
Von Davids Harfe bis Golgatha: Die prophetische Symphonie von Psalm 22
(Eine prophetische Autobiografie des Messias, geschrieben noch bevor es die Römer überhaupt gab)
Psalm 22 ist keine Prophezeiung, wie wir sie heute verstehen. Es ist keine Vorhersage wie aus einem Glückskeks. Es ist keine vage, horoskopartige Poesie.
Psalm 22 ist eine präzise Prophezeiung. David schrieb prophetisch eine Anatomie der Kreuzigung, obwohl er noch nie eine gesehen hatte. Die Kreuzigung als Mittel der Folter und des Todes gab es zu seiner Zeit noch nicht. Und doch ist sie hier, tausend Jahre bevor sie stattfand. Es ist die zukünftige Qual des Messias, die im Voraus aufgezeichnet wurde, ein göttlicher Entwurf, der sich in Davids zitterndes Herz eingegraben hat.
Und als Jesus auf Golgatha erhöht wird, passt Psalm 22 nicht nur zu diesem Moment. Er wird zur Realität. Es ist, als hätte David Jesus eine Partitur gegeben, und am Kreuz spielt der Messias sie Zeile für Zeile, Atemzug für Atemzug, Wunde für Wunde.
Und als Jesus diese Zeilen sprach, erinnerte er diejenigen, die sie Zeile für Zeile kannten, an Psalm 22: seine Jünger und die Mitglieder des Sanhedrins, die die Ereignisse dieses Tages mitverfolgten. Er verkündete, dass er die Erfüllung dieser Prophezeiung war, und ihre Herzen müssen bei der Erkenntnis dieser Verbindung geschmerzt haben.
Lasst uns den Weg gehen, den die Jünger im ersten Jahrhundert gegangen wären, indem wir dem Faden von Davids Feder bis zum Kreuz Jesu folgen.
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Psalm 22,1)
Das ist die Zeile, die alles verändert.
Jesus murmelt sie nicht erschöpft vor sich hin, sondern schreit sie mit letzter Kraft aus voller Kehle, so wie David es in seiner Hoffnungslosigkeit tat.
„Eli, Eli, lama sabachthani?“ (Matthäus 27,46)
Für moderne Ohren klingt das wie Verzweiflung, aber für seine jüdischen Zuhörer war dies unverkennbar ein Signal.
Wenn ein Rabbiner die erste Zeile eines Psalms zitiert, ruft er damit den ganzen Psalm herbei.
Yeshua sagt damit:
„Schaut her. Schaut genau hin. Psalm 22 erfüllt sich. GERADE JETZT. Direkt vor euren Augen. Passt gut auf!“
Nein, der Vater hat ihn nicht verlassen.
Er hat das Drehbuch identifiziert.
Der Hirte zeigt auf die Karte, während die Wölfe denken, sie würden gewinnen.
„Alle, die mich sehen, verspotten mich …“ (Psalm 22,7–8)
David schreibt: „Er vertraut auf den Herrn; der soll ihn doch retten!“
Ein Jahrtausend später wiederholen die Priester genau denselben Satz:
„Er vertraut auf Gott; der soll ihn jetzt doch retten!“ (Matthäus 27,43)
Hören sie sich selbst nicht zu? Merken sie nicht, dass sie Psalm 22 zitieren, während sie Psalm 22 erfüllen?
Es ist eine göttliche Ironie höchsten Grades, dass die Spötter sich selbst zu Beweistexten machen.
Der Psalm wird zu einem Spiegel, und in ihren spöttischen Gesichtern sehen sie das Spiegelbild von Davids Prophezeiung.
Aber sie schauen nicht lange genug hin, um Buße zu tun.
„Ich bin wie Wasser ausgegossen … mein Herz ist in mir zerflossen.“ (Psalm 22,14)
David beschreibt einen Körper, der von innen heraus zerfällt.
Das ist keine Metapher. Keine Übertreibung. Es ist eine medizinische Beschreibung der Kreuzigung 1000 Jahre vor der Gründung Roms.
Am Kreuz:
Und dann schreibt Johannes: „Blut und Wasser flossen heraus.“ (Johannes 19,34)
Als sie ihm mit dem Speer in die Seite stachen, flossen Blut und Wasser aus seinem Körper.
David sah die Physiologie, die noch nicht entdeckt worden war.
Jesus erlebte die Physiologie, die David sah.
„Meine Zunge klebt an meinem Gaumen“ (Psalm 22,15).
Die Kreuzigung entzieht einem Menschen die Sprache. Die Sonne brennt. Der Blutverlust schwächt. Das angestrengte Atmen trocknet den Mund aus wie Staub.
So ruft Jesus, ausgetrocknet jenseits menschlicher Belastbarkeit:
„Ich habe Durst“ (Johannes 19,28).
Nicht nur, weil er Erleichterung brauchte. Sondern weil er wollte, dass sie den Psalm erkennen.
Das lebendige Wasser dürstet, damit die Heilige Schrift bis zum Rand gefüllt werden kann.
„Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt.“ (Psalm 22,16)
Es gibt keine sanfte Art, dies auszudrücken:
David beschreibt die Kreuzigung, bevor es die Kreuzigung gab.
Tausend Jahre vor der römischen Erfindung schreibt David die genaue Vorgehensweise:
Das ist keine glückliche Bildsprache. Es ist keine Vermutung.
Es ist Offenbarung.
Das Lamm wurde vor Grundlegung der Welt geschlachtet (Offenbarung 13,8). Und Psalm 22 trägt das Echo dieses ewigen Plans in sich.
„Ich kann alle meine Knochen zählen.“ (Psalm 22,17)
Der gekreuzigte Körper ist straff gespannt, die Rippen sind sichtbar, die Muskeln zittern, die Gelenke gleiten aus ihren Verankerungen.
Aber erstaunlicherweise bricht kein einziger Knochen, wie es Exodus 12 für das Passahlamm verlangt und Psalm 34 bestätigt.
Jesus hängt in Qualen, doch seine Knochen bleiben unversehrt.
Rom hat die Nägel in der Hand, aber der Himmel hat das Ergebnis in der Hand.
„Sie starren mich an und freuen sich hämisch über mich.“ (Psalm 22,17)
Stell dir die Szene vor …
Die Soldaten lehnen sich auf ihre Speere.
Die Priester verschränken zufrieden die Arme.
Die Menge schaut zu, als wäre es Theater.
Die Menschheit steht herum und starrt auf ihre eigene Erlösung mit der Gleichgültigkeit von Leuten, die ein Spektakel beobachten.
David sah sie schon lange bevor sie existierten: „Sie schauen und starren mich an.“
Das ist nicht nur Grausamkeit. Es ist kosmische Blindheit. Es ist eine Welt, die ihren Erlöser bluten sieht und denkt, sie sei Zeuge einer Unterhaltung.
„Sie teilen meine Kleider … … sie werfen das Los um mein Gewand.“ (Psalm 22,18)
Das ist so konkret, dass es sich wie eine Augenzeugenbeschreibung liest.
Und die Römer, ignorant und gelangweilt, erfüllen es perfekt:
„Sie warfen das Los um sein Gewand.“ (Johannes 19,24)
Keiner der Beteiligten merkt, dass sie sich selbst in die Prophezeiung einflechten.
David hat das Drehbuch geschrieben.
Rom spielt die Rollen.
Der Himmel führt Regie.
„Befreie mich … … rette mich aus dem Rachen des Löwen!“ (Psalm 22,20–21)
Hier wendet sich der Psalm, und die Stimme der Qual wird zur Stimme der Befreiung.
Es ist subtil, aber unverkennbar: „Du hast mir geantwortet.“ (Psalm 22,21)
Vergangenheitsform.
Bevor die Auferstehung überhaupt als bekanntes Konzept existierte. David sah den Messias sterben, aber er sah auch den Messias auferstehen.
Das Kreuz ist nicht das Finale.
Es ist der Wendepunkt.
Es ist der Moment vor Tagesanbruch,
in dem der Löwe von Juda aus dem Grab hervortritt.
„Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden … … die Enden der Erde werden sich daran erinnern.“ (Psalm 22,22.27)
Nach dem Tod und nach der Auferstehung breitet sich die Mission explosionsartig aus.
David sieht Jesus:
Psalm 22 beginnt in der Dunkelheit und endet in einer weltweiten Erweckung.
Er geht von
„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ zu
„Alle Völker werden vor dir anbeten.“
Nur die Auferstehung kann einen solchen Schrei in ein solches Lied verwandeln.
Psalm 22 ist der Psalm, der vor dem Messias blutete.
Das ist kein poetischer Zufall.
Es ist keine literarische Vorahnung.
Es ist ein tausend Jahre früher Augenzeugenbericht über:
Es ist die Kreuzigung in Tinte, bevor es die Kreuzigung im Fleisch war.
Psalm 22 ist das Drehbuch des Messias. Golgatha ist seine Bühne. Die Auferstehung ist sein explosives Finale.
Bevor Rom das erste Kreuz schmiedete, hörte David den Schrei des gekreuzigten Königs.
Auf Golgatha antwortete der König mit offenen Händen, durchbohrten Füßen und einem leeren Grab, das niemand kommen sah.
(Repost vom 30. November 2025)
by Jule with no comments yetDer unfaire Prozess
Nun kommen wir zu dem, was mich über all die Jahre so fertig gemacht hatte, dass ich in den letzten 30 Jahren immer einen emotionalen Zusammenbruch hatte: ich kann es absolut nicht ertragen, wenn jemanden Unrecht geschieht. Und zwar nicht nur in Bezug auf mich selbst, sondern besonders in Bezug auf Menschen, die das absolut nicht verdient haben
Und Jesus hatte absolut nichts von dem verdient, was da „mit ihm geschieht“.
Wie gut, nun mal aus dem anderen Blickwinkel auf das Geschehen zu blicken und zu erkennen, dass er keineswegs das hilflose Opfer war, das nicht anders konnte
Jesus wurde verraten und festgenommen, die meisten seiner Jünger hauen ab und lassen ihn in der Stunde der Not allein. Naja, sie sind Menschen und unvollkommen und nachdem Jesus ihnen gerade mitgeteilt hat, dass er der Messias ist, auf den sie alle schon so lange warten, hat niemand mit dieser Wendung gerechnet, die Jünger sind überfordert
Allein zwei seiner Freunde gehen mit. Johannes hat sogar die Möglichkeit, in seine Nähe zu gelangen und er ist es, der später Petrus den Zugang ermöglicht. Beide sehen dem Geschehen entsetzt zu und Petrus muss später betroffen erkennen, wie schwach er selbst ist. War er zuvor noch felsenfest davon überzeugt, im Glauben zu stehen, ohne zu wanken, hört er sich selbst sagen, dass er „diesen Menschen nicht einmal kennt“. Er bricht zusammen (hier erkenne ich mich auch selbst wieder)
Jesus kommt vors Gericht, wir kennen das Sprichwort „von Pontius nach Pilatus“. Die religiösen Führer wollen ihn endlich los werden und sie bringen jede Menge falsche Zeugen. Aber diese widersprechen sich immer wieder und es scheint, als würde er nochmal glimpflich davon kommen. Er schweigt zu den Vorwürfen, sagt die ganze Zeit nichts. Aber als er merkt, dass sie ihm nichts können, liefert er selbst ihnen das, was sie wollen – und das ganz bewusst
Hätte er dies nicht getan, hätten sie ihn wieder freilassen müssen. Also im Prinzip reicht er ihnen die Handhabe für seinen Tod auf einem goldenen Tablett
Auch bei Pilatus wird er ins Kreuzverhör genommen und wieder schweigt er. Erst als Pilatus an dem Punkt angekommen ist, dass er ihn freilassen will und muss – liefert er auch ihm das, was fürs Todesurteil gebraucht wird, auf einem goldenen Tablett
Hatte ich IHN bisher immer als den armen misshandelten Mann gesehen, dem man übel mitgespielt hatte: nun sehe ich ihn als starken aufrechten Helden, der selbst in dieser vertrackten Situation noch alles im Griff hat und ihnen hilft, das zu tun, was ich persönlich immer so unfassbar schrecklich finde
Er hält alles in seiner Hand. Ja, sein Körper ist geschunden und sicherlich fühlt es sich nicht toll an, nun auch noch das schwere Kreuz (oder Holz oder den Pfahl) selbst zur Hinrichtungsstätte auf den Berg zu schleppen, er bekommt ja dann auch Hilfe
Ich möchte das ganze Leid jetzt nicht klein reden, ich finde es wichtig, dass man sich klar macht, was ER alles auf sich genommen hat für uns und auch für mich persönlich. Aber für mich persönlich ist wichtig zu erkennen, dass er das nicht getan hat, weil ihm nichts anderes übrig blieb, sondern dass er zu jeder Zeit alles im Griff hatte
Wir sehen ihn zwischen den beiden Sündern hängen, sein Körper gezeichnet von den Schlägen zuvor. Er vergibt dem Sünder, der bereut und ansonsten hält er sich geschlossen
Wie er starb
Auch im Angesicht des Todes hat er alles in seiner Hand. Wir lesen, dass er sagt, Gott habe ihn verlassen und ich hatte es immer so verstanden, dass er sich in dieser Stunde vom Vater verlassen fühlte
„um die neunte Stunde aber schrie Jesus auf mit lauter Stimme und sagte: Eli, eli, lama sabachthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
MATTHAEUS 27:46 ELB
Bei diesem Text sind zwei Punkte für mich neu und besonders wichtig, Gedanken, die mich befreien
Zum einen ist dieser Ausruf „warum hast du mich verlassen?“ nicht sein persönliches Empfinden, sondern er betet wie jeder gläubige Jude den Todespsalm 22 – wir hatten uns ja erst vor ein paar Wochen im AktivGottesdienst damit befasst
Das andere ist, dass er „mit lauter Stimme rief“
Warum ist das so bedeutungsvoll? Schreien wir nicht alle in der Stunde der Not?
Das mag sein, aber hier erschließt sich eine ganz andere Bedeutung, wenn wir berücksichtigen, was im Körper eines Menschen passiert, der an ein Kreuz bzw. an einen Stamm genagelt ist:
Ein gesunder Mann würde in der Position ca 5 Tage benötigen, bis der Tod seine Qual beendet. In der Regel versucht man sich mit den Füßen abzustützen. Wenn das nicht mehr geht, versucht man es über die Hände. Dies immer wieder im Wechsel, bis die Kräfte nachlassen. Wenn garnichts mehr geht, wird die Lunge zusammen gedrückt und der Mann stirbt
Dass Jesus hier mit lauter Stimme einen ganzen Psalm rufen kann, zeigt, dass er noch lange nicht vom körperlichen her soweit war. Auch hing er ja „nur“ einige Stunden und nicht viele Tage. Nicht umsonst wurden nachher den anderen beiden die Beine gebrochen, damit es schneller ginge und sie die Leichname noch vor Sonnenuntergang abnehmen könnten
Aber über Jesus lesen wir:
„Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; um die neunte Stunde aber schrie Jesus auf mit lauter Stimme und sagte: Eli, eli, lama sabachthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Als aber etliche der Dastehenden es hörten, sagten sie: Dieser ruft den Elias. Und alsbald lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn. Die Übrigen aber sagten: Halt, laßt uns sehen, ob Elias kommt, ihn zu retten! Jesus aber schrie wiederum mit lauter Stimme und gab den Geist auf.“
MATTHAEUS 27:45-50 ELB
Er schrie nicht nur mit lauter Stimme, sondern er gab auch selbst den Geist auf. In anderen Übersetzungen lesen wir:
„Jesus wusste, dass nun sein Auftrag erfüllt war. Doch die Vorhersage der Heiligen Schrift sollte voll und ganz in Erfüllung gehen, darum sagte er: »Ich habe Durst!« In der Nähe stand ein Krug mit Essigwasser. Die Soldaten tauchten einen Schwamm hinein, steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten Jesus den Schwamm an den Mund. Nachdem Jesus ein wenig davon probiert hatte, rief er: »Es ist vollbracht!« Dann ließ er den Kopf sinken und starb (Fußnote: übergab den Geist)“
Johannes 19:28-30 HFA
„Und er gab sein Leben in die Hände des Vaters zurück“ (Vers 30 in der Neues Leben Übersetzung)
Er lieferte also nicht nur selbst die Beweise, weil seine Feinde das selbst nicht auf die Reihe kriegten, sondern er gab auch selbst sein Leben auf. Nicht „er starb, weil sein Körper nicht mehr konnte“ und auch nicht „weil der Vater das Leiden beendet“ hätte – er selbst gab sein Leben auf
Eine faszinierende Geschichte, wenn man sie mal aus diesem Blickwinkel betrachtet
Ich möchte nochmals betonen, dass ich das andere nicht weniger schlimm finde – denn die ganzen Dinge, die mich bisher immer aufgeregt hatten, stehen ja noch immer da und sind eine Tatsache. Aber es hat für mich eine andere Qualität!
Auch wenn Jesus verraten, ihm ein falscher Prozess gemacht wurde, die Menschen ihn verspottet hatten und er Leid und Qual erduldete und letztendlich am Kreuz starb:
Er hatte alles in seiner Hand und er tat es aus Liebe zu uns !!!
by Jule with no comments yetDas Abendmahl des Herrn
Heute hat Peter mal das Programm übernommen. Nach dem gemeinsamen Singen der Lieder „Ursprung und Ziel“, „In Wein und Brot“ und „Siehst du das Lamm?“ hat er Psalm 22 gelesen:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie verzweifelt, doch du bist so weit weg, nirgendwo scheint mir Rettung in Sicht zu sein. Mein Gott, Tag und Nacht rufe ich zu dir um Hilfe, aber du antwortest nicht und schenkst mir keine Ruhe. Du bist doch der heilige Gott! Du bist es, dem das Volk Israel seine Loblieder singt. Unsere Vorfahren haben sich auf dich verlassen, und du hast ihnen immer wieder geholfen. Zu dir schrien sie und wurden gerettet. Sie vertrauten dir, und du hast sie nicht enttäuscht. Und was ist mit mir? Ein Wurm bin ich, kein Mensch mehr – nur noch Hohn und Spott hat man für mich übrig. Alle Leute machen sich über mich lustig. Wer mich sieht, verzieht sein Gesicht und schüttelt verächtlich den Kopf. »Überlass Gott deine Not!«, lästern sie, »der soll dir helfen und dich retten! Er liebt dich doch, oder etwa nicht?« Du, Herr, hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen. Schon an ihrer Brust hast du mich Vertrauen gelehrt. Du bist mein Gott, seitdem mein Leben begann. Seit der Stunde meiner Geburt bin ich auf dich angewiesen. Bleib mir jetzt doch nicht fern! Groß ist meine Angst! Weit und breit gibt es keinen, der mir hilft. Viele Feinde kesseln mich ein, umringen mich wie wilde Stiere. Sie reißen ihr Maul auf wie brüllende Löwen, die ihre Beute zerfleischen wollen. Meine Kraft schwindet wie Wasser, das versickert, und alle meine Knochen sind wie ausgerenkt. Mein Herz verkrampft sich vor Angst, und meine ganze Kraft ist dahin, verdorrt wie eine staubige Tonscherbe. Die Zunge klebt mir am Gaumen. Du lässt mich im Tode versinken. Eine Meute böswilliger Menschen umkreist mich, gierig wie wildernde Hunde. Hände und Füße haben sie mir durchbohrt. Ich kann alle meine Knochen zählen. Sie aber starren mich schadenfroh an. Schon teilen sie meine Kleider unter sich auf und losen um mein Gewand. Herr, wende dich nicht länger von mir ab! Nur du kannst mir neue Kraft geben, komm mir schnell zu Hilfe! Rette mich vor dem tödlichen Schwert, bewahre mich vor den Krallen der Hundemeute! Ich habe doch nur dieses eine Leben! Reiß mich heraus aus dem Rachen der Löwen und beschütze mich vor den Hörnern dieser wilden Stiere! Und tatsächlich, Herr: Du hast mich erhört! Ich will meinen Brüdern deinen Namen bekannt machen, vor der ganzen Gemeinde will ich dich loben. Alle, die ihr den Herrn achtet, preist ihn! Ihr Nachkommen von Jakob, ehrt ihn! Begegnet ihm in Ehrfurcht, ihr vom Volk Israel! Denn er hat den Hilflosen nicht verachtet, über sein Elend ging er nicht hinweg. Nein, Gott wandte sich nicht von ihm ab, sondern hörte auf ihn, als er um Hilfe schrie. Herr, jetzt habe ich allen Grund, dir vor der großen Gemeinde ein Loblied zu singen. Was ich dir in meiner Not versprochen habe, löse ich nun ein; alle, die Ehrfurcht vor dir haben, sind meine Zeugen. Die Armen sollen sich wieder satt essen. Alle, die nach dem Herrn fragen, sollen ihn loben. Euer Leben lang dürft ihr euch daran freuen! Auch in den fernsten Ländern werden Menschen Gott erkennen und zu ihm umkehren, ja, alle Völker werden sich vor ihm niederwerfen. Denn der Herr ist König, er herrscht über alle Nationen. Auch die Großen dieser Erde müssen vor ihm niederfallen, sie, die immer mehr als genug zu essen hatten. Ja, vor ihm werden einmal alle Menschen ihre Knie beugen, alle Sterblichen, denen das Leben zwischen den Fingern zerrinnt. Die kommenden Generationen werden ihm dienen, eine wird der nächsten von ihm erzählen. Selbst die Menschen, die noch nicht geboren sind, werden von seinen gerechten Taten hören, und man wird sagen: »Der Herr hat es vollbracht!«“
Psalm 22:2-32 HFA
Nun sind wir alle auf das Thema eingestimmt, denn hier ist vorausschauend von dem die Rede, was Jesus für uns getan hat. Es war nicht mal eben schnell, sondern er hat wirklich viel durch gemacht, bevor er sein Leben für uns gegeben hat. Eigentlich sollte jeder mal den Film „Die Passion Christi“ gesehen haben, damit uns klar wird, was da eigentlich passiert ist
Jesus hat sein Leben für uns gegeben, weil und obwohl wir alle Sünder sind. Er war bereit, alles zu geben, damit wir unbefangen zu unserem himmlischen Vater kommen können. Am Kreuz bittet er sogar den Vater, dass er denen vergibt, die ihm das angetan haben, „denn sie wissen nicht, was sie tun“. Er vergibt Ihnen, obwohl er allen Grund gehabt hätte, sie zu verfluchen.
Für uns ist das mit der Vergebung nicht immer einfach. Aber wir sollten uns in den Sinn rufen, dass auch derjenige, der uns gerade so nervt oder der uns so viel angetan hat, ein Kind Gottes ist und dass Jesus auch für ihn gestorben ist.
Die Geschichte von Corrie ten Bloom kam zur Sprache. Sie hatte eine Ansprache über das Thema Vergebung gehalten. Im Anschluss kam ein Mann auf sie zu und bat sie um Vergebung. Sie erkannte in ihm den Mann wieder, der ihre Familie im KZ auf dem Gewissen hatte. Ein Gefühlschaos brach über sie herein. Aber dann drückte sie die Hand, die der Mann ihr reichte. Sie sagte, dass Vergebung kein Gefühl ist, sondern eine Entscheidung.
Das Beispiel mit der KirchenGlocke kam zu Sprache. Man zieht an einem Seil und sie läutet. Wenn sie wieder los gelassen wird, schwingt sie sich langsam aus, bis sie ganz zur Ruhe kommt. Auch wenn wir vergeben, kommen wir nicht unbedingt sofort zur Ruhe. Aber mit der Entscheidung zu vergeben, lassen wir das Seil der Glocke los. Unsere Gefühle werden noch eine Weile brauchen, bis sie ganz zur Ruhe kommen. Aber wir sind dabei ja nicht allein, können mit all dem Schmerz ja zu unserem Schöpfer gehen
Wenn wir nicht vergeben, schaden wir uns selbst. Thom sagte, dass davon meine Nackenschmerzen kommen, denn die Last liegt noch auf meinen Schultern. Ich muss vergeben und los lassen, damit die Last abfällt. Wie ihr seht, hab ich dazu mal ein sehr schönes Bild hier bei Facebook gesehen 😉
Wir sollten uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir selbst ja Sünder sind und nicht nur unseren Gott immer wieder mit unseren Fehlern „erfreuen“. Auch wir benötigen Vergebung. Wenn uns das klar ist, können wir wohl eher vergeben
Im Rahmen des ganzen wurden Brot und Wein geteilt
Es wurde noch empfohlen, sich in Ruhe zu Hause noch mal Jesaja Kapitel 53 durch zu lesen – aber das tun wir ja eh in den nächsten Tagen im Rahmen der chronologischen Bibellesung 😉
Nachdem wir gemeinsam das wundervolle Essen genossen haben, das Brigitte und Peter gestern für uns alle vorbereitet haben, klang das Beisammensein Nachmittags langsam aus
Wie ihr bemerkt haben, sind wir nicht zu dem normalen Thema für den Sonntag gekommen, daher werden wir am nächsten Sonntag das Kapitel 23 vom 5. Buch Mose behandeln
Wir wünschen allen noch einen schönen Tag und eine gesegnete Woche 😘💐
