

Die Witwe von Nain (Lukas 7,11–17)
Jesus reiste mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge, als er sich der kleinen Stadt Nain näherte. Als er das Stadttor erreichte, kam ihm eine weitere Menschenmenge entgegen – eine, die von Trauer gezeichnet war. Ein Trauerzug füllte den schmalen Weg. Ein junger Mann war gestorben, der einzige Sohn einer Witwe.
Für diese Frau war der Verlust mehr als nur Trauer. Sie hatte ihren Mann bereits begraben, und nun war ihre einzige Quelle des Schutzes, der Versorgung und der Zukunft verschwunden. In ihrer Welt bedeutete dies Schutzlosigkeit, Armut und Isolation. Sie bat nicht um Hilfe. Sie rief nicht nach Jesus. Sie ging einfach weiter, erfüllt von unerträglichem Verlust.
Als Jesus sie sah, war er von Mitleid bewegt. Er trat vor und sprach sanft: „Weine nicht.“ Dann tat er etwas Unerwartetes – er berührte die Bahre und brachte den Trauerzug zum Stehen. Diese Geste sprengte gesellschaftliche und religiöse Grenzen, doch das Mitgefühl überwog die Konvention.
Jesus sprach dann direkt zu dem Toten:
„Junger Mann, ich sage dir, steh auf!“
Sofort setzte sich der junge Mann auf und begann zu sprechen. Leben kehrte zurück, wo der Tod schon akzeptiert war. Jesus gab den Sohn seiner Mutter zurück und schenkte ihr nicht nur das Leben, sondern auch Würde, Geborgenheit und Hoffnung.
Furcht und Ehrfurcht erfüllten die Menge. Sie priesen Gott und sagten, ein großer Prophet sei unter ihnen aufgestanden und Gott habe sein Volk besucht. Die Kunde von diesem Wunder verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Das Besondere an dieser Geschichte ist ihre Einfachheit und Kraft: Niemand hatte um das Wunder gebeten. Jesus handelte allein aus Mitgefühl, weil er das Leid sah. Sein Mitgefühl wirkte, bevor der Glaube sprach.
by Jule with 1 comment
Diese Woche verweilte ich beim letzten Atemzug von Maleachis Worten und spürte die unerträgliche Last dessen, was folgen sollte.
Als der Prophet geendet hatte, antwortete der Himmel nicht.
Das Echo seiner Stimme verhallte … und dann … nichts.
Vierhundert Jahre Stille.
Keine Offenbarung.
Von Sehnsucht.
Vom Stöhnen.
Von Herzen, die sich gen Himmel erhoben und verschlossen schienen.
Generation um Generation wurde in die Stille hineingeboren.
Sie lebten.
Sie starben.
Und dennoch – keine Stimme.
Bis zu jener Nacht.
Auf einem Lehmboden an einem vergessenen Ort …
in einem Stall, der nicht heilig aussah …
im Schatten der Dunkelheit und Bedeutungslosigkeit …
erklang ein Laut.
Nach vierhundert Jahren sprach der Himmel erneut –
nicht mit Donner
In dieser Krippe machte sich der Große ICH BIN verletzlich.
Berührbar.
Tötbar.
Und mit einem heiligen Schrei zerbrach die Stille.
Die Trennung war aufgehoben.
Der Weg war offen.
Dann, plötzlich, konnte der Himmel nicht länger schweigen.
Der Himmel erhob sich mit Engelsstimmen, die verkündeten:
„Ehre sei Gott in der Höhe!“
Wunderbar.
Ratgeber.
Mächtiger Gott.
Ewiger Vater.
Fürst des Friedens.
Mit dem Schrei eines Kindes drang der Himmel auf die Erde ein.
Seht – unser Erlöser.
Seht – unser König.
Seht – die Erfüllung aller Verheißungen.
Seht – der Klang, der vierhundert Jahre Schweigen durchbrach.
Nicht das Getöse eines Heeres.
Nicht der Ruf eines Königs, der seine Krone beansprucht.
Sondern der zerbrechliche Schrei Gottes mit uns.
Er kam nicht mit einem Schwert in der Hand, sondern mit Nägeln, die bereits in seine Zukunft eingeschrieben waren.
Er erschien nicht in königlichem Gewand, sondern in Tüchern, die ein Begräbnis ankündigten.
Die Stille wurde nicht nur gebrochen, sie wurde erhört.
Jedes unerhörte Gebet.
Jede Träne, die in die Dunkelheit geweint wurde.
Jede Generation, die wartete, ohne zu sehen.
Jedes Versprechen, das sich verzögerte, aber nicht brach.
All das vereinte sich in diesem einen Schrei.
In jener Nacht sprach der Himmel nicht nur – er gab.
Gott sandte keinen weiteren Propheten.
Er sandte kein weiteres Zeichen.
Er sandte sich selbst.
Und in diesem Stall atmete die Ewigkeit ihren ersten, flachen Atemzug.
Allmacht lernte Schwäche kennen.
Herrlichkeit lernte Demut.
Liebe machte sich klein.
Der Schrei, der die Stille durchbrach, würde eines Tages wieder erklingen – nicht aus einer Krippe, sondern vom Kreuz.
Der erste Schrei lautete: „Er ist gekommen.“
Der letzte Schrei würde sagen: „Es ist vollbracht.“
Von Windeln zu Grabtüchern, vom Futtertrog zum geliehenen Grab – er kam, um gebrochen zu werden, damit wir Heilung finden konnten.
Und selbst jetzt noch hallt dieser Klang wider.
Er ruft die Müden.
Er erweckt die Vergessenen.
Er dringt in die Orte vor, wo der Himmel wieder verstummt ist.
Wenn Gott durch den Schrei eines Babys sprechen kann,
kann er auch in unserer dunkelsten Nacht die Stille brechen.
So seht ihn.
Nicht fern.
Nicht unerreichbar.
Nicht unberührt.
Sondern Immanuel.
Gott mit uns.
– Jessica Jecker
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Matthäus 27:32-66; Markus 15:21-47; Lukas 23:26-56; sowie Johannes 19:17-42 und Psalm 22. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with 1 commentHeute lesen wir Matthäus 26:36-75; Markus 14:32-72, Lukas 22:39-71 und Johannes 18:1-27. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Matthäus 26:1-5, 14-35; Markus 14:1-2, 10-31 sowie Lukas 22:1-38 und Johannes 13. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Matthäus 24 und 25; Markus 19 und Lukas 21:5-38. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Matthäus 22:15-46 und 23:1-39; Markus 12:13-44; Lukas 20:19-47; 21:1-4 und 13:31-35. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Matthäus 21:23-46; 22:1-14; Markus 11:27-33; 12:1-12; sowie Lukas 20:1-18 und Johannes 12:37-50. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Matthäus 21:1-22; 26:6-13; Markus 11:1-26; 14:3-9, Lukas 19:28-48 sowie Johannes 2:13-25; 11:55-57 und 12:1-36. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with no comments yet