
Es ist ein bewusstes Sich-Hingeben
in die Hände des Vaters.
Lukas berichtet von diesem Moment mit großer Zurückhaltung.
Er sagt, dass Jesus mit lauter Stimme rief
und dann diese Worte sprach,
bevor er seinen letzten Atemzug tat.
Auch dieses Detail scheint wichtig zu sein.
Jesus starb nicht einfach
als hilfloses Opfer Roms.
Natürlich war die Kreuzigung
eine brutale und schändliche Hinrichtungsmethode,
und Jesus litt wirklich in seinem menschlichen Körper.
Aber Lukas will uns auch zeigen, dass sein Tod
nicht nur etwas war, das ihm angetan wurde.
Jesus vertraute sich sogar im Tod aktiv
dem Vater an.
Er verlor sein Leben nicht in dem Sinne,
dass er von Ereignissen überrollt wurde,
die außerhalb seiner Kontrolle lagen.
Er gab sich selbst in Gehorsam hin.
Der Wortlaut selbst stammt aus der Heiligen Schrift.
Jesus bezieht sich auf Psalm 31,5,
wo David sagt: „In deine Hand
befehle ich meinen Geist.“
In seinem ursprünglichen Kontext ist dieser Psalm
ein Gebet der Not und des Vertrauens.
David ist von Schwierigkeiten umgeben,
doch er vertraut sich Gottes Fürsorge an.
Jesus nimmt diese Worte am Kreuz auf seine Lippen,
aber er tut dies
auf eine tiefere und umfassendere Weise.
Was David als leidender Diener Gottes betete,
betet Jesus als der sündlose Sohn, der
das Werk vollendet, das der Vater
ihm aufgetragen hat.
Dies zeigt etwas Wichtiges
darüber, wie Jesus dem Leiden begegnete.
Selbst in seinem letzten Moment
sind sein Geist und sein Herz
von der Heiligen Schrift geprägt.
Er greift nicht zu leeren Worten.
Er spricht aus der Sprache
des Vertrauens, die bereits in Gottes Wort gegeben ist.
Ich denke, hier wird die Bedeutung
des Sprichworts deutlicher.
Das letzte Wort handelt nicht nur vom Sterben.
Es geht um die Art des Todes, den Jesus stirbt.
Er stirbt in vollem Vertrauen auf den Vater.
Er stirbt als gehorsamer Sohn.
Er stirbt in dem Wissen, dass sein Leben
in den Händen des Vaters liegt, selbst wenn
er durch den Tod selbst geht.
Das ist wichtig, weil das Kreuz
manchmal nur
in Bezug auf Schmerz, Spott und Verlassenheit
beschrieben wird, und diese Dinge sind tatsächlich vorhanden.
Aber diese letzten Worte erinnern uns daran,
dass das Kreuz auch der Ort
vollkommenen Gehorsams ist.
Jesus leidet nicht nur kurz vor seinem Ende.
Er bleibt bis zum Ende treu.
Das hilft uns auch, Christus klarer zu sehen.
Jesus ist nicht nur ein Vorbild des Vertrauens,
er ist derjenige, der
dem Vater an unserer Stelle vollkommen vertraut hat.
Oft sind unsere Herzen gespalten.
Wir sagen, dass wir Gott vertrauen, aber oft kommen Angst, Selbstschutz
und Unglaube in uns hoch.
Jesus aber hat sich
voll und ganz dem Vater anvertraut.
Er hat das nicht nur gemacht, um uns zu zeigen, wie Glaube aussieht,
sondern um unsere Erlösung durch
sein gehorsames Leben und seinen gehorsamen Tod zu vollbringen.
Sein letztes Wort ist wertvoll, weil es
zum Werk des Kreuzes selbst gehört.
Derjenige, der seinen Geist dem Vater anvertraut hat,
ist derselbe, der bereits
die Sünden seines Volkes getragen hat.
Sein Vertrauen war nicht von seinem Erlösungswerk getrennt.
Es war Teil seiner treuen Vollendung desselben.
Hier liegt auch ein stiller Trost für die Gläubigen.
Weil Christus sich dem Vater anvertraut
und sein Werk vollendet hat, sehen diejenigen, die zu ihm gehören,
dem Tod nicht so entgegen wie die Welt.
Der Tod bleibt ein Feind, aber er ist nicht mehr
ein unbekannter Schrecken ohne Hoffnung.
Jesus ist seinem Volk vorausgegangen.
Er ist im Glauben in den Tod gegangen und
ist siegreich aus dem Grab auferstanden.
Wenn wir also davon sprechen, in Christus zu ruhen,
ist das keine sentimentale Sprache.
Es gründet sich auf den gekreuzigten
und auferstandenen Herrn, der sich
in die Hände des Vaters begab und gerechtfertigt wurde.
Was mir am meisten im Gedächtnis bleibt, ist, dass Jesus dort endet,
wo der Glaube immer enden sollte: in den Händen des Vaters.
Nach dem Verrat, der Ungerechtigkeit, der Verspottung,
der Dunkelheit und dem Leiden
ruht er dort.
Nicht in sichtbarer Erleichterung.
Nicht in irdischer Rettung.
Sondern im Vater.
Das ist eine stille, aber starke Erinnerung daran, dass der tiefste Frieden nicht in leichteren Umständen zu finden ist, sondern in dem Gott, der sein Volk hält. Und wenn der Sohn dies am Rande des Todes sagen konnte, dann können diejenigen, die im Sohn sind, langsam und unvollkommen lernen, sich in dieselben treuen Hände zu begeben.
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Das sechste Wort vom Kreuz steht in Johannes 19,30: „Es ist vollbracht.“ Auf Griechisch schreibt Johannes das mit einem Wort: tetelestai.
Als ich bei diesem Vers inne hielt, fiel mir auf, wie kurz diese Aussage ist und doch wie viel sie ausdrückt.
Jesus hat dort nicht viele Worte gemacht.
Jesus hat dort nicht viele Worte gemacht.
Er hat keine lange Erklärung abgegeben.
Er hat einfach eine Erklärung abgegeben.
Das hat mich dazu gebracht, mich zu fragen, warum Johannes
diese Aussage genau in dieser Form festgehalten hat und warum
der Herr sich entschieden hat, am Ende seines Leidens
auf diese Weise zu sprechen.
Johannes erzählt uns, dass Jesus schon gesagt hatte:
„Ich habe Durst“, und nachdem er den sauren Wein bekommen hatte,
sagte er: „Es ist vollbracht“, neigte dann
sein Haupt und gab seinen Geist auf (Johannes 19,28–30).
Es war also keine zufällige Aussage,
die irgendwo in der Mitte
der Kreuzigung fiel. Sie kam am Ende.
Es war nicht der Schrei von jemandem, der die Kontrolle verliert,
sondern die Erklärung von jemandem, der wusste,
dass das Werk, das ihm vom Vater gegeben worden war,
sein bestimmtes Ende erreicht hatte.
Das Johannesevangelium hat uns darauf vorbereitet.
Immer wieder spricht Jesus davon,
dass er vom Vater gesandt wurde, den Willen des Vaters tut
und das Werk vollendet, das ihm aufgetragen wurde.
In Johannes 4,34 sagt Jesus, dass seine Nahrung darin besteht,
den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hat,
und sein Werk zu vollenden.
In Johannes 17,4 sagt er vor dem Kreuz:
„Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und
das Werk vollbracht, das du mir aufgetragen hast.“
Wenn wir also zu Johannes 19,30 kommen,
geht es bei „Es ist vollbracht“ nicht nur darum, dass der Schmerz vorbei ist.
Es geht darum, dass die Mission erfüllt ist.
Das hilft uns, den Vers nicht zu oberflächlich zu lesen.
Jesus sagte nicht einfach:
„Mein Leben ist vorbei“ oder „Mein Leiden ist zu Ende“.
Das war in gewisser Weise zwar wahr,
aber Johannes will, dass wir mehr als das hören.
Das ganze Evangelium hat Jesus als das Lamm Gottes dargestellt, das die Sünden der Welt wegnimmt (Johannes 1,29), als den, der vom Vater gesandt wurde, als den wahren Hirten, der sein Leben für die Schafe hingibt (Johannes 10,11), und als den Sohn, der bis zum Tod gehorsam ist.
Wenn er also sagt: „Es ist vollbracht“,
ist die Bedeutung damit verbunden, dass
sein Erlösungswerk vollbracht ist.
Der Gehorsam war vollendet.
Das Sühneopfer war vollendet.
Das Werk, zu dem der Vater ihn gesandt hatte,
war vollendet.
Ich finde es auch wichtig, darauf zu achten,
was Jesus nicht gesagt hat.
Er hat nicht gesagt: „Ich bin am Ende“,
als wäre er besiegt worden.
Er sagte: „Es ist vollbracht.“
Dieser Unterschied ist wichtig.
Seine Feinde dachten vielleicht,
sie würden ihn vernichten.
Die Menge sah vielleicht
nur einen Mann, der in Schande starb.
Aber Jesus sprach von einem Werk, das vollendet war.
Das Kreuz, das wie der Triumph des Bösen aussah,
war in Wirklichkeit der Ort, an dem der Sohn Gottes
den Willen Gottes erfüllte.
Die Welt sah Schwäche.
Aber der Himmel sah Gehorsam.
Die Menschen sahen eine Hinrichtung.
Die Heilige Schrift zeigt ein Opfer.
Das ist eines der Dinge, die ich
in diesem Ausspruch so bedeutungsvoll finde.
Selbst im Tod ist Jesus nicht passiv.
Er ist sich bewusst, was sein Tod bedeutet.
Der Ausdruck tetelestai hat auch
die Bedeutung von Vollendung, Erfüllung,
etwas zu seinem beabsichtigten Ziel bringen.
Ich möchte diesem Wort nicht mehr Bedeutung beimessen,
als der Text zulässt, aber zumindest
sagt es uns, dass nichts Wesentliches
unvollendet blieb in dem Werk, das Christus
am Kreuz vollbringen wollte.
Die Sühne für die Sünde war nicht nur teilweise.
Der Gehorsam gegenüber dem Vater war nicht unvollendet.
Der Weg der Erlösung blieb nicht unvollständig,
während man darauf wartete, dass die Sünder den fehlenden Teil hinzufügten.
Jesus starb nicht mit den Worten:
„Jetzt macht ihr den Rest fertig.“
Er starb mit den Worten: „Es ist vollbracht.“
Das hebt nicht die Aufforderung
zur Umkehr und zum Glauben auf,
aber es sagt uns, worauf
unsere Erlösung beruht.
Sie beruht auf dem vollendeten Werk Christi,
nicht auf den unvollständigen Bemühungen des Menschen.
Dies steht auch in engem Zusammenhang
mit der größeren Geschichte der Heiligen Schrift.
Von Anfang an brachte die Sünde Schuld,
Trennung, Fluch und Tod mit sich.
Das Opfersystem des Alten Testaments
lehrte Israel, dass Sünde teuer ist
und dass Sühne Blut erfordert.
Aber diese Opfer mussten
immer wieder wiederholt werden.
Sie wiesen über sich selbst hinaus.
Sie konnten allein
keine endgültige Reinigung im vollsten Sinne bringen.
Christus kam also nicht nur, um dieses Muster fortzusetzen,
sondern um das zu erfüllen, worauf es immer hingedeutet hatte.
Wenn er also sagt: „Es ist vollbracht“,
können wir darin nicht nur das Ende
seines irdischen Leidens hören, sondern auch die
Vollendung des Erlösungswerks,
das diese früheren Zeichen vorweggenommen hatten.
Das wahre Lamm war geopfert worden.
Das wahre Opfer war gebracht worden.
Was das besonders wertvoll macht,
ist, dass das vollendete Werk nicht nur
eine theologische Wahrheit ist, die man definieren kann,
sondern eine rettende Wahrheit, in der man Ruhe finden kann.
Viele von uns wissen, wie es ist,
so zu leben, als müssten wir uns
vor Gott ständig beweisen, als hätte Christus
die Tür geöffnet, aber unsere Leistung
müsste sie offen halten.
Aber das sechste Wort vom Kreuz
korrigiert diese Art zu denken.
Wir sind nicht gerettet, weil
Jesus die Erlösung möglich gemacht hat
und dann darauf gewartet hat, dass wir
uns selbst akzeptabel machen.
Wir sind gerettet, weil der Sohn
das Werk vollendet hat, das der Vater
ihm aufgetragen hat.
Der Glaube vollendet sein Werk nicht.
Vielmehr nimmt der Glaube es an.
Und doch macht uns dieses Wort nicht nachlässig.
Es macht uns demütig. Wenn die Erlösung
das vollendete Werk des gekreuzigten
Sohnes Gottes erforderte, dann muss die Sünde viel schwerwiegender sein,
als wir oft zugeben, und die Gnade
viel größer, als wir oft verstehen.
„Es ist vollbracht“ bedeutet, dass unsere Hoffnung außerhalb von uns selbst liegt.
Es bedeutet, dass die Grundlage unseres Friedens
nicht unsere Beständigkeit ist,
sondern die Vollendung Christi.
Es bedeutet, dass Jesus am Kreuz
uns nicht nur ein Beispiel für Ausdauer gegeben hat.
Er hat etwas für uns vollbracht,
was wir niemals selbst vollbringen könnten.
Wenn ich über diesen Ausspruch nachdenke,
bin ich nicht in erster Linie beeindruckt
von der Schärfe des Satzes,
sondern von der Vollkommenheit Christi.
Das sechste Wort lädt uns nicht dazu ein, Jesus
nur aus der Ferne zu bewundern. Es fordert uns auf, ihm zu vertrauen.
Derjenige, der sagte: „Es ist vollbracht“,
ist derselbe, der vollbracht hat,
was Sünder am meisten brauchten.
Das Kreuz ist also nicht nur der Ort, an dem
das Leiden seinen Tiefpunkt erreichte.
Es ist der Ort, an dem die Erlösung ihr Ziel erreicht hat.
Und das gibt uns einen stillen,
aber beständigen Trost: Wenn das Werk Christi
vollbracht ist, dann steht die Hoffnung der Gläubigen
auf etwas Vollendetem.
Unser Gehorsam darf nicht aus dem Gedanken kommen, dass wir uns unsere Erlösung verdienen müssen. Wir gehorchen als Antwort auf die Erlösung, die längst vollendet wurde, als Jesus sagte: TETELESTAI.
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Das fünfte Wort Jesu am Kreuz
bestand aus nur zwei Wörtern.
„Ich habe Durst.“
Nur zwei Wörter auf Englisch,
aber Johannes hat sie nicht
als nebensächliches Detail behandelt.
Er schrieb:
„Danach, als Jesus wusste, dass alles
jetzt vollbracht war, sagte er
(um die Schrift zu erfüllen):
‚Ich habe Durst‘“ (Johannes 19,28).
Diese Zeile verdient es, genauer betrachtet zu werden.
Johannes hat das nicht als
einen Schrei aus Verwirrung
oder als eine letzte Aussage
ohne Bedeutung dargestellt.
Er hat es sorgfältig formuliert.
Jesus wusste, dass jetzt alles
vollbracht war.
Dann sprach er.
Selbst hier,
kurz vor dem Ende seines Leidens,
verlor Jesus nicht das Bewusstsein
für das, was geschah.
Er handelte immer noch
mit vollem Verständnis.
Er bewegte sich immer noch
im Willen des Vaters.
Und Johannes sagt uns,
dass auch dieser kleine Satz
zur Erfüllung
der Schrift gehörte.
Das ist wichtig, weil es uns davon abhält,
„Ich habe Durst“
als bloße körperliche Beschwerde zu lesen.
Es war sicherlich körperlich.
Es kam von einem echten Körper,
der an einem echten Kreuz hing.
Johannes hatte schon in seinem ganzen Evangelium
betont,
dass das Wort Fleisch geworden ist
und unter uns gewohnt hat (Johannes 1,14).
Am Kreuz ist diese Wahrheit
nicht mehr abstrakt.
Jesus schien nicht zu leiden.
Er litt wirklich.
Die römische Kreuzigung brachte
massiven Blutverlust,
Kälte, Schock und starke Dehydrierung mit sich.
Ein gekreuzigter Mensch hatte Mühe zu atmen,
wurde schnell schwächer
und spürte, wie sein Körper
unter der Last der Schmerzen zusammenbrach.
Als Jesus also sagte:
„Ich habe Durst“,
zeigte uns die Heilige Schrift
etwas Notwendiges.
Der Sohn Gottes hat uns nicht
aus der Ferne erlöst.
Er hat sich voll und ganz
auf die Schwäche des menschlichen Fleisches eingelassen.
Er nahm einen Körper an,
der hungern,
müde werden,
bluten
und Durst haben konnte.
Johannes sagt uns auch,
dass diese Aussage die Heilige Schrift erfüllte.
Höchstwahrscheinlich verweist er damit
auf Psalm 69,21:
„Als ich Durst hatte, gaben sie mir
sauren Wein zu trinken.“
Dieser Zusammenhang ist wichtig.
Jesus starb nicht einfach nur.
Er starb als der gerechte Leidende,
von dem in den Psalmen die Rede ist.
Sein Leiden war kein Zufall.
Es entfaltete sich innerhalb des Musters,
das Gott bereits offenbart hatte.
Selbst der Durst Christi
lag nicht außerhalb
der geschriebenen Absichten Gottes.
Das macht diesen Moment noch schwerwiegender.
Derjenige, durch den
alle Dinge geschaffen wurden,
hing nun in Schwäche.
Derjenige, der einst sagte:
„Wenn jemand Durst hat,
der komme zu mir und trinke“
(Johannes 7,37),
sagt jetzt:
„Ich habe Durst.“
Das Johannesevangelium will, dass wir
diese Spannung spüren.
Der Geber des lebendigen Wassers
trat in die Trockenheit des Todes ein.
Derjenige, der andere sättigte,
unterwarf sich selbst
der völligen menschlichen Not.
Und er tat dies nicht,
weil ihm die Kraft fehlte.
Weiter oben im Evangelium
verwandelte Jesus Wasser in Wein.
Er sprach von Wasser,
das zum ewigen Leben sprudelt.
Er sagte der samaritanischen Frau,
dass jeder, der von dem Wasser trinkt,
das er gibt,
nie wieder Durst haben wird.
Wenn Johannes also schreibt:
„Ich habe Durst“,
zeigt er uns nicht
einen besiegten Christus.
Er zeigt uns
den Preis der Erlösung.
Jesus blieb nicht dabei,
nur Hilfe anzubieten.
Er stieg hinab in die
vollständige Lage
derer, die er retten wollte.
Er sah nicht nur
das menschliche Leiden.
Er trat in es ein.
Er sprach nicht nur
vom Fluch.
Er trug ihn
in seinem eigenen Körper.
Und in diesem Körper
war der Durst echt.
Auffällig ist auch
die Reihenfolge bei Johannes.
Jesus sagt dies, nachdem er weiß,
dass nun alles vollbracht ist.
Das heißt nicht,
dass das Leiden leichter geworden war.
Es bedeutet, dass er sprach,
weil er wusste,
dass das Werk, das ihm gegeben worden war,
sein bestimmtes Ende erreicht hatte.
Selbst dieses letzte körperliche Detail
war nicht unbedeutend.
Die Schrift musste vollständig erfüllt werden,
nicht nur in den großen Ereignissen
des Verrats, des Prozesses und des Todes,
sondern auch hier,
in einem ausgetrockneten Mund
und einem durstigen Körper.
So sorgfältig
erzählt Johannes die Geschichte.
Nichts am Kreuz
ist bedeutungslos.
„Ich habe Durst“ offenbart daher
mindestens zwei Wahrheiten,
die zusammenbleiben müssen.
Erstens:
Jesus ist wahrhaft menschlich.
Er litt nicht symbolisch,
sondern körperlich.
Zweitens:
Jesus ist der gehorsame Messias,
dessen Leiden
die Heilige Schrift erfüllt.
Sein Schmerz war echt,
und sein Tod war zielgerichtet.
Das Kreuz war keine
tragische Unterbrechung.
Es war der Ort, an dem
der Sohn bereitwillig
die ganze Realität des Leidens ertrug,
um den Willen des Vaters zu erfüllen.
Und vielleicht ist das der Grund, warum
dieser kurze Satz
eine solche Bedeutung hat.
Er erinnert uns daran, dass
unsere Erlösung nicht
durch einen fernen Erlöser gesichert wurde,
sondern durch einen, der uns so nahe kam,
dass er Durst verspürte.
Nah genug, um zu leiden.
Nah genug, um zu bluten.
Nah genug, um selbst in den Tod zu gehen.
Derjenige, der
Sündern lebendiges Wasser gibt,
ertrug zuerst Durst
um ihretwillen.
Und Johannes lässt mit seiner üblichen Zurückhaltung
dieses kleine Detail
lange genug vor uns stehen,
damit wir verstehen, was für ein Retter
dort hing.

HERZEN ERZIEHEN, DIE GOTT FOLGEN
„Erziehe ein Kind so, wie es gehen soll, dann wird es auch im Alter nicht davon abweichen.“ – Sprüche 22,6 (ESV)
Hast du dich schon mal gefragt, wie die Zukunft deines Kindes aussehen wird? Als Eltern denken wir oft über Schule, Karriere und Erfolg nach. Aber es gibt noch was Wichtigeres, worüber man nachdenken sollte. Bei der Erziehung geht es nicht nur darum, Kindern zu helfen, zu guten Menschen heranzuwachsen. Es geht darum, sie zu einem Leben zu führen, das Gott ehrt und zu einer Ewigkeit mit ihm führt.
In der Bibel steht: „Erziehe ein Kind so, wie es gehen soll, dann wird es auch im Alter nicht davon abweichen.“ Sprüche 22,6 (NIV). Der Ausdruck „einen Weg einschlagen“ erinnert uns daran, dass die Erziehung von Kindern Absicht erfordert. Es bedeutet, sie zu führen, sie zu formen und ihnen zu helfen, ihren Lebensweg in die richtige Richtung zu beginnen. Der Glaube wächst nicht zufällig. Er wächst durch Liebe, Geduld und tägliches Vorbild.
Denken Sie einen Moment darüber nach. Was pflanzen wir heute in die Herzen unserer Kinder? Die Samen, die wir jetzt säen, werden mit ihnen für den Rest ihres Lebens wachsen. Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind prägend. Die Worte, die sie hören, die Handlungen, die sie sehen, und die Werte, die sie zu Hause lernen, werden zur Grundlage für ihre Zukunft.
Bei der Erziehung eines Kindes geht es nicht nur um Disziplin oder das Aufstellen von Regeln. Es geht darum, ihnen zu zeigen, wie ein Leben mit Gott jeden Tag aussieht. Es geht darum, ihnen den Glauben in Aktion zu zeigen. Kinder lernen mehr aus dem, was wir tun, als aus dem, was wir sagen.
Wie sieht diese Erziehung im Alltag aus?
Wenn Kinder das immer wieder sehen, fangen sie an zu verstehen, was es heißt, Gott zu folgen.
Trotzdem wissen alle Eltern, dass das Leben nicht immer einfach ist. Kinder werden Herausforderungen begegnen. Sie werden vielleicht Phasen der Verwirrung durchleben oder Entscheidungen treffen, die wir uns nicht wünschen. Sprüche 22,6 ist kein Versprechen, dass Kinder niemals Schwierigkeiten haben werden. Vielmehr ist es eine Erinnerung daran, dass die Wahrheit, die in ihre Herzen gelegt wurde, bei ihnen bleiben wird.
Gottes Wort hat eine bleibende Wirkung. In der Bibel heißt es: „Diese Gebote, die ich dir heute gebe, sollen in deinem Herzen sein. Präge sie deinen Kindern ein.“ 5. Mose 6,6–7 (NIV). Wenn wir Gottes Wahrheit treu lehren, wird sie zu etwas, das unsere Kinder in sich tragen.
Selbst wenn sie eine Zeit lang vom Weg abkommen, rufen diese frühen Lektionen sie oft zurück. Die Gebete, die du heute für sie flüsterst, die Bibelgeschichten, die du ihnen erzählst, und der Glaube, den du ihnen vorlebst, sind niemals umsonst.
Also, liebe Eltern, verliert nicht den Mut. Die stille Arbeit, die ihr leistet, ist wichtiger, als ihr vielleicht denkt. Die Gebete, die ihr betet, wenn niemand zusieht, sind wichtig. Die Geduld, die ihr zeigt, wenn ihr sie unterrichtet, ist wichtig. Das Vorbild, das ihr jeden Tag lebt, ist wichtig.
Die Bibel erinnert uns: „Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht aufgeben.“ Galater 6,9 (NIV).
Eines Tages werden die Samen, die ihr im Glauben gesät habt, vielleicht zu einem Leben heranwachsen, das Gott auf eine Weise ehrt, die ihr euch nie hättet vorstellen können.
Also fangt heute damit an. Begleitet sie mit Liebe. Lehrt sie etwas über Gott. Begleitet sie durch ihre Schwierigkeiten. Und vertraut darauf, dass der Herr in ihren Herzen wirkt.
Erzieht sie heute und legt ihre Zukunft in Gottes Hände
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In den Evangelien erzählt Jesus von einer Frau, die ihn vor seinem Tod gesalbt hat, um ihn für sein Begräbnis vorzubereiten.
Die Wortwahl ist wichtig.
In Matthäus 26 und Markus 14
sieht Jesus ihre Handlung nicht
als zufällige Geste der Hingabe
oder als emotionalen Ausbruch.
Er gibt ihr selbst eine Bedeutung.
Er sagt, dass sie, indem sie
das Salböl auf seinen Körper goss,
dies tat, um ihn für die Beerdigung vorzubereiten.
Markus schreibt es noch eindringlicher:
„Sie hat getan, was sie konnte;
sie hat meinen Körper
im Voraus für die Beerdigung gesalbt“
(Markus 14,8).
Mir wurde klar, dass diese Frau vielleicht
etwas verstanden hatte
oder zumindest auf eine Weise auf Jesus reagierte,
die im Gegensatz zu vielen anderen um ihn herum stand.
Während andere sich noch gegen
den Gedanken an seinen Tod wehrten,
ehrte sie ihn auf eine Weise,
die der Wahrheit dessen entsprach,
was kommen würde.
Das ist wichtig, weil die Jünger
selbst oft Schwierigkeiten hatten,
die wiederholten Worte Jesu über
sein Leiden und seinen Tod zu akzeptieren.
Er hatte bereits davon gesprochen,
ausgeliefert und gekreuzigt zu werden,
doch die Menschen, die ihm am nächsten standen,
schienen immer noch nicht zu begreifen,
was für ein Messias
er wirklich war.
In diesem Zusammenhang wird die Handlung dieser Frau
noch auffälliger.
Sie hält keine langen
theologischen Erklärungen.
Sie stellt sich nicht mit einem öffentlichen Bekenntnis in den Mittelpunkt.
Sie kommt einfach,
bringt das, was ihr teuer war,
und gießt es über Jesus aus.
Ihr Verständnis war vielleicht nicht
in jedem Detail vollständig,
aber ihre Handlung war angemessen.
Und Jesus nahm es als Vorbereitung für die Beerdigung an.
Das bedeutet, dass ihre Hingabe nicht
vom Kreuz losgelöst war.
Sie bewegte sich, ob ganz bewusst oder nicht, in die gleiche Richtung wie sein bevorstehender Tod.
Historisch gesehen wurde die Salbung mit Ehre, Begrüßung und manchmal auch mit Bestattungsbräuchen verbunden.
Die Leichen wurden mit Gewürzen und aromatischen Substanzen behandelt, nicht um den Tod zu verhindern, sondern als Teil der ehrfürchtigen Pflege der Toten.
Was diese Szene ungewöhnlich macht, ist, dass Jesus die Salbung im Voraus interpretiert.
Er lebt noch, spricht noch, ist noch auf dem Weg zum Kreuz, und doch sagt er dies.
Das Besondere an dieser Szene ist,
dass Jesus die Salbung im Voraus interpretiert.
Er lebt noch, spricht noch,
ist noch auf dem Weg zum Kreuz,
und doch sagt er, dass diese Handlung
zu seiner Beerdigung gehört.
Das zeigt uns, wie nah sein Tod zu diesem Zeitpunkt wirklich war.
Es zeigt uns auch, wie sehr sich Jesus seiner Mission bewusst war.
Sein Tod überkam ihn nicht überraschend, sondern er ging bewusst darauf zu.
Als die Frau ihn salbte, sah Jesus diese Handlung im Licht seines bevorstehenden Opfers.
Sie ehrte nicht nur seine Person, sondern auch den Moment in der Heilsgeschichte, der näher rückte.
Ich finde es auch wichtig, dass einige, die die Szene miterlebten, kritisch reagierten.
In den Evangelien wurde das teure Salböl von einigen als Verschwendung angesehen.
Ich finde es auch wichtig, dass
einige, die die Szene miterlebten,
kritisch reagierten.
In den Evangelienberichten
wurde das teure Salböl
von einigen als Verschwendung angesehen.
Diese Reaktion zeigt, wie leicht
es ist, wahre Hingabe falsch zu interpretieren,
wenn man sie nur anhand
praktischer Überlegungen misst.
Aber was sie als Verschwendung bezeichneten,
bezeichnete Jesus als schön.
Was sie ablehnten,
verteidigte Jesus.
Das heißt nicht, dass sorgfältiger
Umgang mit Geld unwichtig ist,
aber es zeigt, dass die Liebe
zu Christus nicht immer
auf sichtbare Effizienz reduziert werden kann.
Es gibt Momente, in denen der Wert
Jesu kostbare Ehrerbietung erfordert.
In diesem Fall war das Opfer der Frau
nicht nur teuer,
sondern auch zeitgemäß.
Sie gab, solange sie noch konnte.
Nach der Kreuzigung
gibt es Frauen,
die mit Gewürzen
zum Grab kommen, aber zu diesem Zeitpunkt
hatte die Beerdigung bereits
stattgefunden, und bald
werden sie entdecken,
dass er auferstanden ist.
Hier, vor der Dunkelheit von Golgatha,
bevor Josef von Arimathäa ihn
ins Grab legte, vollbrachte eine Frau
eine stille Tat der Liebe, die Jesus
selbst mit seiner Beerdigung verband.
In dieser Passage gibt es auch etwas zutiefst
Christuszentriertes.
Die Tat der Frau macht nur deshalb Sinn,
weil Jesus ist, wer er ist, und
weil er gekommen ist, um das zu tun, was er getan hat.
Er ist nicht einfach nur ein Lehrer,
der vor seinem Tod geehrt wird.
Er ist der Messias, der gekommen ist,
um sein Leben für die Sünder hinzugeben.
Der Duft, der über ihn ausgegossen wird,
deutet auf das Grab hin, aber das Grab
selbst wird nicht das Ende sein.
Ihre Geste weist auf seinen Tod hin,
und sein Tod weist auf
die Erlösung seines Volkes hin.
In diesem Sinne ist die Szene zärtlich,
aber auch bedeutungsschwer.
Jesus geht bereitwillig auf das Kreuz zu.
Er wird begraben werden, aber nicht als
einer, der von der Geschichte besiegt wurde.
Er wird begraben werden als das Lamm,
das sich selbst hingibt und opfert.
Die Salbung der Frau wird kostbar,
weil sie diesem heiligen Zweck nahekommt.
Was mir am meisten in Erinnerung bleibt, ist, dass
Jesus sich an ihre Tat erinnerte und
dafür sorgte, dass sie nicht vergessen wurde.
In einer Welt, die oft das Laute,
das Mächtige und das öffentlich Gefeierte wahrnimmt,
ehrte Jesus die stille Hingabe
einer Frau, die ihm gab, was
sie konnte.
Sie hat das Kreuz nicht verhindert.
Sie hat das Leid, das bevorstand, nicht vollständig verändert.
Aber sie liebte den Herrn Jesus
angemessen in der Stunde vor seinem Leiden.
Das fordert mich auf sanfte Weise heraus.
Es erinnert mich daran, dass treue Liebe zu
Christus niemals verschwendet ist, selbst wenn
sie von anderen missverstanden wird.
Es erinnert mich auch daran, dass das Kreuz
sich schon lange bevor
die Nägel eingeschlagen wurden, näherte.
Jesus war bereits auf dem Weg zu seiner Beerdigung,
und selbst dann war er noch kostbare Hingabe wert.
Die Frau erkannte seinen Wert genug, um alles zu geben, was sie hatte. Das ist für mich ein stilles, aber eindringliches Bild. Derjenige, der für die Beerdigung vorbereitet wurde, ist derselbe, der wieder auferstanden ist, und er ist immer noch würdig, mit Ehrfurcht, Demut und allem, was wir geben können, geliebt zu werden.
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Feuer wird in der Bibel oft mit Macht, Gericht und Ehrfurcht in Verbindung gebracht. Wenn Menschen Feuer sehen, denken sie meistens an Zerstörung. Feuer frisst alles auf. Feuer verschlingt alles. Feuer verwandelt alles, was es berührt, in Asche. Aber wenn Gott in der Bibel seine Gegenwart zeigt, passiert was ganz Besonderes. Das Feuer Gottes zerstört sein Volk nicht. Stattdessen bringt seine Gegenwart Leben, Führung und Veränderung.
Einer der ersten Momente, in denen dies deutlich wird, ist die Begegnung zwischen Mose und Gott in der Wüste. Während Mose seine Schafe hütet, bemerkt er etwas Ungewöhnliches. Ein Busch brennt, wird aber nicht verzehrt. Die Flammen sind echt, aber der Busch bleibt am Leben. Als Mose näher kommt, spricht Gott zu ihm aus dem Feuer heraus und beruft ihn, Israel aus Ägypten zu führen (2. Mose 3,2–4). Der brennende Busch wird zu einem eindrucksvollen Bild für Gottes Gegenwart. Sein Feuer ist heilig und mächtig, doch es zerstört nicht das Gefäß, in dem er wohnen will.
Später, als Gott Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit, zeigt sich seine Gegenwart erneut als Feuer. Während das Volk durch die Wüste zieht, geht der Herr laut der Heiligen Schrift als Wolkensäule bei Tag und als Feuersäule bei Nacht vor ihnen her (2. Mose 13,21). Dieses Feuer schadet ihnen nicht. Stattdessen führt es sie. Es erhellt ihren Weg in der Dunkelheit und erinnert sie daran, dass Gott selbst ihre Reise leitet. Was beängstigend hätte sein können, wird zu einem Zeichen des Trostes und des Schutzes. Das Feuer Gottes wird zu ihrem Licht in der Nacht.
Jahrhunderte später taucht dasselbe Thema erneut in einem Moment auf, der die frühe Kirche für immer verändern sollte.
Nachdem Jesus gestorben und wieder auferstanden war, versprach er seinen Jüngern, dass der Heilige Geist über sie kommen würde. Als der Pfingsttag kam, waren die Gläubigen versammelt, als plötzlich die Gegenwart Gottes den Raum erfüllte. Die Schrift sagt, dass etwas wie Feuerzungen erschien und sich auf jeden von ihnen niederließ (Apostelgeschichte 2,3). Wieder einmal verzehrte das Feuer Gottes sein Volk nicht. Stattdessen erfüllte es sie mit Leben, Kraft und Kühnheit, um die gute Nachricht von Jesus weiterzugeben.
Dieser Moment zeigte was Tiefgründiges über das vollendete Werk Christi.
Vor dem Kreuz zeigte sich Gottes Gegenwart oft außerhalb der Menschen. Sie war auf einem Berg, in einem Tempel oder in einem sichtbaren Zeichen wie dem brennenden Dornbusch oder der Feuersäule. Aber durch den Tod und die Auferstehung Jesu passierte was Neues. Die Barriere zwischen Gott und den Menschen wurde weggenommen. Weil Jesus unsere Sünden auf sich genommen hat und wieder auferstanden ist, kann der Geist Gottes jetzt in den Gläubigen selbst wohnen.
Das Feuer Gottes ruht nicht mehr nur auf Bergen oder in fernen Zeichen. Durch das vollendete Werk Jesu Christi lebt Gottes Gegenwart jetzt in seinem Volk.
Diese Wahrheit bringt unglaubliche Gewissheit. Derselbe Gott, der aus dem brennenden Busch sprach, der Israel durch die Wüste führte und der die frühe Kirche mit Feuer erfüllte, lebt jetzt in denen, die an Christus glauben. Und genau wie der Busch, der brannte, ohne zu verbrennen, zerstört Gottes Gegenwart seine Kinder nicht. Sein Geist bringt Leben, Licht und Verwandlung.
Das Muster in der gesamten Heiligen Schrift offenbart eine wunderschöne Wahrheit. Gottes Feuer soll sein Volk nicht verzehren. Es soll seine Gegenwart unter ihnen offenbaren.
Und aufgrund des vollbrachten Werkes Jesu ist diese Gegenwart nicht mehr fern. Das Feuer, das einst in der Wüste erschien, lebt nun in den Herzen der Gläubigen und bringt Leben, wo immer es brennt.
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