
Viele Gläubige haben schon mal den Namen Jehova Jireh gehört und gelernt, dass er „Gott wird versorgen“ bedeutet. Das stimmt, aber wenn wir uns Genesis 22 genauer anschauen, sehen wir was noch Schöneres. In diesem Moment geht es nicht nur darum, dass Gott ein Bedürfnis erfüllt. Es ist ein starkes Bild, das auf Jesus und die Gnade Gottes hinweist, die am Kreuz offenbart wurde.
In Genesis 22 ist Abraham mit seinem Sohn Isaak auf dem Berg Moriah. Isaak merkt, dass etwas Wichtiges fehlt, und fragt seinen Vater: „Sieh, hier ist das Feuer und das Holz, aber wo ist das Lamm für das Brandopfer?“ Abraham antwortet in Genesis 22,8: „Gott wird sich selbst das Lamm für das Brandopfer verschaffen, mein Sohn.“ Im Hebräischen kommt der Ausdruck hinter Jehova Jireh von einem Wort, das „sehen“ bedeutet. Aber in der Bibel tut Gott etwas, wenn er eine Not sieht. Viele Gelehrte verstehen den Namen so, dass er die Bedeutung „Der Herr wird dafür sorgen“ oder einfach „Der Herr wird versorgen“ hat.
Genau dort auf dem Berg versorgte Gott Isaak mit einem Widder. Der Widder starb anstelle von Isaak. Dies ist eines der deutlichsten frühen Bilder der Stellvertretung in der Bibel. Aber dieser Moment deutete auch auf etwas Größeres hin, das später kommen würde. Abraham hat das damals vielleicht nicht ganz verstanden, aber seine Worte waren prophetisch. Eines Tages würde Gott das wahre Lamm bereitstellen.
Der Berg Moriah ist auch wichtig. Diese Gegend wurde später zum Gebiet von Jerusalem, wo Jesus Tausende von Jahren später gekreuzigt werden sollte. Was mit Abraham und Isaak passierte, war kein Zufall. Es war ein Schatten der größeren Geschichte, die Gott schrieb.
Tausende von Jahren später sah Johannes der Täufer Jesus und sagte in Johannes 1,29: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Hier findet die Geschichte in Genesis ihre volle Bedeutung. Gott sah das größte Bedürfnis der Menschheit, nicht nur nach vorübergehender Hilfe, sondern nach vollständiger Vergebung und Wiederherstellung. In seiner Gnade stellte er Jesus zur Verfügung. Beachten Sie das Muster. Isaak fand den Widder nicht. Die Menschheit hat den Erlöser nicht hervorgebracht. Gott selbst hat dafür gesorgt.
Das ist der Kern des vollendeten Werks Christi. Gott hat nicht darauf gewartet, dass wir uns selbst in Ordnung bringen. Er hat nicht von uns verlangt, dass wir uns seine Liebe verdienen. Aufgrund seiner Gnade sandte er seinen Sohn, um ein für alle Mal das Opfer für unsere Sünden zu sein. In Hebräer 10,14 heißt es: „Denn durch ein einziges Opfer hat er für immer diejenigen vollendet, die geheiligt werden.“ Das heißt, dass das Werk der Vergebung durch Jesus schon vollbracht wurde.
Wenn wir heute den Namen Jehova Jireh hören, können wir uns daran erinnern, dass Gott in jedem Bereich unseres Lebens für uns sorgt. Aber noch wichtiger ist, dass er uns durch das Kreuz schon das gegeben hat, was wir am meisten brauchten. Wenn du immer noch das Gefühl hast, dass du dir verdienen musst, was Jesus schon bezahlt hat, erinnert Jehova Jireh dich daran, dass Gott deine Not schon gesehen und dafür gesorgt hat.
Dank Jesus müssen wir nicht mehr darum kämpfen, von Gott angenommen zu werden. Wir leben aus der Gewissheit heraus, dass wir vollkommen geliebt, vollkommen vergeben und vollkommen willkommen sind. Jehova Jireh erinnert uns daran, dass Gott sieht, dass Gott sich kümmert und dass Gott bereits das Lamm bereitgestellt hat. Und dank des vollendeten Werks Jesu können wir in Ruhe, Zuversicht und Freude in der Gnade unseres guten Vaters leben.
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Genesis 22 ist nicht nur eine dramatische Geschichte über Abraham und Isaak. Es ist eine prophetische Enthüllung des Kreuzes, das sich vor aller Augen verbirgt. Ein Vater wird gebeten, seinen geliebten Sohn zu opfern. Sie steigen gemeinsam einen Berg hinauf. Isaak trägt das Holz für sein eigenes Opfer. Abraham erklärt im Glauben, dass Gott für alles sorgen wird. Und im letzten Moment greift der Himmel ein. Aber übersieh nicht das Detail, das alles verändert. „Da hob Abraham seine Augen auf und sah hinter sich einen Widder, der mit seinen Hörnern im Gestrüpp hängen geblieben war“ (Genesis 22,13, ESV). Der Kopf des Ersatzopfers ist in Dornen verheddert. Das ist kein Zufall. Das ist eine Offenbarung.
Dornen tauchen erstmals in Genesis 3,18 auf, als Teil des Fluchs, der über die Erde kam, nachdem die Sünde in die Welt gekommen war. Dornen stehen für Frustration, Mühe, Schweiß und den sichtbaren Beweis, dass in der Schöpfung etwas schiefgelaufen ist. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die Erde nicht mehr mühelos segnet. Wenn also der Kopf des Widders in Dornen verheddert ist, siehst du ein Bild der Ersetzung, verpackt in Fluchsprache. Der Stellvertreter ist buchstäblich in das Symbol des Sündenfalls verstrickt, damit der verheißene Sohn frei gehen kann. Dieser Moment auf dem Berg flüstert etwas Ewiges. Der Fluch wird auf einen anderen fallen.
Jetzt spulen wir vor zum Kreuz. „Und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie ihm auf“ (Matthäus 27,29, ESV). Die Soldaten denken, sie verspotten einen König. In Wirklichkeit offenbaren sie das Lamm. Jesus wird mit dem Fluch gekrönt. Der Ort der Autorität, das Haupt, das Symbol der Identität, ist mit Dornen umwickelt. Der Fluch, der in Genesis seinen Einzug hielt, ruht nun auf ihm. Er stirbt nicht nur körperlich. Er trägt die ganze Last dessen, was die Sünde ausgelöst hat. Der Widder wurde gefangen, damit Isaak frei sein konnte. Christus wird gekrönt, damit du befreit werden kannst.
Und hier wird es noch tiefer. Abraham nennt den Ort „Der Herr wird versorgen“. Der hebräische Ausdruck verweist auf das Sehen und Versorgen. Gott sieht. Gott versorgt. Die Versorgung ist kein Ratschlag. Es ist keine zweite Chance. Es ist keine Verhaltensverbesserung. Es ist ein Ersatz. Das ist das Evangelium, bevor das Evangelium verkündet wird. Du bist nicht das Opfer auf dem Altar. Du bist der geliebte Sohn, der den Berg hinuntergeht, weil ein anderer deinen Platz eingenommen hat.
Das bedeutet für dich gerade etwas Radikales. Du lebst nicht unter einem Fluch, der noch gebrochen werden muss. Galater 3,13 sagt uns, dass Christus uns vom Fluch des Gesetzes erlöst hat, indem er für uns zum Fluch wurde. Er hat ihn auf sich genommen. Er hat ihn absorbiert. Er hat ihn in seinem eigenen Körper getragen. Wenn der Fluch auf seinem Kopf lastete, lastet er nicht auf deinem. Wenn die Dornen ihn durchbohrten, definieren sie dich nicht.
Einige von euch leben immer noch wie Isaak auf dem Altar und bereiten sich auf den Aufprall vor. Aber das Messer fiel nie auf ihn. Und das Urteil ist bereits über Christus gekommen. Ihr wartet nicht darauf, dass Gott entscheidet, ob ihr sicher seid. Der Ersatz wurde bereits bereitgestellt. Der Berg hat bereits Gnade erfahren.
Der Widder wurde gefangen, damit der Sohn frei sein konnte. Jesus wurde mit Dornen gekrönt, damit ihr in Gerechtigkeit wandeln könnt. Der Fluch wurde auf sein Haupt gelegt, damit der Segen auf eurem ruhen kann. Und das ist keine symbolische Übertreibung. Das ist die Realität des Bundes, die durch das vollendete Werk Jesu Christi gesichert ist.
Heb deine Augen wie Abraham. Schau noch einmal hin. Der Ersatz wurde bereits gefangen. Das Opfer wurde bereits gebracht. Und deshalb wirst du nicht durch den Fall definiert. Du wirst durch die Versorgung definiert.
Die Dornen sollten niemals auf dir bleiben. Sie wurden auf ihn gelegt.
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ABRAHAM UND ISAAK – GLAUBE, DER VOLL UND GANZ AUF GOTT VERTRAUT
📖 Genesis 22
Abraham hat jahrelang auf Isaak gewartet. Dieses Kind war nicht nur sein Sohn – es war Gottes sichtbares Versprechen.
Dann hat Gott etwas Unvorstellbares von ihm verlangt.
Keine Erklärung. Kein Plan B. Nur die Aufforderung, zu vertrauen.
Am nächsten Morgen machte sich Abraham mit Isaak auf den Weg zum Berg. Jeder Schritt stellte sein Herz auf die Probe, doch er ging weiter. Er verstand Gottes Forderung nicht, aber er vertraute auf Gottes Charakter.
Als Isaak fragte, wo das Opfer sei, sprach Abraham Worte, die seinen Glauben offenbarten:
„Gott selbst wird dafür sorgen.“ (Genesis 22,8)
Und das tat er auch.
In dem Moment, als Abraham seinen Gehorsam bewies, hielt Gott ihn auf und sorgte stattdessen für einen Widder. Was wie ein Verlust aussah, wurde zu einer Offenbarung – Gott nahm die Verheißung nicht weg, sondern bestätigte sie.
Diese Geschichte erinnert uns daran:
Glaube bedeutet, Gott zu vertrauen, auch wenn der Weg unklar ist.
Gehorsam öffnet die Tür zu Versorgung.
Gott sorgt immer für das, was er verlangt.
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Heute lesen wir 1. Mose 20 bis 23
Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘
Falls es dich interessiert:
Hier findet ihr einige Gedanken zu diesen Kapiteln, die wir seinerzeit in Berlin als Gruppe im Zelt 😊 im AktivGottesdienst gemeinsam herausgearbeitet haben
Gott erfüllt Verheißungen – egal, wie
Isaak und die Auferstehung
Saras Begräbnis und die Auferstehungby Jule with 1 comment
Falle oder Chance – wie ist mein Gottesbild?
Da mich Lisa zu einem gemeinsam Bibelleseplan mit einigen anderen Schwestern eingeladen hat, habe ich dieses Jahr zwei Pläne. Vom Ablauf her sind sie ähnlich, nur dass bei deren nicht nur das reine Lesen der Kapitel steht, sondern es oftmals zu Anfang der Lesung eine Art Andacht gibt, die aus kurzen Videos von „BibelProjekt“ besteht. Einige habe ich hier bereits geteilt
Zu der Sache mit Abraham und Isaak gibt es ebenfalls ein Video, das ich sehr interessant finde. Nach längerem Suchen habe ich es auf YouTube auch auf Deutsch gefunden
Der englische Titel „Falle oder Chance?“ klingt nicht nur interessant – das, was dort gesagt wird, bzw das Thema der Abhandlung ist es auch. Auf Deutsch heißt es leider nur „Prüfungen“. Ich denke, beim englischen Titel kommt das Thema mehr auf den Punkt
Wie üblich fängt das Ganze im Garten Eden an und es wurde eine Frage gestellt, die mir in letzter Zeit häufiger „über den Weg lief“. Ich persönlich hatte bisher noch nicht in diese Richtung gedacht
Es geht um den Sündenfall und man stellt sich die Frage, warum Jehova den Menschen diese Falle mit dem Baum und der Schlange gestellt habe. Denn wie passt so etwas zu einem liebevollen Gott? Oder hatte er nicht gewusst, dass sich die Menschen auch falsch entscheiden könnten?
Diese Frage wurde vor einigen Monaten bereits über einige Brüder an uns heran getragen, die damit in Abrede stellen wollten, dass Jehova allwissend sei und unmöglich hätte wissen bzw damit rechnen können, dass der Mensch sündigen würde. Denn ansonsten wäre er sehr unfair, hart und brutal
Nachdem wir begriffen hatten, dass Jehova außerhalb von Raum und Zeit ist und sich frei innerhalb der Zeit bewegen kann, war uns klar, dass er auch von vornherein wusste, dass die Menschen sich falsch entscheiden würden. Nicht, weil er es vorher bestimmt hatte, sondern er „hatte bereits das Video gesehen“, denn er war schon dort und hatte gesehen, was passieren würde.
Paulus sagt an einer Stelle, dass er die Sache mit Jesu und dem Loskaufsopfer bereits „vor Gründung der Welt“ beschlossen habe und beim Lesen von Johannes war ich im letzten Jahr darauf gestoßen, dass bereits ganz am Anfang des Evangeliums gesagt wird, dass er „von Anfang an wusste, wer ihn verraten würde“. Eine ähnliche Aussage kommt in dem Evangelium auch, als beschrieben wird, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, denn da heißt es von Judas, dass Jesus „wußte, wer ihn verraten würde“.
Naja, das könnte man ja darauf beziehen, dass er Judas im Laufe der gemeinsamen Jahre gut kennen gelernt hatte und daraus hätte diesen Schluß ziehen können. Aber bereits am Anfang des Evangeliums wird ganz deutlich gesagt, dass er dies „bereits von Anfang an wußte“
Das waren die Gedanken, die mir am Anfang des Videos im Hinterkopf aufblitzten
Hier in dem Video also dieselbe Fragestellung: ist Jehova nicht unfair, wenn er den Menschen eine Falle stellt?
Die Lösung ist relativ einfach und wir erhalten sie ebenfalls gleich zu Anfang: ist es eine Falle oder eine Chance? Oder in Deutsch: warum diese Prüfung der Menschen?
Es wird eine Veranschaulichung gebracht: ein König sucht eine Person für eine bestimmte Aufgabe. Um zu sehen, ob sie dieser gewachsen sei, stellt er sie vor eine Prüfung – bzw. macht mit ihnen eine Art Einstellungstest. Etwas, was heute völlig normal ist
Die Menschen bekamen die Chance, sich als fähig zu erweisen – und sie haben es vermasselt. Als Nächstes wird Abraham angeführt, der die Prüfung allerdings mit Bravour besteht
Der Grund für das alles? Jehova „sucht“ einen Menschen, der in der Lage ist, diese Prüfung komplett zu bestehen und wir kommen zu der Szene von Jesus, wie er an seinem letzten Abend im Garten Gethsemane mit Gott ringt, „aber DEIN Wille geschehe“
Warum ich das ganze so wichtig finde?
Ich denke, es macht einen ganz großen Unterschied, welches Bild ich von meinem Schöpfer habe:
Ist er wirklich hart, fordernd und unfair – oder ist er ein Gott voller Liebe und Gnade?
Vermutlich werde ich einiges in der Bibel völlig anders lesen, wenn ich glaube, dass dieser Gott uns immer wieder eine Falle stellt – oder?
Ein Thema, das uns persönlich in den letzten beiden Jahren extrem verfolgt ….
Vor zwei Wochen hatten wir uns mit Jakob und Esau und der Sache mit dem Erstgeburtsrecht beschäftigt – Stichwort „Thronfolge“ (Kapitel 25:29-34), letzte Woche und am Sonntag beim Gottesdienst haben wir 1. Mose 26:11-35 gelesen. Es ging um Streitigkeiten um einen Brunnen. Was mag das mit uns heute zu tun haben?
In den Versen 11-22 lesen wir von vielen Brunnen. In Vers 19 stolpern wir über den Begriff „lebendiges Wasser“. Wo ist da der Unterschied zu den anderen Brunnen? Ein normaler Brunnen wird durch Grundwasser gespeist, es ist stehendes Wasser. Ein Brunnen mit lebendigem Wasser wird durch eine fließende unterirdische Quelle gespeist und daher besonders klar, sauber und frisch.
Aber Moment mal, kommt uns der Begriff „lebendiges Wasser“ nicht irgendwie bekannt vor? Mir fällt da gleich Johannes Kapitel 4 ein, die Begebenheit, wo sich Jesus mit einer Samariterin am Brunnen unterhält. Er sagt ihr, dass er ihr lebendiges Wasser geben könne, das nie versiegen würde. Ob die Frau bei diesen Worten auch an diese Stelle hier in Gottes Wort gedacht hatte?
Isaak wechselt kurzfristig seinem Beruf
In Vers 12 lesen wir, dass sich Isaak den Umständen der Hungersnot, von der wir letzte Woche gelesen haben, angepasst hat. Eigentlich waren er und seine Urväter ja Hirten. Wir erinnern uns: Abraham und Lot waren Hirten, Isaak war ein Hirte, Esau sprang aus der Reihe als Jäger, Jakob wiederum war auch ein Hirte. Nun aber mussten sie die Nahrung für sich und ihre Herden selbst anbauen. Daher lesen wir in Vers 12, dass Isaak „säte“. Er vertraute nicht einfach nur auf Gott und legte faul seine Hände in den Schoß – nein, er tat das, was er selbst tun konnte, wechselte für kurze Zeit seinen Beruf und überließ den Rest Jehova (oder falls es dir lieber ist: Jahwe).
Wie reagierten die Bewohner des Landes? Wie hätten wir reagiert, wenn im ganzen Land eine Hungersnot wäre und dieser Fremde als einziger eine große Ernte hat? Wir hatten gelesen, dass er im selben Jahr das hundertfache erntet, denn Jehova segnet ihn… wahrscheinlich hätten wir einen dicken Hals bekommen vor lauter Neid ? (Vers 14).
Wie das so ist, reagieren wir nicht sonderlich logisch oder vernünftig, wenn wir voller Neid sind und das tun die Bewohner des Landes auch nicht. Sie schütten die Brunnen, die Isaak gegraben hatte, einfach zu. Unglaublich: es ist eine Hungersnot und sie vernichten die Wasserstellen, die lebensnotwendig sind und schaden damit auch sich selbst.
Wie reagiert nun Isaak darauf? Rächt er sich? Fängt er nun seinerseits Streit an?
Auch Isaak reagiert unlogisch. Statt sich zu rächen oder sich zu beschweren, zieht er etwas weiter und gräbt einen neuen Brunnen. Dies muss er immer wieder tun und immer wieder geht er weiter. Wir haben es uns auf der Karte angesehen, dass er dabei große Entfernungen zurück gelegt hatte.
Brunnen …. war da nicht was? Hatten wir so etwas nicht auch schon mit Abraham und Abimelech gelesen? Was war da noch mal?
Erinnern wir uns an Kapitel 22:24-27, lesen wir es ruhig noch mal nach. Abraham geht nicht weg, er spricht Abimelech darauf an, allerdings auch erst, als dieser von sich aus die Brunnen erwähnt und so tut, als wären die Philister ganz lieb zu ihm gewesen.
Isaak tut nichts dergleichen. Er geht einfach weiter und gräbt einem neuen Brunnen. Er vertraut auf Gott und legt die Dinge in seine Hände. Jörg sagte, dass er auch nicht mehr zornig wird, „denn Gott wird es schon richten“. Tja, genau dies ist die Bedeutung meines zweiten Vornamens, Jariba. Er bedeutet „Jehova hat meinen Rechtsfall geführt“ und soll eben dieses Vertrauen ausdrücken. Auch wenn ich in dieser Hinsicht immer wieder an mir arbeiten muss, macht es mich stolz, diesen Namen zu tragen. Er hat sich nicht nur bewahrheitet, sondern auch schon oft Anlass gegeben, mit anderen über eben diesen Gott zu reden, dem wir vertrauen. Aber dies nur am Rande ?
Wir lesen die Verse 23-33 und sehen, dass Isaak die Verärgerung einfach runterschluckt und auf Gott vertraut. Selbst als Abimelech behauptet, er und seine Leute hätten ihm „nichts Übles getan“, widerspricht er nicht, wie seinerzeit sein Vater Abraham, sondern lässt es einfach so stehen (Vers 29). Weil Isaak den Segen Jehovas hatte, brauchte er sich nicht rächen! Das Verhältnis von Jehova und Isaak war so eng, dass er seine Probleme einfach bei ihm abgegeben hatte
Hier lernen wir etwas über die Wechselwirkung des Verhältnisses, das wir zu Jehova haben: Je enger unsere Beziehung zu IHM ist, desto leichter wird es uns fallen, nicht nur gelassen zu reagieren, sondern auch keine negativen Gedanken oder Gefühle zu hegen.
Letztendlich landet Isaak mit seiner Familie in Berscheba. Dort gibt es heute zwei Brunnen in relativ kurzer Entfernung. Den einen hatte seinerzeit Abraham gegraben, den zweiten 50 Jahre später sein Sohn Isaak.
Thom hat die Vermutung aufgestellt, dass dies vielleicht der Grund gewesen ist, dass Abraham Esau mehr liebte als Isaak – weil er sich auch manchmal wünschte, sich so wehren zu können, wie dieser.
Esaus Frauen
In den Versen 34-35 lesen wir von Esaus Frauen. Wieso bringen diese Herzeleid über Isaak und Rebekka?
Wir lesen in Vers 34, dass sie Hethiterinnen waren. Sie waren Bewohnerinnen des Landes, in dem sie lebten. Erinnern wir uns noch, warum Abraham seinen Diener nach Haran schickte, um eine Frau für Isaak zu holen? Warum war ihm das seinerzeit so wichtig gewesen? (Kapitel 24, hier besonders Vers 3). Dies ist Esau sicherlich ebenso bekannt.
Aber warum heiratet er dann Frauen aus der Gegend und dann auch gleich noch zwei? Es zeigt, dass er wohl mit Jehova wenig am Hut hat und dass er auch nicht an der Verheißung und dem Segen Jehovas interessiert ist. Durch diese Heirat verzichtete er ein zweites Mal auf den Thron, das Erstgeburtsrecht. Behalten wir dies bitte beim Lesen vom Stoff für die nächste Woche im Sinn, wenn wir Kapitel 27 lesen.
Interessanterweise wurde Isaak nicht bitter über die Hungersnot oder darüber, dass die Philister ihm immer wieder die Brunnen verstopften – aber er wurde bitter darüber, dass sich eins seiner Kinder gegen Gott und seine Verheißungen und Segnungen aussprach.
Nächste Woche wird echt spannend, dem es geht darum, dass Isaak seinen Erstgeborenen segnen will und wie die einzelnen Mitglieder seiner Familie darauf reagieren. Es bleibt spannend ?
by Jule with no comments yetEs steht immer noch die Frage im Raum, was die Opferung von Isaak mit Ostern und Jesus Christus zu tun hat. Bitte entschuldigt, dass ihr so lange auf die Zusammenfassung vom Ostersonntag warten musstet.
Die Woche davor hatten wir von Ismael gelesen, davon, dass Abraham seinen Ältesten weg schicken musste, ohne Aussicht darauf, sich so bald wiederzusehen oder zu hören. Das wird ihm sicherlich sehr schwer gefallen sein. Trotzdem schickt er ihn und seine Mutter gleich am frühen Morgen los (1. Mose 21:14). Es mutet wie eine Vorbereitung an auf das, was wir am Osterwochenende gelesen haben. Wieder wird Abraham aufgefordert, sich von seinem Sohn „zu trennen“. Aber dazu später mehr ?
Wir hatten in der Osterwoche ja 1. Mose 21:21-22:24 gelesen. Und hier lesen wir erst mal von Abimelech. Kommt uns dieser Name bekannt vor? Ja, es ist der selbe Abimelech, der mit Jehova wegen Sara Probleme bekommen hatte. Wir erinnern uns, dass er Sara sofort weg schickt, als er erfährt, dass sie die Frau Abrahams ist und dass er durch die Entschädigung klar stellt, dass zwischen ihnen nichts gelaufen war (Kapitel 20).
Dieser Abimelech kommt zu Abraham und sagt: „Gott ist mit dir, in allem, was du tust“ (Vers 21). Damit bestätigt er Abraham die Verheißung Gottes. Vorher war es nur ein Bund zwischen Abimelech und Abraham, der durch Sara verwirklicht wurde. Nun macht er einen eigenen Bund mit Abraham – denn er weiß, dass jeder, der mit Abraham im Bunde ist, von dem Segen was abbekommt (Vers 27-33). Danach pflanzt Abraham an dieser Stelle eine Tamariske, die ein langlebiger Baum ist.
Die große Prüfung
Wir haben also von der Erfüllung all dessen gelesen, was Gott Abraham verheißen hatte. Vor diesem Hintergrund gibt es die große Prüfung für Abraham. Er soll seinen geliebten Sohn opfern (1. Mose 22:1-2). Behalten wir bitte beim Lesen im Hinterkopf, dass Isaak kein kleines Baby mehr war, wie wir oftmals denken. Er war alt genug, um das Holz selbst zu tragen (Vers 6) und somit auch alt genug, um selbst eine Entscheidung zu treffen (im jüdischen ist das nicht „die Prüfung Abrahams“, sondern „die Bindung Isaaks“).
Wieder macht sich Abraham unverzüglich auf, genau wie bei Ismael. Wir lesen in Vers 3, dass er gleich am nächsten Morgen alles vorbereitet, er spaltet das Holz für das Opfer, packt zusammen und belädt die Esel und „machte sich auf und zog hin an den Ort, den Gott ihm gesagt hatte“. Es ist ein langer Weg. Wir lesen im nächsten Vers, dass Abraham „am dritten Tag“ den Ort von Ferne sah.
Vater und Sohn sind also bereits mehr als zwei Tage zu Fuß unterwegs. Worüber werden sie sich unterhalten haben? Isaak stellt erst jetzt die Frage nach dem Opfertier. Dies lässt vermuten, dass er bereits weiß, was los ist (Vers 4). Für mich eine schreckliche Vorstellung. Hatte er keine Angst?
Diese Geschichte hier mit Isaak steht ganz unter dem Thema „Auferstehung“, weshalb sie auch gut in die Osterzeit passt. Wir wissen, dass Abraham selbst felsenfest an die Auferstehung glaubte, denn in Vers 5 sagt er zu seinen Bediensteten: „Bleibet ihr hier mit dem Esel; ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen und anbeten und dann zu euch zurückkehren.“ Er wußte, dass er mit dem Sohn zurück kehren würde.
Warum konnte er sich dessen so sicher sein?
Das lesen wir in Hebräer 11: „Durch Glauben hat Abraham, als er versucht wurde, den Isaak geopfert, und der, welcher die Verheißungen empfangen hatte, brachte den Eingeborenen dar, über welchen gesagt worden war: „In Isaak soll dein Same genannt werden“; indem er urteilte, daß Gott auch aus den Toten zu erwecken vermöge, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing.“ (Hebräer 11:17-19 ELB)
Aber wie konnte er einen solchen festen Glauben haben? Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn Gott so etwas von mir verlangen würde. Schon allein der Gedanke daran schmerzt unendlich. Abraham hingegen geht gleich am nächsten Morgen los. Es wird nicht gesagt, dass es ihm leicht fiel, aber wir lesen auch von keiner Diskussion darüber, ob er nicht lieber was anderes opfern könne. Wir erinnern uns, dass er wegen Sodom mit Jehova verhandelt hatte. Also lag es nicht daran, dass er sich sowas nicht trauen würde. Er tat es im vollen Vertrauen auf Jehova und darauf, dass er seine Verheißung verwirklichen würde.
Die Verheißung betraf Isaak, von dem wir in Hebräer gelesen haben, dass er zu diesem Zeitpunkt noch keine Nachkommen hatte. Also musste Gott irgendetwas tun, damit er wieder zum Leben käme und die erforderlichen Nachkommen zeugen könnte.
Außerdem hatte Abraham in seinem Leben immer wieder gute Erfahrungen mit Jehova gemacht. Wenn ER was versprochen hatte, dann traf dies auch ein. Wir hatten ja am Ende von Kapitel 21 gelesen, dass Abimelech ihm gerade erst die Verheißung, die er von Jehova erhalten hatte, bestätigt hatte. Im Anschluss daran kam die Aufforderung Gottes …
Wie Peter so schön sagte, hatte sich Abraham mehr darauf konzentriert, was Gott tun wird, wie er das macht, dass der geopferte Isaak dennoch Nachkommen hervorbringen würde. Er wird über all das nachgedacht haben, was Gott ihm bisher gesagt hatte. Ich denke, in dieser Hinsicht haben es die Männer leichter als wir Frauen, ich könnte ab der Aufforderung nicht mehr weiter denken, wäre innerlich wie erstarrt.
Es stellt sich die Frage, wer hier geprüft wurde? War es nur Abraham?
Bisher haben wir dies immer angenommen. Aber wenn wir uns daran erinnern, dass Isaak kein kleines Kind mehr war, sondern ein starker junger Mann, der selbst Entscheidungen treffen konnte, dann wissen wir, dass auch der Sohn geprüft wurde. Statt sich gegen den alten und sicherlich viel schwächeren Vater zu wehren, ließ er sich Hände und Füße binden und auf den Altar legen (Vers 9).
Dies erinnert uns wieder an Jesus, der auch ganz genau wußte, was auf ihn zukommen würde, denn er kannte all die Prophezeiungen über ihn. Nicht nur die über sein Kommen und sein Leben, sondern auch die über seinen qualvollen und demütigenden Tod am Holz. In dem Film „Die Auferstehung“ sagt Pilatus über ihn „es war, als ob er unbedingt sterben wollte, zu diesem Zeitpunkt und genau so“.
Wie dem auch sei. Im Gegensatz zu Jesu Sterben greift Jehova hier im letzten Moment ein. Abraham soll seinen geliebten Sohn verschonen und „an seiner statt“ den Widder nehmen, der sich im Gebüsch verfangen hatte. Auch hier wieder die Parallele: ein anderer muss sterben um zu verschonen. Isaak wird durch den Widder ersetzt. Jesus ist an unserer statt gestorben.
Abraham war bereit gewesen, seinen geliebten Sohn zu töten, er hätte es getan, wenn der Engel ihn nicht im letzten Moment davon abgehalten hätte.
Als Reaktion darauf erneuert Jehova seinen Bund, im Beisein von Isaak, „weil du dies getan hast“. Aber Isaak ist nicht nur anwesend, sondern wird jetzt in diesen Bund mit eingeschlossen, denn „durch Isaak“ werden alle gesegnet werden (Vers 16-18).
Wie wir sehen, ist diese Geschichte sehr passend für die Osterzeit. Bayless Conley führt in seiner Ansprache „Prüfungen, die unsere Reife fördern“ einige Gemeinsamkeiten an:
Bedenken Sie die Gemeinsamkeiten beider Opfer:
Wir sehen also, dass wir sehr viel aus der Geschichte für uns heute mitnehmen können.
In der Woche drauf haben wir 1. Mose 23 gelesen und es war sehr spannend, was wir alles aus diesem Kapitel für uns heraus holen konnten, das sich doch „nur“ um Tod und Begräbnis von Sara dreht. Es bleibt spannend ?
by Jule with no comments yet