
In Genesis 32,10, als Jakob sich darauf vorbereitete,
Esau nach vielen Jahren wiederzusehen,
betete er zu Gott und sagte:
„Ich habe diesen Jordan nur mit meinem Stab überquert,
und nun bin ich zu zwei Lagern geworden.“
Jakob erinnerte sich an eine Zeit,
in der er fast nichts hatte.
Nur einen Stab in der Hand und eine
ungewisse Zukunft vor sich.
Als er den Jordan zum ersten Mal überquerte,
floh er von zu Hause, belastet von
Angst, Reue und Unsicherheit.
Er wusste nicht, was die
Zukunft bringen würde.
Doch Jahre später blickte Jakob zurück
und erkannte, wie treu Gott gewesen war.
Der Mann, der einst nur mit
einem Stab den Fluss überquerte, hatte nun Gottes reichliche Versorgung,
seinen Schutz und die Treue seines Bundes
während der gesamten Reise erfahren.
Der Stab wurde zu einer stillen Erinnerung
an die Abhängigkeit von Gott.
Er stand für das Leben eines Pilgers,
jemand, der durch das Leben geht und sich
nicht auf seine eigene Kraft verlässt, sondern auf
die tragende Gnade des Herrn.
Später heißt es in Hebräer 11,21, dass Jakob gegen
Ende seines Lebens Gott anbetete,
während er sich auf die Spitze seines Stabs stützte.
Was für ein schönes Bild.
Jakobs Reise war geprägt von vielen Fehlern,
Ängsten und Kämpfen.
Doch all die Jahre hindurch
blieb Gott ihm treu.
Und selbst am Ende seines Lebens
stützte sich Jakob noch immer auf den Stab
als Erinnerung daran, dass er sich immer
auf Gottes Barmherzigkeit verlassen hatte.
Das spricht Gläubige heute zutiefst an.
Manchmal konzentrieren wir uns so sehr
auf das, was uns noch fehlt, dass wir vergessen,
wie weit Gott uns bereits getragen hat.
Wenn wir ehrlich zurückblicken,
können viele von uns auch sagen:
„Es gab eine Zeit, in der ich wenig Kraft,
wenig Klarheit und wenig Gewissheit hatte,
doch Gott hat mich getragen.“
Das christliche Leben ist eine Reise der täglichen Abhängigkeit.
Wir sind Pilger, die im Glauben wandeln,
und Schritt für Schritt lernen, dass Gott wirklich genug ist.
Der Stab erinnert uns daran, dass das Leben nicht
letztendlich durch Reichtum,
Fähigkeiten oder menschliche Kontrolle gesichert ist.
Unsere Sicherheit liegt in dem treuen Gott,
der mit seinem Volk durch jede Lebensphase geht.
Und eines Tages werden Gläubige, wie Jakob,
zurückblicken und erkennen: Gott war treu
während der gesamten Reise.
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