
In Genesis 23 starb Sara in Hebron, im Land Kanaan.
Abraham trauerte um sie und ging dann
zu den Hethitern und sagte:
„Ich bin ein Fremder und Gast unter euch,
gebt mir ein Grundstück unter euch als Begräbnisstätte“
(Genesis 23,4).
Diese Aussage ist schon irgendwie spannend.
Gott hatte Abraham und seinen Nachkommen dieses Land versprochen
(Genesis 12,7; 17,8),
aber Abraham sah sich trotzdem als Fremder.
Die Verhandlungen mit Ephron, dem Hethiter,
sind mit juristischer Genauigkeit festgehalten.
Das Feld, die Höhle von Machpela,
die Bäume innerhalb der Grenze,
alles wird genau angegeben, bezeugt
und bestätigt (Genesis 23,17–18).
Abraham bestand darauf, den vollen Preis zu zahlen.
Er wollte es nicht als Geschenk haben.
Er wollte es als rechtmäßigen Besitz,
er wollte es mit einem besiegelten Vertrag.
Und so war das erste Stück des verheißenen Landes,
das er besaß, nicht zum Bau eines Hauses gedacht,
sondern zur Bestattung seiner geliebten Frau Sarah.
Abraham legte Sarahs Leichnam in ein Grab
innerhalb des Landes, das Gott ihm zu geben geschworen hatte.
Für mich war das sowohl traurig als auch hoffnungsvoll.
Er begrub sie dort, weil er glaubte,
dass die Verheißung noch immer galt und erfüllt werden würde.
Hebräer 11,9–10 zeigt später, dass Abraham
als Fremder im gelobten Land lebte
und über dieses hinaus auf eine Stadt blickte, deren
Erbauer und Schöpfer Gott ist.
Ich finde es wichtig, dass Abraham
sich weigerte, die Grabstätte als Geschenk anzunehmen.
Er bestand darauf, den vollen Preis in Silber zu zahlen
(Genesis 23,9.16).
Obwohl ihm das Land bereits
von Gott versprochen worden war,
bezahlt er dennoch für diesen kleinen Teil
des Landes, den er rechtmäßig besitzen würde.
Dieses Begräbnisland für Sara wurde
durch eine Transaktion erworben.
Es war für Abraham kostspielig.
Dieses Detail blieb mir im Gedächtnis.
Ich finde es interessant, dass der erste Teil,
den Abraham rechtmäßig im
verheißenen Land besaß, als Grab genutzt wurde.
Da wurde mir klar, dass dies
nicht das einzige denkwürdige Grab
ist, auf das wir in der Bibel stoßen werden.
Wenn wir zu den Evangelien übergehen,
sehen wir, dass auch unsere Erlösung
durch ein Grab ging.
Jesus wurde gekreuzigt und in einem Grab
in demselben Land beigesetzt (Matthäus 27,59–60).
Wie Sarahs gekaufte Grabstätte in Kanaan
wurde auch unsere Erlösung durch einen Preis gesichert.
Die Schrift sagt, dass wir „freigekauft wurden …
nicht mit vergänglichen Dingen wie Silber oder Gold,
sondern mit dem kostbaren Blut Christi”
(1. Petrus 1,18–19).
Paulus schreibt auch:
„Ihr seid teuer erkauft”
(1. Korinther 6,20).
Während Abraham Silber abwog, um sich
ein Grab im verheißenen Land zu sichern,
gab Christus sein eigenes Leben, um
uns Sündern die Erlösung zu sichern.
Der Kauf in Genesis betraf die Bestattung.
Der Kauf am Kreuz betraf das Gericht und die Sünde.
In Genesis 23 wurde das Grab Abrahams
erster rechtmäßiger Besitz im gelobten Land.
In den Evangelien wurde das Grab, in das Christus ging,
zum Ort, an dem die Kosten
der Erlösung vollständig getragen wurden.
Seine Beerdigung war kein Zufall.
Sie bestätigte, dass der Preis
wirklich mit kostbarem Blut bezahlt worden war.
Abraham bezahlte mit Silber für ein Feld und eine Höhle.
Christus vergoss sein Blut, um ein Volk zu erlösen,
sein Blut wurde vergossen, um unsere Schuld für die Sünde zu bezahlen.
Beide Berichte erinnern mich daran, dass die Realitäten des Bundes
in der Heiligen Schrift nicht abstrakt sind.
Sie sind mit Kosten verbunden. Sie sind mit einer Zahlung verbunden.
Sie beinhalten etwas, das gegeben wird,
um etwas Verheißenes zu sichern.
Und in Christus wurde der Preis nicht in Silber gemessen, sondern in seinem eigenen Leben. Tatsächlich verwandelt Gott Gräber in Gärten.
by Jule with no comments yetHeute lesen wir 1. Mose 20 bis 23
Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
Falls es dich interessiert:
Hier findet ihr einige Gedanken zu diesen Kapiteln, die wir seinerzeit in Berlin als Gruppe im Zelt 😊 im AktivGottesdienst gemeinsam herausgearbeitet haben
Gott erfüllt Verheißungen – egal, wie
Isaak und die Auferstehung
Saras Begräbnis und die Auferstehungby Jule with 1 comment
Am Sonntag waren wir überrascht, wieviel wir aus dem Kapitel 23 herausholen können, wo es doch eigentlich „nur“ um Saras Tod und Begräbnis geht und wie es uns heute betrifft – wieder Thema „Auferstehung“.
Auf jeden Fall wissen wir, dass zwischen der Opferung Isaaks und Saras Tod viele Jahre liegen. Darauf weisen auch die letzten Verse von Kapitel 22 hin. In den Versen 20 bis 24 lesen wir von weiteren Verwandten Abrahams. Hier lesen wir das erste Mal von Rebekka und inwiefern sie mit Abraham und somit mit ihrem späteren Mann Isaak verwandt ist (Vers 23). Ebenso erfahren wir hier, dass Abraham noch eine Nebenfrau hatte, mit der er auch Söhne hatte (Vers 24).
Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich das ganze Kapitel 23 mit dem Tod von Sara und deren Begräbnis. Als erstes stellt sich die Frage, warum sich ein ganzes Kapitel in der Bibel mit einer Toten beschäftigt. Was ist daran so interessant und besonders: warum sollte es uns heute interessieren?
Abraham befindet sich immer noch auf Reisen. Als er Ur verließ, war er 75 Jahre alt, jetzt, beim Tod seiner Frau ist er 137 – also seit 62 Jahren unterwegs. Sein Vater starb in Haran und ist auch dort begraben. Wieso begräbt er seine Frau nicht dort, wo sein Vater liegt? Wo genau liegt Hebron (Vers 2) und warum will er sie unbedingt dort begraben?
Hebron liegt „im Land Kanaan“ und somit in dem Land, das Jehova Abraham und seinen Nachkommen versprochen hat, im sogenannten „verheißenen Land“. Abraham vertraut auf das Versprechen Jehovas, dass ihm dieses Land eines Tages gehören würde. Heute, mit seinen 137 Jahren, gehört ihm überhaupt nichts in diesem Land. Er ist auch nach 62 Jahren nach wie vor ein „zeitweilig Ansässiger“, der in Zelten wohnt (Hebräer 11:13). Aber er wußte, dass ihm und seinen Nachkommen irgendwann dieses Land gehören würde.
Im letzten Kapitel hatten wir gelesen, dass Abraham, bevor er mit Isaak auf den Berg ging, um diesen zu opfern, zu seinen Bediensteten sagte, dass beide wieder zurück kommen würden. Er war davon überzeugt, dass Gott ihn, nachdem er ihn getötet und verbrannt hätte, wieder zum Leben bringen würde. Da, wo er war. Daher würden sie beide auch wieder zurück kommen (1. Mose 22:5).
Abraham glaubte an die Auferstehung. Da, wo man begraben ist, würde man auch wieder zum Leben kommen. Darum ist es ihm wichtig, Sara dort zu begraben, wo sie nach ihrer Auferstehung leben würden – im verheißenen Land.
Warum diese endlosen Verhandlungen?
Das war in der Kultur und zu der Zeit normal. Wer schon mal auf einem richtigen Basar war, der weiß, dass von einem erwartet wird, zu verhandeln. Der Verkäufer nennt einen völlig überzogenen Preis und der Käufer einen extrem niedrigen. Dann kommen sie sich bei langen Verhandlungen Schritt für Schritt entgegen und treffen sich meist auf der Mitte.
Aber Abraham verhandelt nicht, er erkennt den völlig überzogenen Preis an, ebenso wie später König David, als es darum geht, eine Tenne zu erwerben, auf der später der Tempel gebaut werden sollte (2. Samuel 24).
Abraham wie auch David war es das wert. Das Geld stand bei Ihnen nicht im Vordergrund…
An welche Auferstehung glaubte Abraham?
Dachte er, dass Sara und auch er nach seinem Tod in den Himmel kommen würden? Dachte er, sie würden als Engel oder Geistwesen wiederkommen oder an was für eine Auferstehung glaubte er?
Abraham glaubte nicht an eine Auferstehung im Himmel, sondern dort, wo es ihm Gott versprochen hat („dir und deinen Nachkommen will ich das Land geben“). Um dort wieder zu kommen, war ihm kein Preis zu hoch! In Johannes 11:23-26 lesen wir, dass die Juden an die Auferstehung glauben, denn bei dem Gespräch zwischen Jesus und Maria geht es nicht um eine Auferstehung im Himmel, sondern „am letzten Tage“.
Dass wir nicht als Geistwesen im Himmel auferstehen werden, haben wir letzte Woche gesehen: Abraham war bereit gewesen, seinem Sohn zu opfern, der zu dem Zeitpunkt noch keine Kinder hatte und durch den sich alle Nationen segnen sollten. Wenn wir mit einem geistigen oder veränderten Körper auferstehen würden – wie hätte Isaak dann noch Nachkommen hervorbringen können?
Kennen wir den Unterschied zwischen den Gräbern auf einem jüdischen Friedhof und auf einem „normalen“? Abgesehen davon, dass es dort keinen Blumenschmuck gibt, sondern man kleine Steine auf den Grabstein legt, werden diese Gräber niemals eingeebnet. Auf unseren Friedhöfen werden die nach einer gewissen Zeit plattgemacht. Warum dieser Unterschied? Weil die Juden glauben, dass man dort auferstehen wird, wo man begraben ist.
Aus diesem Grund wollte Abraham ein eigenes Stück Land haben. Es sollte nie eingeebnet werden und da sollte auch kein Haus drauf gebaut werden. Darum war ihm kein Preis zu hoch.
Gab es bereits andere Auferstehungen?
Die einzige war Jesus. Wir haben zwar in Johannes 11 von der Auferstehung Lazuarus‘ gelesen, aber der war ja nur für kurze Zeit auferweckt worden. Er musste wie alle anderen letztendlich doch sterben. Die endgültige Auferstehung kommt erst noch und wie die Juden glauben wir daran, dass dies hier auf der Erde sein wird ?
Nun sind wir wieder bei der Frage vom Anfang: warum so viele Verse über das Begräbnis einer Toten?
Weil es den Glauben Abrahams beweist, dass Sara irgendwann wieder auf der Erde leben wird. Er glaubte das nicht nur – er sorgte vor! Dieses Grab wird das Familiengrab werden für Abraham und seine Verwandtschaft. Jakob verfügt später in Ägypten, dass seine Gebeine im Familiengrab beigesetzt werden und auch Joseph verfügte, dass seine Gebeine mitgenommen werden, wenn sie wieder in das Verheißene Land ziehen (1. Mose 50:5, 24-25).
Nicht durch Gewalt oder Betrug – Abraham hat diese Stelle für viel Geld gekauft.
Heute haben wir gesehen, dass sich das Thema „Auferstehung“ durch die ganze Bibel zieht. Letzte Woche, als es darum ging, den geliebten Sohn zu opfern und diese Woche, wo es um die Vorkehrungen von Saras Begräbnis geht.
Isaak ist 37 Jahre alt, als seine Mutter Sara stirbt. Sie war 90 bei seiner Geburt und 127 als sie stirbt. Behalten wir dies im Sinn, wenn wir am kommenden Sonntag Kapitel 24 lesen, wo Abraham für ihn eine Frau sucht
Es bleibt auch weiterhin spannend ?
by Jule with no comments yet