
In der Antike waren Brunnen Orte, an denen Menschen hingingen, weil sie durstig waren. Es waren ganz normale Orte, an denen Reisende Halt machten, an denen Frauen Wasser für ihre Haushalte holten und an denen sich das tägliche Leben still abspielte. Wenn man die Heilige Schrift jedoch aufmerksam liest, fällt auf, dass Brunnen oft Schauplatz von Ereignissen sind, die das Leben eines Menschen für immer verändern. Immer wieder begegnet Gott Menschen an Brunnen, und was als ganz normale Begegnung beginnt, wird zum Beginn von etwas völlig Neuem.
Eines der frühesten Beispiele dafür findet sich in der Geschichte von Rebekka. Abraham hatte seinen Diener auf eine lange Reise geschickt, um eine Frau für Isaak zu finden. Als der Diener in der Region Nahor ankam, hielt er an einem Brunnen außerhalb der Stadt an und betete, dass Gott ihn leiten möge. Dort kam Rebekka, um Wasser zu schöpfen. Was wie ein ganz normaler Moment in ihrem Alltag aussah, war in Wirklichkeit eine göttliche Fügung. Durch diese Begegnung am Brunnen wurde Rebekka auserwählt, Isaaks Braut zu werden und Teil der Bundesfamilie, durch die Gottes Verheißungen weiterleben würden (Genesis 24). Der Brunnen wurde zu dem Ort, an dem Gott eine neue Beziehung und eine neue Zukunft ins Leben rief.
Generationen später wurde ein anderer Brunnen zum Schauplatz eines weiteren Wendepunkts. Jakob hatte seine Heimat verlassen und war in einem fernen Land angekommen, wo er Hirten sah, die sich um einen Brunnen versammelt hatten. Als er mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters. Die Bibel sagt, dass Jakob, als er Rahel sah, den Stein vom Brunnen wegrollte und die Herde tränkte (Genesis 29,10). Diese Begegnung führte schließlich zur Heirat und zur Gründung einer Familie, aus der die Stämme Israels hervorgingen. Wieder einmal wurde ein Brunnen zu dem Ort, an dem Gott still und leise ein neues Kapitel in der Geschichte seines Volkes begann.
Jahrhunderte später taucht ein weiterer Brunnen im Johannesevangelium auf. Jesus war auf der Durchreise durch Samaria und hielt an einem Brunnen in der Nähe der Stadt Sychar. Eine samaritanische Frau kam, um Wasser zu schöpfen, und erwartete einen weiteren gewöhnlichen Moment an einem gewöhnlichen Tag. Stattdessen begegnete sie dem Messias. Während sie redeten, zeigte Jesus ihr etwas, das viel wichtiger war als das Wasser, das sie holen wollte. Er sagte: „Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen, aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie wieder Durst haben. Das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle werden, die bis ins ewige Leben sprudelt“ (Johannes 4,13–14).
Seit Generationen waren die Menschen zu Brunnen gegangen, um ihren physischen Durst zu stillen, aber in diesem Moment offenbarte Jesus, dass er selbst die wahre Quelle des Lebens war. Das Wasser, das er anbot, war keine vorübergehende Erfrischung, sondern ewiges Leben, das von Gott floss. Was als Gespräch an einem Brunnen begann, wurde zu dem Moment, in dem eine Frau entdeckte, dass der Messias gekommen war, um Leben zu schenken, das niemals versiegt.
Dieser Moment weist direkt auf das vollendete Werk Jesu Christi hin. Vor dem Kreuz lebte die Menschheit in geistiger Durst, getrennt vom Leben Gottes wegen der Sünde. Aber durch seinen Tod und seine Auferstehung öffnete Jesus den Weg, damit dieses Leben denen, die glauben, frei gegeben wird. Das lebendige Wasser, von dem Jesus sprach, ist der Geist Gottes, der den Gläubigen aufgrund dessen gegeben wird, was Christus vollbracht hat. Die Schrift sagt, dass jeder, der an ihn glaubt, Ströme lebendigen Wassers aus seinem Inneren fließen lassen wird (Johannes 7,38–39).
Das heißt, dass der Gläubige durch das vollendete Werk von Jesus Christus nicht mehr nach dem Brunnen suchen muss. Das Leben Gottes ist nicht mehr etwas, das wir irgendwo suchen müssen. Durch das Kreuz lebt der Geist Gottes jetzt in denen, die zu Christus gehören. Der Brunnen, den man früher immer wieder aufsuchen musste, ist zu einer lebendigen Quelle im Herzen jedes Gläubigen geworden.
Wenn wir auf die Brunnen in der gesamten Heiligen Schrift zurückblicken, erkennen wir ein schönes Muster. Brunnen wurden zu Orten, an denen Gott neue Beziehungen, neue Anfänge und neues Leben schuf. Aber in Jesus findet die Geschichte ihre Erfüllung. Durch das vollendete Werk Christi ist das lebendige Wasser Gottes nicht mehr an einem bestimmten Ort zu finden. Es fließt jetzt in seinem Volk. Und das Leben, das er schenkt, wird niemals versiegen.
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SIE HAT IHR ALTES LEBEN HINTER SICH GELASSEN.
Sie kam mit mehr als nur einem Tonkrug zum Brunnen. Sie hatte Scham, kaputte Beziehungen und das Getuschel einer Stadt, die ihre Vergangenheit nur zu gut kannte, im Gepäck. Fünf Ehemänner hinter sich. Ein weiterer Mann, der nicht wirklich ihr gehörte. Jeder Schritt zum Brunnen war schwer, geprägt von Überleben, Routine und emotionaler Erschöpfung.
Aber die Bibel sagt was Ungewöhnliches.
„Sie ließ ihren Wasserkrug zurück.“ → Johannes 4,28
Dieses Detail ist kein Zufall. Es ist eine Offenbarung.
Jesus „musste“ durch Samaria gehen. → Johannes 4,4
Nicht wegen der Geografie, sondern wegen einer göttlichen Verabredung. Der Himmel hatte ein Treffen mit einer Frau geplant, die dachte, sie sei unsichtbar. Als er sprach, deckte er die verborgene Wahrheit ihres Lebens auf, ohne dass sie ihm jemals davon erzählt hatte. „Du hast fünf Ehemänner gehabt.“ → Johannes 4,18. Keine Verurteilung. Nur durchdringende Klarheit.
Sie kam, um Wasser zu holen.
Sie ging mit einer Verwandlung.
Und der Krug blieb zurück.
Der Krug stand für ihren alten Rhythmus, ihre Bewältigungsstrategien, das Leben, zu dem sie immer wieder zurückkehrte, nur um einen weiteren Tag zu überstehen. Als die Wahrheit auf ihren Schmerz traf, ersetzte Dringlichkeit die Routine. Sie rannte zurück in die Stadt und vergaß dabei, wofür sie eigentlich gekommen war. Die Menschen diskutieren über Theologie, aber der wahre Beweis für Veränderung war praktisch: Sie gab das auf, was sie einst ausgemacht hatte.
Viele Menschen halten heute noch an Krügen fest, die nicht mehr zu dem passen, was sie geworden sind. Alte Identitäten. Alte Bewältigungsstrategien. Alte Etiketten, die einst notwendig schienen, um zu überleben.
Dieser Moment am Brunnen offenbart etwas Tieferes. Veränderung muss nicht immer laut oder dramatisch sein. Manchmal sieht sie so aus, als würde man etwas zurücklassen, ohne es überhaupt zu merken. Nicht mit Gewalt. Nicht mit Anstrengung. Sondern weil man etwas Größerem begegnet ist.
Das war kein Zufall.
Es war eine göttliche Fügung.
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DIE FRAU AM BRUNNEN
Johannes 4,7–26
Mittags, als die Sonne hoch stand und die Straßen leer waren, ging eine Frau allein zum Brunnen. Sie wählte diese Zeit absichtlich – um dem Getuschel, den Blicken und der Scham zu entgehen. Sie trug ihren Krug, aber sie trug auch ihre Vergangenheit mit sich.
Und dort, am Brunnen sitzend, war Jesus.
Er wich nicht zurück. Er schaute nicht angewidert. Er ignorierte sie nicht.
Stattdessen sprach er sie an.
„Gibst du mir etwas zu trinken?“
Derjenige, der die Ozeane erschaffen hatte, bat eine Frau, die sich unsichtbar fühlte, um Wasser. Der Retter der Welt wartete auf jemanden, den die Welt mied. Er sah über ihren Ruf hinaus. Er sprach zu ihrem Herzen. Er offenbarte ihre Geschichte – nicht, um sie zu verurteilen, sondern um sie zu heilen.
„Ich, der ich mit dir rede, bin es.“
In diesem Moment verlor die Scham ihre Macht. Die Frau, die sich versteckt hatte, ging schreiend davon. Sie ließ ihren Krug fallen und rannte zurück in die Stadt, die sie einst gemieden hatte, und verkündete: „Kommt und seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich jemals getan habe!“
Jesus begegnete ihr in ihrer Einsamkeit. Er bot ihr lebendiges Wasser an – Akzeptanz, Wahrheit und neues Leben.
Und auch heute wartet er noch immer am Brunnen.
Er sieht dich.
Er kennt deine Geschichte.
Und er geht nicht weg.

SIE LIESS DEN KRUG ZURÜCK.
Sie ging nicht einfach mit einem Tongefäß zum Brunnen.
Sie trug Geschichte mit sich. Scham. Gebrochene Versprechen. Das stille Urteil einer Stadt, die sich an jedes Detail ihrer Geschichte erinnerte.
Fünf Ehemänner.
Ein Mann, der nicht ihr Ehemann war.
Ein Leben, das auf Überleben und emotionaler Erschöpfung aufgebaut war.
Jeder Schritt zu diesem Brunnen war Routine. Notwendig. Vorhersehbar.
Aber dann passierte etwas.
Die Schrift hält inne, um uns zu sagen:
„Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen …“ – Johannes 4,28
Dieses Detail ist keine Füllung. Es ist eine Offenbarung.
Jesus „musste“ durch Samaria gehen (Johannes 4,4).
Nicht weil es die Straße erforderte – sondern weil der Himmel es so wollte.
An einem Brunnen wartete eine göttliche Verabredung auf ihn.
Er offenbarte ihr Leben, ohne informiert zu sein.
„Du hast fünf Ehemänner gehabt …“ (Johannes 4,18)
Keine Demütigung.
Keine öffentliche Blamage.
Nur die Wahrheit, gesprochen mit Autorität und Barmherzigkeit.
Sie kam, um Wasser zu holen.
Sie ging erweckt.
Und der Krug blieb zurück.
Dieser Krug stand für ihren alten Rhythmus – das Überlebenssystem, zu dem sie täglich zurückkehrte. Er symbolisierte Routine, Bewältigungsstrategien und die Identität, mit der sie gelernt hatte zu leben.
Als lebendiges Wasser ihren Durst stillte, ersetzte Dringlichkeit die Routine. Sie rannte zurück in die Stadt und vergaß den Gegenstand, der sie dorthin gebracht hatte.
Der Beweis für die Verwandlung war keine emotionale Übertreibung.
Er war praktisch.
Sie gab das auf, was sie einst ausgemacht hatte.
So viele Menschen halten immer noch an Krügen fest, die nicht mehr in ihre Hände gehören.
Alte Identitäten.
Alte Bewältigungsstrategien.
Alte Etiketten, die sie einst über Wasser gehalten haben.
Veränderung kündigt sich nicht immer lautstark an.
Manchmal sieht sie einfach so aus, als würde man etwas hinter sich lassen – nicht durch Anstrengung, nicht durch Gewalt –, sondern weil man etwas Größerem begegnet ist.
Es war kein Zufall.
Es war eine göttliche Fügung.
Und wenn der Himmel ein Treffen ansetzt, bleibt nichts mehr so, wie es war.
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Die Frau, die mittags Hoffnung fand
Die meisten Leute gingen früh am Morgen zum Brunnen. Andere kamen in der Kühle des Abends. Aber sie kam mittags. Warum sollte jemand die heißeste Stunde des Tages wählen?
Vielleicht wollte sie die Blicke vermeiden.
Vielleicht hatte sie genug von dem Getuschel.
Vielleicht wollte sie einfach nur einen ruhigen Moment für sich allein.
Die Bibel nennt sie einfach die samaritanische Frau. Ihr Name wird nicht erwähnt. Scham versucht oft, einen Menschen zu verstecken, bevor die Gnade ihn wieder zum Leben erweckt.
An diesem Tag suchte sie kein Wunder. Sie wollte nur Wasser. Aber Jesus war schon da und wartete auf sie.
Hast du jemals darüber nachgedacht?
Sie suchte nicht nach ihm.
Aber er suchte nach ihr.
Jesus sprach zuerst und sagte:
„Gibst du mir etwas zu trinken?“ Johannes 4,7 NIV
Keine Predigt.
Kein Urteil.
Nur ein einfaches Gespräch.
Sie hatte eine zerbrochene Vergangenheit. Fünf Ehen hinter sich. Eine aktuelle Beziehung, die ihr keine Ehre einbrachte. Ihr Herz war müde. Ihr Leben fühlte sich leer an.
Dann bot Jesus ihr etwas an, womit sie nie gerechnet hätte.
„Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen, aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird niemals mehr Durst haben.“ Johannes 4,13–14 NIV
Er meinte nicht das Wasser aus einem Brunnen. Er meinte neues Leben. Vergebung. Hoffnung, die nicht versiegt.
Jesus zeigte ihr sanft, dass er alles über sie wusste. Trotzdem kümmerte er sich um sie. Er blieb bei ihr. Stell dir vor, wie sich das angefühlt haben muss.
Dann sagte er ihr die größte Wahrheit von allen.
„Ich, der ich mit dir rede, bin es.“ Johannes 4,26 NIV
Der Messias zeigte sich einer Frau, die von anderen ignoriert wurde. Die Gnade wählte sie als Erste aus.
Etwas in ihr veränderte sich. Sie vergaß ihren Wasserkrug und rannte zurück in die Stadt. Dieselbe Frau, die zuvor den Menschen aus dem Weg gegangen war, beeilte sich nun, allen davon zu erzählen.
„Kommt und seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich jemals getan habe.“ Johannes 4,29 NIV
Und viele glaubten aufgrund ihrer Worte.
Ist das nicht erstaunlich?
Eine Begegnung mit Jesus verwandelte ihre Scham in ein Zeugnis.
Vielleicht fühlst du dich heute wie sie. Du trägst schwere Krüge voller Reue mit dir herum. Du versteckst dich vor der Menge. Du fragst dich, ob Gott dich noch sieht.
Diese Geschichte gibt eine klare Antwort.
Ja, er sieht dich.
Ja, er kennt dich.
Ja, er liebt dich.
Jesus wartet immer noch an Brunnen. Er begegnet immer noch gebrochenen Herzen. Und er bietet immer noch jedem, der durstig ist, lebendiges Wasser an.
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Eine der stillen Lügen, die viele Gläubige mit sich herumtragen, ist der Glaube, dass Ehrlichkeit gegenüber Gott warten muss, bis wir spirituell präsentabel sind. Wir denken, dass Gott sich erst mit uns beschäftigt, wenn wir uns geändert haben, genug gebeichtet haben oder unsere Probleme gelöst haben. Die Begegnung zwischen Jesus und der samaritanischen Frau macht diese Denkweise komplett zunichte. Jesus wartet nicht auf Reue, um Leben zu schenken. Er schenkt Leben, und die Reue kommt ganz natürlich. Die Gnade kommt immer zuerst.
Johannes erzählt uns, dass Jesus absichtlich durch Samaria reiste, obwohl Juden das normalerweise vermieden (Johannes 4,4). Das war keine geografische Abkürzung. Es war eine theologische Aussage. Jesus sitzt mittags, zur heißesten Zeit des Tages, an einem Brunnen, wenn normalerweise keine anständige Frau Wasser schöpfen würde. Der Zeitpunkt zeigt das Herz der Gnade. Jesus positioniert sich an einem Ort, an dem sich Scham versteckt. Er wird nicht durch ihr Verlangen dorthin gezogen. Er kommt zuerst.
Als die samaritanische Frau näherkommt, spricht Jesus sie an und bittet sie um etwas zu trinken (Johannes 4,7). Das allein ist schon radikal. Jüdische Männer sprachen nicht öffentlich mit samaritanischen Frauen. Vor allem Rabbiner taten das nicht. Jesus überschreitet ohne zu zögern ethnische, soziale, moralische und religiöse Grenzen. Gnade verhandelt nicht mit Barrieren. Sie überwindet sie. Bevor sie eine Frage stellt, bevor sie ein Problem bekennt, behandelt Jesus sie als jemanden, der es wert ist, mit ihm zu reden.
Jesus lenkt das Gespräch schnell vom Wasser im Brunnen zum Wasser für die Seele. Er sagt: „Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wüsstest, wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken‘, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben“ (Johannes 4,10, ESV). Beachte die Reihenfolge. Jesus bezeichnet sich selbst als Gabe, bevor er ihre Vergangenheit anspricht. Er bietet ihr Fülle, bevor er sie korrigiert. Lebendiges Wasser wird frei und ohne Bedingungen angeboten.
Erst nachdem er ihr lebendiges Wasser angeboten hat, spricht Jesus ihr Privatleben an. Selbst dann macht er ihr keine Vorwürfe. Er sagt einfach die Wahrheit. „Du hast fünf Männer gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann“ (Johannes 4,18, ESV). Jesus benutzt nie das Wort „Sünde“. Er beschämt sie nie. Er verlangt keine Reue. Und doch passiert etwas Bemerkenswertes. Sie zieht sich nicht zurück. Sie lehnt sich vor. Gnade macht Ehrlichkeit sicher.
Hier ist die Erkenntnis, die viele übersehen. Jesus offenbart ihre Vergangenheit erst, nachdem sie bereits zur Fülle eingeladen wurde. Das ist keine Enthüllung zur Verurteilung. Das ist eine Enthüllung zur Heilung. Eine leistungsorientierte Religion entlarvt die Menschen zuerst und bietet ihnen später Hoffnung. Jesus kehrt die Reihenfolge um. Die Hoffnung kommt zuerst. Die Wahrheit folgt. Die Verwandlung wächst in Sicherheit.
Die Frau reagiert, indem sie etwas Tiefgründiges erkennt. „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist“ (Johannes 4,19, ESV). Im Laufe des Gesprächs offenbart Jesus klar seine Identität. „Ich, der ich mit dir rede, bin es“ (Johannes 4,26, ESV). Dies ist einer der frühesten und deutlichsten Momente, in denen Jesus sich offen als der Messias zu erkennen gibt. Er tut dies nicht gegenüber einem religiösen Führer, sondern gegenüber einer Frau mit einer komplizierten Vergangenheit. Herrschaft wird durch Gnade offenbart, nicht durch Verdienste.
Das Ergebnis ist sofort sichtbar. Die Frau lässt ihren Wasserkrug stehen, geht in die Stadt und erzählt anderen von Jesus (Johannes 4,28–29). Sie wird zu einer Evangelistin ohne Ausbildung, Referenzen oder Vorbereitungen. Viele Samariter glauben aufgrund ihres Zeugnisses (Johannes 4,39). Gehorsam und Mission ergeben sich ganz natürlich aus der Begegnung, nicht aus Verpflichtung. Sie hat sich nicht verändert, um gebraucht zu werden. Sie wurde gebraucht, weil sie Gnade erfahren hatte.
Diese Begegnung weist direkt auf das vollendete Werk Jesu Christi hin. Am Kreuz wartete Jesus nicht darauf, dass die Menschheit sich selbst reinigte, bevor er ihr die Erlösung anbot. Die Schrift sagt uns, dass Christus einmal für die Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, um uns zu Gott zu bringen (1. Petrus 3,18, ESV). Lebendiges Wasser fließt, weil das Werk vollendet ist, nicht weil sich das Verhalten verbessert hat.
Jesus wurde nicht zum Herrn dieser Frau, weil sie gehorsamer war.
Jesus wurde zum Herrn, weil er ihr mit Güte begegnete, wo einst Scham herrschte.
So offenbart sich die Gnade auch heute noch.
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Die Frau am Brunnen…
Geht es Ihnen auch so? Sie kehren zu denselben Schriftstellen zurück und entdecken neue Erkenntnisse?
Heute habe ich mich wieder mit Johannes 4 beschäftigt, und je länger ich mich mit dem Text beschäftigt habe, desto unangenehmer und ehrlicher wurde er für mich.
Denn heute wurde mir klar,
dass ich, dass wir alle einmal diese Frau am Brunnen waren.
Die Frau, die Jesus traf, war eine Samariterin am Brunnen, eine Person, die von zerbrochenen Beziehungen, unerfüllter Sehnsucht und stiller sozialer Ausgrenzung geprägt war.
Sie war fünf Mal verheiratet gewesen, und der Mann, mit dem sie jetzt zusammen war, war nicht ihr Ehemann.
In ihrer Kultur war dieses Detail von großer Bedeutung.
Das war keine beiläufige Information, sondern eine schwerwiegende soziale Bloßstellung.
Dennoch stellt die Schrift sie niemals als skandalös dar, um Aufsehen zu erregen.
Sie wird als durstig dargestellt.
Ihre fünf Ehen waren nicht nur ein persönliches Versagen, sie spiegelten auch ein Muster der Suche wider.
In der Antike initiierten Frauen selten eine Scheidung.
Ihre Geschichte beinhaltete wahrscheinlich Verlassenwerden, Tod, Überleben und Verletzlichkeit.
Dennoch hat die Zahl eine symbolische Bedeutung.
Immer wieder suchte sie Sicherheit, Zugehörigkeit und Leben in menschlichen Beziehungen, die sie nicht tragen konnten.
Und wenn wir ehrlich sind, erkennen wir uns selbst darin wieder.
Wir haben vielleicht keine fünf Ehen hinter uns, aber wir haben Ersatzbeziehungen, Erfolg, Bestätigung, Beziehungen, Produktivität, Vergnügen, Kontrolle und sogar den Dienst durchlaufen.
Wir kehren immer wieder zum Brunnen zurück, mit anderen Krügen, aber dem gleichen Durst.
Was diese Geschichte jedoch so erstaunlich macht, ist nicht ihre Vergangenheit.
Es ist die Haltung Jesu.
Ein jüdischer Rabbi spricht mit einer samaritanischen Frau, allein, am Mittag,
was von den Menschen ihrer Zeit missbilligt wurde.
Aber er mied sie nicht.
Er hielt ihr keine Predigt.
Er begann nicht mit ihren Fehlern.
Er begann mit ihrem Durst.
„Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wüsstest, wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken!‘, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ (Johannes 4,10)
Hier steht Jesus, nicht um seine Heiligkeit zu bewahren, sondern um sich selbst anzubieten.
Er nennt ihre Geschichte vollständig, nichts wird verschwiegen, nichts wird beschönigt, doch er zieht sich nicht zurück.
Er sagt ihr die Wahrheit, ohne sie abzulehnen, etwas, was die Religion oft versäumt.
Jesus sagte nicht: „Bring dein Leben in Ordnung, dann komm zurück.“ Er sagte im Grunde: „Ich kenne dein Leben, und ich bin jetzt hier.“
Das ist der evangelische Moment in dieser Geschichte, nicht wahr?
Sie wird nicht gerufen, weil sie rein ist.
Sie wird gerufen, weil sie vollständig erkannt ist.
Und so wird die Frau, die zum Brunnen kam, um den Menschen auszuweichen, zu der Frau, die zurück in ihr Dorf läuft und die Wahrheit verkündet.
Ihr Zeugnis ist keine ausgefeilte Theologie, sondern eine gelebte Begegnung
„Kommt, seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich jemals getan habe.“ (Johannes 4,29)
Beachten Sie, dass es nicht heißt „ein Mann, der mich beschämt hat“, sondern „ein Mann, der mir alles gesagt hat“.
Und wieder ist dies auch unsere Geschichte.
Wir waren einmal diese samaritanische Frau.
Wir kehrten zu leeren Brunnen zurück.
Wir trugen Krüge, die nie voll blieben.
Wir schämten uns so sehr, dass wir allein kamen.
Wir waren hoffnungsvoll genug, um trotzdem weiter Wasser zu schöpfen.
Und dennoch begegnete uns Jesus.
Nicht im Tempel.
Nicht nach Selbstverbesserung.
Sondern an gewöhnlichen Orten des täglichen Überlebens.
Er ruft immer noch Menschen, die es leid sind, sich zu verstellen.
Er bietet immer noch lebendiges Wasser denen an, die alles andere schon versucht haben.
Er offenbart sich immer noch den Durstigen vor den Perfekten.
Denn im Evangelium geht es nicht darum, unsere Leere zu verbergen, sondern sie endlich zu dem zu bringen, der sie füllen kann.
Und das Wasser, das er gibt, versiegt nicht.🙌🏼🥹
Quelle: Salt And Shutter
by Jule with no comments yetFreude ist auch nur „die Entscheidung, sich zu freuen“. Bayless erzählt von einigen Männern und Frauen in der Bibel und ganz besonders von den Aposteln und den ersten Christen. Er sagt – und zeigt auch anhand der Bibel – dass sie trotz schwierigen Umständen sich freuten, darauf achteten, worüber sie sich in der Situation freuen konnten. „Wenn wir warten, dass sich die Umstände ändern, um uns dann zu freuen – dann werden wir uns nie richtig freuen“
Danke für diese Ansprache
((;wenn man seinem täglichen Impuls nicht nur auf Facebook folgt, sondern per email erhält, findet man am Ende immer eine passende Ansprache. So bin ich über diese hier „gestolpert“)))