
Was ist Freundlichkeit? Was heißt es wirklich, unseren Nächsten zu lieben?
Möge der Friede Gottes mit euch allen sein.
Heute will ich über etwas reden, worüber viele Leute reden, aber nur wenige wirklich leben. Das ist Freundlichkeit und Liebe zu anderen. Nicht als schöne Worte. Nicht als inspirierende Zitate, die wir online teilen. Sondern als etwas Tieferes. Laut der Bibel sind Freundlichkeit und Liebe zu anderen klare Zeichen dafür, dass Gott wirklich im Herzen eines Menschen lebt.
Hast du dir diese Frage schon mal gestellt? Wenn jemand beobachten würde, wie du andere behandelst, würde er dann die Liebe Gottes in dir sehen?
Jesus hat diese Lehre sehr einfach, aber sehr kraftvoll formuliert. Als er über das wichtigste Gebot sprach, sagte er etwas, das jeden Bereich des Lebens berührt.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Matthäus 22,39 NIV
Beachte etwas Wichtiges. Jesus sagte nicht, dass du deinen Nächsten tolerieren sollst. Er sagte nicht, dass du deinen Nächsten einfach ertragen sollst. Und er sagte nicht, dass du nur diejenigen lieben sollst, die dich gut behandeln.
Er sagte Liebe.
Warum? Weil wahre Liebe nicht aus der menschlichen Natur kommt. Wahre Liebe beginnt bei Gott.
Die Bibel lehrt uns, dass Freundlichkeit nicht nur etwas ist, was wir ab und zu tun. Es ist nicht nur eine gute Tat, wenn wir uns großzügig fühlen. Freundlichkeit ist Teil von etwas Tieferem. Sie ist die Frucht des Geistes, der im Leben eines Menschen wirkt.
Der Apostel Paulus erklärt das ganz klar.
„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue.“
Galater 5,22 NIV
Das heißt, Freundlichkeit bedeutet nicht nur, höflich zu sein. Sie ist ein Zeichen dafür, dass der Geist Gottes das Herz verändert. Wenn Gott wirklich in jemandem lebt, beginnt sich etwas zu verändern. Die Art, wie wir sprechen, verändert sich. Die Art, wie wir reagieren, verändert sich. Die Art, wie wir Menschen behandeln, verändert sich.
Man beginnt, andere mit anderen Augen zu sehen.
Jesus lehrte Liebe nicht nur mit Worten. Er zeigte sie auch durch Taten. Eines der deutlichsten Beispiele dafür ist die Geschichte vom barmherzigen Samariter. In dieser Geschichte erklärte Jesus etwas, das viele Menschen auch heute noch schwer verstehen können.
Dein Nächster ist nicht nur dein Freund. Dein Nächster ist nicht nur deine Familie. Dein Nächster ist nicht nur jemand, der mit dir einer Meinung ist.
Dein Nächster ist jeder, der Barmherzigkeit braucht.
Die Bibel beschreibt den Moment, als der Samariter den verwundeten Mann auf der Straße sah.
„Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu der Stelle, wo der Mann lag, und als er ihn sah, hatte er Mitleid mit ihm.“
Lukas 10,33 NIV
So sieht Liebe zu anderen aus. Sie sieht Schmerz und geht nicht weg. Sie sieht Not und entscheidet sich zu handeln. Sie fragt nicht zuerst, ob die Person Hilfe verdient. Sie versteht, dass jeder Mensch irgendwann in seinem Leben Barmherzigkeit braucht.
Aber die Bibel gibt uns auch eine ernste Warnung.
„Wer nicht liebt, kennt Gott nicht, denn Gott ist Liebe.“
Diese Worte sind stark, aber sie sind wahr. Ein Mensch kann nicht behaupten, Gott zu lieben, während er andere mit Hass, Stolz oder Grausamkeit behandelt. Es ist nicht möglich, unsere Hände zum Gebet zu erheben und dann mit denselben Händen jemanden zu verletzen, zu beleidigen oder zu ignorieren, der neben uns steht.
Deshalb hat der Apostel Johannes auch diese Erinnerung geschrieben.
„Und er hat uns dieses Gebot gegeben: Wer Gott liebt, muss auch seine Brüder und Schwestern lieben.“
Freundlichkeit zeigt sich oft in kleinen Momenten. Sie zeigt sich in einem sanften Wort, wenn jemand traurig ist. Sie zeigt sich in Vergebung, wenn jemand uns verletzt hat. Sie wächst durch Geduld, wenn Situationen schwierig werden. Manchmal zeigt sie sich in stiller Hilfe, die niemand sonst bemerkt.
Die Bibel ermutigt uns mit diesen Worten.
„Seid freundlich und barmherzig zueinander und vergebt einander, so wie Gott euch in Christus vergeben hat.“
Epheser 4,32 NIV
Jesus selbst gab das größte Beispiel für die Liebe zu anderen. Er lebte ein Leben, in dem es darum ging, zu dienen, anstatt bedient zu werden. Seine Mission war es nicht, Macht oder Anerkennung zu erlangen.
Sie bestand darin, den Menschen zu helfen.
„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“
Matthäus 20,28 NIV
Wahre Liebe sucht nicht nach Vorteilen. Sie sucht nach Möglichkeiten, zu dienen. Sie sucht nicht nach Lob. Sie sucht nach Möglichkeiten, jemandem, der leidet, Erleichterung zu verschaffen. Sie jagt nicht nach Applaus. Sie entscheidet sich für den Gehorsam gegenüber Gott.
Wir leben heute in einer Zeit, in der Egoismus zunimmt und viele Herzen kalt werden. Deshalb werden Freundlichkeit und Liebe zu anderen noch wichtiger. Sie leuchten wie ein Licht in einer Welt, die sich oft dunkel anfühlt.
Das ist nicht immer einfach. Aber es ist immer notwendig.
Hier ist also eine Frage, über die wir alle heute nachdenken sollten.
Lebe ich wirklich die Liebe, die Gott uns aufgetragen hat?
Oder rede ich nur darüber?
Denn Freundlichkeit und Liebe zu anderen sind nicht nur Ideen.
Sie sind Beweise.
Sie sind ein Zeugnis.
Sie sind der Weg, den Gott uns gegeben hat, um ihn zu gehen.
Diese Worte sind nicht von Menschen erfunden.
Sie stehen in der Heiligen Schrift.
Sie sind lebendig.
Und sie rufen uns auch heute noch dazu auf, sie zu leben.
by Jule with no comments yet
Für viele Gläubige fühlt sich Matthäus 22,14 weniger wie eine gute Nachricht an, sondern eher wie eine Warnung. „Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt“ wurde oft so verstanden, dass Gott zwar viele einlädt, aber nur wenige auswählt. Mit der Zeit kann das zu einem leisen Misstrauen gegenüber Gottes Herz führen. Die Leute fragen sich, ob sie wirklich erwünscht sind oder nur an der Tür stehen dürfen. Diese Art zu denken schafft kein Vertrauen, sondern macht uns nervös.
Jesus sagt diese Worte am Ende einer Parabel, und die Parabel ist wichtig. Er macht keine theologische Aussage über göttliche Bevorzugung. Er erzählt eine Geschichte über ein Hochzeitsfest. Ein König bereitet ein Fest für seinen Sohn vor und verschickt großzügig Einladungen. Das Fest ist vorbereitet. Der Tisch ist gedeckt. Es fehlt an nichts. Das Problem in der Geschichte ist nicht die Einladung. Das Problem ist die Reaktion darauf.
Einige weigern sich zu kommen. Andere nehmen die Einladung nicht ernst. Einige lehnen sie rundweg ab. Schließlich wird die Einladung noch weiter verbreitet, auch an Leute, die nie damit gerechnet hätten, eingeladen zu werden. Der Saal füllt sich. Das Fest findet statt. Die Auserwählten in der Geschichte sind nicht die Qualifiziertesten oder am besten Vorbereiteten. Es sind einfach diejenigen, die die Einladung angenommen haben und gekommen sind.
Wenn Jesus sagt, dass viele berufen sind, zeigt er die Großzügigkeit Gottes. Die Berufung ist weitreichend. Sie ist aufrichtig. Sie gilt für alle. Wenn er sagt, dass nur wenige auserwählt sind, beschreibt er die Tatsache, dass nicht jeder Ja sagt. In diesem Gleichnis geht es nicht darum, dass Gott die Tür verengt. Es geht darum, dass die Leute durch sie hindurchgehen.
Dieser Vers wird oft so gelehrt, dass er das Evangelium subtil verzerrt. Manche präsentieren ihn als Beweis dafür, dass Gott nur eine kleine Anzahl von Menschen will. Andere nutzen ihn, um durch die Angst vor dem Ausschluss zur Heiligkeit zu motivieren. Wieder andere stellen ihn als ein Geheimnis dar, das die Gläubigen eher zum Schweigen bringen soll, als ihnen Zuversicht zu geben. Diese Lehren mögen ehrfürchtig klingen, aber sie widersprechen stillschweigend dem Charakter Gottes, der sich in Jesus offenbart hat.
Durch das vollendete Werk Christi ist die Einladung bereits ausgesprochen worden. Das Kreuz ist nicht selektiv. Jesus ist nicht zweideutig gestorben. Die Schrift sagt, dass er den Tod für alle gekostet hat. Das Festmahl ist nicht durch Gottes Bereitschaft begrenzt, sondern durch den Widerstand der Menschen. Gnade wird frei angeboten, aber Gnade kann nicht empfangen werden, wenn sie ständig abgelehnt wird.
Dieses Missverständnis wirkt sich auf das reale Leben aus. Es führt dazu, dass Gläubige zurückhaltend statt dankbar leben. Es verwandelt das Gebet in eine Verhandlung. Es ersetzt Gewissheit durch Selbstzweifel. Die Menschen beginnen, ihr Verhalten nicht als Frucht der Beziehung, sondern als Beweis für ihre Zugehörigkeit zu bewerten. Mit der Zeit schwindet die Freude und Gehorsam wird zu einer Transaktion.
Richtig gelesen, bringt Matthäus 22,14 Erleichterung. Es sagt uns, dass Gott sich nicht hinter Ausgrenzung versteckt. Er steht an der Tür mit einer offenen Einladung. Im Evangelium geht es nicht darum, herauszufinden, ob man auserwählt ist. Es geht darum, dem zu vertrauen, der ruft.
Unter dem Neuen Bund verlagert sich die Anwendung von Angst zu Glauben. Man strebt nicht danach, ausgewählt zu werden. Man antwortet, weil man eingeladen ist. Man verdient sich keinen Platz am Tisch. Man nimmt den Platz an, der bereits für einen vorbereitet ist. Die Auserwählten sind nicht die Elite. Sie sind die Empfänglichen.
Gnade und Wahrheit treffen hier auf kraftvolle Weise aufeinander. Die Wahrheit ist, dass nicht jeder auf Gnade reagiert. Gnade ist, dass Gott nie aufhört, sie anzubieten. Matthäus 22,14 offenbart kein enges Herz Gottes. Es offenbart eine großzügige Einladung, die darauf wartet, angenommen zu werden.
by Jule with no comments yet