Hiob 3,1-26
Nachdenken
„Erst in der Begegnung mit anderen begreift der Leidende seinen Zustand in vollem Umfang“, schreibt ein Ausleger. „Jetzt bricht es aus Hiobs Herzen wie die Eruption eines Vulkans.“
Bisher hat sich Hiob in den Staub gebeugt (1,20), sich und andere ermahnt. Bisher war es Hiobs Frau, die aus ihrem Herzen keine Mördergrube machte und ihrem Mann bittere Worte ins Gesicht schleuderte (2,9). Jetzt beginnt Hiob selbst, zu klagen.
Dabei wiegt das momentane Leid so schwer und übermächtig für ihn, dass ihm all der Segen früherer Jahre völlig aus dem Blickfeld geraten ist. Eine tiefe Todessehnsucht spricht aus seinen Worten. Mit dem verzweifelten Wunsch, nie geboren worden zu sein, steht er übrigens in der Bibel nicht allein da (vgl. Jer 20,14-18).
Das müssen gute Freunde sein, vor denen man so unverblümt das Herz ausschütten kann! Wie viel näher liegt es, vor Menschen eine Maske zu tragen. Weil zählt, wer stark ist und das Leben im Griff hat, ist die Versuchung groß, Schwäche und Fragen zu verbergen. Mancher lässt sich von keinem in die Karten schauen.
Das muss ein besonderer Gott sein, der solche Klage zulässt. Bei Hiob könnten wir sagen: ER hat es ja irgendwie mit verschuldet. Aber auch zahllose Klagepsalmen (z. B. Ps 73) zeigen uns: Vor Gott brauchen wir nichts zu verbergen. Ob Klage oder Anklage, Zorn oder Bitterkeit, Gott will alles hören.
Weiterdenken
Habe ich Menschen, denen ich auch mein Leid klagen kann? Und traue ich mich, Gott mein Leid zu klagen?
Wo müsste ich aufhören, Masken zu tragen? Wo müsste ich vor anderen ehrlich werden?
Aus dem Glaubenskurs Hiob – auf der Suche nach dem Sinn
by Jule with 1 commentDiesen Sonntag haben wir uns mit Hiob beschäftigt. Eigentlich passt das Buch nicht nur chronologisch zum 1. Buch Mose, sondern auch vom Thema her. In den letzten Wochen haben wir viel von Joseph gelesen, von dem, wie sich das Negative ins Positive verwandelt hat. Auch er wird sich oftmals die Frage gestellt haben, warum ihm so schlimme Dinge passieren:
Wir erinnern uns, dass er von seinen Brüdern gehasst war und zwar so sehr, dass sie ihn überfielen, in ein dunkles Loch warfen und dann in die Sklaverei verkauft hatten. Dann kam er zu Potiphar und es sah gut für ihn aus, er bekam große Verantwortung und Vorrechte. Aber dann verknallte sich dessen Frau in ihn, versuchte ihn zu verführen und als dies nicht klappte, beschuldigte sie ihn, sie vergewaltigt zu haben. Wieder einmal fiel er in ein tiefes Loch, emotional. Er kam ins Gefängnis und musste dort viele Jahre verbringen, obwohl er sich nichts hatte zu Schulden kommen lassen. Aber dann gedachte Jehova (oder auch Jahwe) an ihn und er konnte die Träume des Pharao deuten und kam nicht nur frei, sondern wurde ein mächtiger und angesehener Mann. Später wurde er sogar mit seiner ganzen Familie vereint. Sicherlich stellte er sich oft die Frage nach dem „Warum?“. Im Nachhinein Begriff er, dass Gott immer mit ihm gewesen war und ihn auf die Aufgabe vorbereitet hatte, die er zum Schluß hatte: er konnte sein ganzes Volk in der Hungersnot bewahren und war sogar Teil der Prophezeiung, die Gott seinem Ur-Großvater Abraham, seinem Opa Isaak und seinem Vater Jakob gegeben hatte. Auch bekam er mehr als einen Erbanteil, auch wenn das Recht der Erstgeburt an Juda ging.
Nun lesen wir also gemeinsam das Buch Hiob und hier wird gleich zu Anfang eine Antwort auf die Frage nach dem „Warum?“ gegeben. Wir lesen die ersten beiden Kapitel…
Aber als erstes stellt sich für jeden von uns die Frage: „warum diene ich Gott?“, welche Motivation haben wir, worum geht es uns?
Viele von uns Christen dienen Gott, weil er uns ewiges Leben verspricht. Oder auch weil wir von ihm gesegnet werden und weil er uns hilft. Aber was bleibt davon übrig, wenn es mal nicht so aussieht?
Für Hiob stellt sich hier genau diese Frage:
⁃ Warum dienst du Gott?
⁃ Wer ist Gott eigentlich für mich?
⁃ Wer ist Gott wirklich?
Wir lesen erst Mal gemeinsam Kapitel 1 und erfahren am Anfang in den Versen 1 bis 5, wer Hiob eigentlich ist:
Jehova selbst sagt von ihm, er sei „untadelig, gottesfürchtig und rechtschaffen, vom Bösen weichend“ (Vers 1). Außerdem ist er steinreich, in unserer heutigen Zeit hätte er wahrscheinlich einen Konzern (Vers 3). All seine Habe hatte er zum einen durch seine eigene harte Arbeit, aber auch, weil Gott ihn gesegnet hatte (Vers 10).
Wir lesen, dass er 10 Kinder hat, 7 Söhne und 3 Töchter, ihre Namen werden allerdings nicht genannt – wahrscheinlich, weil sie starben, bevor sie selbst Kinder hatten, dadurch waren die Namen für die späteren Stämme, die Aufteilung des Landes und die Abstammungslinie nicht wichtig.
Was wissen wir sonst über seine Kinder, wie alt mögen sie gewesen sein?
Sie waren auf jeden Fall schon erwachsen, denn wir lesen, dass sie jeweils reihum in ihrem eigenen Haus ein Festessen für alle gaben (Vers 4). Ihr Haus war bereits so groß, dass sie eine große Anzahl von Leuten einladen konnten, daher schätzten wir, dass sie so Mitte 20 und älter gewesen sein werden, denn sie hatten es schon zu etwas gebracht.
Hiob hatte Angst, dass sich seine Kinder gegen Gott versündigt haben könnten, daher brachte er regelmäßig Brandopfer für sie dar. Was für eine Tätigkeit ist das, was er hier ausübt?
Wir hatten uns am Donnerstag damit beschäftigt, wieso wir „Könige und Priester Gottes sind“ und haben gelernt, dass ein Priester mehrere Aufgaben im alten Israel hatte:
⁃ Er brachte Sühnopfer dar
⁃ Er belehrte die Menschen über Gott und seine Gebote
⁃ Er betete für andere, legte Fürsprache für sie ein
Wir sehen, dass Hiob hier als Priester seines Hauses, seiner Familie, amtete
Was ist unser Job heute als von Jesus eingesetzte Priester? Auch wir erzählen von Gott und erklären Sein Wort und wir legen Fürsprache für andere ein, indem wir für sie beten. Nicht nur, wenn wir sehen, dass sie von ihren Problemen erdrückt werden, sondern ganz besonders wenn wir sehen, dass sie vom rechten Weg abkommen und Dinge tun, die sich mit Gottes Willen für uns nicht vereinbaren lassen.
Als nächstes lesen wir die Verse 6 bis 12 und sehen in den Himmel, der jetzt hier für uns geöffnet wird, damit wir einen Blick hinein werfen können:
Wir sind Zeuge bei einem Streitgespräch zwischen Jehova und Satan. Wissen wir eigentlich, was der Name Satan bedeutet? Wir erinnern uns, dass die hebräischen Namen immer eine Bedeutung haben: Satan bedeutet „der Ankläger“. Er ist derjenige, der uns bei Gericht gegenüber sitzt. Unser Anwalt verteidigt uns und der Staatsanwalt klagt uns an. Satan ist derjenige, der uns bei Gott anklagt. Wir bekommen hier ein sehr eindeutiges und klares Bild davon.
der Ankläger
Aber warum ist dieser Ankläger eigentlich im Himmel bei Jehova? Hatte er Langeweile? Warum hat so ein Typ kein Hausverbot im Himmel? Was will er bei Gott?
Jehova selbst hatte zu einem Treffen eingeladen und alle Geistwesen sind hier anwesend, und dadurch natürlich auch Satan. Vielleicht müssen sie sich vor Gott rechtfertigen für das was sie getan oder nicht getan haben und höchstwahrscheinlich bekommen sie hier auch ihre Aufträge.
Was sagt der Ankläger hier und gilt dies nur für Hiob oder auch für uns Heute?
„»Überrascht dich das?«, fragte der Satan. »Er tut’s doch nicht umsonst! Du hast ihn, seine Familie und seinen ganzen Besitz stets bewahrt. Seine Arbeit war erfolgreich, und seine Herden haben sich gewaltig vermehrt. Aber – versuch es doch einmal und lass ihn Hab und Gut verlieren, dann wird er dich ganz sicher vor allen Leuten verfluchen.«“
Hiob 1:9-11 HFA
Satan wirft Hiob vor, dass er Jehova nur aus Eigennutz dient – daher auch die Frage ganz zu Anfang, warum wir eigentlich Gott dienen. Denn es betrifft eigentlich auch heute noch jeden von uns.
Jehova ist stolz auf Hiob, er sagt „es gibt keinen wie ihn…“. Daher muss es die Zeit gewesen sein, als die Israeliten in Ägypten im Land Gosen wohnten, sonst hätte Jehova hier auch Abraham, Isaak, Jakob und Joseph erwähnt, wenn diese noch gelebt hätten (oder Mose und Aaron, wenn diese bereits schon gelebt hätten).
Satan macht dies wütend, denn er will selbst angebetet werden, dies war schon im Garten Eden so, deshalb verführte er auch Adam und Eva, sich von Gott loszusagen. Seinerzeit sagte er schon, dass Gott ihnen etwas Bedeutendes vorenthalten würde, er appelierte an ihre Selbstsucht und es hat ja auch funktioniert (1. Mose Kapitel 3). Von Hiob denkt er ebenso und daher wirft er es Jehova ins Gesicht: „Hiob macht das alles ja nur aus reiner Selbstsucht“. (Mich machen diese beiden Kapitel von Hiob immer wieder wütend, dass er so mit unserem liebevollen Schöpfer spricht, empört mich immer wieder).
Aber achten wir mal beim Lesen genau darauf, wer seine Hand gegen Hiob ausstrecken soll: Satan will, dass Jehova es tut, aber das wird kathegorisch abgelehnt, das muss der Ankläger schon selbst tun (Vers 11). Jehova sagt im Prinzip: „ich mache das nicht, das musst du schon selbst tun“ und Satan legt sofort los?.
Wir lesen die Verse 13 bis 19:
Bisher war Hiob also sehr von Jehova gesegnet, alles, was er tat, gelang. Nun wendet sich das Blatt und 4 Boten kommen mit einer „Hiobsbotschaft“. Was passiert?
Hiobsbotschaften
Als erstes wird ihm fast sein ganzes Vieh „geklaut“, er verliert seinen Reichtum von jetzt auf gleich (Verse 14-15).
Als nächstes verliert er „durch Feuer vom Himmel“ alles weiteres Vieh und seine Angestellten (Vers 16). Vielleicht handelte es sich dabei um ein Feuer, das durch einen Blitz verursacht worden war.
Kaum hat er diese Nachricht vernommen, kommt schon der nächste Bote und teilt mit, dass auch alles restliche Vieh und alle anderen Hirten und Angestellten bei einem Überfall ums Leben kamen (Vers 17).
Dies ist keine leichte Sache, es geht nicht nur um das Materielle, denn er hat mit seinen Angestellten eng zusammen gearbeitet, da hatten sich bestimmt Beziehungen aufgebaut und so kommt hier auch noch die Trauer um lieb gewordene Menschen mit hinzu.
Als letztes, als der 4. Bote eintrifft, erfährt er, dass alle seine Kinder, die bei einem ihrer gewohnten Festmähler saßen, dass sie alle zu Tode gekommen sind (Verse 18-19). Das Dach war eingestürzt, wahrscheinlich durch ein Erdbeben!
Das ist ziemlich perfide, denn durch „den Blitz vom Himmel“ und durch „den starken Wind“ – vielleicht ein Tornado – dadurch dass das Leid durch Naturgewalten hervorgerufen wird, entsteht der Eindruck, als habe der Schöpfer, der Allmächtige Gott, hier seine Finger mit im Spiel. Das ist sicherlich vom Satan auch genau so beabsichtigt *grummel. Er geht hier wirklich „gut“ geplant vor…
Wie reagieren wir, wenn wir von jemanden hören, dem großes Unheil widerfährt? „Oh Gott!“
Wie reagiert Hiob?
„Da stand Hiob auf, zerriss sein Obergewand und schor sich den Kopf.“
Hiob 1:20 HFA
Hiob trauert um seine Kinder, eine völlig normale Reaktion! Aber macht er Gott Vorwürfe?
„Obwohl dieses Leid über ihn hereinbrach, versündigte Hiob sich nicht. Kein böses Wort gegen Gott kam über seine Lippen.“
Hiob 1:22 HFA
Er sagt auch „Gott hat gegeben und Gott hat genommen“ (Vers 21).
Inwiefern hatte Gott gegeben? Er hatte all seinen Reichtum nicht nur mit seiner eigenen fleißigen Arbeit erwirtschaftet, sondern Gott hatte es gesegnet. Zudem hatte er Gesundheit und Körperliche Kraft, ebenso wie die Fähigkeit, gut wirtschaften zu können, als Gabe von Gott erhalten. Insofern hatte Gott gegeben.
Aber inwiefern hatte Gott genommen? War das nicht der Teufel, der seine Hand gegen ihn ausstreckte? Was hatte denn Jehova damit zu tun?
Ausgeführt hatte es der Teufel, aber Gott hatte es zugelassen, ohne seine Zulassung wäre das nicht gegangen (Verse 21 und 12). In einem der Kommentare, die ich zur Zeit lese, wird gesagt: „der Teufel ist wie ein Hofhund an einer langen Kette. Er kommt nur soweit ihn die Kette lässt“. In gewissem Sinne ist der Satan auch bei Jehova an der langen Kette, er kann nur das tun, was dieser auch zulässt. Aber das erfahren wir im nächsten Kapitel etwas näher.
Wo hatte Jehova bereits schon mal etwas genommen oder gesagt „gib es mir jetzt“?
Wir denken hier an Abraham und Isaak: als Jehova ihn auffordert, den geliebten Sohn zu opfern, auf den er fast 25 Jahre gewartet hatte und den er nur durch ein Wunder von Jehova erhalten hatte. Abraham war dazu bereit, glücklicherweise hielt Gottes Engel ihn auf, Jehova reichte es aus, die Bereitschaft zu sehen (1. Mose Kapitel 22).
Auch als Joseph von seinen Brüdern überfallen und nach Ägypten in die Sklaverei verkauft wurde, ließ Jehova es zu, er griff nicht ein, obwohl er es hätte tun können. Erst am Ende der Geschichte verstehen wir, warum er es zugelassen hatte und was er bewirkt hat dadurch.
Obwohl Hiob nicht versteht, warum Gott dies alles geschehen lässt, hält er weiterhin an Jehova fest, ebenso wie Joseph auch weiterhin Gott angebetet und gepriesen hatte…
Weiter geht es mit Kapitel 2
Wieder dürfen wir einen Blick in den Himmel werfen und haben beim Lesen ein dejavue:
In den Versen 1 bis 6 lesen wir, dass Satan mächtig unzufrieden ist. Er ist genervt, dass Hiob trotz allem noch an Jehova festhält. Er will noch einen draufsetzen und Hiobs Gesundheit angreifen. Jehova lässt ihn – wie beim ersten Mal auch.
Was können wir für uns heute daraus lernen?
Haben wir bemerkt, dass der Teufel erst noch mal fragen muss, dass er weiter machen darf? (Vers 5), und wieder wäre es ihm am liebsten, wenn Jehova Hiobs Gesundheit angreifen würde. Aber auch diesmal lässt sich Jehova nicht darauf ein. Er sagt „wenn es schon sein muss, dann mach es gefälligst selbst“ (frei nach Pape).
Ist es nicht höchst interessant, dass Satan erst um Erlaubnis fragen muss, bevor er uns angreifen darf? Er ist wie ein Hofhund an einer langen Kette – er kommt nur soweit, wie die Kette reicht und ihn lässt. Ob ihn das nicht total wütend macht??
Wir lesen weiter die Verse 7 bis 10:
Nun wird der arme Hiob also weiter geprüft. Zuerst bekommt er eine unangenehme, schmerzhafte Krankheit, die ihn demütigt und auch ausgrenzt und dann kommt noch seine Frau und sagt, er solle besser „Gott fluchen“ und sterben.
Warum jetzt? Warum kommt die Frau erst jetzt?
Zum einen ist es das letzte Mittel, das Satan noch hat, ein verzweifelter letzter Versuch. Aber am wichtigsten ist, dass er es vorher nicht durfte!
Erinnern wir uns, was Jehova ihm beim ersten Mal erlaubt hatte?:
„Aber – versuch es doch einmal und lass ihn Hab und Gut verlieren, dann wird er dich ganz sicher vor allen Leuten verfluchen.« »Gut«, sagte der Herr, »mach mit seinem Besitz, was du willst, nur ihn selbst taste nicht an!« So verließ der Satan die Gegenwart des Herrn.“
Hiob 1:11-12 HFA
Er durfte nur das wegnehmen, was Hiob gehörte. Was gehört alles dazu? Seine Habe, sein Vieh, seine Angestellten (Sklaven) und auch seine Kinder.
Was ist mit der Ehefrau – gehört sie denn nicht auch ihm?
Was sagt denn Gott, als er die erste Ehe im Garten Eden schloss?:
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.“
1. Mose 2:24 ELB
Leider übersetzen die anderen Übersetzungen wie „Hoffnung für Alle“ und „Neue Bibel Heute“ es nicht entsprechend. Umso erfreulicher finde ich die Formulierung dieses Verses in der Volxbibel: „Darum ist das jetzt so, dass ein Mann irgendwann seinen Vater und seine Mutter verlässt und mit einer Frau zusammenzieht. Die beiden werden dann ganz fest zusammenwachsen, sie werden wie ein Mensch sein.“
Also „gehörte“ die Frau Hiob oder „zu“ Hiob?
Hier wird ganz klar gesagt, dass sie „ein Fleisch“, etwa wie siamesische Zwillinge sein würden, wobei das ja auch eher zwei Persönlichkeiten in einem Körper sind. In der Volxbibel gefällt mir der Gedanke, dass sie „eine Person“ sein würden. Wenn Satan also seine Frau angreift, greift er in Wirklichkeit Hiobs Leib an. Das war dem Satan beim ersten mal noch nicht gestattet, Jehova sagte ganz deutlich „nach ihm strecke deine Hand nicht aus“. Interessant, dass Satan sich daran hält ?
Um noch mal auf die „Geschwüre“ zurück zu kommen: in Europa am bekanntesten ist Syphilis, die solche Symptome hervorruft. Dass er in der Asche sitzt und sich mit einer Scherbe kratzt: hier geht es wohl eher um eine Art „verlängertem Arm“, den man benutzt, um sich an Stellen zu kratzen, wo man sonst so nicht dran kommt.
Interessant ist auch, wie Hiob auf die Aufforderung seiner Frau reagiert (Vers 10). Er beschimpft sie nicht, sondern sagt „wie…“, („aber ich kenne dich besser“ frei nach Pape). Er sagt also nicht, dass sie dumm und unverständig ist, er greift sie nicht als ganze Person an, sondern nur diesen einen Ausspruch, der war nicht ganz so intelligent
Liebe Freunde (?)
Zum Schluss in den Versen 11-13 lesen wir, dass seine Freunde zu Besuch kommen.
Was sind das für Männer, wo kommen sie her? Wahrscheinlich sind das Nachkommen im weitesten Sinne von Abraham, die er mit seiner 2. Frau Ketura hatte, die aber nicht mehr den reinen Glauben haben, wie seinerzeit Abraham.
Wir lesen in Vers 12, dass sie ihn zuerst nicht erkennen.
Kennen wir Personen, die durch ihre Krankheit entstellt sind oder waren? Ich denke da auch an Helga Feddersen, von der ich gehört habe, dass sie mal sehr hübsch gewesen sein solle. Ich persönlich habe noch keine Fotos von dem vorher gesehen, durch ihre Krankheit jedoch war ihr Gesicht hinterher völlig schief.
Ich erinnere mich, als wir Jenny eine Woche bevor sie in die Klinik kam, gesehen hatten. Ihr Gesicht wirkte fremd für uns und wir hatten lange überlegt, was es war, es war nicht nur, dass sie durch ihre Diät viel Gewicht verloren hatte, es war irgendwas anderes, fremdes und bedrohliches darin. Als wir hörten, dass sie nur eine Woche später als Notfall in die Klinik gekommen und dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen ist, war uns klar, woran es gelegen hatte. Sie war schon länger krank gewesen, hatte kaum geschlafen und fühlte sich nicht gut.
Bei Hiob wird es ein Zwischending zwischen Schmerzen und Jucken gewesen sein, wahrscheinlich hatte er auch bereits länger nicht mehr geschlafen. Wenn sie ihn als gesunden und dynamischen Mann kannten, ist es verständlich, dass sie über sein Aussehen geschockt sind.
Sie kommen, um ihm ihr Mitgefühl zu bekunden und ihn zu trösten (Vers 11). Sieben Tage sind sie sprachlos, so betroffen sind sie von dem, was sie sehen. Hiob ist es dann, der in Kapitel 3 das Schweigen bricht…
Um noch einmal auf das zurück zu kommen, was seine Frau zu ihm sagte: „Fluche Gott..“. Im Urtext steht „segne Gott…“. Warum wird dies dann mit „Fluchen“ übersetzt? Es ist eine negative Form von Segen, so wie wir beim Abschied „Tschüss“ sagen. Hiob sollte Gott „Tschüss“ sagen.
Tja, soviel zu letztem Mal. Es war doch recht viel, so dass ich einige Tage an der Zusammenfassung gesessen habe, auch weil das ganze Thema die ganze Woche in mir nachgeklungen ist und nicht nur mich weiter beschäftigt hat.
Wir haben gesehen, dass der Name „Satan“ eigentlich „Ankläger“ bedeutet und dass dies „sein Job ist.“ Er klagt nicht nur Hiob bei Gott an, es betrifft auch uns. Auch uns klagt er bei Gott an, zeigt auf unsere Fehler und beharrt darauf, dass wir IHM nur aus reinem Eigennutz dienen.
Woher wissen wir dies?
„Und ich hörte eine laute Stimme in dem Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus gekommen; denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.“
Offenbarung 12:10 ELB
Nun ist die Woche schon fast wieder rum, wir hatten Kapitel 3 vom Buch Hiob auf unserem Leseplan – Hiob bricht das allgemeine Schweigen. Hier machen wir am Sonntag weiter. Es bleibt also auch weiterhin spannend
Seit Januar 2017 lesen wir im Gottesdienst als Gruppe gemeinsam die Bibel. Wir haben mit dem 1. Buch Mose begonnen und machen jetzt mit dem Buch Hiob weiter, da dies in der Zeit zwischen Josephs Tod und der Geburt von Mose spielte
Dabei sind einige sehr schöne Gedanken heraus gearbeitet worden. Da sie in der Kategorie absteigend aufgelistet werden und sich dadurch etwas schlechter lesen lassen, hier ein kurzes Inhaltsverzeichnis für euch:
Hier findet ihr alle Gedanken und zusätzlichen Stoff zu den einzelnen Kapiteln
Sowie weiteren ergänzenden Stoff
22. Mose 14:2-4
»Sag den Israeliten, sie sollen ihre Richtung ändern und bei Pi-Hahirot Halt machen, zwischen Migdol und dem Meer. Schlagt das Lager direkt am Ufer des Roten Meeres auf, gegenüber von Baal-Zefon! 3 Der Pharao wird denken, ihr irrt ziellos im Land umher und habt euch in der Wüste verlaufen. 4 Ich werde dafür sorgen, dass er seine Meinung wieder ändert und euch verfolgt. Doch dann werde ich ihn und sein Heer besiegen und zeigen, wie mächtig und erhaben ich bin. So werden die Ägypter erkennen, dass ich der Herr bin!« Die Israeliten befolgten den Befehl des Herrn.
Tja, so ist das: die Gedanken zu dem selben Stoff sind ganz andere, wenn sich die eigene Situation geändert hat. Wir sind nun in der 4. Runde angekommen – lesen also das 4. Jahr in Folge die Bibel von 1. Mose bis Offenbarung in einem Jahr. Wenn wir uns z.B ansehen, was wir allein zu diesen Kapiteln in den letzten 3 Jahren an ergänzendem Stoff zusammen getragen haben. In jedem Jahr gingen die Gedanken in eine andere Richtung, aber irgendwie mit einem roten Faden. Das hat damit zu tun, dass sie immer aus der Sicht einer bestimmten Situation heraus sind.
Zur Zeit hänge ich irgendwie bei allem was ich lese daran fest, dass Jehova Situationen provoziert, wo seine Anbeter in die Enge getrieben werden. So wie bei Hiob, der leiden mußte, damit Jehova seinen „Streit“ mit seinem Widersacher austragen kann. Dann wird Moses immer wieder zu Pharao geschickt, obwohl das aus seiner Sicht eigentlich sinnlos erscheinen muss. Denn Pharao würde eh nicht hören – weil Jehova ihn verstockt werden lässt, und so „muss“ der arme Moses immer wieder hin, obwohl in das jedesmal jede Menge Kraft und Überwindung kostet.
Auch hier provoziert Jehova wieder eine scheinbar aussichtslose Situation für sein Volk!
Ja, wir wissen, dass es ja nur aussichtslos erscheint. Es sieht ja nur so aus, als würden sie in einer Falle sitzen. In Wirklichkeit sind sie und ihre Situation ja nur „so eine Art Köder“, dem aber nichts passieren kann. So wie die Brieftasche, die vielleicht viele noch in ihrer Jugend an einer Schnur auf den Gehweg gelegt hatten und die sofort weggezogen wurde, sobald sich jemand danach bückt. Oder wie ein Lockvogel der Polizei, der nur den Täter anlocken soll. Aber im Hintergrund liegt die Polizei auf der Lauer, die sofort eingreift, sobald der Täter kommt.
Mit Abstand eine ganz tolle Sache. So ein Lockvogel ist wichtig, um einen Dieb oder gar einen Vergewaltiger oder Mörder dingfest zu machen. Und es kann ja auch nicht wirklich was passieren!
Jehova benutzt die Israeliten hier als Lockvogel. Wie ein Köder soll ihre scheinbar aussichtslose Lage Pharao anlocken. Es kann auch gar nichts passieren, denn Jehova liegt schon auf der Lauer und er wird zuschnappen, sobald Pharao und sein Heer in die Falle getappt sind. Eine super Sache. Und die Israeliten brauchen auch gar keine Angst haben, denn sie haben ja durch die Plagen gesehen, wie stark und mächtig ihr Gott Jehova ist. Er hat sogar dafür gesorgt, dass Pharao sie endlich ziehen ließ. Also: wo sollte da ein Problem sein?
So ist es für Jehova und so sieht es für uns als Leser auch aus. Wir verstehen nicht, warum sie später in Panik geraten, wenn sie Pharao und sein Heer kommen sehen.
Aber wir haben auch einen ganz anderen Blickwinkel. Mit reichlich Abstand sieht so eine Situation immer anders aus. Wie die Sache mit der Geburt, wo der Vater, der nur Händchen hält, sicher weniger Angst und Schmerzen hat, als die werdende Mutter.
Wenn wir aber über Jahre verfolgt und in die Ecke gedrängt werden, dann sehen wir nur uns – und es fällt uns schwer, „über unseren eigenen Tellerrand zu gucken“.
Dann sagen wir zu Jehova: „muss das jetzt wirklich noch sein? Ich dachte, du warst gerade dabei, mich zu befreien. Ich war gerade dabei, endlich wieder aufzuatmen. Und nun kommst du daher und bringst mich in eine Situation, die mir Angst macht. Was willst du denn eigentlich noch? Reicht es denn noch nicht?*
Und Jehova sagt: „Bleib ganz ruhig, mein liebes Kind. Mach dir keine Gedanken. Ich bin ja bei dir. Ich stehe dir bei. Nur dieses eine Mal noch und dann kannst auch du zur Ruhe kommen.“
Und wir sagen: „ich kann nicht mehr. Die letzten Jahre hatten mich meine letzte Kraft gekostet. Wie lange waren wir unterdrückte Sklaven. Das war nicht leicht für mich. Ich habe zu dir um Hilfe geschrieen, weil es mir so schlecht ging. Aber es hat sich nichts geändert. Ich habe mich so allein gelassen gefühlt!“
„Aber ich habe doch Moses und Aaron zu euch geschickt, um euch zu befreien. Das habe ich dir doch auch durch ihm gesagt“
„Ja, das hast du. Und ich habe gedacht, dass ich nun bald von meiner Last und Bedrückung befreit werden würde. Aber was ist passiert? Das Gegenteil ist passiert. Die Bedrückung wurde nur noch größer. Aber ich habe weiterhin auf dich vertraut. Moses sagte ja, dass du uns befreien würdest. Aber es hat gedauert und gedauert und in der Zeit hast du so viele schlimme Dinge zugelassen“,
„Ja, aber was ist denn mit den 10 Plagen? Hast du nicht gesehen, welche Macht ich habe?“
„Das habe ich gesehen und das war ja auch toll. Trotzdem hat sich an meiner Situation nichts geändert. Eher im Gegenteil. Du hast den Pharao mit deinen Plagen so sauer gemacht, dass er uns nur noch mehr unterdrückt hat.“
„Ja, aber nun habe ich dich doch befreit. Oder habe ich euch nicht aus Ägypten herausgeführt?“
„Doch, das hast du. Aber du hast trotzdem so viele Dinge zugelassen. Und nun sagst du, dass du selbst den Pharao darauf bringen willst, mir und den anderen nachzujagen. Er wird uns vernichten wollen.“
„Ja, da hast du Recht. Genau das will er. Aber ich habe dir doch gerade erklärt, warum das so wichtig ist. Du erinnerst dich doch noch an Hiob und warum das alles war. Du weißt doch, dass dieser gefallene Engel mich verhöhnt. Wenn ich dich jetzt in so eine Lage bringe, dann doch nur, um diesem Flegel zu beweisen, dass er Unrecht hat und dass ich…“
„Stopp! Du hast ja Recht und ich finde das ja auch unverschämt und ich helfe dir ja gern. Aber mal ganz ehrlich: ich habe keine Lust mehr. Kannst du das mit dem nicht irgendwie anders klären? Warum immer ich? Kannst du das nicht vertagen? Für dich spielt Zeit doch keine Rolle. Bitte gib mir doch wenigstens eine Verschnaufpause. Ich kann wirklich nicht mehr. Ich habe keine Kraft und Energie mehr.“
„Mein liebes Kind. Ich verstehe dich ja so gut. Aber weißt du: gerade dann, wenn du so schwach und kraftlos bist – gerade dann kannst du mir am besten nutzen. Denn dann gebe ich dir meine Kraft und Energie und damit kannst du alles aushalten und alles bewirken und so kann ich zeigen, WER ich bin. Dass ich meinem Namen alle Ehre mache. Bitte „spiel mit“. Denke doch auch an deinen Bruder Mose. Auch er ist immer und immer wieder zum Pharao hingegangen. Und das, obwohl ich ihm schon vorher verraten habe, dass der Pharao nicht hören werde. Denkst du, dass dem das leicht gefallen ist? Du kennst ihn doch, weißt doch, dass er sehr schüchtern und ängstlich ist. Bitte habe du keine Angst. Ich bin bei dir und ich werde deine Hand halten. Du darfst sie auch so fest drücken, dass sie mir richtig weh tut, wenn die Angst zu groß wird. Aber bitte lass meine Hand nicht los. Bitte vertraue mir. Es wird dir ganz bestimmt nichts passieren. Ich verspreche es dir!“
Und wir? Wir ergreifen Jehovas Hand und vertrauen uns ihm ganz an und versuchen, die beängstigenden Gedanken zu verscheuchen. Wir rufen uns immer wieder in den Sinn, worum es eigentlich geht und wer hinter diesen beunruhigenden Gedanken steckt. Dass es der Satan ist, der will, dass wir aufgeben, damit er dies ganz frech unserem Gott ins Gesicht schleudern kann.
Also: raffen wir uns auf und halten wir durch. Spüren wir den Atem unseres Gottes im Nacken und drücken seine Hand, damit wir spüren, dass ER da ist. Wir sind nicht allein!
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