
Das Buch Levitikus ist voller Evangelium. Eines der Kapitel, die wir heute im Rahmen von „Die Bibel in einem Jahr“ lesen, Levitikus 16, ist in dieser Hinsicht besonders reichhaltig.
Ein zentrales Detail in diesem Kapitel ist der Einsatz von zwei Ziegenböcken. Der Hohepriester wirft Lose über sie: Der eine ist für Jahwe bestimmt, der andere für Azazel.
Azazel wird oft mit „Sündenbock“ übersetzt, ein Begriff, den William Tyndale 1530 prägte und der „Fluchtziege“ bedeutet – diejenige, die die Sünde fortträgt. Azazel ist jedoch wahrscheinlich eine Anspielung auf einen Wüstendämon.
Was passiert mit den beiden Ziegen?
Die Ziege für Jahwe wird geopfert, und ihr Blut wird im Allerheiligsten vor den Herrn gebracht, um Sühne zu leisten.
Die andere Ziege, die für Azazel, wird am Leben gelassen. Der Hohepriester legt seine Hände auf sie und bekennt über sie alle Sünden des Volkes. Dann wird sie in die Wüste geschickt und trägt diese Sünden mit sich fort.
Sünden werden nicht nur gesühnt; sie werden beseitigt. Sie werden in die Wüste zurückgeschickt, zu Azazel, zurück in das Reich des Bösen selbst. Die Sünden lasten nicht länger auf dem Volk, sondern werden fortgetragen.
All dies ist eine rituelle Predigt, die uns Christus verkündet.
Durch sein Opfer werden unsere Sünden nicht nur vergeben, sondern weggenommen. Wie der Hebräerbrief erklärt: „Er ist ein für alle Mal erschienen … um die Sünde durch das Opfer seiner selbst wegzunehmen“ (9,26).
Unsere Sünden lasten nicht mehr auf uns. Wir stehen rein da. Wir stehen vergeben da.
Alles wegen Christus.
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