
„Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn.“ Hiob 1,21 (ESV) ist einer der Verse, die in Zeiten der Trauer am häufigsten zitiert werden, aber auch einer der am meisten missverstandenen. Er wird oft als Fazit über Gottes Charakter gesehen, als würde Gott persönlich Segen geben und ihn dann aus Gründen, die wir vielleicht nie verstehen werden, auch wieder wegnehmen. Für viele Gläubige hat dieser Vers still und leise ein furchteinflößendes Bild von Gott geprägt. Ein Gott, der mit der einen Hand gibt und mit der anderen nimmt. Ein Gott, dessen Güte unvorhersehbar ist. Wenn man diesen Vers aber im Kontext der gesamten Heiligen Schrift liest, vor allem im Licht des vollendeten Werks Christi, ergibt sich ein ganz anderes Bild.
Zuerst muss man sich klar machen, dass Hiob aus seinem Schmerz heraus spricht, nicht aus einer Offenbarung. Hiob 1 berichtet von Hiobs Reaktion, nicht von Gottes Erklärung. Die Heilige Schrift beschreibt, was Hiob gesagt hat, und definiert nicht, wer Gott ist. Hiob hatte keine Kenntnis von den Gesprächen im Himmel. Er wusste nichts von dem Ankläger. Er kannte die Ursache seines Verlustes nicht. Er interpretiert die Tragödie mit den begrenzten Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Ehrliche Worte, die in Trauer gesprochen werden, sind nicht dasselbe wie die ewige Wahrheit über Gottes Wesen.
Dieser Vers wird oft falsch verstanden, weil die Leute denken, dass Schweigen vom Himmel Zustimmung bedeutet. Aber später im Buch spricht Gott selbst und widerlegt sanft Hiobs Schlussfolgerungen. Noch wichtiger ist, dass das Neue Testament uns Klarheit gibt, die Hiob nie hatte. Jakobus 5,11 sagt uns, dass der Zweck des Herrn in Hiobs Leben Mitgefühl und Barmherzigkeit war. Das allein verändert alles. Gottes Absicht war nicht Verlust. Seine Absicht war Wiederherstellung. Hiobs Geschichte endet nicht mit dem Nehmen. Sie endet mit einer Verdopplung.
Hier bringt das Evangelium die Offenbarung, die alles verändert. In Johannes 10,10 macht Jesus eine klare Unterscheidung: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu vernichten. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Jesus sagt nicht, dass Gott gibt und nimmt. Er trennt die Quelle des Verlusts von der Quelle des Lebens. Jesus ist das genaue Abbild von Gottes Wesen. Wenn Jesus niemals jemandem das Leben, die Gesundheit oder die Versorgung genommen hat, dann kann Hiob 1,21 nicht bedeuten, dass Gott dies tut.
Noch eindrucksvoller ist, dass uns der Hebräerbrief sagt, dass Gott in früheren Zeiten durch die Propheten gesprochen hat, aber in diesen letzten Tagen hat er durch seinen Sohn gesprochen. Das bedeutet, dass Jesus das endgültige und klarste Wort über Gott ist. Wenn wir auf Jesus schauen, sehen wir nie, dass er etwas wegnimmt, um eine Lektion zu erteilen. Wir sehen, wie er das Augenlicht wiederherstellt, Körper heilt, Sündern vergibt und Tote auferweckt. Das Kreuz selbst beweist das. Gott hat uns nichts weggenommen. Er hat seinen Sohn gegeben. Und die Auferstehung zeigt, dass der Verlust nicht das letzte Wort hat.
Diese Geschichte bringt Frieden, wenn wir verstehen, dass Gott nicht der Urheber deines Leids ist. Hiobs Worte spiegeln menschliche Verwirrung wider, nicht göttliche Grausamkeit. Gott lenkt den Verlust nicht, um Charakter zu formen. Er ist im Leiden gegenwärtig, um Erlösung zu bringen. Selbst als Hiob nicht verstand, hörte Gott nie auf, gut zu sein. Und in Christus interpretieren wir Leiden nicht mehr durch Schweigen. Wir interpretieren es durch das Kreuz.
Die praktische Anwendung ist zutiefst tröstlich. Wenn Verlust kommt, musst du ihn nicht Gott zuschreiben, um ihn zu ehren. Du kannst ehrlich trauern und trotzdem zuversichtlich vertrauen. Du kannst den Herrn preisen, ohne zu glauben, dass er deinen Schmerz verursacht hat. Heute bist du frei, Tragödien von Gottes Charakter zu trennen. Er nimmt dir nichts weg. Er ist bei dir. Und in Christus ist Wiederherstellung immer Teil der Geschichte.
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Heute lesen wir Hiob 10 bis 13. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
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Heute lesen wir Hiob 6 bis 9. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
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Heute lesen wir Hiob 1 bis 5. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
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„Mir scheint,
dass Gott mir
nach und nach
alles wegnimmt,
was mir kostbar war und ist.
Während Falten entstehen
und graue Haare
nicht länger verborgen bleiben,
während Monate
Jahr für Jahr vergehen,
wird mir der Kreis all dessen,
was ich einst so fest umklammert hielt,
genommen.
Es schmerzt.
Es ist schwer.
Es bricht mir das Herz.
Und doch,
inmitten all dessen,
höre ich seine leise Stimme.
„ICH BIN der Herr, dein Gott.“
„ ICH BIN alles, was du brauchst.“
„ ICH BIN derjenige, der dich mit ewiger Liebe liebt.“
„ ICH BIN.“
Und so sehr es auch schmerzt,
und so unnatürlich es auch scheinen mag,
sehe ich in diesem Sich-Entblößen sein Herz.
Ich sehe seine Liebe.
Und obwohl ich
mich niemals
mit Hiob vergleichen könnte,
beginne ich,
mit Hiobs Augen zu sehen.
Mein ganzes Leben lang
habe ich von Gott gehört.
Mein ganzes Leben lang
habe ich versucht,
Gott zu erkennen.
Doch hier,
in dieser herzzerreißenden Entblößung,
beginne ich tatsächlich,
Gott zu sehen.
„Herr, ich fühle mich so allein.“
Und in meinem Herzen
sehe ich ihn dort.
Mit weit geöffneten Armen.
Den Einen,
der war,
der ist,
der immer sein wird.
Den Einen,
der mich niemals verlassen wird.
Den Einen,
der sich mein ganzes Leben lang
danach gesehnt hat,
mein Leben zu sein.
Und ich weiß,
indem er
wegnimmt,
sehnt er sich danach,
zu geben.
Eine klarere Offenbarung.
Eine stärkere Verbindung.
Eine engere Gemeinschaft.
Eine unvergleichliche Vereinigung.
„Nein, mein liebes Mädchen.
Du bist nie allein.
Ich bin.
Ich bin es immer.“
Und ich weiß,
ich werde geliebt
von
ICH BIN. ❤“
~Stacy L. Sanchez
„Ich hatte vorher nur von dir gehört,
aber jetzt habe ich dich mit eigenen Augen gesehen.“
~Hiob 42,5
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Hiob zu Ende und den Psalm 29. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 🥰
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Hiob 37 bis 40:5 und Psalm 19. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 🥰
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Hiob 29 bis 32. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 🥰
by Jule with no comments yetHeute lesen wir Hiob 25 bis 28. Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 🥰
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