
Es gibt Momente, in denen du dich von Menschen völlig umgeben fühlst und dich trotzdem weit weg fühlst. Vielleicht bist du da, tust, was von dir erwartet wird, antwortest allen anderen und fragst dich trotzdem, ob irgendjemand bemerkt, was in dir vorgeht. Vielleicht hast du Fehler gemacht, für die du dich schämst. Vielleicht bist du an einen Ort geraten, von dem du nie gedacht hättest, dass du dort einmal sein würdest. Vielleicht hast du das Gefühl, dass du zu weit gegangen bist, als dass aus deiner Geschichte noch etwas Schönes entstehen könnte.
Deshalb denke ich an Hagar.
Hagar fand sich in der Wüste wieder, belastet von Schmerz, Ablehnung, Angst und Unsicherheit. Sie war misshandelt worden, sie war geflohen und landete schließlich allein an einem Ort, an dem niemand sonst nach ihr zu suchen schien. Aber Gott tat es.
Mitten in dieser Wüste entdeckte Hagar etwas, das ihre Sicht auf alles veränderte. Sie nannte den Herrn „einen Gott, der sieht“. Sie erkannte, dass sie selbst an dem Ort, an dem sie sich übersehen fühlte, in Wahrheit nie unsichtbar gewesen war.
Ich möchte, dass du das mit in den heutigen Tag nimmst.
Jesus hat dich nicht aus den Augen verloren.
Vielleicht fühlst du dich von den Menschen vergessen, aber von Ihm bist du nicht vergessen. Vielleicht hast du das Gefühl, dass niemand versteht, wie kompliziert diese Zeit geworden ist, aber Jesus lässt sich von der Komplexität deines Lebens nicht einschüchtern. Er liebt nicht eine geschönte Version von dir. Er liebt dich.
Und durch Sein vollbrachtes Werk musst du nicht versuchen, Gott davon zu überzeugen, dich zu suchen. In Jesus ist Gott bereits den ganzen Weg zu dir gekommen. Das Kreuz ist die deutlichste Erklärung dafür, dass Er bereit war, in unsere Distanz, unsere Gebrochenheit, unsere Scham und unsere Hilflosigkeit einzutreten, um uns nach Hause zu bringen.
Das bedeutet, dass du dich nie fragen musst, ob dein Schmerz dich unsichtbar macht.
Hagar musste Gott nicht finden, bevor Gott sie fand. Er begegnete ihr in der Wüste.
Vielleicht sieht deine Wüste nach Einsamkeit aus. Vielleicht sieht sie nach einem Neuanfang aus. Vielleicht sieht sie nach Enttäuschung aus. Vielleicht sieht sie so aus, dass du noch ein paar Minuten länger in deinem Auto sitzt, weil du nicht willst, dass dich jemand weinen sieht. Wie auch immer sie aussieht – Jesus wartet nicht irgendwo jenseits dieses Augenblicks auf dich. Er ist in diesem Moment bei dir.
Dein Wert wurde nie davon bestimmt, wer geblieben ist, wer gegangen ist, wer dich bemerkt hat oder wer dich übersehen hat.
Jesus hat deinen Wert am Kreuz festgelegt.
Er hat sich für dich hingegeben. Er hat dich zu sich gebracht. Er hat dich zu einem Teil seiner Familie gemacht. Du bist kein Ärgernis für den Himmel. Du bist niemand, den Gott nur widerwillig duldet. Du wirst geliebt, weil sein Herz dir gegenüber in Jesus vollständig offenbart wurde.
Wenn du dich heute also einsam fühlst, lass dich nicht von der Einsamkeit einreden. Die Einsamkeit wird dir sagen, dass es niemanden interessiert. Jesus sagt dir, dass du gesehen wirst. Ablehnung wird dir sagen, dass du entbehrlich bist. Das Kreuz sagt dir, dass es sich gelohnt hat, dich zu suchen. Scham wird dir sagen, dass du dich verstecken sollst. Gnade sagt dir, dass du nah herankommen kannst.
Mögest du dich heute zutiefst gesehen fühlen. Mögen die Orte in dir, die sich vergessen gefühlt haben, mit dem Bewusstsein für Jesus erfüllt werden. Möge Ablehnung ihre Macht über deine Identität verlieren, und mögest du in der Wahrheit ruhen, dass die Augen des Vaters dich nie aus den Augen gelassen haben.
Du wirst gesehen. Du bist erwünscht. Du wirst geliebt. Und dank Jesus musst du niemals verschwinden, um gefunden zu werden.
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