
Manchmal kommt der tiefste Schmerz, den Eltern fühlen können, nicht von außen, sondern von der Distanz, die zwischen ihnen und ihrem eigenen Kind entstanden ist. Und manchmal ist der tiefste Schmerz, den ein Sohn oder eine Tochter spürt, das Gefühl, von den Eltern, denen sie sich einst so nah fühlten, getrennt zu sein. Wenn du gerade als Mutter, Vater, Sohn oder Tochter diese Art von Spannung erlebst, ist das hier für dich. Euer Vater im Himmel sieht die Tränen auf beiden Seiten der Beziehung, und aufgrund des vollbrachten Werks Jesu ist sein Herz gegenüber eurer Familie immer noch voller Gnade und echter Hoffnung.
Die Bibel gibt uns ein zärtliches Versprechen über Gottes Wunsch für Familien. In Maleachi 4,6 heißt es: „Er wird das Herz der Väter zu ihren Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern wenden“ (ESV). Beachtet, wer diese Wendung bewirkt. Gott. Nicht Druck. Nicht perfekte Gespräche. Nicht ein emotionaler Moment. Gott selbst weiß, wie er sanft in den Herzen von Eltern und Kindern wirken kann, wenn die Lage angespannt oder sogar bitter ist. Was dir festgefahren erscheint, ist für ihn nicht festgefahren.
Dank des vollbrachten Werkes am Kreuz betest du nicht aus Panik für deinen Sohn oder deine Tochter. Und du wendest dich nicht an Gott wegen deiner Mutter oder deinem Vater in der Hoffnung, dass er diesmal vielleicht zuhört. Durch Jesus bist du bereits näher gekommen. Das Kreuz hat für immer geklärt, dass Gott für dich da ist und sich intensiv mit den Dingen befasst, die dir am meisten am Herzen liegen. Dazu gehört auch deine Familie.
Eltern, wenn ihr stillschweigend Schuldgefühle mit euch herumtragt und euch fragt, wo etwas schiefgelaufen ist, atmet tief durch. Euer Vater im Himmel steht nicht enttäuscht über euch. In Psalm 145,8 heißt es: „Der Herr ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Gnade“ (ESV). Er weiß, dass deine Liebe zu deinem Kind tief ist. Er sieht jedes Gebet, das du geflüstert hast, und jede Träne, die du weggewischt hast.
Und Söhne und Töchter, wenn euer Herz gerade verletzt oder distanziert ist, sieht Gott das auch. Er ignoriert euren Schmerz nicht. In Psalm 147,3 heißt es: „Er heilt die zerbrochenen Herzen und verbindet ihre Wunden“ (ESV). Diese Verheißung gilt nicht nur für große öffentliche Kämpfe. Sie gilt auch für stillen familiären Schmerz. Sie gilt für die Momente, in denen du dir wünschst, dass die Dinge zwischen dir und den Menschen, die du liebst, anders wären.
Wie können wir also in einer Situation wie dieser Glauben anwenden, besonders wenn die Emotionen noch empfindlich sind? Glaube in dieser Zeit bedeutet nicht, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Es heißt, sanft mit dem übereinzustimmen, was Gott schon gesagt hat, während du diesen Prozess durchläufst. Eine einfache Möglichkeit, den Glauben anzuwenden, ist ehrliches Gebet. Anstatt dich anzustrengen, sprich offen mit dem Vater: Vater, du siehst die Distanz zwischen uns. Danke, dass du schon in unseren beiden Herzen am Werk bist. Diese Art von Gebet hält dein Herz weich und erwartungsvoll.
Eine andere Möglichkeit, den Glauben anzuwenden, sind kleine, gnadenvolle Taten. Glauben sieht oft sehr praktisch aus. Er kann bedeuten, in einem angespannten Moment Geduld zu wählen. Er kann bedeuten, eine freundliche Nachricht zu senden, wenn der Stolz lieber schweigen möchte. Er kann bedeuten, Raum zu geben, wenn die Emotionen noch hochkochen. Sprüche 15,1 erinnert uns daran: „Eine sanfte Antwort wendet den Zorn ab, aber ein hartes Wort schürt den Ärger“ (ESV). Diese kleinen, vom Heiligen Geist geleiteten Reaktionen schaffen Raum für Gott, um zu wirken.
Glaube bedeutet auch, deine Gedanken über die Beziehung zu schützen. Wenn Entmutigung dir einflüstert, dass sich nichts ändern wird, kehre sanft zu Gottes Verheißung zurück. Erinnere dein Herz daran, dass der Herr derjenige ist, der Herzen wandelt. Sprich in deinem Gebet Leben über deine Familie aus, auch wenn du noch keine Veränderung sehen kannst. Das ist keine Verleugnung. Das ist Vertrauen in das fortwährende Wirken des Vaters.
Am wichtigsten ist, dass der Glaube auf dem ruht, was Jesus bereits vollbracht hat. Du versuchst nicht, die Wiederherstellung durch deine eigenen Anstrengungen zu erzwingen. Du bist Partner eines Gottes, der sich darauf spezialisiert hat, das zu heilen, was zerbrochen ist. Derselbe Retter, der uns mit dem Vater versöhnt hat, stellt auch heute noch Familien wieder her.
Also gib deine Familie heute sanft in die Obhut des Vaters zurück. Nicht mit Angst, sondern mit Vertrauen. Aufgrund des vollbrachten Werks Jesu kämpfst du nicht um Gottes Aufmerksamkeit. Du hast bereits sein Herz. Und der Gott, der sowohl Eltern als auch Kinder mehr liebt, als wir uns vorstellen können, wirkt immer noch, macht immer noch weich und stellt immer noch wieder her, auf eine Weise, die du vielleicht noch nicht sehen kannst.
Du bist damit nicht allein. Dein Vater ist den Eltern nahe. Er ist den Söhnen und Töchtern nahe. Und seine Gnade ist stark genug, um mitten in deine Familiengeschichte hineinzugreifen.
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