
Die Apostelgeschichte begann nicht damit,
dass Jesus sich zurückzog, während die Gemeinde das Ruder übernahm.
Stattdessen begann sie damit, dass der auferstandene Herr
sein Werk durch ganz normale Menschen fortsetzte,
die lernten, gemeinsam zu warten, zu beten,
zu vertrauen und Zeugnis abzulegen.
Lukas machte schon im allerersten Vers deutlich,
dass die Geschichte Jesu nicht
mit der Auferstehung oder Himmelfahrt endete.
Der Evangeliumsbericht hatte lediglich beschrieben,
„alles, was Jesus zu tun und zu lehren begann“.
Die Apostelgeschichte zeigte, dass Jesus immer noch wirkte,
immer noch führte und immer noch sein Volk aufbaute
durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Das veränderte für die ersten Gläubigen alles.
Die Kirche sollte niemals zu
einer religiösen Organisation werden, die versucht,
die Erinnerung an einen verstorbenen Lehrer zu bewahren.
Sie wurde zu einer lebendigen Gemeinschaft, die
in die fortwährende Mission des lebendigen Christus eingebunden war.
Die Jünger fühlten sich oft schwach, unsicher
und unvorbereitet, doch Jesus wirkte
trotzdem weiter durch sie.
Ihre Stärke kam nicht von Strategie,
Einfluss oder persönlicher Begabung.
Ihr Selbstvertrauen kam aus dem Wissen,
dass Jesus selbst unter ihnen aktiv blieb.
Diese Sichtweise veränderte grundlegend, wie
die Urkirche den Dienst verstand.
Sie trugen die Mission Jesu nicht allein.
Sie nahmen an etwas teil, das Er
bereits begonnen hatte und versprochen hatte, fortzusetzen.
Selbst in Momenten der Angst, der Verfolgung,
der Verwirrung oder des Wartens blieb Christus
durch den Heiligen Geist gegenwärtig.
Diese Wahrheit war nach wie vor von tiefer Bedeutung.
Viele Gläubige gingen oft so an das
Gemeindeleben heran, als ob alles
ganz allein von menschlicher Anstrengung abhinge.
Gemeinschaften waren völlig
von Kontrolle, Angst, Leistung
oder Selbstdarstellung eingenommen.
Doch die Apostelgeschichte erinnerte die Gemeinde daran,
dass die Mission letztlich
Jesus gehörte.
Er ging seinem Volk voraus.
Er öffnete Türen, die sie
selbst nicht öffnen konnten.
Er verwandelte Herzen, die sie
alleine niemals hätten ändern können.
Die Frage lautete nie einfach:
„Was versuchen wir für Jesus zu tun?“
Die tiefere Frage lautete:
„Was tat Jesus bereits unter uns,
vor uns und durch uns durch den Heiligen Geist?“
Denn die Apostelgeschichte war nicht die Geschichte eines „abwesenden Jesus“.
Die Apostelgeschichte war die Geschichte von Jesus, der
seine Mission durch die vom Heiligen Geist erfüllte Gemeinde fortsetzte.
Dieses Verständnis lädt uns
Gläubige zu tieferem Vertrauen ein.
Die Gemeinde überlebte nicht,
weil die Menschen beeindruckend waren.
Sie hielt stand, weil Jesus treu blieb
und sein Werk durch unvollkommene Jünger fortsetzte.
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