
Was bedeutet es, den Heiligen Geist zu betrüben?
Paulus verwendet diesen Ausdruck in Epheser 4, einem der Kapitel, die wir heute im Rahmen von „Die Bibel in einem Jahr“ lesen.
Zunächst einmal solltest du bedenken: Das ist nicht dasselbe wie die „Sünde gegen den Heiligen Geist“, von der in den Evangelien die Rede ist (Markus 3,28–30; Matthäus 12,31–32) erwähnt wird. Diese Sünde ist die beharrliche, lautstarke, hartherzige Lästerung, die die vom Heiligen Geist bewirkten Taten Jesu dem Satan zuschreibt.
Wie der Kontext von Epheser 4 deutlich macht, gehört das Betrüben des Heiligen Geistes zu einer anderen Kategorie. Wovon spricht Paulus also?
Im Vers direkt davor sagt Paulus: „Es soll kein verdorbenes Wort aus eurem Mund kommen, sondern nur eines, das gut ist und andere aufbaut“ (Epheser 4,29). Sein Fokus liegt auf einer Sprache, die angemessen, freundlich und erbaulich sein soll. Unmittelbar danach fügt er hinzu: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, durch den ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung“ (Epheser 4,30).
Den Heiligen Geist zu betrüben hängt also mit verderblicher, unheilsamer Rede zusammen, die andere niedermacht.
Behalte auch Folgendes im Hinterkopf: Paulus greift hier Jesaja 63 auf, wo dieselbe Sprache vorkommt. Dort lesen wir, dass die Israeliten in der Wüste „rebellierten und seinen Heiligen Geist betrübten; darum wandte er sich zu ihrem Feind und kämpfte selbst gegen sie“ (Jesaja 63,10). Wie haben sie sich aufgelehnt? Durch Streitereien, Klagen und Murren gegen Gott und gegen Mose (siehe 2. Mose 16,2–8; 4. Mose 14,1–4). All das kam aus untreuen, ungläubigen Herzen.
Erkennst du den Zusammenhang? Paulus sagt: Seid nicht wie die Israeliten in der Wüste. Lehnt Gottes Willen und seine Wege nicht ab. Lehnt euch nicht auf und lasst keine unheilsame Rede aus einem ungläubigen Herzen strömen.
Lasst stattdessen eure Worte heilsam, gut und fruchtbar sein – jene Art von Rede, die aus einem gläubigen Herzen fließt, das mit Christus vereint ist.
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