
In Matthäus 22 erzählt Jesus ein Gleichnis von einem König, der ein Hochzeitsfest für seinen Sohn ausrichtete. Als der König den Festsaal betrat, fiel ihm ein Mann auf, der keine Hochzeitskleidung trug.
Auf den ersten Blick erscheint diese Reaktion streng.
Warum sollte jemand
nur wegen seiner Kleidung hinausgeworfen werden?
Aber in der Antike stellten wohlhabende Gastgeber
ihren Gästen oft Hochzeitsgewänder zur Verfügung.
Das Gewand abzulehnen war keine Frage der Armut.
Es war ein Akt der Entehrung.
Der Mann wollte die Freude des Festes,
lehnte aber die Gabe des Königs ab.
Er wollte einen Platz am Tisch,
ohne das zu tragen, was der König
ihm selbst gegeben hatte.
Und genau das machte den Moment so ernst.
Es ging nie nur um den Stoff.
Es ging um die absichtliche Ablehnung.
Das Gewand stand für die Annahme
der Bedingungen des Königs, der Ehre des Königs
und der Gabe des Königs.
Dort in seiner eigenen Kleidung zu stehen
bedeutete still zu sagen: „Was du bereitgestellt hast,
brauche ich nicht.“
Deshalb war der Mann sprachlos.
Er hatte keine Entschuldigung.
Das Gewand war bereits angeboten worden.
Und die Parabel reicht weit über Hochzeiten hinaus.
Viele Menschen wollen den Himmel,
wollen Frieden, wollen Erlösung,
wollen die Segnungen von Gottes Reich,
während sie dennoch darauf bestehen, vor Ihm zu stehen,
gekleidet in ihre eigene Gerechtigkeit.
Aber die Schrift sagt, dass unsere eigene Gerechtigkeit
wie schmutzige Lumpen vor einem heiligen Gott ist.
Das Evangelium ist nicht nur eine Einladung zum Eintreten.
Es ist auch Gott, der uns das gibt, was wir
uns selbst niemals geben könnten.
Christus ist das Gewand.
Christus ist die Bedeckung.
Christus ist die Gerechtigkeit, die Gott
Sündern schenkt, die sich niemals selbst würdig machen könnten.
Die Gefahr besteht nicht nur darin, die Einladung abzulehnen.
Die Gefahr besteht darin, zu versuchen, das Festmahl zu betreten,
während man die Bedeckung ablehnt.
Gott lädt uns nicht nur an den Tisch ein.
Er gibt uns, was wir brauchen, um dort hingehörig zu sein.
Matthäus 22,11–12
11 „Als aber der König hereinkam, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er dort einen Mann, der keine Hochzeitskleidung trug. 12 Er fragte: ‚Wie bist du hier hereingekommen, ohne Hochzeitskleidung, mein Freund?‘ Der Mann war sprachlos.
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