
𝐔𝐧𝐝𝐞𝐫 𝐭𝐡𝐞 𝐅𝐢𝐠 𝐓𝐫𝐞𝐞: 𝐉𝐞𝐬𝐮𝐬 𝐚𝐧𝐝 𝐍𝐚𝐭𝐡𝐚𝐧𝐞𝐥
Nathanael suchte Jesus nicht. Jesus kam durch das Zeugnis eines Freundes zu ihm. Philippus fand Nathanael und sprach mit der Dringlichkeit eines Menschen, der überzeugt war, dass die Geschichte einen Wendepunkt erreicht hatte. „Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben, Jesus von Nazareth, den Sohn Josephs.“ Nathanael antwortete eher mit Ehrlichkeit als mit Ehrfurcht. „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“
Das war kein Zynismus um des Zynismus willen. Nazareth hatte keine prophetische Bedeutung. Es gab dort keine Erinnerung an David, keinen theologischen Stammbaum. Nathanael lehnte die Schrift nicht ab. Er verteidigte sie. Seine Frage war nicht, ob Gott unerwartet handeln könnte, sondern ob diese Behauptung mit dem übereinstimmte, was Gott bereits gesagt hatte. Skepsis, die aus der Treue zur Schrift entsteht, ist kein Unglaube. Es ist Vorsicht, die von Ehrfurcht geprägt ist.
Philippus argumentierte nicht. Er konstruierte keine Apologie. Er sprach eine Einladung aus. „Komm und sieh.“ Dieser einfache Satz sollte zum Muster der Jüngerschaft im Johannesevangelium werden. Die Wahrheit wird nicht nur erklärt. Man begegnet ihr.
Als Nathanael näher kam, sprach Jesus zuerst. „Siehe, ein wahrer Israelit, in dem keine Falschheit ist.“ Diese Worte spiegelten die Geschichte Jakobs wider, des Betrügers, dessen Name in Israel geändert wurde. Jesus schmeichelte Nathanael nicht. Er ordnete ihn in die Geschichte Israels ein. Hier stand ein Sohn Jakobs ohne Jakobs List. Ein Mann, der von der Heiligen Schrift geprägt war und nicht von Manipulation.
Nathanael war erschrocken. „Woher kennst du mich?“ Das war keine beiläufige Frage. Sie trug das Gewicht, von jemandem gesehen zu werden, der ihn nicht hätte kennen dürfen.
Jesus antwortete mit einem Satz, der seit Jahrhunderten zu Interpretationen Anlass gibt. „Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen.“
Das Evangelium sagt uns nicht, was Nathanael unter dem Feigenbaum tat. Und das muss es auch nicht. Im jüdischen Leben symbolisierte der Feigenbaum oft Frieden, Meditation und Reflexion über die Thora. Rabbiner lehrten manchmal unter Feigenbäumen. Die Heilige Schrift spricht davon, unter seinem Feigenbaum zu wohnen, als Zeichen göttlichen Segens. Was auch immer Nathanael dort tat, es war privat. Es war verborgen. Es war nur Gott bekannt.
Jesus sagte nicht, dass er es erraten habe. Er sagte nicht, dass er es abgeleitet habe. Er sagte, er habe es gesehen.
Das reichte aus.
Nathanael wechselte in einem Atemzug von Skepsis zu Bekenntnis. „Rabbi, du bist der Sohn Gottes. Du bist der König Israels.“ Das war keine langsame, durchdachte Schlussfolgerung. Es war das Verschwinden der Distanz zwischen Bekanntsein und Glauben. Nathanael erkannte, dass der Mann vor ihm das Wissen um Gott und die Autorität des verheißenen Königs besaß.
Jesus tadelte das Bekenntnis nicht, aber er erweiterte Nathanaels Horizont. „Du wirst noch Größeres als das sehen.“ Dann sprach er von Engeln, die zum Menschensohn auf- und abstiegen. Die Sprache griff auf Jakobs Leiter zurück, wo Himmel und Erde in einem Traum aufeinander trafen. Jesus sagte, dass das, was Jakob in seiner Vision gesehen hatte, nun in Fleisch und Blut vor ihm stand. Die Verbindung zwischen Gott und Mensch würde nicht länger ein Ort oder eine Struktur sein, sondern eine Person.
In Nathanaels Geschichte geht es nicht um Einsichten, die durch Intelligenz gewonnen wurden. Es geht um Offenbarungen, die durch das Kennenlernen empfangen wurden. Jesus gewann Nathanael nicht durch Argumente. Er enthüllte göttliches Wissen, das die Privatsphäre durchdrang und die Seele erreichte.
In den Evangelien gibt es keine Aufzeichnungen darüber, dass Nathanael nach der Auferstehung noch einmal spricht, als er still unter den Jüngern am See von Tiberias erscheint. Er vollbringt keine Wunder. Er hält keine Predigten. Sein Glaube ist nicht laut. Er ist tief. Der Mann, der unter dem Feigenbaum erkannt wurde, blieb unter der Last der Enttäuschung, Verwirrung und des Verlusts treu.
In Nathanael sehen wir einen Jünger, der nicht durch Spektakuläres, sondern durch Erkennen geformt wurde. Christus kennt die Seinen, bevor sie sprechen. Er sieht, was verborgen ist. Er ruft Skeptiker, ohne sie zu vernichten. Er ehrt die durch die Schrift geprägten Zweifel und beantwortet sie mit sich selbst.
Manche begegnen Jesus in der Dunkelheit wie Nikodemus. Manche schreien wie Bartimäus. Nathanael wird gesehen, bevor er fragt. Und dieses Sehen verändert alles.
Derjenige, der vor Nathanael stand, sieht immer noch unter Feigenbäumen. Er weiß immer noch, was verborgen ist. Er ruft immer noch ohne Zwang. Und er offenbart sich immer noch als der Ort, an dem der Himmel die Erde berührt.
by Jule with 1 commentWir sehen uns am Abend beim Bibelgrundkurs per Zoom. Thema: „Auf festem Grund gebaut“
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by Jule with 2 commentsGleich zu Anfang vom Bibelbuch Richter lesen wir vom „Engel des Herrn“. Achten wir mal beim Lesen bitte auf die Art, wie er spricht und vergleichen wir es mit dem, wie Engel sonst mit den Menschen sprechen:
„Der Engel des Herrn kam von Gilgal nach Bochim und sagte zu den Israeliten:
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»Ich habe euch aus Ägypten befreit und in das Land gebracht, das ich euren Vorfahren versprochen habe. Damals schwor ich, meinen Bund mit euch niemals zu brechen. Ich befahl: ›Lasst euch nicht mit den Bewohnern dieses Landes ein! Zerstört ihre Götzenaltäre!‹ Doch was habt ihr getan? Ihr habt nicht auf mich gehört! Darum werde ich diese Völker nicht mehr aus eurem Gebiet vertreiben. Stattdessen wird das eintreffen, wovor ich euch gewarnt habe: Sie werden euch großes Leid zufügen und euch mit ihren Götzen ins Verderben stürzen.«
Als der Engel des Herrn dies gesagt hatte, begannen die Israeliten laut zu weinen. Sie brachten dem Herrn Opfer dar und nannten den Ort Bochim (»Weinende«).“
Richter 2:1-5 HFA
Wenn normalerweise ein Engel oder ein Prophet stricht, heißt es immer „Jehova sagt ….“
Aber „der Engel Jehovas“ spricht hier immer in der Ich-Form, ist also Jehova selbst
Wie wir aus Johannes 1:1 wissen, wird Jesus als „das Wort“ bezeichnet und wir haben in den vergangenen Jahren beim gemeinsamen Lesen in der Bibel festgestellt, dass im AT immer von dem die Rede, den wir heute als Jesus kennen, wenn Jehova spricht
So ist es Jesus, der bei Abraham zu Besuch ist und mit ihm spricht und auch hier und bei Gideon und später bei Manoach ist es Jesus, der mit Ihnen spricht
Hier bekommen wir eine Erklärung, wenn wir sehen, was Manoach und seine Frau dachten, mit wem sie geredet hatten. Manoach hatte Angst, dass er sterben würde, denn „niemand kann Jehova sehen und dennoch leben“
„»Bitte, bleib noch da«, bat Manoach den Engel des Herrn. »Wir möchten dir einen jungen Ziegenbock zum Essen zubereiten!« Denn er wusste nicht, wen er vor sich hatte. .Weitere Gedanken gibt es in einigen Artikeln auf Thoms Seite dazu, aus denen ich euch die Hauptgedanken hier mit rein kopiereDer Engel des Herrn antwortete: »So sehr du mich auch drängst, ich werde nichts essen. Aber wenn du willst, dann bring es dem Herrn als Brandopfer dar!« »Wie heißt du?«, fragte Manoach. »Wir würden uns gern bei dir bedanken, wenn deine Ankündigung eintrifft.« Der Engel erwiderte: »Du fragst nach meinem Namen? Er ist unbegreiflich für dich!« Manoach nahm den jungen Ziegenbock sowie Brot für das Speiseopfer und verbrannte es zu Ehren des Herrn auf einem Felsblock. Da ließ Gott vor ihren Augen ein Wunder geschehen:
.Als das Feuer zum Himmel aufloderte, stieg der Engel des Herrn in der Flamme empor und verschwand. Manoach und seine Frau warfen sich erschrocken zu Boden. Es war ihre letzte Begegnung mit dem Engel des Herrn. Nun begriff Manoach, mit wem sie gesprochen hatten. »Wir müssen sterben!«, rief er. »Wir haben Gott gesehen!«“ Richter 13:15-22 HFA
Die erste Stelle in der Bibel, wo der Engel Jehovas erwähnt ist, ist bei Hagar in der Wüste:
Und der Engel Jehovas sprach zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Ismael (Gott hört) geben, denn Jehova hat auf dein Elend gehört. …
Da nannte sie Jehova, der zu ihr redete: Du bist ein Gott, (El) der sich schauen läßt! (O. der mich sieht; W. des Schauens) Denn sie sprach: Habe ich nicht auch hier geschaut, nachdem er sich hat schauen lassen? (W. nach dem Schauen; And üb.: Habe ich auch hier dem nachgeschaut, der mich sieht, oder gesehen hat)
Elberfelder 1871 – Gen 16,11,13
Mit wem sprach Hagar? Kannte Hagar die Stimme desjenigen, der mit ihr sprach?
Warum sprechen die Personen, die den „Engel Jehovahs“ sehen, diesen immer und immer wieder mit Jehovah an? Sind die alle zu „dumm“ zu erkennen, mit wem sie sprechen? Oft wird ja behauptet, der „Engel Jehovahs“ sei nur ein Bote, der im Auftrage Jehovahs eine Botschaft übermittelt. Gut – könnte sein. Aber mal ganz ehrlich: wenn die PostBOTIN dir einen Brief von Tante Helga gibt, sprichst du dann die Postbotin mit „Tante Helga“ an? Und warum wehrt sich der Engel nicht gegen die falsche Ansprache?
Was aber, wenn Arnold Fruchtenbaum und andere Recht haben sollten, die folgende Ansicht vertreten:
Vers 7 führt eine neue Einheit ein: Und der Engel Jehovas fand sie.
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Dies ist das erste Erscheinen des Engels Jehovas, eines sehr einzigartigen Individuums in der biblischen Aufzeichnung. Dieses Wesen wird insgesamt achtundfünfzig Mal der Engel Jehovas genannt. Er wird auch insgesamt elf Mal der Engel Gottes genannt.
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Dieser ist kein gewöhnlicher Engel; Dieser ist immer das zweite Mitglied der Triunity. Dies ist immer ein Hinweis auf den vorinkarnierten Messias.
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Rabbi Hertz erklärt in seinem Kommentar, dass der Ausdruck „Engel des Herrn“ manchmal verwendet wird, um Gott selbst zu bezeichnen. In jedem Kontext, in dem er erscheint, wird er als Engel bezeichnet. und irgendwo anders im selben Kontext wird er als Gott bezeichnet.
Und hier die wichtigsten Gedanken zu diesem Thema mit dem Engel Jehovas aus einem anderen Artikel von Thom:
Nun gibt es die Möglichkeit, die verschiedenen Theorien nach und nach beim Lesen der Bibel „durch zu testen“. Also zum Beispiel davon auszugehen, dass der „Engel Jehovahs“ im AT vielleicht „nur ein Engel“ war, oder dass er „Michael“ war, und dann dass es „Jehovah selbst“ war …usw usf… – aber wir benötigen wohl einige Jahre, um die Bibel aus den jeweiligen Blickwinkel zu lesen, und zu merken, welche der obrigen Gedankenspiele mehr Fragen aufwerfen, und dann die nur eine wahre Antwort zu finden.
Die andere Möglichkeit ist, verschiedene Kommentare und Erklärungen zu lesen – aber dabei müssen wir dann darauf achten, verschiedene Meinungen, verschiedene Auslegungen zu lesen – und dabei schon beim Lesen festzustellen, dass viele dieser Auslegungen sehr schwierig zu verstehen sind – und eben auch wieder neue Fragen aufwerfen.
Und dann gibt es die Möglichkeit sich mit anderen über die verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten zu unterhalten.
Viel Arbeit?
Ja schon, aber wir lernen nicht nur Jehovah besser kennen, sondern wir verstehen auch, dass andere Christen vielleicht eine andere Auslegung momentan bevorzugen, ABER trotzdem Jehovah lieben können.
by Jule with no comments yet