
Eine der verrücktesten Geschichten in der Bibel kommt gleich am Anfang des Buches Exodus vor. Auf dem Weg nach Ägypten „begegnete der Herr Mose und wollte ihn töten“ (Ex 4,24–26).
Diese Szene ist genauso überraschend wie seltsam. Mose hat gerade erst seine von Gott gegebene Mission angefangen, da will der Herr ihn schon umbringen! Warum?
Der Grund wird klar. Moses hatte es versäumt, seinen Sohn zu beschneiden, und damit die Verpflichtung aus dem Bund vernachlässigt, die jeder israelitische Vater hat (Gen 17,10–14).
Diese kurze Geschichte hat ein paar Unklarheiten. Die hebräischen Pronomen „er“, „ihm“ und „sein“ lassen uns raten, auf wen sie sich beziehen – auf Moses oder seinen Sohn.
Trotzdem ist die Grundhandlung klar. Zippora, die Frau von Moses, schreitet zur Tat. Sie beschneidet ihren Sohn und berührt Moses‘ Füße mit der blutigen Vorhaut und sagt: „Du bist für mich ein Blutbräutigam.“
Moses wird verschont. Er wird durch Blut gerettet. Obwohl er bereits verheiratet ist, wird er zu einem hatan damim (חֲתַן־דָּמִים), einem „Blutbräutigam“.
Ein weiteres Detail ist von großer Bedeutung und verbindet diese Erzählung mit dem Passahfest. Das hebräische Verb, das für Zipporas „Berühren“ Moses‘ mit dem Blut verwendet wird, ist naga (נגע). Dasselbe Verb taucht später in den Anweisungen zum Passahfest auf, wo Israel aufgefordert wird, den Türpfosten und die Türpfosten mit dem Blut des Lammes zu „berühren“ (Ex 12,22).
In beiden Szenen markiert Blut die Grenze zwischen Tod und Leben.
Diese nächtliche Rettung ist ein Vorzeichen für die Befreiung Israels vom Todesengel in Ägypten durch das Blut des Passahlamms (2. Mose 12,13). Und sie findet ihre Erfüllung in Christus. Er wird nach dem Gesetz beschnitten (Lukas 2,21), wird zum wahren Passahlamm (Johannes 1,29; 1. Korinther 5,7) und ist der Bräutigam, der seine Braut durch sein eigenes Blut rettet (Eph 5,25–27; Offb 19,7).
Hinter dem Schutzschild seines Blutes sind wir sicher.
Heute lesen wir in „Die Bibel in einem Jahr“ Exodus 4. Mach mit unter https://www.1517.org/oneyear
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Moses wurde von Gott berufen, ein Volk zu führen.
Aber bevor er vor dem Pharao stand, bevor es Wunder und Plagen gab, war er ein Mann mit einer Familie, einer Frau und Verpflichtungen zu Hause.
Moses begegnete Zippora, als er auf der Flucht war.
Ein Mann im Exil.
Ein Hirte, der sich vor seiner Vergangenheit versteckte.
Er führte noch niemanden.
Er war nicht berühmt.
Er war nicht mächtig.
Zippora begegnete Moses in seiner schwierigen Zeit.
Nicht, als er seine Berufung bereits erfüllt hatte, sondern als sie sich gerade erst herausbildete.
Sie heiratete ihn vor dem Stab, vor dem Roten Meer, vor dem Ruhm.
Zippora war keine Israelitin.
Sie stammte aus einer anderen Kultur, hatte einen anderen Hintergrund, eine andere Lebensweise.
Dennoch benutzte Gott sie auf Moses‘ Reise.
Es gab einen Moment, in dem Moses wegen seiner verspäteten Gehorsamkeit fast sein Leben verloren hätte.
Und es war Zippora, die handelte.
Sie schritt ein.
Sie verstand die Ernsthaftigkeit des Bundes Gottes, als Moses zögerte.
Die Liebe machte sie nicht passiv.
Die Liebe machte sie mutig.
Sie schützte die Berufung, auch wenn das bedeutete, sich dem Mann, den sie liebte, entgegenzustellen.
Es gibt Zeiten, in denen Gottes Berufung nicht auf der Bühne, sondern an den stillen Orten des Lebens geprüft wird.
Nicht im öffentlichen Dienst, sondern im persönlichen Gehorsam.
Nicht daran, wie laut wir führen, sondern daran, wie gut wir zuhören und uns unterordnen.
Wir denken oft, dass Berufung mit Dienst, Plattform oder Führung zu tun hat.
Aber Berufung lebt auch zu Hause.
Sie zeigt sich in Gehorsam, Demut und der Bereitschaft, sich korrigieren zu lassen.
Zippora konkurrierte nicht mit Moses‘ Berufung.
Sie unterstützte sie.
Sie schützte sie.
Sie sprang ein, als Moses schwach war.
Gott kann Menschen gebrauchen, die nicht so aussehen wie wir, nicht so denken wie wir oder nicht aus derselben Umgebung stammen wie wir, um seinen Plan für unser Leben zu erfüllen.
Berufung wächst nicht in Stolz.
Sie wächst in Partnerschaft, Unterordnung und Gehorsam.
Wenn Sie dies lesen, fragen Sie sich vielleicht, ob die Menschen um Sie herum Teil von Gottes Plan sind oder eine Ablenkung.
Eine Beziehung, die Gott ehrt, wird euch niemals von eurer Berufung abbringen. Sie wird euch schärfen, korrigieren und euch helfen, mit Gott im Einklang zu bleiben…
Manchmal kommt die Unterstützung, die ihr braucht, von jemandem, den ihr nicht erwartet habt. Und Gott weiß in seiner Weisheit genau, wen er an eure Seite stellen muss…
📖 Exodus 4:24 bis 26
Wenn Gott euch ruft, sorgt er auch für die Menschen, die euch helfen, diesen Weg zu gehen.
by Jule with 1 commentHeute lesen wir 2. Mose 1 bis 4 – bis hierher sind wir mit unserer Gruppe in Berlin beim AktivGottesdienst gekommen (Umzug im März 2018.). wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
by Jule with 13 commentsIm Moment lesen wir als Gruppe im Zelt bei der BibelArbeit ja das 2. Buch Mose und haben uns in den letzten Wochen mit den 10 Plagen beschäftigt, die Gott über Ägypten bringt, um dem Pharao SEINE Macht zu zeigen. In diesem Zusammenhang lesen wir immer wieder „und Jehova (oder auch Jahwe) verstockten das Herz des Pharao und ließ das Volk nicht ziehen“.
Wir hatten darüber geredet, wie das sein kann, denn Gott hat ja schließlich uns allen einen freien Willen gegeben, auch dem Pharao und so hat jeder – auch der Pharao – die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden.
Wir hatten im Laufe der letzten Wochen einige Gedanken dazu gesammelt und möchten das hier als StudienProjekt immer wieder ergänzen, wenn wir auf ähnliche Stellen und Gedanken stoßen, sei es in der Bibel, in Bibel Kommentaren oder auf andere Weise:
by Jule with 4 commentsAm Sonntag haben wir 2. Mose 4 zu Ende gelesen. Nach seiner Begegnung mit Gott ging Mose zurück nach Hause, redete mit seinem Schwiegervater und ging dann mit seiner Frau und den Kindern los. Wir waren erstaunt, dass Jehova – der ihn doch gerade selbst nach Ägypten geschickt hatte – nun versuchte, Mose zu töten. Nach der ersten Verwirrung haben wir verstanden, dass es damit zusammenhing, dass sein jüngster Sohn noch nicht beschnitten war.
Wir wissen, dass Gott allen Nachkommen Abrahams als Zeichen des Bundes gebot, ihre männlichen Nachkommen zu beschneiden. Üblicherweise war das am 8. Tag nach der Geburt und damit erhielten sie auch ihren Namen. Dies scheint Mose hier versäumt zu haben. Wahrscheinlich war das Kind gerade erst frisch geboren und entweder haben sie es im Aufbruchsstress vergessen oder sie wollten es nicht auf der Reise gefährden, denn es bestand die Gefahr von Wundfieber.
Aber warum wollte Gott deshalb Mose töten? War der Aufschub denn nicht verständlich? Wir haben gesehen, dass Mose als FamilienOberhaupt die Verantwortung trägt, selbst wenn er aus Rücksicht auf die Gefühle seiner Frau gehandelt haben sollte. Er als Patriarch bzw Haupt der Familie muss Gott Rechenschaft für alles ablegen und daher traf diese Strafe ihn. Seine Frau scheint dies verstanden zu haben, daher nahm sie schnell die Beschneidung des Sohnes vor. Wir haben gesehen, dass sie dann allerdings scheinbar mit den Kindern zurück blieb und Mose allein weiterging, um seinen Bruder Aaron zu treffen und vor die Ältesten seines Volkes und vor das Volk zu treten.
Nachdem das Volk hörte, dass Jehova selbst für sie eintreten würde, waren sie hellauf begeistert und so kann Mose losgehen und vor den Pharao treten. Hier machen wir diesen Sonntag weiter, es bleibt also spannend
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