
Manchmal kann das Herz eines Gläubigen auf eine Art unruhig sein, die schwer zu erklären ist. Du liebst Gott, aber dein Geist ist beschäftigt. Deine Gedanken schweifen ab. Deine Seele fühlt sich müde an, weil sie Sorgen, Erinnerungen und Verantwortlichkeiten trägt, die schwerer scheinen, als sie sein sollten. In solchen Momenten erinnert uns die Bibel sanft an etwas sehr Tröstliches, das Jesus schon für uns getan hat.
Petrus schreibt: „Denn ihr wart wie Schafe, die sich verirrt hatten, aber jetzt seid ihr zum Hirten und Aufseher eurer Seelen zurückgekehrt“ (1. Petrus 2,25, ESV). Achte genau auf die Wortwahl. Es heißt nicht, dass du versuchst, zurückzukehren. Es heißt nicht, dass du vielleicht eines Tages zurückkehren wirst, wenn du dich gut genug anstellst. Es heißt, dass du jetzt zurückgekehrt bist. Durch das vollendete Werk Jesu sind deine Tage der Irrfahrt und der geistlichen Einsamkeit vorbei. Ihr seid keine Schafe ohne Hirten mehr. Ihr gehört zu dem Einen, der persönlich über eure Seele wacht.
Schafe sind empfindliche Tiere. Sie verirren sich leicht. Sie werden ängstlich. Alleine haben sie Mühe, sichere Wege zu finden oder sich vor Gefahren zu schützen. Deshalb ist ein Hirte so wichtig. Der Hirte weist den Schafen nicht einfach die richtige Richtung und schickt sie dann auf den Weg. Er bleibt bei ihnen. Er wacht über sie. Er beschützt sie. Wenn sie sich zu weit entfernen oder schwach werden, bringt er sie zurück und hält sie in seiner Nähe.
Das ist das Bild, das Petrus uns von Jesus vermittelt. Durch das Kreuz bist du nicht länger ein Schaf, das den Weg zurück zu Gott sucht. Jesus selbst hat dich zurückgebracht. Derjenige, der deine Sünden in seinem Körper am Kreuz getragen hat, wird jetzt der Hirte und Aufseher deiner Seele genannt. Das Wort „Aufseher” beinhaltet die Vorstellung von jemandem, der sorgfältig wacht, beschützt und sich um das kümmert, was ihm gehört. Deine Seele mit all ihren Emotionen, Fragen, Erinnerungen und Kämpfen steht unter der persönlichen Obhut Jesu selbst.
Das bedeutet, dass dein Leben sich nicht außerhalb seiner Aufmerksamkeit entfaltet. Deine unruhigen Gedanken sind für ihn nicht unsichtbar. Deine stillen Ängste werden nicht ignoriert. Der Hirte, der sein Leben für die Schafe hingegeben hat, wacht nun über jeden Teil von dir mit einer Liebe, die nicht müde wird, und einer Fürsorge, die niemals nachlässt.
Dank des vollendeten Werks Jesu wanderst du nicht durch das Leben und versuchst, aus eigener Kraft in der Nähe Gottes zu bleiben. Christus hat dich bereits zu sich gebracht. Du gehörst zu ihm. Und der Hirte, der sein Leben für dich gegeben hat, ist derselbe Hirte, der jetzt über deine Seele wacht.
Wenn dein Herz also unruhig ist, musst du dich nicht anstrengen, um wieder Frieden zu finden. Schafe bringen sich nicht selbst wieder in Ordnung. Sie bleiben einfach unter der Obhut des Hirten. Und genau dort bist du. Unter seiner wachsamen Obhut. Gehalten von dem Einen, der dich vollkommen kennt und dich von ganzem Herzen liebt.
Manchmal fühlst du dich vielleicht zerstreut, aber du bist nicht verloren. Du fühlst dich vielleicht müde, aber du bist nicht allein. Du bist jetzt zum Hirten und Hüter deiner Seele zurückgekehrt, und dank Jesus ist deine Seele in seiner Obhut sicher.
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