
„Martha glaubte, eilte aber dennoch zu Jesus“ 👰🏻♀️
Martha wird in der Bibel mehrfach erwähnt, und jedes Mal wird sie oft missverstanden.
Die meisten erinnern sich an sie als die Frau, die mit dem Bedienen beschäftigt war, während Maria zu Jesu Füßen saß (Lukas 10). Martha wird üblicherweise als zerstreut, ängstlich oder übermäßig praktisch orientiert beschrieben. Doch wenn wir ihre Geschichte aufmerksam lesen, insbesondere in Johannes 11, erkennen wir etwas Tieferes.
Als Lazarus starb, eilte Martha Jesus entgegen.
Ihre ersten Worte waren ehrlich und schmerzlich:
„Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“
Das war kein Unglaube.
Es war Enttäuschung, vermischt mit Glauben.
Dann sagt Martha etwas, das viele übersehen.
„Ich weiß, dass er am Jüngsten Tag auferstehen wird.“
Dieser Satz ist wichtig.
Martha glaubte an die Auferstehung. Sie glaubte an die Theologie. Sie glaubte an Gottes Verheißung für die Zukunft. Aber sie glaubte mit einer gewissen Distanz daran.
Und genau darin liegt die Spannung.
Martha glaubte, Gott könne handeln … nur nicht jetzt.
Jesus lenkt ihren Blick:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Nicht „Ich werde sein.“
„Ich bin.“
Jesus korrigierte Marthas Lehre nicht.
Er erweiterte ihre Erwartung.
Martha glaubte an ein zukünftiges Wunder, tat sich aber schwer, an ein gegenwärtiges zu glauben. Sie vertraute auf Gottes Macht für die Zukunft, zögerte aber, seinem Zeitpunkt jetzt zu vertrauen.
Am Grab wird dies noch deutlicher.
Als Jesus darum bittet, den Stein wegzunehmen, widersetzt sich Martha. Sie erinnert ihn daran, dass Lazarus schon vier Tage tot ist. Sie kennt den Geruch des Todes. Ihr Glaube versteht die Auferstehung, aber ihre Sinne verstehen den Verfall.
Das ist die stille Erkenntnis in Marthas Geschichte.
Sie glaubte an Gott, versuchte aber dennoch, ihn zu beherrschen.
Sie vertraute Jesus, drängte ihn aber dennoch.
Sie hatte Glauben, doch hielt sie ihn sorgsam zurück.
Und Jesus wies sie deswegen nicht zurück.
Stattdessen lud er sie ein, mehr zu sehen.
Hier liegt eine tiefe Ermutigung für Gläubige.
Man kann Jesus lieben und trotzdem mit dem richtigen Zeitpunkt hadern.
Man kann an die Wahrheit glauben und trotzdem mit Enttäuschungen kämpfen.
Man kann echten Glauben haben und trotzdem Grenzen setzen, was man von Gott erwartet.
Martha lehrt uns, dass Glaube nicht immer laut oder poetisch ist.
Manchmal ist Glaube praktisch, vorsichtig und ängstlich vor dem, was geschehen könnte, wenn der Stein weggerollt wird.
Aber Jesus beschämt Martha nicht.
Er begegnet ihr.
Er tadelt sie nicht für ihr Zögern.
Er offenbart sich ihr immer deutlicher.
Und am Ende sieht Martha etwas, was sie nie zu sehen erwartet hätte.
Leben, wo Tod war.
Hoffnung, wo Verfall war.
Manchmal glauben wir, wie Martha, an Gottes Verheißungen, zögern aber dennoch, wenn er uns bittet, ihm im Hier und Jetzt zu vertrauen. Wir glauben an seine Fähigkeiten, aber zögern, wenn er uns auffordert, die Kontrolle loszulassen.
Wenn du dich gerade in einer Situation befindest, in der sich dein Glaube echt, aber vorsichtig, stark, aber zurückhaltend anfühlt, dann höre gut zu:
Jesus hat Geduld mit wachsendem Glauben.
Er nimmt ehrliches Zögern nicht übel.
Und manchmal steht das Wunder, auf das wir warten, direkt vor uns und bittet uns, ihm jetzt zu vertrauen, nicht später. 🙏🏼
by Jule with 1 comment
Gideons Geschichte ist oft wegen der schrumpfenden Zahl seiner Männer in Erinnerung geblieben, von Tausenden auf dreihundert.
Doch die Heilige Schrift stellt dies nicht einfach als
Lektion in Mut oder Strategie dar.
Es ist ein bewusstes Umdenken darüber,
wie man sich den Sieg üblicherweise vorstellt.
Als der Herr Gideons Heer verkleinerte,
nennt der Text den Grund eindeutig:
„Damit Israel sich nicht über mich rühme und sage:
‚Meine eigene Hand hat mich gerettet.‘“ (Richter 7,2).
Es ging nicht um Effizienz.
Es ging um die Ehre, die ihm zuteilwurde.
Was diesen Bericht so eindrücklich macht,
ist Gideons Ausrüstung für die Schlacht.
Nicht erhobene Schwerter,
sondern Trompeten, leere Tonkrüge und versteckte Fackeln.
Werkzeuge, die Lärm machten, Licht spendeten und leicht zerbrachen.
Damals mussten die Krüge zerbrochen werden, damit das Licht sichtbar wurde.
Die Trompeten verkündeten beim Blasen Anwesenheit, nicht Macht.
So entfaltete sich Israels Sieg in der Verwirrung und Furcht der Feinde
und in göttlichem Eingreifen, nicht in militärischer Überlegenheit.
Israel siegte nicht, weil es Midian überwältigte.
Sie siegten, weil Gott unmissverständlich klarmachte,
dass er für Israel handelte.
Gideon selbst spiegelt dieses Muster wider.
Von Natur aus war er nicht selbstsicher.
Er zögerte und bat sogar um Bestätigung.
Und doch ging Gott nicht an ihm vorbei. Gott formte ihn.
Nicht indem er seine Stärke überhöhte, sondern indem er ihm stetig
jede falsche Zuversicht nahm.
Als es dann zur Schlacht kam,
gab es nichts mehr, worauf er vertrauen konnte,
außer dem Wort des Herrn.
Und dieses Muster endet nicht mit dem Buch der Richter.
Wenn wir zu Christus kommen,
finden wir dieselbe göttliche Logik,
nun in ihrer tiefsten Erfüllung.
In Christus kam Gottes Sieg nicht durch Heere oder Gewalt.
Er kam durch einen gebrochenen Leib,
durch offenbartes Licht und einen Triumph,
der eindeutig allein Gott gehörte.
Das Kreuz wirkte wie Schwäche.
Wie eine Niederlage. Wie etwas, das eigentlich nicht funktionieren sollte.
Und doch, genau wie bei Gideons Krügen,
war gerade das Zerbrechen der Weg,
durch den das Licht freigesetzt wurde.
Das Evangelium lädt uns nicht dazu ein, auf unsere Anzahl,
unsere Stärke oder unsere Fähigkeit, Ergebnisse zu kontrollieren, zu vertrauen.
Es lädt uns ein, dort zu stehen, wo Gideon stand:
mit leeren Händen, gehorsam und im Bewusstsein, dass der Sieg, falls er kommt,
Gottes Wirken ist.
Und wenn das geschieht,
wird niemand daran zweifeln,
wem die Ehre gebührt.
Was hältst du gerade in der Hand?
Was sind deine „Posaunen, leeren Tonkrüge und Fackeln“? Denk daran: Solange Gott für dich kämpft, kann selbst das Kleinste in deinen Händen Sieg und Durchbruch bringen.

Es gibt Momente im christlichen Leben, in denen die größte Gefahr nicht in offener Rebellion gegen Gott liegt, sondern in stillen Kompromissen, die unkontrolliert bleiben.
Das Leben geht weiter, der Dienst geht weiter, die Anbetung geht weiter,
doch unter der Oberfläche stimmt etwas nicht.
Die Heilige Schrift zeigt uns, dass Gott uns in seiner Barmherzigkeit
nicht immer direkt konfrontiert.
Oft sendet er einen Menschen.
Im Leben Davids war dieser Mensch Nathan.
Als Nathan in 2. Samuel 12 erscheint,
hatte David bereits schwer gesündigt.
Was als ein stiller Moment der Begierde begann,
war zu Ehebruch, Betrug
und dem Tod eines unschuldigen Mannes geworden.
Und doch schien Davids Leben äußerlich unversehrt. Er war noch immer König. Er führte Israel noch immer an. Er besaß noch immer Autorität und Einfluss, und den Anschein von Gottes Segen.
Die Heilige Schrift sagt uns nur beiläufig, dass Davids Handeln dem Herrn missfiel. Deshalb ist Nathans Ankunft so bedeutsam.
Gott setzte David nicht sofort ab Er stellte ihn nicht öffentlich bloß. Stattdessen sandte er einen treuen Vertrauten.
Nathan stürmte nicht mit Anschuldigungen in den Palast. Er beschämte David nicht und bedrohte ihn nicht. Stattdessen erzählte er eine Geschichte, die an Davids Gerechtigkeitssinn appellierte.
Im alten Israel wurde von Königen erwartet, dass sie gerecht urteilten und die Schwachen verteidigten. So erzählte Nathan von einem reichen Mann, der einem armen Mann sein einziges Lamm wegnahm, und David, der von dieser Ungerechtigkeit hörte, entbrannte vor Zorn.
Erst dann sprach Nathan die Worte, die David nicht erwartet hatte: „Du bist der Mann.“
Und ich glaube nicht, dass diese Worte David zerstören sollten. Sie sollten ihn aufrütteln und ihn dazu bringen, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen.
Viele Christen können sich heute besser in diese Situation hineinversetzen, als uns bewusst ist. Wir mögen keine Krone tragen, aber wir haben Einfluss – auf unsere Familien, unsere Gemeinden, unsere Freundschaften. Wir beherrschen die Sprache des Glaubens. Wir gehen in die Kirche. Wir dienen. Wir beten.
Und doch ist es möglich, mit ungestandenen Sünden, verhärteten Gewohnheiten oder stillem Stolz zu leben, während äußerlich alles in Ordnung scheint.
Und ich würde aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit Christus sagen, dass die gefährlichsten Zeiten oft jene sind, in denen niemand die schwierigen Fragen stellt.
Deshalb brauchen wir alle einen Nathan.
Ein Nathan ist nicht jemand, der gerne Fehler aufzeigt.
Ein Nathan ist jemand, der Gott so sehr fürchtet, dass er spricht,
und uns so sehr liebt, dass er nicht schweigt.
Nathan riskierte sein Leben, indem er sich einem König entgegenstellte.
Er verstand Davids Macht.
Er verstand die Kultur.
Und dennoch gehorchte er Gott.
Wahre Verantwortung erforderte schon immer Mut.
Betrachten wir nun Davids Reaktion.
Er argumentierte nicht. Er verteidigte sich nicht. Er schob die Schuld nicht auf Druck, Versuchung oder Führungsstress.
Er sagte einfach: „Ich habe gegen den Herrn gesündigt.“
Dieser Satz offenbart ein Herz,
das selbst nach einem Misserfolg noch zart war.
Nathan war wichtig, weil David bereit war, zuzuhören.
Viele Gläubige bitten Gott um seinen Segen,
aber nur wenige bitten ihn um seine Zurechtweisung.
Wir beten oft um offene Türen,
aber nicht um offene Augen.
Doch die Heilige Schrift zeigt uns, dass Zurechtweisung
nicht das Gegenteil von Gnade ist, sondern eine ihrer deutlichsten Formen.
Gott sendet uns Menschen wie Nathan nicht, um uns zu beschämen,
sondern um uns zu retten, bevor die Sünde Wurzeln schlägt.
Gleichzeitig fordert uns diese Geschichte sanft auf,
uns selbst zu prüfen.
Gibt es jemanden, der ehrlich zu uns sprechen kann?
Jemanden, der nicht von unseren Titeln,
unserem Dienst oder unserem spirituellen Vokabular beeindruckt ist?
Jemanden, der uns so sehr liebt, dass er Unbehagen in Kauf nimmt?
Und wenn Gott einen solchen Menschen sendet,
sind wir demütig genug, sein Wort anzunehmen, selbst wenn es schmerzt?
Letztendlich konnte Nathan die Sünde aufdecken,
aber er konnte die Schuld nicht tilgen.
Darauf verweist die Geschichte über sich selbst hinaus.
David schrieb später Psalm 51,
in dem er nicht um Ansehen flehte,
sondern um ein reines Herz.
Und Generationen später,
kam ein weiterer Sohn Davids,
nicht um von außen zu konfrontieren,
sondern um die Sünde von innen zu tragen.
Tatsächlich enthüllte Jesus nicht nur unser Versagen,
sondern er beschloss, es freiwillig zu tragen.
Hört mir also gut zu, wenn ich sage:
Wir alle brauchen einen Nathan auf unserem Weg mit Christus,
nicht weil wir besonders böse wären,
sondern weil wir Menschen sind.
Weil Selbstgerechtigkeit so leicht fällt.
Weil blinde Flecken real sind.
Weil Gott uns zu sehr liebt,
um uns einfach unverändert zu lassen.
Manchmal ist die Stimme, die wir am wenigsten hören wollen, diejenige, die Gott benutzt, um uns zu retten. Und oft erkennen wir erst später, dass das, was sich anfangs unangenehm anfühlte, eigentlich die Stimme der Barmherzigkeit war.
by Jule with 1 comment
In der Nacht, als das Gericht über Ägypten kam, stellte Gott keine Fragen über die Menschen in den Häusern. Er überprüfte weder ihre Vergangenheit noch ihr Verhalten oder wie stark ihr Glaube an diesem Tag war. Er achtete nur auf eine einzige Sache: das Blut an den Türpfosten.
In diesen Häusern lebten Menschen wie wir. Einige hatten Angst. Einige waren unsicher. Einige fragten sich wahrscheinlich, ob das wirklich ausreichte. Doch ihre Sicherheit hing nicht davon ab, was sie fühlten oder wie gut sie sich verhielten. Der Schutz hing davon ab, ob das Blut aufgetragen worden war.
Dieser Moment war kein Zufall. Er war ein Bild. Ein Zeichen, das auf etwas Größeres hinwies. Das Blut des Lammes in Exodus war nur vorübergehend, aber es zeigte eine Wahrheit, die später in Jesus erfüllt werden sollte. Gott rettet durch Stellvertretung, nicht durch Selbstverbesserung.
Das Blut erzählte eine Geschichte. Es sagte, dass Sünde schwerwiegend ist und der Tod einen hohen Preis hat. Es zeigte, dass das Gericht nicht allein durch Aufrichtigkeit vermieden werden kann. Ohne Blut gab es kein Entkommen. Das war keine Härte. Es war Ehrlichkeit. Die Sünde verlangt Bezahlung, und nur Gott konnte das erforderliche Opfer bringen.
Als Gott sagte: „Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen“ (2. Mose 12,13), machte er deutlich, dass die Erlösung davon abhängt, was er sieht, und nicht davon, was wir behaupten. Das Blut war sichtbar. Es kennzeichnete die Zugehörigkeit. Dieses Haus gehörte Gott, und das Gericht hatte kein Recht, es zu betreten.
All dies wies auf Christus hin. Jesus wurde unser Passahlamm (1. Korinther 5,7). Wo einst viele Lämmer starben, steht nun ein einziges vollkommenes Opfer. Sein Blut muss nicht wiederholt werden. Es hat das Gericht nicht verzögert. Es hat es vollendet.
Am Kreuz wurde Gottes Gerechtigkeit befriedigt. Der Römerbrief sagt uns, dass Jesus durch sein Blut als Sühneopfer dargebracht wurde (Römer 3,25). Das bedeutet, dass Gottes Zorn vollständig beantwortet und nicht ignoriert wurde. Diejenigen, die Christus vertrauen, sind gerechtfertigt, nicht weil sie es verdient haben, sondern weil die Zahlung akzeptiert wurde.
Durch sein Blut sind wir erlöst (Eph 1,7). Erlösung bedeutet, dass wir um einen Preis erkauft wurden. Nicht mit Silber oder Anstrengung, sondern mit dem Leben selbst. Diese Freiheit ist nicht etwas, auf das wir später hoffen. Die Schrift sagt, dass wir sie jetzt haben.
Wegen des Blutes werden Gläubige als gerecht angesehen. Das Gericht geht an denen vorbei, die bedeckt sind. Die Erlösung steht nicht auf der Kippe. Gnade erzeugt keine Angst. Sie erzeugt Zuversicht.
Das Blut Jesu spricht immer noch. Es ist nicht schwächer geworden. Es ist nicht abgelaufen. Es muss nichts hinzugefügt werden. Keine zusätzliche Zahlung. Kein Beweis des Wertes. Was uns gerettet hat, ist das, was uns erhält.
Gott hat Israel nie gefragt, ob sie gut genug seien. Er fragte, ob das Blut da sei. Heute stellt er dieselbe Frage. Nicht über Religion. Nicht über Anstrengung. Nicht über Ansehen. Nur dies: Hast du auf das vertraut, was Christus getan hat?
Das Evangelium ist einfach. Christus starb für unsere Sünden. Er wurde begraben. Er ist wieder auferstanden (1. Korinther 15,1–4). Der Glaube verbessert Gottes Versorgung nicht. Der Glaube nimmt sie einfach an.
Bei der Erlösung ging es nie um Würdigkeit.
Es ging immer um das Blut.
„Da wir nun durch sein Blut gerechtfertigt sind, wie viel mehr werden wir durch ihn vor dem Zorn Gottes gerettet werden.“ Römer 5,9
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
by Jule with 1 comment
Die meisten Menschen konzentrieren sich auf die Nägel, die Dornenkrone, das Blut und die Qualen am Kreuz. Aber die Heilige Schrift verbirgt etwas weitaus Beunruhigenderes, das offen sichtbar ist – etwas so Kleines und Gewöhnliches, dass man es leicht übersehen kann. Eine Pflanze. Ysop.
Ysop war nie beeindruckend. Er war nicht hoch wie eine Zeder oder stark wie eine Eiche. Er war gewöhnlich, wuchs dicht am Boden und wurde mit einer Sache in Verbindung gebracht: Reinigung. Nach dem Gesetz Israels wurde Ysop verwendet, um Blut, Wasser oder Opfergaben auf Menschen und Häuser aufzutragen, die unrein waren. Er war das Instrument der Reinigung, nicht die Quelle der Kraft selbst.
Beim ersten Passahfest befahl Gott Israel, Ysop in das Blut eines Lammes zu tauchen und damit die Türpfosten zu markieren. Der Tod ging nicht an den Häusern vorüber, weil sie stark waren, sondern weil das Blut genau so aufgetragen wurde, wie Gott es angeordnet hatte. Ysop war der Pinsel. Das Blut war der Schutz.
Jahrhunderte später, als Jesus im Sterben lag, berichtet die Schrift von einem seltsamen Detail. Man reichte ihm sauren Wein auf einem Schwamm, der an seinen Lippen gehalten wurde – auf einem Ysopzweig. Das war kein Zufall. Das war keine römische Bequemlichkeit. Das war theologische Präzision.
Die gleiche Pflanze, mit der einst das Blut eines Lammes aufgetragen wurde, um Israel vor dem Tod zu retten, wurde nun an die Lippen des wahren Lammes Gottes gehalten, als er die ganze Bitterkeit der Sünde trug. Der saure Wein symbolisierte Leiden, Demütigung und Fluch. Der Ysop symbolisierte Reinigung. Zusammen verkündeten sie, was das Kreuz vollbracht hatte: Reinigung durch Schmerz, Leben durch Opfer, Reinigung durch Blut.
An dieser Stelle wird das moderne Christentum oft oberflächlich. Wir wollen die Auferstehung ohne die Bitterkeit. Wir wollen Reinigung ohne Kosten. Wir wollen Vergebung ohne Blut. Aber Gott hat immer auf die gleiche Weise gewirkt – durch Gehorsam, durch Opfer, durch Demut, durch Dinge, die die Welt übersieht.
Ysop sagt uns etwas Unangenehmes. Gott braucht kein Spektakel. Er benutzt die Geringsten, um ewige Dinge zu vollbringen. Das Kreuz war nicht nur ein Moment des Leidens, es war die Erfüllung jedes Reinigungsrituals, das Israel jemals gekannt hatte. Jesus starb nicht einfach nur. Er vollendete die Reinigung.
Das Kreuz war nicht improvisiert. Es war lange vor der Existenz Roms in die Struktur der Heiligen Schrift geschrieben worden. Und selbst das kleinste Detail bezeugt, dass Jesus das makellose Lamm ist, dessen Blut allein die Unreinen rein macht.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
by Jule with 1 comment
Genesis 38 wirkt oft wie eine unerwünschte Unterbrechung der Josefsgeschichte, ein düsterer und beunruhigender Umweg voller Tod, Sex, Betrug und Gericht. Jahrelang behandelte ich es wie eine Werbepause und wollte ungeduldig zur Josefsgeschichte zurückkehren.
Doch diese Sichtweise verfehlte den Kern der Sache. Und zwar gewaltig. Genesis 38 ist keine Unterbrechung der Erzählung, sondern eine bewusste Parallele.
Genesis 37 stellt Josef vor; Genesis 38 stellt Juda vor. Man kann sich diese beiden Kapitel wie Türen vorstellen. Über der einen steht der Name Josef, über der anderen der Name Juda. Beide öffnen sich zu einem einzigen, gewundenen Gang – Genesis 37–50. Diese Kapitel erzählen nicht die Geschichte Josefs, sondern die Geschichte von Juda und Josef.
Beide Brüder erleben einen Abstieg. Juda ging von seinen Brüdern in die kanaanäische Gesellschaft hinab (1. Mose 38,1), während Josef nach Ägypten verschleppt wurde (1. Mose 39,1). Das hebräische Verb „yarad“ ist in beiden Versen dasselbe. Der eine steigt freiwillig hinab, der andere unfreiwillig. Beide werden von ihrer Familie getrennt.
Die Frage lautet: Was für ein Mensch wird jeder von ihnen werden?
In den Kapiteln von „Die Bibel in einem Jahr“ verfolgen wir die Geschichte zweier Brüder. Keiner von beiden ist idealisiert. Beide haben Fehler. Jeder hat seine Schwächen, Sünden und blinden Flecken. Und Gott wirkt in ihrem Leben, formt sie neu und macht sie zu Menschen, die er in seinem Heilsplan gebrauchen kann.
Josephs Vorbereitung ist auf ein Leben im Dienst an zweiter Stelle ausgerichtet. Er steht hinter Potiphar, hinter dem Gefängniswärter, hinter dem Pharao. Selbst innerhalb seiner Familie wird er letztendlich eine untergeordnete Rolle einnehmen.
Judas Vorbereitung hingegen ist auf eine Führungsrolle ausgerichtet. Er wird nach seiner Sünde mit seiner verwitweten Schwiegertochter Tamar schmerzlich gedemütigt. Doch er wird schließlich als der Bruder hervortreten, der sich für andere einsetzt und aus dessen Linie der Messias hervorgehen wird.
Diese letzten Kapitel der Genesis zeigen uns nicht nur die Entwicklung zweier Brüder, sondern auch, wie Gott in unserem Leben wirkt. Er formt uns auf unterschiedliche Weise für unsere verschiedenen Berufungen. Er demütigt uns, verletzt uns und erneuert uns. Er kreuzigt und erweckt uns zum Leben.
Er macht uns kleiner, damit in uns mehr Raum für Christus entsteht.
Mach mit bei „Die Bibel in einem Jahr“. Alle Informationen findest du unter https://www.1517.org/oneyear
by Jule with 1 commentIst dein Tag mal wieder schlecht gelaufen, alles geht schief und du weißt nicht, wo Gott bei dem allen ist? Hier hab ich eine wunderschöne Geschichte für dich, die wir im Netz gefunden haben:
Ich: Gott, kann ich Dir mal eine Frage stellen?
Gott: Sicher.
Ich: Versprich mir, dass Du nicht sauer wirst?
Gott: Ich verspreche es.
Ich: Warum hast Du mich heute so oft enttäuscht?
Gott: Was genau meinst Du?
Ich: Nun, ich bin zu spät aufgewacht!
Gott: Ja.
Ich: Mein Auto ist andauernd nicht gestartet.
Gott: Okay.
Ich: Mittags machten sie mein Sandwich falsch und ich musste auf das zweite Sandwich warten – ich hasse es zu warten.
Gott: Hmmm
Ich: Als ich auf dem Weg nach Hause war, ging mein Handy kaputt, genau zu dem Zeitpunkt, als ich gerade einen Anruf bekam.
Gott: Alles klar.
Ich: Und zu allem kam noch dazu: Als ich nach Hause kam, um meine Füße in mein neues Fußmassagegerät zu stecken, umzu geniessen und entspannen, funktionierte das Gerät einfach nicht!
Nichts ging heute richtig und gut! Warum hast Du das zugelassen?
Gott: Lass mich mal sehen… Der Todesengel war heute Morgen an Deinem Bett und ich habe meinen Engel zu Dir gesandt, dass er für Dein Leben kämpft. Und ließ Dich währenddessen schlafen…
Ich (demütig): Oh!
Gott: Dann habe ich zugelassen, dass Dein Wagen nicht gestartet ist, weil ein betrunkener Autofahrer genau auf Deiner Strecke unterwegs war und Du ihm dann nicht begegnet bist, weil Du später gefahren bist.
Ich: (schäme mich)
Gott: Die erste Person, die Dein Sandwich heute gemacht hat, war krank und ich wollte nicht, dass Du die Krankheit bekommst, die sie hatte. Ich wusste, Du kannst es Dir nicht leisten, krank zu werden und nicht zur Arbeit zu kommen.
Ich (verlegen): Okay
Gott: Das Telefon war kaputt, weil die Person, die Dich anrief, ein falsches Zeugnis geben würde über das, was Du gesagt hättest. Und ich wollte einfach nicht, dass man Deine Aussagen verfälscht, so habe ich erst gar nicht das Gespräch zustande kommen lassen.
Ich (leise): Ich sehe, Gott.
Gott: Oh, und das Fußmassagegerät hatte einen technischen Fehler und hätte alle Sicherungen im Haus durchknallen lassen. Ich dachte, Du wolltest lieber nicht den ganzen Abend im Dunkeln sitzen.
Ich: Es tut mir Leid, Gott.
Gott: Es muss Dir nicht leidtun – Du musst nur lernen, mir zu vertrauen…in allen Dingen, ob sie nun gut laufen oder schlecht.
Ich: Ich werde Dir vertrauen.
Gott: Und zweifle nicht – mein Plan für Deinen Tag ist immer besser als Dein Plan.
Ich: Ich will nicht mehr zweifeln, Gott. Und noch was, Gott: Danke für alles heute!
Gott: Gern geschehen, mein Kind. Jeden Tag bin ich gerne Dein Gott – und ich liebe es, nach meinen Kindern zu schauen
Quelle:
Und hier zum anhören
by Jule with no comments yet„In V. 13-14 jammert Kain über seine Strafe. Er empfindet keinen Kummer über seinen Mord, auch nicht über den Kummer seiner Eltern, die so große Hoffnungen in ihn setzen. Er ist voll von Selbstmitleid. Es gibt keinen Kummer, der mit seinem Kummer vergleichbar wäre. Das erste Kind der Welt wurde zu einer Offenbarung des Schreckens des menschlichen Falls: Sünde und Selbstmitleid prägten sein Wesen.
Zu dieser Zeit gab es nur seine Familie, seine Eltern, Brüder und Schwestern, doch Kain fürchtete Rache von allen Seiten. Vers 14 sagt uns nicht, dass Kain ein Nomade werden würde, sondern eher, dass er sich gejagt fühlen würde. Ein schlechtes Gewissen würde ihm keine Ruhe lassen.
Gott verbot daher die Tötung von Kain. Zu dieser Zeit waren alle lebenden Menschen Söhne und Töchter von Adam und Eva. Sie waren alle eine Familie. Die Macht der Todesstrafe gehört nicht der Familie, so dass niemand legitimerweise Kain getötet haben konnte. Es war Kains Gewissen, das ihn tötete.“
Rousas John Rushdoony – Kommentare zum Pentateuch
by Jule with no comments yetBitte erst beide Kapitel im ganzen lesen, bevor ihr antwortet. Danke 😘
by Jule with no comments yetNoch mal zu der Frage gestern Abend:
Es ging ja um Freunde und Familie, die weiterhin innerhalb der Versammlung der ZJ bleiben – also in gewisser Form „diese mehr lieben als Jehova“, denn genau dies wird dort gelehrt im Zusammenhang mit dem Umgang mit Ausgeschlossenen.
Wenn du als ZJ Umgang mit jemanden hast, der ausgeschlossen wurde oder aus welchen Gründen auch immer selbst ging, dann bekommst du diesen Bibeltext „um die Ohren gehauen“ um Dir klar zu machen, wie schwerwiegend dein Verhalten ist und dass du dein Verhältnis zu Jehova damit zerstörst
Vor diesem Hintergrund und dem, was wir morgens im AktivGottesdienst besprochen haben (Link zu den Notizen davon hatte ich hier gepostet) kam dann gestern Abend die Frage, was denn mit denen ist, die zwar Zweifel haben, dass bei den ZJ alles richtig ist, aber dennoch bleiben, weil sie ihre Freunde nicht verlieren wollen
Hier muss ganz klar gesagt werden, dass dieser Bibeltext nicht auf diese Situation zutrifft, sondern aus dem Zusammenhang gerissen missbraucht wird
Jehova ist deshalb so hart zu Eli, der seine Söhne mehr liebte als IHN, da Eli in einer Autoritätsposition war. Als Vater hatte er Autorität über seine Söhne und auch die Verantwortung der Erziehung. Als Hohepriester und Prophet Jehovas hatte er das höchste Amt überhaupt inne und die Verantwortung für das, was in der Stiftshütte passierte.
Aber genau dieser Verantwortung ist er nicht nachgekommen. Aus menschlicher Schwäche ließ er zu, dass Dinge „im Haus Gottes“ passierten, die Jehova aufs härteste verurteilt. Daher dieses strenge Gericht an Eli (und auch an seine Söhne)
Wenn du in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas – aber auch in jeder anderen christlichen Gemeinde – als Christ Jehova anbetest und dienst, dann hast du dort nicht die Stellung vor Jehova, die Eli oder seine Söhne inne hatten. Du bist im übertragenen Sinne einer von denen, die zum opfern in die Stiftshütte kommt
Du bist nicht in der Position, dort etwas zu verändern, denn du trägst dort keine Verantwortung in dem Sinne wie Eli oder seine Söhne
Wenn du also nicht so ganz mit den Lehren dort einverstanden bist oder Zweifel an der Leitenden Körperschaft oder der Leitung hast und trotzdem bleibst, weil dort dein soziales Umfeld ist – dann trifft nicht das zu, was Jehova zu Eli sagt. Dieser Text wird aus dem Zusammenhang gerissen angewandt, aber es ist nicht das, wie Jehova dich sieht
Du bist nach wie vor für Jehova annehmbar, er liebt dich und er nimmt deine Anbetung auch an. Er sagt jetzt nicht „neee, so lange, wie du dort in den Reihen bleibst, will ich nix mit dir zu tun haben, da kannst du beten soviel du willst und auch wenn du mit anderen positiv über mich und mein Wort redest, will ich auch nix mit dir zu tun haben, es ekelt mich an“
So ist Jehova nicht – das ist eine Lüge!!!
Jehova kennt unser Herz und er kann sehr wohl beurteilen, ob wir ihm mit einem aufrichtigen Herzen und aus den richtigen Beweggründen dienen – weil wir ihn lieben
Und ja: Paulus sagt in Hebräer, dass wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben sollten (Hebräer 10:25)
Ja, es ist wichtig, dass wir uns mit anderen Christen austauschen und nicht nur in unserem eigenen Saft vor uns hin köcheln 😉
Aber nirgendwo wird gesagt, dass wir einer bestimmten Gemeinde angehören müssen.
Gemeinde oder Kirche ist kein Ort, kein Haus oder Gebäude und eigentlich auch keine bestimmte Gruppe. Wenn in der Apostelgeschichte oder in den Briefen von Gemeinde die Rede ist, sind die Menschen gemeint, die Jesus von Herzen her lieben und voller Begeisterung über ihn reden und das, was er für uns getan hat
Wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass es in jeder Gemeinde und jeder christlichen Ausrichtung Menschen gibt, die IHN von Herzen lieben und diese Liebe auch mit anderen teilen
Und das tollste ist, dass Jehova diese Liebe und Anbetung von jedem einzelnen annimmt, egal wo er gerade ist
Es besteht also kein zwingender Grund, nun die Reihen zu verlassen, in denen wir unser soziales Umfeld haben, denn wir können auch dort Jehova lieben und anbeten.
Damit fällt der Teil weg, andere mehr zu lieben als Jehova – denn er erwartet nicht von mir, dass ich nun gehe
Somit fällt aus diesen beiden Gründen der Bezug zu diesem Bibeltext aus
Wenn wir dies begriffen haben, dann fällt auch der Druck weg, dass wir andere unbedingt da raus holen wollen
„Witzigerweise“ ist der Druck auf beiden Seiten der selbe:
Diejenigen, die noch zur Versammlung gehören haben den Druck, da sie denken, wenn du nicht mehr dazu gehörst, hat Jehova dich für alle Ewigkeit verurteilt und dich erwartet ein hartes Gericht. Aus Liebe zu dir wollen sie dich davor bewahren.
Also die gleiche Motivation, aus der heraus du den anderen unbedingt da raus haben willst 😇
Die Bibel sagt „es gibt für alles eine Zeit“ und „Jehova prüft das Herz“ und „Jehova sieht nicht auf das, was vor den Augen ist sondern auf den inneren Menschen“, er kannte mich schon, „als ich noch im Mutterleib war“
Niemand verlässt von jetzt auf gleich jemanden, in der Regel ist das alles immer ein längerer Prozess. Der eine braucht nur wenig Zeit und der andere braucht etwas länger. Jehova weiß und sieht das – und er gibt uns die Zeit.
Wenn du dich also in so einer christlichen Gemeinschaft befindest, wo Dir Zweifel kommen, ob da so alles mit richtigen Dingen zugeht, ist es immer ein Prozess – denn du triffst ja eine umfangreiche Entscheidung, wenn du gehst. So etwas sollte gut überlegt sein und es bringt nix, wenn du einfach so mit anderen mit raus gehst oder weil andere Dir zeigen, was da alles falsch läuft. Es muss deine persönliche und gut durchdachte Entscheidung sein
Aber was kann ich jetzt tun, wenn ich – noch – Angehörige oder Freunde dort habe?
Druck machen ist das denkbar schlechteste Mittel, um etwas zu verändern, auch nicht, wenn wir es aus Liebe tun und von Herzen gut meinem
Zeige ich demjenigen doch, dass ich ihn liebe und nicht verurteile, weil er noch dort bleibt. Ich kann ihn auch in dieser Konstellation lieben
Wenn ich jemanden helfen will, der Jehova und sein Wort von Herzen liebt, dann helfe ich ihm am besten, wenn ich für ihn da bin – auch so, wie es jetzt ist, auch wenn er noch dort verbleiben will. Zeige ich ihm, dass es „da draußen“ noch viele andere Christen gibt, die ebenso wie wir selbst für Jehova und sein Wort brennen.
Und wenn ich mit ihm rede, verzichte ich besser darauf zu zeigen, was dort, wo er noch ist, alles falsch läuft. Konzentriere ich mich doch darauf, wie toll Jehova ist, der Gott, dem wir doch beide lieben und dienen
Statt ihm irgendwelche Bibelstellen hinzuknallen, die zeigen wo er überall falsch liegt, lesen wir doch mit ihm gemeinsam die Bibel. Ohne alles, nackt und bloß – einfach nur die Bibel als Ganzes, als Buch, als Geschichte aus Gottes Sicht – ohne Auslegungen, Kommentare usw
Wir lesen ja hier als Gruppe einmal im Jahr die Bibel chronologisch. Also als Buch, also Brief von Gott an uns, in dem er uns erzählt, wie ER ist
Diesen Plan kann ich auch mit einem noch aktiven ZJ lesen, denn er kann die Kapitel, die wir am Tag lesen, ja in seiner eigenen Bibel lesen. Jeder aufrichtige Christ ist ja daran interessiert, was Gott zu sagen hat und hat eine Bibel und in der Regel hat er auch „Lust“ daran, darin zu lesen. Der Leseplan besteht einzig und allein aus dem Text, den du in deiner Bibel liest, ohne Andacht, Kommentare oder ähnliches
Wir haben im Laufe der Jahre schon sehr viele unterschiedliche Bibelübersetzungen gelesen, da wir jedes Jahr eine andere genommen haben. Daher wissen wir, dass in jeder Bibel das gleiche steht
Wenn wir also mit unserem „Freund“ gemeinsam die Bibel lesen, haben wir die Möglichkeit, bei Treffen oder Telefonaten voller Begeisterung zu erzählen, was uns dabei begeistert hat
Nun sind wir ja gewohnt, die Bibel wie eine Art Ratgeber zu lesen oder mit dem Blick darauf, was der Einzelne, von dem ich gerade lese, richtig oder falsch macht – um mich und mein Verhalten dann daran zu orientieren
Aber lesen wir doch nun die Bibel mal als Buch, als Geschichte aus Gottes Sicht und achten wir beim Lesen darauf, wie ER ist
Uns ist in diesem Jahr ganz besonders aufgefallen, dass dieser Gott nicht fordernd ist. In vielen Ausrichtungen wird dies aber gelehrt und scheinbar wir auch bei den ZJ gelehrt, dass du dir Jehovas Liebe und Anerkennung verdienen musst
Wenn du aber „nackt und bloß“ die Bibel liest, und dabei deine Aufmerksamkeit auf IHN richtest und nicht so sehr auf die Akteure, dann fällt immer und immer wieder auf: „ER hat uns zuerst geliebt“, ohne dass wir etwas getan haben
Denken wir an die Geschichte mit Noah und Abraham.
Ja, Noah fiel Jehova ins Auge, weil er der einzige war, der wirklich mit IHM ging. Aber nirgendwo wird gesagt, dass Jehova nicht zuvor auch andere gefragt hat, ob sie eine Arche bauen würden und ob die nicht alle nicht wollten und nur Noah sofort darauf einging. Im Grundkurs wurde der Satz geprägt: „Jehova fragt jeden Menschen im Laufe seines Lebens mehrfach“, er gibt also jedem immer wieder eine Chance
Besonders deutlich wird bei Abraham, wie Jehova eigentlich ist. Er sucht sich Abraham aus und bittet ihn, sein komfortables Leben zu verlassen und IHM zu folgen, wohin er ihn auch sendet. Abraham wohnte zu der Zeit in Ur und er und seine Familie betete dort wie alle anderen auch falsche Götter an. Abraham hatte also bisher noch nichts getan, womit er es sich verdient hätte
In dieser Situation kommt der allmächtige Schöpfer und sagt ihm, er solle ausziehen und in Zelten wohnen und ER würde ihn segnen. Dann schließt Jehova mit ihm einem Bund und es kommt zu einem Opfer, das uns verwundert, wenn wir die Szene vor unserem inneren Auge ansehen. Normalerweise gingen beide Bundespartner durch das zerteilte Opfer hindurch und der Sinn war: wer den Bund bricht, dem soll es ebenso ergehen wie diesem Opfertier hier
Es ist also ein einseitiger Bund. Jehova verpflichtet sich, Abraham und seine Nachkommen zu segnen und ihnen das verheißene Land zu geben, egal, was diese auch tun
Wenn wir mit diesem Blick die Bibel als Buch lesen, fällt immer wieder auf, dass Jehova zuerst segnet, bevor die einzelnen was dazu getan hätten.
Besonders, wenn wir die zehn Gebote lesen im Zusammenhang. Zuerst hatte Jehova das Volk aus Ägypten befreit, wo sie hart bedrückt worden sind, dann führt er sie zu seinem heiligen Berg und gibt ihnen die Gebote. Wenn wir uns ansehen, was dort im Urtext steht, fällt auf, dass die Formulierung anders ist, als wir sie kennen. Wir lesen immer „du sollst“ und „du darfst nicht“ – aber eigentlich steht dort „du wirst“ und „du wirst nicht“
Wenn wir das Kapitel 20 von vorne an lesen und nicht erst bei den Geboten, dann lesen wir sinngemäß: „weil ich euer Leid gesehen und euch aus der Bedrückung heraus geholt habe, habt ihr erkannt, wie sehr ich euch liebe – und aus diesem Grund wirst du keine anderen Götter anbeten. Denn diese haben euch nicht geholfen, ich aber. Ich habe euch gezeigt, wie sehr ich euch liebe, wie sehr es mich interessiert, wie es euch geht und ich habe auch bewiesen, dass ich euch helfen kann. Etwas, was bei den anderen Göttern nicht der Fall war.
Daher wisst ihr jetzt, dass ich der einzige Gott bin, der würdig ist. Im Endeffekt habe ICH eure Liebe und Dankbarkeit verdient. Darum werdet ihr nicht mehr anderen Göttern nachlaufen“ (frei nach Pape)
Man kann das endlos so weiter führen. Wenn wir genau hinsehen, hat keiner der treuen Männer verdient, von IHM erwählt zu werden. Es war immer Gnade
Dies ist so unglaublich begeisternd, dass dieser Gott uns liebt, so wie wir sind. Darüber hatte ich ja auch schon mehrfach ausführlich geschrieben
Man kann sich also durchaus mit einem noch aktiven ZJ über die Bibel unterhalten. Achten wir darauf, dass es dabei nie um Lehren geht, denn das würde nur entzweien und der andere würde zumachen
Es gibt so vieles, über das wir mit ihm reden können aus Gottes Wort. Vermeiden wir Streitgespräche oder den Eindruck, dass wir meinen, wir hätten jetzt die absolute Wahrheit gefunden
Im übrigen müssen wir uns auch diesen Gedanken abschminken
Ich weiß, dass es in fast jeder christlichen Ausrichtung so ist, dass jeder meint, er habe die absolute Wahrheit und die anderen wären alle irregeleitet. Aber dem ist nicht so
Wir sind davon überzeugt, dass es niemanden gibt, der die absolute Wahrheit hat. Weder Gemeinschaften, Ausrichtungen und auch keine einzelnen Christen
Denn jedesmal wenn du die Bibel wieder von neuem bei 1. Mose aufschlägst und bis Offenbarung liest, wird Dir was Neues ins Auge fallen. Gott ist um so vieles größer, als wir uns das vorstellen können!!!
Auf einer guten Bibelschule werden keine Lehren gelehrt, sondern das Wort Gottes. Ich denke da besonders an WDL, wo ich letztes Jahr für eine Weile per Zoom auch am Unterricht teilnehmen durfte als stille Zuhörerin.
Neben dem Lesen der ganzen Bibel und auch dem Fach Auslegumg, gab es ein Fach, wo die einzelnen Lehren vorgestellt wurden.
Der Lehrer stellte bei jeder Lehre jede einzelne Ausrichtung vor mit dem für und wider in einzelnen Bibelstellen. Das ging dann immer so:
„Die Ausrichtung xy glaubt … aufgrund folgender Bibelstellen …, dass es so …. gemeint ist, dagegen sprechen folgende Stellen….“
So ging das die ganze Zeit und wenn er gefragt wurde, was er denn persönlich glaubt, hatte er eigentlich immer ausweichend geantwortet – denn jeder muss sich ein eigenes Bild machen, selbst die Bibel lesen, für sich selbst hinterfragen und aus Erfahrung wissen wir, dass das was wir heute zu einzelnen Lehren glauben, nicht mehr das ist, was wir vor 20 Jahren geglaubt haben, aber auch nicht mehr, was vor 10 oder nur 5 Jahren
Thom sagt immer, dass das auch immer ein Prozess ist. Glaube beruht nicht nur auf Wissen – wir hatten das auch gestern Vormittag besprochen – sondern auch auf Begreifen und Verstehen
Es ist so, wie ein Kind die Eltern sieht, es ist immer anderes, je nach Entwicklungsstadium:
Für ein Baby sind die Eltern perfekt, sie sind völlig von Ihnen abhängig. Wenn sie größer werden, können sie vieles alleine und die Eltern verlieren etwas am Gewichtigkeit, „ich kann alleine“. In der Schule weiß die Lehrerin auf einmal mehr als die Eltern und in der Pubertät ….😁. Man wird erwachsen und bei den ersten Kindern fragt man die Eltern wieder um Rat usw
Es ist eine Entwicklung, ein lebendiger Prozess.
Zu Wachstum gehört immer Veränderung. Wo keine Veränderung und kein Wachstum ist, da ist nichts lebendig
Jeder Christ mit einem lebendigen Glauben – einer tiefen Beziehung zu Jehova und Liebe zu seinem Wort – verändert sich und seine Ansicht, und das ist völlig normal
Wenn wir denken, wir kennen Gott und sein Wort schon und ruhen ins dann da drauf aus und streiten uns dann mit anderen darüber, ob der andere es falsch sieht – dann sind wir kein lebendiger Christ
Wenn wir erst einmal begreifen, dass niemand die absolute Wahrheit hat und nirgendwo irrt, dann wachsen wir wirklich im Glauben, denn dann ist Raum dazu da
Dann müssen wir auch nicht mit den anderen streiten. Paulus sagte „ein Christ hat es nicht nötig, sich zu streiten“.
Und dann können wir den anderen auch dort sein lassen, wo er gerade ist. Wie gesagt, es kommt nicht darauf an, wo wir dienen. Jesus sagte zu der Samaritern am Brunnen genau auf die Frage „die Zeit kommt, da werden sie Gott in Geist und Wahrheit anbeten“ und diese Zeit ist jetzt
Jeder Christ entwickelt sich im Laufe seines Lebens und dabei hilft der heilige Geist – wenn du es denn zulässt. Jeder in seinem eigenen Tempo und das müssen wir dann auch respektieren und nicht denjenigen voran treiben
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Jehova jedem einzelnen SEIN Wort erschließt und zwar jedem in seinem eigenen thempo. Wenn es für denjenigen dran ist, eine bestimmte Wahrheit zu erkennen, dann wird der Geist es ihm zeigen.
Das war in diesem Jahr auch für uns sehr spannend zu sehen, wie das abläuft. Da hast du eine kleine Gruppe, die regelmäßig zu den Zoom treffen kommt, alle hören und lesen in der Zeit das selbe und dennoch kommt es unterschiedlich an. Einige begreifen es sofort, andere tun sich schwerer, aber jeder bekam vom Geist „die Erleuchtung“, die gerade für ihn dran war
Für mich eine sehr große Herausforderung, weil ich oft denke „das haben wir doch schon so oft besprochen warum kapiert der das denn nicht?“. Dabei vergesse ich immer wieder, dass es ja auch bei uns ein Prozess über viele Jahre war und wir auch heute immer wieder Veränderung erleben
Oh man, wieder Zuviel gequatscht, sorry
In diesem Sinne wünschen wir euch noch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with 2 comments