• Heute lesen wir …

      Wir lesen als Gruppe jedes Jahr einmal chronologisch die Bibel und fangen mit 1. Mose an und hören mit der Offenbarung auf - mach doch mit 

      Wir sind

      warum ihr beim Lesen der älteren Kommentare (bis 2013) den Eindruck habt, dass wir Zeugen Jehovas sind, erkläre ich hier ausführlich. Nur ganz kurz: NEIN, wir sind keine ZJ, sondern einfach nur Christen – ohne irgendeine Konfession, Dachverband oder Organisation über uns – die für Gott und sein Wort brennen und sich gerne mit anderen darüber unterhalten und austauschen

      Hier findest du die Daten zu unseren Treffen

      Unser Ziel

      … ist es, Menschen die Gott noch nicht kennen, zu ihm zu führen und mit seinem Wort bekannt zu machen; andere mit unserer Begeisterung für Gott und sein Wort anzustecken; einander zu ermuntern, im Glauben zu bleiben und zu wachsen; und einander zu helfen, ein ganz persönliches Verhältnis zum Schöpfer zu entwickeln, zu bewahren und zu vertiefen.

      Die Bibel

      Wir betrachten die ganze Bibel als Gottes Wort und sie hat für uns oberste Autorität. Wir vertreten keine bestimmte Lehrmeinung, sondern beziehen auch gerne andere Meinungen und Auslegungen mit ein, denn jeder sollte sich selbst anhand der Bibel ein Bild machen

      Warum sagen wir „Jehova“?

      Bitte „entschuldigt“, aber Arnold Fruchtenbaum – ein Jude, der zu Christus gefunden hat, benutzt (ebenso wie die unrevidierte Elberfelder 1905) diesen Namen als Name Gottes und er hatte auch in einem Seminar mal erklärt, warum:

      Auch wenn wir aufgrund der Schreibart der Juden nicht genau wissen, wie der Name früher ausgesprochen wurde (die Juden selbst sprechen ihn überhaupt nicht aus), so wissen wir doch, dass die meisten Namen der Bibel, die ein „Je“ drin haben, von dem Namen Gottes abgeleitet sind, wie zum.B. Jesus, Jesaja, Jeremia – um nur einige zu nennen

      Viele sprechen den Namen heute gar nicht mehr aus, das HERR hat den Gottes Namen in der Bibel ersetzt. Die meisten Übersetzer, die den Namen drin gelassen haben, übersetzen ihn mit Jahwe. Der Name Jehova wird sehr ungern benutzt, da er an die Zeugen Jehovas erinnert…

      Wichtig ist, dass der Name überhaupt benutzt wird, wir werden es unter anderem auch bei den 10 Plagen noch sehen. Es steht dir also frei, Jahwe oder Jehova zu sagen.

      Wir benutzen wie Arnold Fruchtenbaum den Namen Jehova – aus den selben Gründen

      Guckst du auch hier:

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    • März 12thSeht den Mann an, den von der Menschenmenge abgelehnten König

      👑 SCHAUT DEN MANN AN – DEN VON DER MENSCHENMENGE ABGELEHNTEN KÖNIG

      📖 Johannes 19:1–6

      Die Nacht war lang, brutal und voller Ungerechtigkeit gewesen. Nach stundenlangen falschen Anschuldigungen und Spott stand Jesus geschlagen und blutend vor dem römischen Statthalter. Soldaten hatten ihn gnadenlos ausgepeitscht. Sie drückten ihm eine grausame Dornenkrone auf den Kopf, und Blut lief ihm über das Gesicht. Um seinen Anspruch als König zu verspotten, warfen sie ihm ein purpurfarbenes Gewand über seine verwundeten Schultern und lachten, während sie ihn schlugen.

      Dann brachte der Statthalter Pontius Pilatus Jesus vor die wütende Menge.

      Der Hof war voller zorniger Stimmen. Die religiösen Führer stachelten das Volk zur Wut an. Soldaten umringten die verletzte und schweigsame Gestalt Jesu Christi, der geschlagen und gedemütigt, aber seltsam ruhig dastand.

      Pilatus hob die Hand und zeigte auf ihn.

      „Seht, der Mensch!“
      (Johannes 19,5)

      In diesem Moment sah die Welt den leidenden Erlöser – mit einer Dornenkrone gekrönt, mit Spott bekleidet, von seinem eigenen Volk abgelehnt. Der König des Himmels stand vor ihnen, nicht mit einem Schwert, sondern mit Wunden.

      Pilatus hoffte, dieser Anblick würde ihre Herzen erweichen. Sicherlich würde die Menge Mitleid mit einem Mann empfinden, der bereits so viel gelitten hatte.

      Doch stattdessen wurde ihre Wut immer lauter.

      „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“, riefen sie.

      Der König, auf den sie gewartet hatten …
      Derjenige, der Kranke heilte, Blinde sehend machte, Hungrige speiste und Tote auferweckte …

      Stand nun abgelehnt von genau den Menschen, die er retten wollte.

      Doch selbst in diesem Moment der Demütigung vollzog sich etwas Größeres.

      Diese Dornen waren nicht nur Spott – sie waren die Krone eines leidenden Königs.
      Diese Wunden waren keine Niederlage – sie waren der Preis der Erlösung.
      Und der Mann, den die Menge abgelehnt hatte, war der Erlöser, der bald das Kreuz für die Sünden der Welt tragen würde.

      Als Pilatus sagte: „Seht, der Mensch!“, sprach er mehr Wahrheit, als ihm bewusst war.

      Denn vor ihnen stand nicht nur ein Mann …

      sondern das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.

      Und obwohl die Menge an diesem Tag das Kreuz wählte, endete die Geschichte nicht mit dem Tod.

      Denn drei Tage später würde der abgelehnte König siegreich auferstehen.

      🔥 Seht, der Mensch.
      Seht das Opfer.
      Seht den Retter.


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    • März 12thGottes Wort ist ein Schild

      Es gibt Zeiten im Leben, in denen sich das Herz müde anfühlt. Einige von euch, die das hier lesen, machen vielleicht gerade Sachen durch, die ihr nicht geplant habt. Vielleicht habt ihr Lasten zu tragen, die niemand sonst sehen kann. Vielleicht kommt es euch so vor, als würden Gebete nur langsam erhört werden. Vielleicht hat das Leben eine Wendung genommen, die euch verwirrt, entmutigt oder still darüber nachdenken lässt, wie alles gut werden soll. Wenn ihr euch gerade in dieser Situation befindet, möchte ich euch an etwas Beständiges und Unerschütterliches erinnern.

      Gottes Wort hat dich nie im Stich gelassen.

      In der Bibel steht: „Jedes Wort Gottes ist wahr; er ist ein Schild für alle, die sich auf ihn verlassen“ (Sprüche 30,5). Dieser Vers enthält eine stille, aber kraftvolle Verheißung. Er sagt nicht, dass die meisten Worte Gottes wahr sind. Er sagt nicht, dass seine Verheißungen nur dann wahr sind, wenn die Umstände günstig erscheinen. Er sagt, dass jedes Wort Gottes wahr ist. Das heißt, wenn das Leben unsicher ist, sind die Verheißungen Gottes nicht unsicher. Sie bleiben stabil, auch wenn unsere Gefühle unruhig sind.

      Hier wird das vollendete Werk Jesu zu einer so tiefen Quelle der Hoffnung für Gläubige. Denn als Jesus in die Welt kam, sprach er nicht nur Gottes Verheißungen aus. Er erfüllte sie. Das Kreuz war kein Zufall in der Geschichte. Es war der Moment, in dem Gott ein für alle Mal bewies, dass man seinem Wort vollkommen vertrauen kann. Über Generationen hinweg versprach Gott Erlösung, Vergebung und Wiederherstellung durch den Messias. Als Jesus ans Kreuz ging und wieder auferstand, wurden diese Verheißungen erfüllt. Das vollendete Werk Christi wurde zum ultimativen Beweis dafür, dass jedes Wort Gottes wahr ist.

      Und diese Wahrheit ist von großer Bedeutung für die Zeiten, die du gerade durchlebst. Wenn sich das Leben unsicher anfühlt, versucht der Feind oft, dir einzureden, dass Gott dich vielleicht vergessen hat oder dass seine Verheißungen vielleicht doch nicht für dich bestimmt sind. Aber das Kreuz ist die endgültige Antwort auf diese Zweifel. Wenn Gott sein größtes Versprechen durch Jesus gehalten hat, kannst du ihm auch den Rest deiner Geschichte anvertrauen.

      In den Sprüchen steht, dass Gott ein Schutzschild für diejenigen ist, die bei ihm Zuflucht suchen. Ein Schutzschild nimmt dir nicht alle Kämpfe im Leben ab, aber es schützt die Person, die dahinter steht. Genauso ist das vollendete Werk Jesu zu einem Zufluchtsort für Gläubige geworden. Wegen dem, was Christus erreicht hat, bist du im Leben nicht allein. Du stehst in der Gnade, die Jesus gesichert hat.

      Das heißt, deine Hoffnung ist nicht zerbrechlich. Deine Hoffnung hängt nicht davon ab, ob das Leben heute glatt läuft oder morgen kompliziert wird. Deine Hoffnung ruht auf dem Charakter eines Gottes, dessen Wort sich schon als wahr erwiesen hat. Selbst wenn die Umstände unklar erscheinen, bleiben seine Verheißungen unverändert. Selbst wenn die Zukunft ungewiss erscheint, hat sich seine Treue nicht geändert. Selbst wenn dein Herz müde ist, hält dich die durch Jesus gesicherte Gnade immer noch fest.

      Was auch immer du gerade durchmachst, verliere nicht die Hoffnung. Jedes Wort, das Gott gesprochen hat, ist vertrauenswürdig. Das Kreuz hat es bereits bewiesen. Und derselbe Gott, der seine Verheißungen durch Jesus erfüllt hat, schreibt auch heute noch treu den Rest deiner Geschichte.


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    • März 12thDer gute Hirte

      DER GUTE HIRTE

      Johannes 10,15
      Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.

      Er ist der Hirte, der die neunundneunzig zurücklässt, um das eine zu suchen. Er geht durch Täler, klettert auf Berge und sucht inmitten des Sturms – nicht weil das Schaf perfekt ist, sondern weil es wertvoll ist. Seine Liebe misst keine Entfernungen. Sie überwindet sie.

      Wenn der Weg dunkel und der Wind stark ist, trägt der Hirte das verlorene Schaf auf seinen Schultern. Wenn Angst das Herz wie Dornen umgibt, ruft seine Stimme sanft seinen Namen. Wenn Schwäche überhandnimmt, wird seine Kraft zum Schutz.

      Niemand wird vergessen. Niemand wird verlassen. Der Hirte sieht die Gebrochenen, die Verirrten und die Erschöpften – und er stellt sie mit Gnade wieder her. Sein Stab leitet. Sein Licht führt. Seine Liebe rettet.

      Du bist bekannt. Du bist wertvoll. Du bist gefunden.


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    • März 12thEine Nacht voller Mut auf der Tenne

      EINE NACHT VOLLER MUT AUF DER TANNENFLÄCHE

      (Ruth 3,7–11)

      Die Nachtluft über Bethlehem war kühl und ruhig.

      Der lange Erntetag war endlich vorbei. Die Arbeiter hatten das Getreide gedroschen, und das Lachen und Reden verstummte langsam in der Stille der Nacht. Nachdem er gegessen und getrunken hatte, legte sich Boas neben den Gerstenhaufen, um die Ernte bis zum Morgen zu bewachen.

      Über ihm erstreckte sich der weite, dunkle Himmel, übersät mit unzähligen Sternen.
      Es schien eine ganz normale Nacht zu sein.

      Doch der Himmel bereitete still einen Moment vor, der Generationen verändern würde.

      Nicht weit entfernt, versteckt im Schatten, wartete Ruth.

      Sie dachte an die Reise, die sie hierher gebracht hatte. Sie hatte alles zurückgelassen – ihre Heimat, ihr Volk und das Leben, das sie einst gekannt hatte. Sie hatte ihren Mann begraben und war ihrer Schwiegermutter Noomi in ein Land gefolgt, das nicht ihr eigenes war.

      Doch trotz all dieser Verluste war eines unverändert geblieben: ihr Glaube an den Gott Israels.

      Diese Nacht erforderte Mut, wie sie ihn noch nie zuvor erlebt hatte.

      Noomi hatte ihr genaue Anweisungen gegeben, weil sie glaubte, dass dieser Moment eine Tür zur Erlösung für ihre Familie öffnen könnte. Aber der Schritt, den Ruth gehen wollte, erforderte Vertrauen – nicht nur in Noomis Weisheit, sondern auch in Gottes unsichtbaren Plan.

      Leise ging Ruth auf die Tenne zu.

      Der Wind wehte sanft durch die Gerstenfelder, während sie leise durch die Dunkelheit schritt. Boas schlief friedlich neben dem Getreide, das er so mühsam geerntet hatte.

      Mit Demut und stiller Tapferkeit folgte Ruth Noomis Anweisungen.
      Sie deckte sanft seine Füße auf und legte sich hin.

      Die Nacht blieb still.

      Stunden vergingen unter den wachsamen Sternen.

      Dann, gegen Mitternacht, wachte Boas plötzlich auf.

      Erschrocken drehte er sich um und spürte jemanden zu seinen Füßen. In der dämmrigen Dunkelheit sah er die Umrisse einer Frau, die dort lag.

      „Wer bist du?“, fragte er, und seine Stimme durchbrach die Stille.

      Mit respektvoller Demut und mutigem Glauben antwortete Ruth:

      „Ich bin deine Magd Ruth. Breite den Saum deines Gewandes über mich, denn du bist der Schutzherr und Erlöser unserer Familie.“

      Ihre Bitte hatte eine tiefe Bedeutung.

      Ruth handelte nicht aus Verzweiflung. Sie berief sich auf das alte Gesetz der Erlösung – eine Bestimmung, die Gott gegeben hatte, um Familien zu schützen und Hoffnung wiederherzustellen. Sie bat Boas, sie zu beschützen, ihre Zukunft zu retten und Noomis Familienlinie zu bewahren.

      Boas setzte sich auf, tief bewegt.

      Er hatte Ruths Charakter bereits bemerkt – die Art, wie sie sich um Noomi kümmerte, die Demut, mit der sie auf den Feldern arbeitete, und den Glauben, der ihr Leben leitete.

      Aber heute Nacht offenbarte sich etwas noch Größeres: ihr Mut und ihre Integrität.

      „Meine Tochter“, sagte Boas sanft, „möge der Herr dich segnen. Diese Güte ist größer als das, was du zuvor gezeigt hast. Du bist nicht jüngeren Männern nachgelaufen, ob reich oder arm. Und jetzt fürchte dich nicht. Ich werde alles für dich tun, worum du mich bittest, denn jeder in der Stadt weiß, dass du eine Frau von edlem Charakter bist.“

      Auf dieser stillen Tenne, unter den stillen Sternen, kreuzten sich zwei gläubige Leben unter der Hand Gottes.

      Was wie ein einfacher Akt des Gehorsams aussah, wurde zum Anfang einer Erlösungsgeschichte, die über Generationen hinweg nachhallen sollte.

      Ruth – die fremde Witwe, die sich für den Glauben entschied.
      Boas – der ehrenwerte Mann, der sich für die Gerechtigkeit entschied.

      Zusammen wurden sie Teil einer Abstammungslinie, die eines Tages zur Geburt des Erlösers Jesus Christus führen sollte.

      Denn wenn Glaube auf Mut trifft und Gehorsam auf Gnade, schreibt Gott eine Geschichte, die weit größer ist, als sich irgendjemand vorstellen kann.

      Und manchmal finden die mächtigsten Momente in Gottes Plan nicht in Palästen oder vor Menschenmengen statt.

      Sie finden an ruhigen Orten statt.

      Unter den Sternen.

      Wo ein Herz im Glauben flüstert:
      „Herr, ich vertraue dir.“


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    • März 12thDer Schatten, der sich rückwärts bewegte

      DER SCHATTEN, DER SICH RÜCKWÄRTS BEWEGTE

      📖 2. Könige 20,8–11

      König Hiskia, der Herrscher von Juda, war von einer schweren Krankheit befallen worden. Der Prophet Jesaja kam zu ihm mit einer Botschaft von Gott, dass sein Leben bald zu Ende sein würde. Diese Nachricht erschütterte den König zutiefst. In seiner Verzweiflung wandte Hiskia sein Gesicht zur Wand und betete unter Tränen zu Gott, er möge sich an seine Treue und Hingabe erinnern.

      Gott hörte das innige Gebet des Königs. Noch bevor Jesaja den Hof des Palastes verlassen hatte, befahl ihm der Herr, zurückzugehen und eine neue Botschaft zu überbringen. Gott hatte Hiskia’s Tränen gesehen und sein Gebet gehört. Anstatt zu sterben, würde Hiskia geheilt werden und weitere fünfzehn Jahre zu seinem Leben hinzugefügt werden. Der Herr versprach auch, Jerusalem vor seinen Feinden zu schützen.

      Aber Hiskia bat um ein Zeichen – etwas, das bestätigen würde, dass Gott ihn wirklich heilen würde. Durch den Propheten Jesaja bot Gott ihm eine bemerkenswerte Wahl an: Sollte der Schatten auf der Sonnenuhr zehn Schritte vorwärts oder zehn Schritte rückwärts gehen?

      Der König dachte sorgfältig darüber nach. Es war ganz natürlich, dass sich ein Schatten vorwärts bewegte, wenn die Sonne über den Himmel wanderte. Das wäre nicht schwer. Also bat Hiskia um das Unmögliche. Er sagte: „Lass den Schatten zehn Schritte zurückgehen.“

      Jesaja betete zum Herrn, und etwas Unglaubliches passierte. Auf der Sonnenuhr von Ahas drehte sich der Schatten, der sich schon vorwärts bewegt hatte, plötzlich um und ging zehn Schritte zurück – in die entgegengesetzte Richtung. Die Zeit schien sich vor ihren Augen umzukehren.

      Dieses Wunder war mehr als nur ein Zeichen für einen König. Es war eine starke Erinnerung daran, dass Gott über die Schöpfung herrscht. Derjenige, der die Sonne und die Erde gemacht hat, kann sie nach seinem Willen befehlen. Nichts ist für ihn zu schwierig – weder Krankheit noch Zeit noch die Gesetze der Natur.

      Der zurückgehende Schatten war der Beweis dafür, dass Gott das Gebet eines verzweifelten Mannes erhört hatte. Er zeigte, dass der Herr nicht fern von unseren Schreien ist. Wenn wir ihn mit aufrichtigem Herzen anrufen, hört er zu – und manchmal bewegt er Himmel und Erde, um zu antworten.

      Auch heute noch erinnert uns die Geschichte von Hiskia daran, dass der Gott der Bibel nicht durch menschliches Verständnis begrenzt ist. Derselbe Gott, der den Schatten zurückdrehte, ist in der Lage, Situationen zu wenden, Hoffnung wiederherzustellen und Wunder in das Leben derer zu bringen, die auf ihn vertrauen.


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    • März 12thDer weinende Prophet – als Jerusalem fiel

      🔥 DER WEINENDE PROPHET – ALS JERUSALEM FALL

      📖 Klagelieder 1 | Der Prophet Jeremia trauert über den Ruinen Jerusalems

      Die Stadt, die einst voller Lobgesänge war, war jetzt still.
      Die Straßen, die einst voller Freude waren, waren jetzt mit Asche bedeckt.
      Rauch stieg in den Himmel, als Flammen die große Stadt Jerusalem verschlangen.

      Und mitten in den Ruinen saß ein gebrochener Mann – der Prophet Jeremia.

      Er hatte sie gewarnt.

      Jahrelang hatte er das Volk angefleht. Er hatte Könige, Priester und Bürger angefleht. Er hatte ihnen gesagt, sie sollten zu Gott zurückkehren. Er hatte sie gewarnt, dass Zerstörung kommen würde, wenn sie weiter rebellierten.

      Aber niemand hörte auf ihn.

      Sie verspotteten ihn.

      Sie lehnten seine Botschaft ab.
      Sie sperrten ihn sogar ein.
      Und jetzt … war alles, wovor er gewarnt hatte, eingetroffen.

      Die mächtige Stadt Jerusalem war gefallen. Der Tempel war zerstört worden. Das Volk war von den Armeen Nebukadnezars II. in die Gefangenschaft geführt worden.

      Jeremia ging durch die zerstörten Straßen und sah, was von seiner geliebten Stadt übrig geblieben war.

      Kinder weinten vor Hunger.
      Häuser waren zerstört.
      Die einst so glorreiche Stadt sah jetzt aus wie ein Friedhof aus Steinen.

      Von Trauer überwältigt, hob Jeremia seine Stimme und weinte.

      Er schrieb Worte voller Trauer, die später zum Buch der Klagelieder wurden.

      „Wie verlassen liegt die Stadt, die einst so voller Menschen war!
      Wie sehr gleicht sie einer Witwe, die einst unter den Völkern groß war!“
      – Klagelieder 1,1

      Aber selbst in seiner tiefsten Trauer erinnerte sich Jeremia an etwas Mächtiges.

      Gottes Gnade war nicht verschwunden.

      Inmitten von Zerstörung und Herzschmerz verkündete der Prophet eine der mächtigsten Wahrheiten der Heiligen Schrift:

      „Durch die große Liebe des Herrn sind wir nicht vernichtet worden,
      denn seine Barmherzigkeit hört nie auf.
      Sie ist jeden Morgen neu;
      groß ist deine Treue.“
      — Klagelieder 3:22–23

      Selbst wenn eine Nation untergeht …
      Selbst wenn alles verloren scheint …
      ist Gottes Gnade immer noch größer als unsere Fehler.

      Jeremia weinte um die Vergangenheit – aber er glaubte auch an die Hoffnung, dass Gott sein Volk wiederherstellen würde.

      Und die Geschichte gab ihm Recht.

      Denn der Gott, der züchtigt, ist auch der Gott, der wiederherstellt.

      Und seine Gnade ist jeden Morgen neu.


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    • März 12thDas Öl, das nicht aufhört zu fließen

      DAS ÖL, DAS NICHT AUFHÖRTE ZU FLIESSEN
      📖 2. Könige 4:1–7

      In den Tagen, als Elisa als Prophet des Herrn unterwegs war, fiel eine trauernde Witwe verzweifelt zu seinen Füßen. Ihr Mann war einer der Söhne der Propheten gewesen – ein Mann, der Gott fürchtete. Aber jetzt war er nicht mehr da. Der Tod hatte ihn geholt, und die Schulden waren geblieben.

      Die Gläubiger standen vor ihrer Tür. Nach dem damaligen Brauch hatten sie das Recht, ihre beiden Söhne als Sklaven zu nehmen, um die Schulden zu begleichen. Stell dir ihre Angst vor. Sie verlor nicht nur ihr Geld – sie war dabei, ihre Kinder zu verlieren. Ihre Zukunft. Ihr Vermächtnis.

      Unter Tränen rief sie: „Dein Diener, mein Mann, ist tot … und du weißt, dass er den Herrn fürchtete. Aber jetzt kommt sein Gläubiger, um meine beiden Söhne als seine Sklaven zu nehmen.“

      Elisa sah sie an und stellte eine Frage, die alles veränderte:
      „Was hast du in deinem Haus?“

      Sie antwortete mit einer Stimme, die nach Niederlage klang:
      „Dein Diener hat überhaupt nichts … außer einem kleinen Krug Öl.“

      Nichts … außer.

      Für den Menschen war es unbedeutend. Für Gott war es genug.

      Elisa gab ihr seltsame Anweisungen. Er sagte ihr, sie solle zu all ihren Nachbarn gehen und sich leere Krüge ausleihen. „Bitte nicht nur um ein paar“, sagte er. Dann sollte sie in ihr Haus gehen, die Tür hinter sich und ihren Söhnen schließen und anfangen, Öl aus ihrem kleinen Krug in die leeren Gefäße zu gießen.

      Das war nicht nur ein Wunder – es war eine Prüfung ihres Glaubens. Die Größe ihrer Erwartung würde die Größe ihres Segens bestimmen.

      Also gehorchte sie.

      Stell dir die Szene vor: ein kleines, schwach beleuchtetes Haus. Tongefäße stehen aufgereiht auf dem Boden. Ihre Söhne laufen hin und her und bringen ausgeliehene Gefäße. Die Witwe zittert, als sie das kleine Gefäß neigt.

      Das Öl beginnt zu fließen.

      Es fließt sanft in das erste Gefäß. Es füllt sich bis zum Rand.

      „Bring mir noch eins“, sagt sie.

      Ihr Sohn bringt ein zweites Gefäß. Sie gießt erneut.

      Es fließt immer noch.

      Ein drittes Gefäß. Ein viertes. Ein fünftes.

      Das Öl fließt unaufhörlich. Es tropft nicht. Es versiegt nicht.

      Der Glaube wächst in dem Raum. Die Angst verschwindet. Die Hoffnung kehrt zurück.

      Ein Gefäß nach dem anderen wird gefüllt. Die Jungen trauen ihren Augen kaum. Das kleine Gefäß in ihrer Hand hätte längst leer sein müssen – aber es gibt immer noch Öl. Was als „fast nichts“ begann, ist jetzt überfließende Fülle.

      Schließlich sagt sie: „Bring mir noch einen.“

      Ihr Sohn antwortet: „Es ist kein Gefäß mehr übrig.“

      Und dann – hörte das Öl auf zu fließen.

      Es hörte nicht auf, weil Gott nichts mehr hatte. Es hörte auf, weil es keine leeren Gefäße mehr gab.

      Sie rannte zurück zu Elisa und erzählte ihm, was passiert war. Er gab ihr die letzte Anweisung: „Geh, verkaufe das Öl und bezahle deine Schulden. Du und deine Söhne könnt von dem leben, was übrig bleibt.“

      Gott hat nicht nur ihre Krise beendet – er hat auch ihre Zukunft gesichert.

      Das gleiche Haus, in dem einst Angst herrschte, war jetzt voller Vorräte. Die gleichen Söhne, die kurz davor standen, Sklaven zu werden, waren jetzt Zeugen eines Wunders. Der gleiche Krug, der unbedeutend aussah, wurde zum Schlüssel für einen übernatürlichen Durchbruch.

      Gott hat das genutzt, was sie hatte.
      Gott hat ihren Gehorsam belohnt.
      Gott hat auf ihren Glauben reagiert.

      Und das Öl hörte erst auf zu fließen, als kein Platz mehr war, um es aufzunehmen.

      Dein Wunder ist vielleicht schon in deinem Haus.
      Dein Durchbruch liegt vielleicht in dem, was du als „klein“ bezeichnest.
      Leih dir mehr Krüge aus. Steigere deine Erwartungen. Vertraue Gott über das hinaus, was du siehst.

      Denn der Gott Elisas vermehrt immer noch Öl.


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    • März 12thHatte Jesus Judas nur ausgewählt hat, damit der Verrat passieren konnte?

      Manche Leute denken, dass Jesus Judas nur ausgewählt hat, damit der Verrat passieren konnte. Sie sagen, Judas war einfach Teil eines Plans, der sich entfalten musste.

      Aber ist das wirklich die ganze Geschichte?

      Viele von uns haben angefangen, Judas wie eine notwendige Figur in einem Drehbuch zu sehen. Fast so, als hätte das Schicksal jemanden gebraucht, der Jesus verrät, und Judas war der Unglückliche, der für diese Rolle ausgewählt wurde. Wir sagen Sachen wie: „Jemand musste es tun, damit das Kreuz passieren konnte.“

      Aber wenn wir das glauben, was sagt das dann über Jesus aus? Würde er wirklich jemanden auswählen, nur um ihn am Ende zu zerstören? Würde er einen Mann auswählen, nur um ihn zu benutzen und dann wegzuwerfen?

      Das passt nicht zu dem Jesus, den ich in der Bibel sehe.

      Ich glaube nicht, dass Jesus Judas ausgewählt hat, damit Judas ihn verraten konnte. Ich glaube, Jesus hat Judas ausgewählt, damit er ihn lieben konnte. Denk mal einen Moment darüber nach. Was wäre, wenn Judas in den Kreis der Jünger aufgenommen wurde, weil Jesus ihn retten wollte, nicht um ihn in eine Falle zu locken?

      Schau dir den Anfang ihrer gemeinsamen Reise an. Als Jesus seine Jünger berief, gab er ihnen echte Autorität.

      „Er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, unreine Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.“ (Matthäus 10,1, NIV)

      Beachte hier etwas Wichtiges. Jesus gab diese Vollmacht allen zwölf Jüngern. Judas war dabei. Die Kraft, Kranke zu heilen. Die Kraft, Dämonen auszutreiben. Das waren keine kleinen Aufgaben. Man gibt jemandem, den man ruinieren will, nicht so viel Vertrauen.

      Judas hatte denselben Platz unter den Jüngern wie Petrus, Johannes und die anderen. Er hörte dieselben Lehren. Er sah dieselben Wunder. Er ging drei Jahre lang mit Jesus. Tag für Tag sah er, wie der Sohn Gottes die Menschen liebte, Sündern vergab und die Wahrheit sagte.

      Klingt das nach jemandem, der nur ausgewählt wurde, um zu scheitern?

      Manchmal frage ich mich, ob Jesus diese drei Jahre damit verbracht hat, zu hoffen, dass Judas sein Herz wirklich verstehen würde.

      Denkt an die Nacht vor der Kreuzigung. Die Jünger waren im Obergemach versammelt. Jesus wusste genau, was Judas vorhatte. Doch was tat er?

      Er kniete nieder und wusch den Jüngern die Füße.

      „Wenn nun ich, euer Herr und Lehrer, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen.“ (Johannes 13,14, NIV)

      Stell dir diesen Moment vor. Jesus kniete vor Judas. Dieselben Hände, die das Universum erschaffen hatten, wuschen sanft die Füße des Mannes, der ihn verraten würde. Jesus hielt genau die Füße, die bald in die Nacht hinausgehen würden, um den Verrat zu vollenden.

      Das sieht nicht nach einem kalten Plan aus. Das sieht nach Liebe aus, die immer noch nach ihm greift.

      Dann kam endlich der Moment im Garten. Judas näherte sich Jesus und begrüßte ihn mit einem Kuss. Das sollte ein Signal für die Soldaten sein. Doch selbst dann schrie Jesus ihn nicht an und beleidigte ihn nicht. Er entlarvte ihn nicht mit Wut.

      Stattdessen sprach Jesus ein einziges einfaches Wort.

      „Tu, wozu du gekommen bist, mein Freund.“ (Matthäus 26,50, NIV)

      Freund.

      Selbst in diesem schmerzhaften Moment nannte Jesus ihn noch Freund. Spürst du die Bedeutung dieses Wortes? Es klingt wie ein letzter Appell. Eine letzte Chance für Judas, innezuhalten und umzukehren.

      Die Tragödie von Judas besteht nicht darin, dass er für die Zerstörung geschaffen wurde. Die Tragödie besteht darin, dass er zu etwas Schönem eingeladen wurde. Er wurde als Jünger ausgewählt. Er gehörte zum inneren Kreis von Jesus. Er sah Dinge, die Könige und Propheten sich sehnlichst gewünscht hatten.

      Doch er tauschte all das gegen dreißig Silberstücke ein.

      „Da zählten sie ihm dreißig Silberstücke ab.“ (Matthäus 26,15, NIV)

      Es ist schwer vorstellbar, eine solche Berufung für Geld aufzugeben. Aber das ist die Realität des menschlichen Herzens, wenn es sich langsam von Gott entfernt.

      Judas war kein Werkzeug, das zum Verrat gezwungen wurde. Seine Geschichte ist eine Geschichte des Herzschmerzes. Jesus kümmerte sich um ihn, lehrte ihn und ging an seiner Seite. Doch Judas ließ zu, dass Gier und Dunkelheit die Kontrolle übernahmen.

      Und die Wahrheit ist: Jesus brauchte Judas nicht, um ans Kreuz zu kommen. Wenn Jesus sich hätte hingeben wollen, hätte er das jederzeit tun können.

      „Mein Vater liebt mich, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder aufzunehmen. Niemand nimmt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin.“ (Johannes 10,17–18, NIV)

      Das Kreuz war immer vorbestimmt. Der Unterschied ist, dass Judas sich entschied, in diesem Moment auf der falschen Seite zu stehen.

      Ein anderer Jünger versagte in dieser Nacht ebenfalls. Petrus verleugnete Jesus dreimal. Vor den anderen sagte er, er kenne ihn nicht einmal.

      „Aber er leugnete es vor allen. ‚Ich weiß nicht, wovon ihr sprecht‘, sagte er.“ (Matthäus 26,70, NIV)

      Doch Petrus blieb am Leben. Judas nicht. Der Unterschied lag nicht in der Sünde. Beide haben ihren Herrn im Stich gelassen.

      Der Unterschied lag in ihrer Reaktion auf die Gnade.

      Petrus lief mit gebrochenem Herzen zu Jesus zurück. Judas floh in die Verzweiflung.

      Gott hat Judas vor dem Verrat nicht abgelehnt. Judas hat die Gnade abgelehnt, die ihm danach noch zuteilwerden konnte.

      Und wenn wir ehrlich sind, machen wir manchmal dasselbe. Wir verstecken uns hinter der Idee von Gottes Plan, wenn wir uns unseren eigenen Entscheidungen stellen sollten. Wir sagen Dinge wie: „Gott wusste sowieso, dass ich versagen würde.“

      Ja, Gott weiß alles. Aber Wissen ist nicht dasselbe wie Zwang. Gott kontrolliert unsere Entscheidungen nicht wie ein Puppenspieler.

      „Ich nehme heute Himmel und Erde als Zeugen gegen euch, dass ich euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt habe. Wählt nun das Leben.“ (5. Mose 30,19, NIV)

      Gott sieht, wo wir fallen könnten. Er warnt uns. Er lehrt uns. Er bringt Menschen in unser Leben, die uns zurückführen. Dennoch entscheiden wir selbst, welchen Weg wir gehen.

      Hier ist ein ernüchternder Gedanke. Gott kann mit dir am Tisch sitzen. Er kann dich ernähren. Er kann dir die Füße waschen. Er kann dich Freund nennen.

      Und trotzdem kann sich ein Mensch entscheiden, in die Dunkelheit zu gehen.

      „Als er gegangen war, sagte Jesus: ‚Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht.‘“ (Johannes 13,31, NIV)

      Judas verließ an diesem Abend den Raum. Aber die Tür der Gnade wurde nicht von Jesus verschlossen. Sie wurde von Judas selbst geschlossen.

      Die gute Nachricht ist: Solange du noch atmest, ist deine Geschichte noch nicht zu Ende.

      Gott ruft immer noch. Gnade ist immer noch verfügbar.

      Hier ist also die Frage, die wir uns alle stellen müssen.

      Gibst du Gottes Plan die Schuld dafür, wo du heute stehst?

      Oder widersetzt du dich der Liebe, die versucht, deinen Weg zu ändern?


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    • März 12thDie verborgene Bedeutung des unversöhnlichen Dieners

      Jesus erzählte mal eine Geschichte über einen Diener, der seinem König eine riesige Schuld schuldete. Die Summe war so groß, dass er sie niemals hätte zurückzahlen können. Als der König den Diener zur Rede stellte, fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat um Geduld. Der König war so gerührt, dass er ihm die ganze Schuld erließ, anstatt die Rückzahlung zu verlangen. In einem einzigen Moment war der Diener frei. Seine Schulden waren getilgt. Seine Last war weg. Alles, was einst gegen ihn sprach, war ausgelöscht.

      Aber als der Diener wegging, traf er einen anderen Diener, der ihm einen sehr kleinen Betrag schuldete. Im Vergleich zu der Schuld, die ihm gerade erlassen worden war, war das fast nichts. Doch statt ihm die gleiche Gnade zu gewähren, die er selbst erfahren hatte, packte er den Mann und verlangte sofort die Zahlung. Der Mann fiel nieder und bat um Geduld, aber der Diener lehnte ab und ließ ihn ins Gefängnis werfen.

      Als der König hörte, was passiert war, rief er den Diener zurück und erinnerte ihn an die Gnade, die ihm bereits zuteil geworden war. Der Diener war von einer unmöglichen Schuld befreit worden, doch sein Herz war durch die Gnade, die er empfangen hatte, nicht verwandelt worden. Aus diesem Grund wurde der Diener den Folterern übergeben.

      Für viele Menschen wurde dieser Teil der Geschichte so interpretiert, dass Gott Gläubige bestrafen wird, wenn sie mit Vergebung zu kämpfen haben. Wenn wir diese Parabel aber im Licht des vollbrachten Werks von Jesus Christus betrachten, wird ihre Bedeutung viel klarer.

      Diese Parabel wurde vor dem Kreuz erzählt.

      Zu dieser Zeit lebten die Menschen noch unter dem Gesetz, wo Schulden, Rückzahlung und Leistung die Beziehung bestimmten, die die Menschen glaubten, zu Gott zu haben. Jesus benutzte oft Geschichten wie diese, um aufzuzeigen, wie schwer und unmöglich dieses System war. Die Parabel zeigt, wie erdrückend es ist, in einem System zu leben, in dem alles auf Schulden und Rückzahlung basiert.

      Aber das Kreuz hat alles verändert.

      Durch das vollendete Werk Jesu Christi wurde unsere gesamte Schuld getilgt. Die Bibel sagt, dass die Anklagen, die einst gegen uns standen, weggenommen und ans Kreuz genagelt wurden. Dank Jesus steht der Gläubige nicht mehr als jemand vor Gott, der versucht, eine Schuld zurückzuzahlen. Die Schuld ist bereits vollständig beglichen. Unsere Stellung vor Gott basiert nun vollständig auf dem, was Jesus vollbracht hat.

      Was symbolisieren die Folterer nach dem Kreuz?

      Sie stehen für die innere Qual, die entsteht, wenn jemand außerhalb der Realität der Gnade lebt, die er empfangen hat. Wenn jemand sich weigert, Gnade zu gewähren, kann sein Herz in Bitterkeit, Wut und Groll gefangen sein. Diese Bitterkeit wird zu einer eigenen Form der Qual. Es ist nicht Gott, der den Gläubigen bestraft. Es ist die schmerzhafte Erfahrung, etwas zu tragen, wofür Jesus bereits bezahlt hat.

      Das vollendete Werk zeigt eine andere Art zu leben.

      Wir geben anderen keine Gnade, um Gnade von Gott zu bekommen. Wir geben Gnade, weil uns durch Jesus Christus bereits Gnade in vollem Umfang geschenkt wurde. Wenn jemand die Größe der Gnade erkennt, die er bekommen hat, wird sein Herz weich. Vergebung und Gnade gegenüber anderen fließen ganz natürlich aus einem Leben, das das Kreuz versteht.

      Die Parabel zeigt letztendlich auf diese Wahrheit.

      Jesus hat die Schuld getilgt.

      Die Gnade wurde uns frei geschenkt.

      Und aufgrund des vollendeten Werkes Christi sind wir nun frei, aus dieser Gnade zu leben, anstatt zu versuchen, sie uns zu verdienen.


      by Jule with no comments yet
    • März 12thEs gibt keinen anderen Gott

      Es gibt keinen anderen Gott.
      Nicht dein Komfort.
      Nicht deine Politik.
      Nicht deine Identität.
      Nicht dein Trauma.
      Nicht dein Erfolg.
      Nicht deine Gefühle.
      Nicht deine Plattform.
      Nicht deine Freiheit.
      Nicht deine Version der Wahrheit.

      Es gibt nur einen.

      Hast du jemals innegehalten und dich gefragt, wer wirklich auf dem Thron deines Lebens sitzt? Viele Dinge versuchen, diesen Platz einzunehmen. Komfort kann sich wie ein Gott anfühlen. Erfolg kann still und leise unsere Entscheidungen bestimmen. Sogar unsere eigenen Gefühle können zu der Stimme werden, der wir folgen. Aber die Bibel erinnert uns an eine einfache und kraftvolle Wahrheit.

      „Ich bin der Herr, und es gibt keinen anderen; außer mir gibt es keinen Gott.“ (Jesaja 45,5, NIV)

      Bevor es Nationen gab und bevor die Menschheitsgeschichte begann, war Gott bereits da. Er ist derjenige, der sprach und das Universum zum Leben erweckte. Galaxien sind nicht zufällig entstanden. Sterne leuchten nicht von selbst. Die Schöpfung begann, weil Gott sprach.

      „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ (Genesis 1,1, NIV)

      Denk mal einen Moment darüber nach. Derselbe Gott, der die Sterne formte, formte auch das menschliche Herz. Er schrieb sein Gesetz nicht nur in Stein, sondern auch in unser Gewissen. Warum spüren wir den Unterschied zwischen richtig und falsch? Warum ist uns Gerechtigkeit wichtig? Weil der Schöpfer dieses Bewusstsein in uns gelegt hat.

      Doch die Geschichte Gottes endete nicht mit der Schöpfung. Das Erstaunliche ist, dass der Schöpfer in seine eigene Welt trat. Er kam uns nahe. Er wandelte unter den Menschen. Er empfand Schmerz. Er trug Narben.

      „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.“ (Johannes 1,14, NIV)

      Jesus kam nicht, um mächtige Führer zu beeindrucken. Er kam, um gebrochene Menschen zu retten. Er liebte seine Feinde. Er vergab Sündern. Er heilte die Verletzten. Und am Ende gab er sein Leben für genau die Menschen, die ihn abgelehnt hatten.

      „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin gezeigt, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8, NIV)

      Dann passierte etwas, das alles veränderte. Das Grab konnte ihn nicht halten. Der Tod hatte nicht das letzte Wort. Jesus ist auferstanden und hat damit bewiesen, dass Gottes Macht größer ist als Sünde und Tod.

      „Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ (Matthäus 28,6, NIV)

      Eines Tages wird jeder Mensch vor diesem selben Gott stehen. Könige, Führer, Prominente und ganz normale Leute werden ihm gegenüberstehen. Titel werden dann keine Rolle mehr spielen. Macht wird keine Rolle mehr spielen. Jede Stimme wird verstummen vor dem Einen, der alle Dinge geschaffen hat.

      „Denn es steht geschrieben: ‚So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jeder Zunge wird Gott bekennen.‘“ (Römer 14,11, NIV)

      Hier ist also eine Frage, über die es sich nachzudenken lohnt. Versuchen wir, Gott so umzugestalten, dass er unseren Vorlieben entspricht? Passen wir seine Gebote an, wenn sie unseren Lebensstil in Frage stellen? Viele Menschen wünschen sich heute einen Gott, der mit ihnen übereinstimmt. Einen Gott, der sie nie korrigiert. Einen Gott, der alles gutheißt, was sie wählen.

      Aber der wahre Gott lässt sich nicht verändern.

      „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ (2. Mose 20,3, NIV)

      Wir können ihn nicht nach unserem Bild neu erschaffen. Wir können seine Wahrheit nicht umschreiben. Seine Heiligkeit ist nichts, worüber wir verhandeln können. Gott ist nicht eine Option unter vielen Ideen. Er ist kein Symbol, das wir für unsere persönlichen Anliegen nutzen können.

      Er ist Gott.

      Und es gibt keinen anderen.


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