
Viele von euch, die diese Andachten lesen, lieben Jesus wirklich. Ihr wollt eng mit ihm zusammen sein. Ihr wollt, dass euer Leben seine Güte widerspiegelt. Und an manchen Tagen fühlt es sich auch wirklich so an. Euer Herz fühlt sich mit Gott verbunden. Ihr seid dankbar und voller Hoffnung. Das Beten fällt euch leicht. Ihr spürt seine Gegenwart und es scheint, als würde er eure Schritte klar leiten. Aber dann gibt es auch andere Tage. Tage, an denen euch das Leben schwer fällt. Tage, an denen euch die Umstände verwirren. Tage, an denen ihr euch zum Beten hinsetzt und nicht mal wisst, was ihr sagen sollt. In solchen Momenten kann es sich anfühlen, als wäre euer Glaube eine Achterbahnfahrt. An einem Tag fühlt ihr euch stark und spirituell fokussiert, und am nächsten Tag fühlt ihr euch still, müde oder unsicher, ob ihr überhaupt etwas von Gott hört.
Wenn ihr diese Spannung schon mal gespürt habt, möchte ich euch etwas Wichtiges sagen. Es ist nicht seltsam, dass du das fühlst. Du bist ein Mensch. Und ich will ehrlich zu dir sein. Ich erlebe das auch. Es gibt Tage, an denen mein Herz Gottes Güte sehr bewusst wahrnimmt. Aber es gibt auch Momente, in denen der Lärm des Lebens oder der Druck der Verantwortung die Dinge schwer erscheinen lassen. In solchen Momenten lenkt der Heilige Geist mein Herz sanft zurück zu etwas, das sich nie verändert. Er erinnert mich an das vollendete Werk Jesu.
Denn die Stabilität unserer Beziehung zu Gott sollte nie darauf basieren, wie stabil unsere Gefühle sind. Sie basiert auf dem, was Jesus bereits vollbracht hat. Die Schrift sagt, dass wir durch Christus ein Erbe erhalten haben, nachdem wir nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Ratschluss seines Willens wirkt, vorherbestimmt worden sind (Epheser 1,11). Das heißt, selbst wenn das Leben verwirrend ist, versucht Gott nicht, die Dinge hastig in Ordnung zu bringen. Er wirkt bereits innerhalb eines Plans, der durch Christus festgelegt wurde. An Tagen, an denen du nicht verstehst, was geschieht, wird diese Wahrheit unglaublich tröstlich. Das vollendete Werk Jesu hat nicht nur deine Vergebung gesichert. Es hat dir auch deinen Platz in Gottes Plan gesichert.
Es gibt auch Momente, in denen Gläubige den Druck verspüren, perfekt zu beten, als ob die Kraft ihres Gebets darüber entscheidet, wie nah Gott ihnen ist. Aber die Schrift gibt uns eine sehr sanfte Gewissheit. Der Geist hilft uns in unserer Schwachheit, denn wir wissen nicht, worum wir beten sollen, wie es sich gehört (Römer 8,26). Selbst wenn sich deine Gebete unvollständig oder leise anfühlen, bist du darin nicht allein. Der Heilige Geist selbst hilft dir. Das gibt mir so viel Trost. Es gibt Tage, an denen ich still vor Gott sitze und das Gefühl habe, nicht einmal die richtigen Worte zu finden. Und in diesen Momenten erinnert mich der Heilige Geist daran, dass meine Beziehung zum Vater nicht von der Perfektion meines Gebetslebens abhängt. Sie beruht auf dem vollbrachten Werk Jesu.
Eine weitere schöne Erinnerung findet sich in einem Vers, den viele Gläubige übersehen. Die Heilige Schrift sagt, dass wir durch Christus in einem Geist Zugang zum Vater haben (Eph 2,18). Achte auf die Gewissheit in dieser Formulierung. Es heißt nicht, dass wir an unseren besten Tagen Zugang haben könnten. Es heißt, dass wir Zugang haben. Jesus hat diese Tür ein für alle Mal geöffnet. Wenn du dich also emotional ausgeglichen und fröhlich fühlst, hast du Zugang zum Vater. Und wenn dein Herz schwer ist und deine Gebete still sind, hast du immer noch denselben Zugang. Deine Gefühle mögen wie Wellen kommen und gehen, aber das Werk Jesu ändert sich nicht mit ihnen.
Es gibt noch eine andere stille, aber kraftvolle Erinnerung in der Schrift, die mir Frieden schenkt, wenn mir das Leben zu viel wird. Dort heißt es: „Der Herr wird sein Vorhaben für mich erfüllen; deine Gnade, o Herr, währt ewig“ (Psalm 138,8). Das vollendete Werk Jesu bedeutet, dass Gottes Plan für dein Leben nicht zerbrechlich ist. Seine Liebe zu dir ist nicht vorübergehend. Sie währt ewig.
Wenn sich dein Weg mit Gott manchmal wie eine Achterbahnfahrt anfühlt, lass dich nicht entmutigen. Viele aufrichtige Gläubige erleben denselben Rhythmus von starken Tagen und ruhigen Tagen. Und wenn mein eigenes Herz sich überfordert fühlt, bringt mich der Heilige Geist immer wieder sanft zu dieser Wahrheit zurück. Jesus hat das Werk vollbracht. Das heißt, dass der Vater dir an deinen starken Tagen nicht näherkommt und sich an deinen schwierigen Tagen von dir entfernt. Durch Christus bist du bereits voll und ganz willkommen, voll und ganz geliebt und voll und ganz in der Gegenwart deines Vaters geborgen. Selbst an den ruhigen Tagen. Selbst an den schweren Tagen. Selbst an den Tagen, an denen du nicht weißt, was du beten sollst. Du gehörst immer noch zu ihm.
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