
Ein Detail, das mir in Matthäus 28,8–10 aufgefallen ist, ist die Art und Weise, wie Matthäus beschreibt, dass die Frauen das Grab „mit Furcht und großer Freude“ verlassen haben.
Diese Kombination kommt einem zunächst ungewöhnlich vor.
Wir denken oft, dass sich Furcht und Freude gegenseitig aufheben.
Wir stellen uns vor, dass, wenn Freude echt ist, die Furcht verschwunden sein muss,
und wenn Furcht da ist, die Freude schwach sein muss.
Aber Matthäus trennt sie nicht voneinander.
Er bringt sie zusammen in dasselbe Herz,
im selben Moment, auf demselben Weg.
Das hat mich dazu gebracht, innezuhalten und mich zu fragen, warum
die Auferstehung beides hervorbringen sollte.
Der Kontext hilft uns, das klarer zu sehen.
Diese Frauen waren in einem Moment der Trauer zum Grab gekommen.
Sie kamen nicht mit der Erwartung,
dass Jesus an diesem Morgen wieder lebendig vor ihnen stehen würde.
In Matthäus‘ Bericht hatte es gerade ein großes Erdbeben gegeben,
In Matthäus‘ Bericht hatte es gerade
ein großes Erdbeben gegeben, ein Engel des Herrn
war herabgestiegen, der Stein war weggerollt worden
und die Wachen waren wie tot geworden.
Dann sagte der Engel den Frauen, sie sollten keine Angst haben
und verkündete, dass Jesus auferstanden sei, genau wie er es gesagt hatte.
Als Matthäus also sagt, dass sie schnell
mit Angst und großer Freude vom Grab weggingen,
war das keine oberflächliche Aufregung.
Sie waren gerade mit der Kraft Gottes,
der Wahrheit der Worte Jesu
und dem plötzlichen Zusammenbruch der Endgültigkeit des Todes konfrontiert worden.
Ihre Angst war nicht nur die Angst des Unglaubens.
Es war auch heiliges Zittern vor
einer Realität, die größer war als sie selbst.
Ihre Freude war auch nicht leichtfertig oder beiläufig.
Es war die Freude darüber, dass Jesus
wirklich der war, der er gesagt hatte, dass er sei.
Wichtig ist auch, dass Jesus ihnen „auf dem Weg“ begegnete.
Dieser Teil ist leicht zu übersehen,
aber er scheint wichtig zu sein.
Die Frauen reagierten bereits
auf die Botschaft, die sie erhalten hatten.
Der Engel hatte ihnen gesagt, sie sollten schnell gehen
und seinen Jüngern sagen, dass er auferstanden war.
Also waren sie in zitterndem Gehorsam unterwegs,
als Jesus selbst ihnen begegnete.
Er wartete nicht nur am Ende des Weges auf sie.
Er begegnete ihnen auf dem Weg.
Das scheint zum Glauben an die Auferstehung zu passen.
Christus steht nicht nur am Ende
des Gehorsams als ferne Belohnung.
Er begegnet seinem Volk oft
auf dem Weg des Gehorsams selbst.
Als Jesus ihnen erschien,
waren seine ersten Worte ein Gruß.
Dann kamen sie zu ihm, fassten
ihn an den Füßen und beteten ihn an.
Dieses Detail ist besonders wichtig, weil
es zeigt, dass die Auferstehung
nicht nur symbolisch, innerlich oder imaginär war.
Matthäus zeigt den auferstandenen Jesus
als wirklich anwesend und leibhaftig auferstanden.
Sie fassten seine Füße an.
Es war derselbe Jesus,
der gekreuzigt worden war
und nun in Sieg über den Tod lebendig war.
Und ihre Reaktion war Anbetung.
Matthäus beschreibt sie nicht
als nur erschrocken oder erleichtert.
Er zeigt, wie sie sich vor ihm verneigen.
Die Auferstehung ist nicht nur
ein Beweis dafür, dass das Leben weitergeht.
Sie ist die öffentliche Rechtfertigung Jesu
als auferstandener König, der der Anbetung würdig ist.
Dann sagt Jesus selbst: „Fürchtet euch nicht“
und schickt sie erneut mit einer Botschaft an seine Brüder.
Das hat mich auch beeindruckt.
Die Auferstehung nimmt die Ehrfurcht nicht weg,
aber sie verwandelt die Angst.
Die Frauen waren zunächst voller Angst und großer Freude,
und Jesus begegnet ihnen nicht, um ihr Zittern zu beschämen,
sondern um es zu beruhigen.
Er lenkt sie weg von
lähmender Angst und hin zum Zeugnis.
Mit anderen Worten: Die Freude über die Auferstehung
macht die Menschen nicht passiv.
Sie schickt sie los.
Diejenigen, die dem auferstandenen Christus begegnen,
werden mit einer Botschaft für andere betraut.
Ich denke, diese Passage hilft uns dabei, die Art und Weise zu korrigieren,
wie wir uns manchmal christliche Freude vorstellen.
Wir reden oft so, als ob echter Glaube sich immer
ruhig, ordentlich und emotional ausgeglichen anfühlt.
Aber Matthäus gibt uns etwas Ehrlicheres.
Es gibt Momente, in denen die Wahrheit Christi
so groß ist, dass sie uns erschüttert und
gleichzeitig tröstet.
Die Frauen waren emotional nicht gefestigt.
Sie waren überwältigt, aber sie machten weiter.
Und auf diesem Weg begegnete ihnen Jesus.
Das macht mir Mut, denn es bedeutet,
dass der Herr nicht darauf wartet, dass wir
alle unsere Gefühle sortiert haben, bevor er sich uns nähert.
Er begegnet Menschen, die zittern.
Er begegnet Menschen, die sich freuen.
Er begegnet Menschen, deren
Herzen beides empfinden.
Und das passt zur Auferstehung selbst.
Die Auferstehung ist keine kleine Ermutigung,
die dem normalen Leben hinzugefügt wird.
Sie ist Gottes Erklärung, dass Sünde und Tod
nicht das letzte Wort über seinen Sohn haben.
Sie ist der Beginn der neuen Schöpfung,
die in die Geschichte einbricht.
Daher macht es Sinn, dass diejenigen, die
als Erste diese Nachricht hörten,
sowohl heilige Furcht als auch tiefe Freude empfanden.
Der auferstandene Christus ist nicht weniger majestätisch,
weil er gnädig ist, und er ist nicht
weniger gnädig, weil er majestätisch ist.
In ihm treffen Zittern und Freude aufeinander.
Wenn ich über diese Frauen nachdenke,
sehe ich nicht in erster Linie ein Beispiel
für emotionale Ausgeglichenheit, das es nachzuahmen gilt.
Ich sehe, was passiert, wenn gewöhnliche Nachfolger
mit dem auferstandenen Jesus konfrontiert werden.
Sie werden zu Anbetern, Zeugen
und Menschen, deren Furcht nicht länger
leere Furcht ist, sondern Furcht, die
durch seine Gegenwart verwandelt wurde.
Das gibt denen von uns, die noch immer mit gemischten Gefühlen zu Christus kommen, sanfte Hoffnung. Wir kommen vielleicht mit Fragen, Schwäche, Trauer oder Zittern. Aber wenn Jesus wirklich auferstanden ist, dann muss unser Zittern uns nicht von ihm wegtreiben. Es kann zu einem Ort werden, an dem Freude beginnt und an dem der auferstandene König uns auf unserem Weg begegnet.
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