
Viele Gläubige haben eine leise Anschuldigung im Herzen. Sie flüstert dir zu, dass du schon zu oft versagt hast. Sie lässt dich denken, dass Gott vielleicht enttäuscht ist, dass du vielleicht hinterherhinkst, dass du vielleicht noch etwas beweisen musst. Aber wenn wir uns das Kreuz genauer anschauen, vor allem durch die Geschichte von Barabbas, sehen wir etwas, das uns tiefe und dauerhafte Ruhe bringt. Jesus hat nicht nur Vergebung angeboten. Er hat die Sache, die gegen dich sprach, am Kreuz komplett geklärt. Er hat das für dich getan.
In Markus 15 begegnen wir Barabbas, einem Mann, der laut Bibel wegen Rebellion und Mord inhaftiert war. Er wurde nicht missverstanden. Er wurde nicht zu Unrecht beschuldigt. Er war schuldig. In der Schrift heißt es: „Nun war aber ein Mann namens Barabbas mit den Rebellen im Gefängnis, die bei dem Aufstand einen Mord begangen hatten“ (Markus 15,7 ESV). Barabbas repräsentiert ganz klar die menschliche Verfassung. Schuldig. Das Urteil verdient. Ohne Verteidigung. Und genau für solche Menschen ist Jesus gekommen. Er ist für dich gekommen.
Dann passiert etwas Schockierendes. Die Menge fordert lautstark, dass Barabbas freigelassen und Jesus gekreuzigt wird. In Markus 15,15 heißt es: „Da wollte Pilatus der Menge zuwillen sein und ließ ihnen Barabbas freilassen; Jesus aber ließ er geißeln und zur Kreuzigung übergeben“ In einem Augenblick kommt der Schuldige frei, und der Unschuldige nimmt seinen Platz ein. Jesus hat diesen Platz freiwillig eingenommen. Er hat das für dich getan.
Das ist nicht nur Geschichte. Das ist das Evangelium in lebendigen Farben.
Barabbas kommt aus dem Gefängnis, weil Jesus zum Kreuz geht. Der Schuldige wird freigelassen, weil der Gerechte verurteilt wird. Jede Anklage, die eigentlich Barabbas galt, fiel stattdessen auf Christus. Und die Bibel macht klar, dass dies schon immer Gottes Erlösungsplan war. Jesaja hat es schon Jahrhunderte zuvor prophezeit: „Der Herr hat die Schuld von uns allen auf ihn gelegt“ (Jesaja 53,6 ESV). Das schließt dich mit ein. Deine Sünde. Deine Schande. Deine Vergangenheit. Er hat sie für dich getragen.
Hier beginnt für den Gläubigen tiefe Ruhe. Jesus kam nicht, um dir eine vorübergehende Deckung oder eine zweite Chance zu geben, dich mehr anzustrengen. Er kam, um die Schuld, die gegen dich sprach, vollständig zu begleichen. In Kolosser 2,14 heißt es, dass Gott „die Schuldschrift, die gegen uns sprach, mit ihren Forderungen getilgt hat. Er hat sie aufgehoben und an das Kreuz geheftet“ (ESV). Beachte die Endgültigkeit. Die Anklagen waren real. Die Schuld war echt. Aber das Kreuz war entscheidend und endgültig. Und Jesus hat das für dich getan.
Die Schrift nennt den Feind „den Ankläger unserer Brüder“ (Offenbarung 12,10 ESV), und auch heute noch versuchen Anklagen manchmal, in zarten Herzen Widerhall zu finden. Aber das Kreuz hat bereits auf jede einzelne davon geantwortet. Als Jesus an deiner Stelle stand, nahm er nicht nur die Strafe für die Sünde auf sich, sondern auch das ganze Gewicht der Verurteilung, die darauf folgte. In Römer 8,33–34 wird die Frage gestellt, die diese Angelegenheit für immer klärt: „Wer will die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist es, der gestorben ist“ (ESV). Er ist für dich gestorben.
Der Gerichtssaal ist nicht mehr in Sitzung. Das Urteil über dein Leben ist bereits gefällt worden.
Das macht Gläubige nicht leichtsinnig. Es gibt uns Sicherheit. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man versucht, der Anklage zu entkommen, oder ob man aus der festen Gewissheit des Kreuzes lebt. Wenn du weißt, dass der Fall gegen dich bereits vollständig von Jesus geklärt wurde, beginnt dein Herz wieder zu atmen. Liebe wächst auf natürlichere Weise. Das Vertrauen vertieft sich. Die Anbetung wird aufrichtig statt angestrengt. Das ist die Freiheit, die er für dich erkauft hat.
Barabbas wachte an diesem Morgen in Erwartung seines Urteils auf. Am Abend war er frei, weil ein anderer Mann seinen Platz eingenommen hatte. Das ist die Geschichte jedes Gläubigen, der auf Christus vertraut hat. Du versuchst nicht, dir deine Freilassung langsam zu verdienen. Durch das vollendete Werk Jesu ist dein Fall bereits entschieden, deine Akte ist gelöscht und dein Platz in der Familie des Vaters ist gesichert. Jesus hat all das für dich getan.
Wenn also in letzter Zeit Anschuldigungen in deinen Gedanken laut geworden sind, lass das Kreuz lauter sprechen. Derjenige, der keine Sünde kannte, stand dort, wo der Schuldige hätte stehen sollen. Die Anklagen waren real, aber die Gnade Gottes erwies sich als größer. Dank Jesus hat der Ankläger nicht das letzte Wort über dein Leben.
Ruhe dich heute hier aus. Das Kreuz war genug. Und der Retter, der Barabbas‘ Platz eingenommen hat, hat deinen Platz vollständig und für immer gesichert. Er hat das alles für dich getan.
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