
Als ich die Geschichte von Elis Söhnen in 1. Samuel 2 las, fiel mir zuerst nicht nur ihre Unmoral auf, sondern auch, wie die Bibel sie vorstellte: „Sie kannten den Herrn nicht“ (1. Samuel 2,12).
Dieser Satz kam mir jetzt schwerer vor
als damals, als ich ihn zum ersten Mal las.
Die beiden waren keine Außenseiter.
Sie waren Söhne eines Priesters und
selbst Priester.
Sie sind im Haushalt Elis aufgewachsen.
Sie dienten im Tabernakel in Silo.
Sie kümmerten sich um die Opfergaben, die
als Symbol für Sühne und Anbetung dargebracht wurden.
Deshalb finde ich es so schockierend, dass die
Schrift sagt, sie kannten Ihn nicht.
Als ich genauer hinschaute, erkannte ich, dass das Problem
nicht nur darin bestand, dass sie keinen Zugang
oder keine Nähe zu heiligen Dingen hatten.
Es war das Fehlen echter Ehrfurcht in ihren Herzen.
Die Bibel beschreibt, wie sie
das Opfersystem missbraucht haben.
Nach dem Gesetz waren bestimmte Teile
der Opfergabe den Priestern zugeteilt.
Aber Hofni und Pinehas verlangten
mehr, als der Herr erlaubt hatte.
Bevor das Fett verbrannt wurde, ein Teil, der
dem Herrn gehörte, schickten sie Diener
mit Gabeln, um sich das beste Fleisch zu holen.
Wenn ein Gläubiger sich wehrte, drohten sie mit Gewalt.
Die Schrift sagt, dass sie die Opfergabe
des Herrn mit Verachtung behandelten.
Die Wortwahl hier
zeigt das tiefere Problem.
Ihre Sünde war nicht nur Gier gegenüber den Menschen,
sondern auch ihre Respektlosigkeit gegenüber dem Herrn.
Was dazu gedacht war, den Herrn zu ehren,
nahmen sie als Gelegenheit
zur Selbstbefriedigung.
Die Erzählung berichtet auch von moralischer Verkommenheit.
Sie lagen mit den Frauen, die am
Eingang des Zeltes der Begegnung dienten (1. Samuel 2,22).
Der Ort, der eigentlich mit Gebet und Opfer verbunden war,
wurde wegen ihnen zu einem Ort der Ausbeutung.
Die Autorität, die eigentlich die Heiligkeit schützen sollte,
wurde genutzt, um ihre persönlichen Wünsche zu befriedigen.
Eli hörte von ihren Taten und schimpfte mit ihnen,
aber irgendwie fehlte es seiner Zurechtweisung an Entschiedenheit.
Später wird in der Schrift deutlich, dass
es ihm nicht gelang, sie zu bremsen.
Seine Schwäche als Vater und Anführer
ließ zu, dass die Sünde ungehindert weiterging.
Dieser Teil der Geschichte war ernüchternd,
weil er zeigte, wie Passivität
in der Führung zu tieferem Schaden führen kann.
Als ich über ihr Leben nachdachte,
wurde mir klar, dass die Gefahr in ihrer Geschichte
sich nicht auf dramatische öffentliche Sünden beschränkte.
Die tiefere Gefahr war Vertrautheit
ohne echte Gottesfurcht.
Sie wuchsen inmitten von Opfern auf.
Sie hörten täglich viele Gebete.
Sie waren umgeben von
heiliger Sprache und heiligen Ritualen.
Doch mit der Zeit wurde das Heilige
für sie alltäglich.
Was sie eigentlich zum Gottesdienst führen sollte,
wurde für sie normal.
Es ist also möglich, heiligen Dingen nahe zu sein
und trotzdem geistig weit weg zu bleiben.
Diese Warnung fühlte sich unangenehm relevant an
für jeden, der im Dienst oder im Gemeindeleben tätig ist.
Der Kontakt mit der Wahrheit garantiert nicht, dass man sich dadurch verändert.
Im selben Kapitel gab es auch einen stillen Kontrast.
Während Elis Söhne das Priestertum korrumpierten,
diente der junge Samuel vor dem Herrn (1. Samuel 2,18).
Am selben Ort, unter derselben
geistlichen Führung, entwickelten sich zwei sehr unterschiedliche
Haltungen.
Die eine wurde hart und anspruchsvoll.
Die andere wurde aufmerksam und demütig.
Der Unterschied lag nicht in der Umgebung, sondern in der Reaktion.
Gott war nicht von Abstammung oder Position beeindruckt.
Er schaute auf das Innerste des Herzens.
Das Urteil, das folgte, war hart.
Ein Mann Gottes verkündete, dass Elis
Haushalt seine priesterlichen Privilegien verlieren würde
(1. Samuel 2,27–36).
Schließlich starben beide Söhne
am selben Tag in der Schlacht,
und die Bundeslade wurde erobert
(1. Samuel 4).
Die Erzählung stellte diese Ereignisse nicht leichtfertig dar.
Sie waren tragisch. Aber sie zeigten
etwas über die Heiligkeit Gottes.
Er ist geduldig, aber er duldet nicht auf unbestimmte Zeit
die Verachtung seines Namens.
Geistliche Privilegien bringen Verantwortung mit sich.
Wenn ich über die Gefahr nachdenke, wie
die Söhne Elis zu sein, dann beginnt diese nicht mit einem Skandal.
Sie begann still und leise. Sie begann, als
der Dienst die Beziehung ersetzte.
Sie beginnt, wenn wir die Heilige Schrift,
den Dienst oder die Leiterschaft als Routineaufgaben behandeln
anstatt als heilige Aufgabe, wie wir es anfangs taten.
Sie vertieft sich, wenn Korrektur kommt
und wir uns dennoch entscheiden, uns dagegen zu wehren.
Mit der Zeit kann das Herz stumpf werden,
ohne dass wir es sofort bemerken.
Es ist ein stiller, allmählicher Killer der Begeisterung.
Aber hier ist eine wichtigere Lektion:
Ihr Versagen bereitete den Weg für
eine tiefere Sehnsucht Israels nach einem treuen Priester.
Später wies die Heilige Schrift auf einen hin,
der seine Autorität nicht missbrauchen würde,
sondern sich selbst in Liebe hingeben würde.
In Christus sehen wir den wahren und treuen Hohenpriester. Er
hat sich nichts genommen, was ihm nicht gehörte.
Er hat sich sogar freiwillig hingegeben.
Er hat das Opfer nicht verachtet.
Er wurde zum ultimativen, makellosen Opfer.
Wo Elis Söhne Gott falsch darstellten,
hat Christus ihn perfekt offenbart.
Die Geschichte lädt also eher zu einer stillen Prüfung
als zu einer schnellen Verurteilung ein.
Zittern wir noch immer vor Gottes Wort?
Dienen wir, weil wir ihn lieben,
oder weil wir von dieser Rolle profitieren?
Sind wir offen für Korrektur,
auch wenn sie uns konfrontiert?
Über Gott Bescheid zu wissen ist nicht dasselbe wie ihn zu kennen.
Die Söhne Elis erinnern uns daran, dass heilige Stätten
und geistliche Titel kein Ersatz für ein demütiges,
gehorsames Herz vor dem Herrn sein können.

HANNA: EINE FRAU, DIE DURCH SCHMERZEN BETETE (1. Samuel 1–2)
Hannas Geschichte erinnert uns daran, dass Gott Gebete hört, die unter Tränen geflüstert werden.
Sie war unfruchtbar, wurde verspottet, missverstanden und war zutiefst gebrochen. Doch Hanna ließ nicht zu, dass Bitterkeit ihr Herz prägte – sie ließ ihr Gebet ihren Glauben prägen. In ihrer Not ging sie vor den Herrn und schüttete ihm ihr Herz aus. Keine ausgefallenen Worte. Keine laute Stimme. Nur ein aufrichtiges Herz, das sich vor Gott entblößte.
Und Gott hörte sie.
Der Herr erhörte Hannas Gebet und schenkte ihr einen Sohn, Samuel – dessen Name „von Gott gehört“ bedeutet. Aber Hannas Glaube hörte nicht mit dem Empfang des Wunders auf. Sie hielt ihr Versprechen und gab Samuel zurück an Gott, wobei sie ihm vollkommen vertraute.
Durch Hannas Gehorsam erweckte Gott einen Propheten, der den Lauf der Geschichte Israels verändern sollte.
Was Hannah uns heute lehrt: • Gott hört stille Gebete.
Wenn Gott Hannah erhört hat, hört er auch dich. Bete weiter. Vertraue weiter. Glaube weiter.
GEBET
Himmlischer Vater,
wie Hannah kommen wir mit offenem Herzen vor dich. Du siehst jede Träne, jeden stillen Schrei, jede Last, die wir heimlich tragen. Lehre uns, dir in Zeiten des Wartens zu vertrauen und unseren Schmerz in deine Hände zu legen. Stärke unseren Glauben, wenn Antworten auf sich warten lassen, und hilf uns, treu zu bleiben, auch bevor der Durchbruch kommt. Verwandle unsere Trauer in Lobgesänge und unsere Prüfungen in Zeugnisse deiner Herrlichkeit. Wir erklären, dass du der Gott bist, der hört, der Gott, der antwortet, und der Gott, der seine Kinder niemals vergisst. Im mächtigen Namen Jesu, Amen.
Heute lesen 1. Samuel 1 bis 3. wir wünschen euch noch einen schönen und gesegneten Tag 😘
Wir sind als Gruppe bereits gemeinsam durch das 1. Buch Samuel gegangen, daher bekommt ihr heute im Anhang die ausgearbeiteten Notizen davon. Viel Freude beim Lesen by Jule with 9 commentsWelcher Priester ist bei Saul?
Ahija aus der Linie Elis
Was hatte Jehova zu Eli sagen lassen?
„Darum sage ich, Jehovah, der Gott Israels: Ich habe dir versprochen, dass mir für alle Zeiten Männer aus deiner Sippe und deinem Stammesverband als Priester dienen sollen. Doch dazu lasse ich es nun nicht mehr kommen! Denn ich ehre nur die, die auch mich ehren. Wer mir aber verächtlich den Rücken kehrt, der wird selbst auch verachtet.“
1. Samuel 2:30 HFA
Der stammte also aus der Linie, die Jehova verworfen hatte
„darunter der Priester Ahija. Er war der Sohn von Ikabods Bruder Ahitub. Sein Großvater war Pinhas, sein Urgroßvater Eli, der früher in Silo als Priester Jehovahs gedient hatte. Ahija war in jener Zeit der Priester und trug das Priestergewand.“
1. Samuel 14:3 HFA
Ikaboth war der Enkel von Eli, der geboren wurde, als sein Vater, Onkel und Opa gestorben waren. Die Mutter selbst hab ihm nich den Namen und Starb dann auch. Der Name bedeutet „die Herrlichkeit Jehovas ist von Israel gewichen“ (1. Samuel 4:21)
Letzte Woche haben wir gelesen, dass Jehova Saul verworfen hatte
„»Das war sehr dumm von dir!«, erwiderte Samuel. »Du hast dem Befehl Jehovahs, deines Gottes, nicht gehorcht. Er wollte dir und deinen Nachkommen für alle Zeiten die Königsherrschaft über Israel geben. Du aber hast sie durch dein voreiliges Handeln verspielt. Jehovah hat schon einen Nachfolger ausgesucht und ihn dazu bestimmt, das Volk zu regieren. Es ist ein Mann, der ihm Freude macht. Du aber hast dem Befehl Jehovahs nicht gehorcht.«“
1. Samuel 13:13-14 HFA
Saul und der Priester sind bereits von Jehova verworfen, dennoch benutzt ER sie weiterhin
by Jule with no comments yetErste Samuel Kapitel 4
Kurze Wiederholung
Elkana und Hanna und Pinehas und deren Kinder gehen immer wieder in den Tempel. Eli ist schon alt und kann nicht so richtig einschätzen, wer von Herzen betet und wer betrunken ist (Kapitel 1). Hanna gibt Samuel im Tempel ab als Dankeschön, im Gegenzug schenkt er ihr weitere fünf Kinder.
Ein Prophet kommt zu Samuel und sagt, dass das mit deinen Söhnen nicht in Ordnung ist (Kapitel 2). Später spricht Jehova mit dem jungen Samuel und sagt noch mal das selbe (Kapitel 3).
Warum hatte Jehova sie verworfen?
Weil sie sich gegen ihn und das Volk versündigt hatten. Sie haben Gott bestohlen und lieferten ein falsches Vorbild für das Volk und verhinderten so, dass das Volk ein gutes Verhältnis zu Jehova haben konnte
Wenn wir damals gelebt hätten, dann könnten wir nicht einfach in einen Buchladen gehen und uns eine Bibel kaufen und wir hätten auch keine HandyApps
Der einzige Weg, Jehova kennen zu lernen, waren die Priester
Stellen wir uns vor, dass uns in der Stiftshütte ein Hohepriester erwartet mit einer falschen Einschätzung, ich werde beleidigt und man hält mich für eine Betrunkene. Die Priester würden uns das Opfer nicht so bringen lassen, wie wir das wollen
Wenn gottes Vertreter so doof sind, meidet man eher den Ort
by Jule with no comments yetJehova erschien immer wieder in Silo (22), um mit Samuel zu reden und ihn zu lehren
Welche Ehre, dass Jehova selbst gekommen ist und von Angesicht zu Angesicht mit ihm gesprochen hat
Manche Leute sagen heute, sie hätten Jesus im Traum gesehen oder real, dadurch seien sie Christen geworden
Aber wenn du wirklich eine Beziehung zu IHM hast, erscheint er nicht nur einmal, sondern immer wieder
Heute erscheint er nicht mehr so, jetzt erscheint er erst wieder bei seiner Wiederkunft
Spielt es für Jehova eine Rolle, welcher Gemeinschaft ich angehöre, wenn ich ihn aufrichtig liebe, aber irregeleitet bin durch die Leitung?
by Jule with no comments yetWas hat Jehova Samuel zu sagen?
Das meiste weiß Eli schon, denn wir haben in Kapitel 2 gelesen, dass ein namenloser Prophet kam und Eli dasselbe schon sagte.
Warum hatte Eli da nicht mehr drauf reagiert?
Vielleicht, weil seine Söhne eh nicht mehr auf ihn hörten, oder aber
Vielleicht hatte er dem Propheten zu wenig vertraut, weil er ohne Namen erwähnt wird und außerdem werden Männer im Alter schwächer und nachgiebiger
Aber auch, weil er selbst der Nachkomme Aarons und der Hohepriester war und einmal im Jahr in die Gegenwart Jehovas durfte. Dort kam er mit allen Sünden des Volkes, auch mit seinen eigenen, vor Jehova
Das war einmal im Jahr am Yonkippur, dem Versöhnungstag, die Sache mit dem Sündenbock
Er opferte einen Bock und einen zweiten „belegte“ er mit allen Sünden und schickte ihn weg. Damit waren alle Sünden vergeben
Eli glaubt also, dass damit einmal im Jahr für alleSünden bezahlt sind – also auch seine und die seiner Söhne
by Jule with no comments yet1. Samuel Kapitel 3
Eli lernt eine ganze Menge dazu – und wir auch
Kurze Wiederholung
Samuel schläft vor dem Heiligtum, also in der Stiftshütte, „in der Nähe der Bundeslade“, Irgendwo zwischen Schaubrottisch, Räucheraltar und Leuchter
Eli schlief wahrscheinlich irgendwo rechts oder links von dem Zelt (Stiftshütte)
Obwohl Eli der Hohepriester war, sprach Jehova nicht mehr mit ihm, sondern mit Samuel
War Eli noch der Hohepriester? Eli war hier schon fast blind und war eigentlich aus dem Dienst des Hohepriesters raus, da man sich mit Behinderungen nicht mehr dazu eignete (mosaischen Gesetz)
Die Stimme Jehovas war eigentlich ziemlich leise und ruhig, so dass Samuel dachte, dass Eli es wäre. Nachher erscheint ER Samuel als Gestalt (Vers 10)
Was hat Jehova Samuel zu sagen?
Das meiste weiß Eli schon, denn wir haben in Kapitel 2 gelesen, dass ein namenloser Prophet kam und Eli dasselbe schon sagte.
by Jule with no comments yetSamuel war ein Levit, aber kam nicht aus dem Stamm Aaron und konnte so nie Priester werden
Von wann bis wann konnte ein Priester im Heiligtum dienen und was war eigentlich Samuels Aufgabe in der Stiftshütte?
Nochmal
Was passierte, wenn ich mit meiner Familie und einem Tier zur Stiftshütte kam?
Ich (also das Familienoberhaupt) lasse meine Familie am Tor stehen und gehe mit dem Schaf zu den Bänken, die im Vorhof stehen und lege mein Tier darauf
Das Tier wird geschächtet
Wer fängt das Blut auf? Einer der Priester
Aber wer häutet das Tier und zerteilt und wäscht es?
Wer bringt das Fett zum Altar? Der Priester
Aber Samuel durfte das Fleisch kochen
Zum Altar hoch durften nur die Priester, aber dienende Funktionen durfte auch ein Levit
Aber da Samuel einer der niedrigsten der Dienenden war und der jüngste, da rechnete er nicht damit, dass Jehova zu ihm sprechen würde, da er nicht mal mehr mit dem Hohepriester gesprochen hatte
Hier machen wir also morgen im AkrivGottesdienst weiter
Wir wünschen euch noch einen schönen und gesegneten Tag, bis morgen 😘
by Jule with 1 commentWo schläft Samuel und die Priester? (Vers 3)
„Er schlief im Heiligtum, in der Nähe der Bundeslade, vor dem Allerheiligsten“
Sie schlafen in der Gegenwart Jehovas (zumindest Eli und Samuel) „im Heiligtum, im Tempel Jehovas“
Dies ist deswegen interessant, da Jesus später sagt, dass es im Hause seines „viele Wohnungen“ gibt, in die er seine Jünger einlädt. Wir haben das bisher immer mit dem Himmel in Verbindung gebracht, da uns bisher nicht aufgefallen war, dass es im realen Tempel und sogar schon in der Stiftshütte Räume für die Priester gab
Siehe auch Thoms Blogeintrag
by Jule with 2 comments