
Wir haben sie falsch verstanden. Die Frau in Sprüche 31 sollte uns nie überfordern. Sie sollte nie eine Checkliste sein. Sie sollte Müttern nie das Gefühl geben, ständig zu versagen.
Sie wird nicht für ihre Perfektion gelobt. Sie wird für ihre Treue gelobt. „Sie fürchtet den Herrn.“ Das ist die Grundlage.
Nicht makellose Hausarbeit, ein blitzblankes Haus, Gourmetgerichte und passende Outfits. Nicht, dass sie nie die Geduld verliert.
Treue.
Treue bedeutet, aufzustehen, wenn man nicht geschlafen hat.
Es bedeutet, sich zu entschuldigen, nachdem man die Stimme erhoben hat.
Es bedeutet, Wäsche zu falten und dabei über die kleinen Hemden in den Händen zu beten.
Es bedeutet, Sanftmut zu wählen, wenn das Fleisch Kontrolle will.
Es bedeutet, morgen wieder da zu sein.
In Sprüche 31 geht es nicht um Produktivität, sondern um die Haltung des Herzens. Ihr Herz war in der Ehrfurcht vor Gott verankert. Und aus dieser Ehrfurcht flossen Fleiß, Freundlichkeit, Weisheit und Großzügigkeit. Die Frucht kam aus der Wurzel.
Wir leben in einer Kultur, die von perfekter Mutterschaft besessen ist … kuratierte Feeds, Vergleiche von Meilensteinen, der Druck, „alles“ mühelos zu schaffen. Aber die Schrift verlangt niemals Perfektion. Gott verlangt Treue.
Treue im Verborgenen. Treue, wenn niemand applaudiert. Treue, wenn du dich gewöhnlich fühlst. Die Welt belohnt Leistung. Er belohnt Gehorsam.
Mama, dein Wert wird nicht daran gemessen, wie nahtlos deine Tage aussehen. Er wird daran gemessen, wer du in Christus wirst, während du sie lebst. Die Frau aus Sprüche 31 war keine Übermenschin. Sie war hingegeben.
Und diese Art von Treue wird länger nachhallen als Perfektion es jemals könnte. 🤍
by Jule with no comments yetNIchts ärgert mich mehr, als wenn wohlmeinende Christen mir Bibelverse an den Kopf werfen, um mir zu zeigen, dass ich nicht geistlich genug bin. Einmal in meinen turbulenten Tagen als frisch verheiratete Ehefrau, fern von Familie und Heimatland, bekam mein armer Ehemann die volle Wucht meines Zorns ab. Nichtsahnend hatte er einen Vers aus Sprüche 31 zitiert, in dem es um die tugendhafte Frau geht. Er wollte mich damit nur ermutigen, meinte er später. In jener angespannten Situation war die tugendhafte Frau für mich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nachdem mein Mann das Haus verlassen hatte, marschierte ich in sein Arbeitszimmer, schnappte seine Bibel und riss die Seite mit Sprüche 31 wutentbrannt aus ihr heraus. Ich konnte diese mustergültige Dame in jenem Moment nicht leiden und wollte mich an ihr rächen. Genüsslich riss ich die Seite in Stücke und warf sie in den Papierkorb.
Gleich danach überrollte mich eine herzzerreißende Reue. Die peinliche Erkenntnis, dass eine wüste Randaliererin in mir steckte, schockierte mich. Wie konnte ich nur mit meinem lieben Mann so grausam umgehen, und erst recht mit seiner Bibel? Ich wühlte im Papierkorb, holte jedes Stück zerrissener Sprüche 31 heraus und klebte die Papierfragmente tränenüberströmt mit Klebstreifen wieder zusammen. Danach riss ich die gleiche Seite aus meiner Bibel heraus und klebte sie sorgfältig in jene meines Mannes hinein. Zum Glück hatten wir beide die gleiche Bibelausgabe. Die geschädigte Seite aus seiner Bibel klebte ich als Strafe für meine Untat in meine hinein. Ich entschuldigte mich bei Gott und bei meinem Mann, und als wiedergutmachende Selbskasteiung las ich Sprüche 31 dreimal durch.
Im Nu schloss ich mit dieser musterhaften Heldin Frieden. Eigentlich ist sie eine total patente Frau. Eine Powerfrau, aber nicht die militante Sorte, die in eine rohe, garstige Muskelbude mutiert ist. Aufblühende, befreite Weiblichkeit stellt diese Frau dar, im Auftrag Gottes unterwegs, zum Segen ihre Mitmenschen, allen voran ihres Mannes und ihrer Kinder. Ein ehrfurchterregendes Multitalent, ohne Frage. Sie kann stricken, häkeln und nähen, hat aber auch ein Auge für gute Geschäfte, kann mit Finanzen umgehen und besitzt außerordentliche soziale und pädagogische Kompetenzen. Und das alles, ohne ein griesgrämiger, verbissener Leistungstyp zu sein, der auf diejenigen herabschaut, die keine so gute Schow abziehen wie sie. Diese Frau bringt Atmosphäre ins Geschehen. Ihr Haus strahlt eine fröhliche Unbeschwertheit aus. Ihr Mann und ihre Kinder dürfen sich auf sie verlassen. Sie dient einem Herrn, der aus der Enge führt, Nicht einem, der in die Enge treibt. So sind nämlich die Götter der modernen Emanzipation: Die, die uns Frauen weismachen wollen, dass wir zwar „genderneutral“ sind, aber trotzdem für unsere „Frauenrechte“ kämpfen sollten. Für das „Recht“, Kinder als Last zu empfinden. Für das „Recht“, uns überall zu „verwirklichen“, aber ja nicht im eigenen Heim, ja nicht im Dienst unserer Männer und Familien.
Die Frau in Sprüche 31 belehrt uns eines Besseren. Ihr Haushalt ist keine lästige Pflicht, sondern das spannende Hauptquartier eines abenteuerlichen Familienlebens. Von hier aus wird Geschichte geschrieben, Lebensgemeinschaft gestaltet, hier wird gelacht, erzogen, gebetet, versorgt, ernährt. Hier entwickeln sich Persönlichkeiten.
Diese Frau hätte ich gern als Freundin. Und weil meine Bibel sich immer als Erstes an der Stelle öffnet, wo das geschädigte, mit Tesa zusammengeglebte Blatt ihre Geschichte erzählt, habe ich sie inzwischen sehr gut kennengelernt. Geschieht mir recht.
(nach NIcola Vollkommer)
Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als ein Mitläufer zu sein oder es allen recht machen zu müssen. Man wird heutzutage ja regelrecht zubombardiert, wie man als Frau zu sein hat: gute Mutter, gleichzeitig erfolgreiche Karrierefrau, 90-60-90, Insta-tauglichen Haushalt usw.
In letzter Zeit ist es mir wichtig geworden ist, die Anerkennung nicht bei Menschen, sondern bei Gott zu suchen. Mir sind die Meinungen Anderer zwar nicht egal, aber die einzige Meinung, die uns wirklich interessieren sollte, ist, was Gott, unser Schöpfer, der dich, mich, Himmel und Erde gemacht hat, über uns Frauen denkt. Ich bin ihm dankbar, dass er mir gezeigt hat, wie ER mich als Frau sieht und worin mein tatsächlicher Wert liegt.
Sprüche 31 finde ich immer wieder inspirierend und ermutigend, was für eine Art Frau in Gottes Augen Anerkennung erfahren darf. Gerade in einer oberflächlichen Gesellschaft bringt mich folgender Vers richtig runter und erinnert mich daran, was wirklich zählt. Was Priorität haben sollte: „Anmut kann täuschen, und Schönheit vergeht – doch wenn eine Frau Ehrfurcht vor dem HERRN hat, dann verdient sie das höchste Lob!“ (V 30)
Das Buch der Sprüche beginnt und endet damit, dass die Furcht des HERRN die wichtigste Tugend ist. Wenn sich in unserem Alltag alles um Klamotten, Schminke, Haus dekorieren usw. dreht, dann haben wir Frauen aus den Augen verloren, was das Einzige ist, was Anerkennung in Gottes Augen verdient: Die Furcht des HERRN. Natürlich darf man sich schminken, schön anziehen, es sich gemütlich einrichten usw. Aber wir müssen uns alle selbst prüfen, wie sehr solche Dinge unseren Alltag und unser Denken einnehmen.
Gott fürchten bedeutet, IHN an erster Stelle setzen und danach streben, ein Leben zu führen, das IHM Freude bereitet: Gott vom ganzen Herzen lieben und gleichermaßen unseren Nächsten wie uns selbst (Mt 22,34-40).
Eine Frau, die den Herrn liebt, bestimmt ihren Mann nicht. Sie ehrt und liebt ihn. Sie schreit ihre Kinder nicht an. Sie ermahnt sie mit Weisheit und Freundlichkeit. Gott kann uns dazu befähigen (Eph 3,20).
Wenn wir erst unsere von Gott bestimmte Rolle für uns annehmen, hat das eine gewaltige Auswirkung.
(nach „christliche_frauen/Von Frauen für Frauen“)