
In Matthäus 24 spricht Jesus mit seinen Jüngern über die Zukunft und das Kommen des Menschensohnes. Viele Menschen lesen dieses Kapitel mit Besorgnis, weil darin von Unruhen, Kriegen und dem Ende der Welt die Rede ist. Doch mitten in seiner Lehre bringt Jesus ein Gleichnis, das den Menschen helfen soll, die Lage der Welt vor seiner Wiederkunft zu verstehen. Er sagt: „Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch das Kommen des Menschensohnes sein. Denn wie in jenen Tagen vor der Sintflut aßen und tranken sie, heirateten und verheirateten ihre Kinder, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging, und sie merkten nichts davon, bis die Sintflut kam und sie alle hinwegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein“ (Matthäus 24,37–39 ESV).
Auf den ersten Blick könnte es so klingen, als würde Jesus ganz normale Tätigkeiten wie Essen, Trinken und Heiraten kritisieren. Aber das sind keine sündigen Dinge. Es sind ganz normale Bestandteile des menschlichen Lebens, die Gott selbst so gestaltet hat. Jesus will damit nicht sagen, dass diese Tätigkeiten falsch sind. Es geht um das Bewusstsein. In den Tagen Noahs lebten die Menschen ihr Leben weiter, ohne zu erkennen, was Gott in ihrer Generation tat. Sie gingen ihren Routinen, Feiern und Pflichten nach, aber sie waren sich der Warnung, die ihnen gegeben worden war, geistlich nicht bewusst.
Die Schrift sagt uns, dass Noah in dieser Zeit nicht geschwiegen hat. Tatsächlich nennt die Bibel ihn „einen Verkünder der Gerechtigkeit“ (2. Petrus 2,5 ESV). Viele Jahre lang baute Noah die Arche, während er Gottes Botschaft verkündete. Die Arche selbst war ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gott gesprochen hatte. Doch die meisten Menschen ignorierten sie. Sie lebten weiter, als würde sich nichts ändern. Als die Flut schließlich kam, überraschte sie Gott nicht, aber sie überraschte sie, weil sie Gottes Wort nie ernst genommen hatten.
Jesus sagt, dass die Welt vor seiner Wiederkunft ähnlich aussehen wird. Die Menschen werden mit ihrem Alltag beschäftigt sein. Sie werden sich auf ihre Termine, ihre Familien, ihre Karrieren und ihre Feste konzentrieren. Das Leben wird auf ganz gewöhnliche Weise weitergehen. Aber viele Herzen werden sich der Realität Gottes und der Erlösung, die er durch Christus bereitgestellt hat, geistlich nicht bewusst sein. Deshalb sagt Jesus, dass sie „unbewusst waren, bis die Flut kam und sie alle hinwegraffte“. Der Schwerpunkt liegt nicht auf den normalen Aktivitäten des Lebens. Der Schwerpunkt liegt auf der geistlichen Blindheit.
Doch in der Geschichte von Noah gibt es auch eine eindringliche Erinnerung an Gottes Gnade. Noch bevor die Flut kam, bereitete Gott einen Weg zur Rettung vor. Er gab Noah Anweisungen, die Arche zu bauen, und jeder, der Gottes Warnung glaubte, konnte sie betreten und in Sicherheit sein. Die Arche war nichts, was die Menschen selbst erfinden mussten. Sie war Gottes Vorkehrung für die Erlösung.
In vielerlei Hinsicht wird die Arche zu einem Bild dessen, was Gott letztlich durch Jesus Christus bereitgestellt hat. So wie die Arche während der Flut der Ort der Sicherheit war, ist Jesus heute der Ort der Sicherheit für die Menschheit. Durch seinen Tod und seine Auferstehung trug Jesus das Gericht über die Sünde, damit diejenigen, die auf ihn vertrauen, nicht der Verdammnis gegenüberstehen. Die Schrift sagt: „So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1 ESV).
Dank des vollbrachten Werkes Jesu leben Gläubige nicht in Angst vor dem Gericht. Unsere Erlösung ist nichts, was wir durch unsere eigenen Anstrengungen oder Leistungen zu erlangen versuchen. Sie ist bereits durch Christus vollbracht worden. So wie die Arche Noah nach Gottes Plan gebaut wurde und nicht von den Menschen, die sie betraten, wurde auch unsere Erlösung durch Jesus vollbracht und nicht durch unsere eigenen Werke.
Wenn Jesus von den Tagen Noahs spricht, erinnert er uns daran, dass das Leben normal weitergehen kann, während die Herzen geistlich schlafen. Die Einladung des Evangeliums lautet, zu dem zu erwachen, was Gott durch Christus bereits getan hat. Für diejenigen, die auf Jesus vertrauen, ist die Botschaft der Schrift keine Botschaft der Angst, sondern der tiefen Gewissheit. Derselbe Erlöser, der versprochen hat, wiederzukommen, ist der Erlöser, der bereits sein Leben gegeben hat, um uns mit Gott zu versöhnen.
Während also die Welt mit ihren Routinen und Ablenkungen weitermacht, leben Gläubige mit einem anderen Bewusstsein. Wir wissen, dass die Geschichte auf die Erfüllung von Gottes Verheißungen zusteuert. Und dank des vollbrachten Werkes Jesu Christi ist unsere Zukunft gesichert. Unsere Hoffnung liegt nicht in unserer Fähigkeit, uns perfekt vorzubereiten. Unsere Hoffnung liegt in Christus, der wahren Arche der Erlösung, der uns bereits einen Weg bereitet hat, damit wir sicher vor Gott stehen können.
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„Weil die Bosheit zunimmt, wird die Liebe der meisten erkalten.“ (Matthäus 24,12)
Möge der Friede Gottes heute mit euch sein.
Jesus hat diese Worte in einem sehr ernsten Moment gesagt. Er hat nicht einfach nur eine Geschichte erzählt, um die Leute zu unterhalten. Er hat eine wichtige Frage seiner Jünger beantwortet. Sie haben ihn unter vier Augen nach der Zukunft und dem Ende der Welt gefragt.
In Matthäus 24,3 (NIV) steht:
„Als Jesus auf dem Ölberg saß, kamen die Jünger zu ihm und fragten ihn unter vier Augen: ‚Sag uns, wann wird das geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Welt sein?‘“
Jesus fing an zu erklären, wie die Welt aussehen würde, wenn diese Zeiten näher rücken. Er redete über Kriege. Er redete über Täuschung. Er warnte vor falschen Propheten und Verfolgung. Er beschrieb eine Welt, die immer unruhiger und zerbrochener werden würde.
Dann sagte er einen kurzen Satz, der eine sehr starke Botschaft hat.
In Matthäus 24,12 (NIV) sagte Jesus:
„Wegen der Zunahme der Bosheit wird die Liebe der meisten erkalten.“
Beachte etwas Wichtiges. Jesus sagte nicht, dass die Liebe aller verschwinden würde. Er sagte, dass die Liebe vieler erkalten würde. Das bedeutet, dass Menschen, die einst tief geliebt haben, diese Liebe langsam verlieren könnten.
Menschen, die sich einst um andere gekümmert haben, könnten gleichgültig werden.
Menschen, die einst Gott fürchteten, könnten sich langsam von ihm entfernen.
Hast du so was schon mal erlebt?
Vielleicht hatte jemand mal ein weiches und gütiges Herz. Er hat sich um andere gekümmert. Er hat leicht vergeben. Er war geduldig und mitfühlend.
Aber mit der Zeit hat sich was verändert. Die Welt um ihn herum wurde dunkler. Der Schmerz wurde größer. Es kam zu Verrat. Sünde wurde normal.
Langsam wurde das Herz kälter.
Davor hat Jesus gewarnt.
Er sprach nicht nur über die Bosheit in der Welt um uns herum. Er erklärte auch, wie ständiges Böses das menschliche Herz beeinflussen kann. Wenn Menschen jeden Tag Ungerechtigkeit sehen, wenn Lügen alltäglich werden und wenn Sünde als normal angesehen wird, kann das Herz langsam abstumpfen.
Die Bibel erinnert uns daran, wo das eigentliche Problem beginnt.
In Matthäus 15,19 (NIV) heißt es:
„Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken.“
Wenn die Bosheit zunimmt, verändert das nicht nur die Gesellschaft. Es verändert auch die Art und Weise, wie Menschen lieben. Mitgefühl schwindet. Vergebung wird selten. Anderen zu helfen, fühlt sich weniger wichtig an.
Die Menschen fangen an, sich nur noch auf sich selbst zu konzentrieren.
Der Apostel Paulus beschrieb eine ähnliche Situation, als er vor den letzten Tagen warnte.
In 2. Timotheus 3,2–3 (NIV) schrieb er:
„ Die Leute werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, beleidigend, ihren Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich.“
So sieht ein kaltes Herz aus.
Ein Mensch konzentriert sich nur noch auf sein eigenes Leben. Er sieht das Leid um sich herum, empfindet aber nichts. Er hört von Schmerz und Ungerechtigkeit, ist aber nicht mehr berührt.
Ist dir schon mal aufgefallen, wie leicht man sich an die Dunkelheit gewöhnt?
Nachrichten über Gewalt schockieren die Menschen nicht mehr. Unehrlichkeit wird normal. Egoismus wird akzeptabel.
Jesus hat nicht übertrieben, als er diese Dinge sagte. Er gab eine Warnung. Denn wenn die Liebe erkaltet, wird auch der Glaube schwach.
Wenn der Glaube schwächer wird, hören die Menschen auf, für Gott zu leben. Sie fangen an, nur noch zu leben, um zu überleben oder sich selbst zu schützen.
Aber Jesus beendete seine Lehre nicht nur mit einer Warnung. Er gab auch Hoffnung und Orientierung.
Nur einen Vers später sagte er etwas sehr Wichtiges.
In Matthäus 24,13 (NIV) heißt es:
„Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet werden.“
Das bedeutet, dass es nicht nur darauf ankommt, wie jemand seine Reise beginnt. Was zählt, ist, wie er sie fortsetzt. Es geht nicht um die Begeisterung, die jemand zu Beginn seines Glaubens empfindet. Es geht darum, das Herz zu schützen, damit die Liebe nicht erkaltet.
Die Frage wird also sehr persönlich.
Wie halten wir unsere Liebe in einer Welt am Leben, die sich oft kalt anfühlt?
Die Bibel sagt uns, dass wahre Liebe nicht nur aus menschlicher Kraft kommt. Wahre Liebe kommt von Gott selbst.
In Römer 5,5 (NIV) heißt es:
„Gottes Liebe ist durch den Heiligen Geist, der uns gegeben wurde, in unsere Herzen ausgegossen worden.“
Wenn die Bosheit um uns herum zunimmt, reicht menschliche Liebe allein nicht aus. Aber die Liebe, die von Gott kommt, ist anders. Sie ist stärker als die Umstände. Sie verschwindet nicht, wenn Menschen uns enttäuschen. Sie verblasst nicht, wenn die Welt schwierig wird.
Gottes Liebe bleibt bestehen, auch wenn das Leben schmerzhaft wird.
Jesus wusste, dass die Welt schwierige Zeiten erleben würde. Er wusste, dass die Menschen misstrauisch, distanziert und kalt werden würden. Deshalb sprach er diese Worte. Nicht, um Angst zu machen, sondern um die Menschen wachzurütteln.
Matthäus 24,12 ist nicht nur eine Vorhersage. Es ist auch eine Einladung, unser eigenes Herz zu prüfen.
Es stellt uns wichtige Fragen.
Ist meine Liebe noch lebendig?
Fühle ich noch Mitgefühl für andere?
Ist mir noch wichtig, was Gott wichtig ist?
Oder ist mein Herz langsam kälter geworden, ohne dass ich es gemerkt habe?
Die Bosheit mag in der Welt zunehmen. Aber die Liebe, die von Gott kommt, muss nicht aus unserem Leben verschwinden.
Jesus gab ein klares Zeichen dafür, wie seine wahren Nachfolger aussehen würden.
In Johannes 13,35 (NIV) sagte er:
„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt.“
Liebe ist immer noch das Kennzeichen eines wahren Gläubigen.
Nicht perfektes Wissen. Nicht öffentliche Anerkennung. Nicht äußerer Erfolg.
Liebe.
Und diese Wahrheit hat sich nicht geändert. Sie ist nicht veraltet. Sie ist nicht schwach. Sie ist auch heute noch mächtig.
Die eigentliche Frage ist einfach.
In einer Welt, in der die Liebe immer kälter wird, was werden wir mit der Liebe tun, die Gott in unsere Herzen gelegt hat?
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