
Viele Gläubige leben vorsichtig mit Gott. Sie lieben ihn, aber sie sind zurückhaltend. Sie beten mit Zurückhaltung. Sie beten mit Filtern. Sie gehen an die Heilige Schrift heran, als würden sie benotet. Unter ihrer Hingabe liegt eine subtile Angst. Bete ich richtig? Höre ich ihn richtig? Bin ich aufrichtig genug? Diese Unsicherheit kommt nicht von Rebellion. Sie kommt davon, dass man Gott ehren will, während man insgeheim Angst vor Ablehnung hat.
Das griechische Wort parrēsia wird oft mit „Kühnheit” oder „Selbstvertrauen” übersetzt, aber diese Wörter fangen seine Kraft nicht ein. Parrēsia bedeutet wörtlich „freie und offene Rede in Gegenwart von Autorität”. Es beschreibt das Recht, ohne Angst vor Strafe, Ablehnung oder Konsequenzen zu sprechen. In der antiken Kultur war nur denjenigen mit gesicherter Stellung parrēsia vor einem König gestattet. Die Heilige Schrift verwendet dieses Wort, um zu beschreiben, wie Gläubige zu Gott stehen sollen.
In Hebräer 4,16 heißt es: „Lasst uns also mit Zuversicht vor den Thron der Gnade treten“ (ESV). Das Wort „Zuversicht“ ist hier parrēsia. Dabei geht es nicht um emotionale Tapferkeit, sondern um relationale Sicherheit. Der falsche Glaube, den parrēsia widerlegt, ist die Vorstellung, dass man sich Gott auf bestimmte Weise nähern muss, um von ihm angenommen zu werden. Dieser Glaube macht das Gebet zu einer Leistung und den Glauben zu einer fragilen Transaktion. Aber parrēsia zeigt, dass Akzeptanz der Ausgangspunkt ist, nicht die Belohnung.
Wenn parrēsia missverstanden wird, zensieren sich Gläubige in Gottes Gegenwart selbst. Sie verstecken ihre Zweifel. Sie mildern ihre Ehrlichkeit. Sie vermeiden es, sich zu nähern, wenn sie sich unordentlich oder unsicher fühlen. Aber die Schrift sagt etwas Radikales. Wegen Jesus bist du eingeladen, frei, offen, ehrlich, ohne Vorbereitungen, ohne Verstellung, ohne Angst zu kommen. Gott ist nicht beleidigt von deiner Schwäche. Er fühlt sich durch deine Fragen nicht bedroht. Er bewertet deine Herangehensweise nicht. Er freut sich über deine Anwesenheit.
Das Verständnis von Parrēsia verändert die Art und Weise, wie du betest. Du hörst auf, spirituell klingen zu wollen, und fängst an, echt zu sein. Du hörst auf, dich zu fragen, ob du fragen darfst. Du hörst auf, zu befürchten, dass ein falscher Schritt Distanz schaffen könnte. Selbstvertrauen ist nicht mehr etwas, das du dir selbst zurechtlegst, sondern etwas, das du empfängst. Gnade fühlt sich nicht mehr zerbrechlich an. Und Gott fühlt sich nicht mehr wie jemand an, dem du dich vorsichtig nähern musst.
Deshalb verbindet die Schrift Parrēsia mit dem vollbrachten Werk Jesu. In Hebräer 10,19 heißt es, dass wir Parrēsia haben, um durch das Blut Jesu in die heiligen Stätten einzutreten. Das bedeutet, dass dein Zugang nicht auf spiritueller Korrektheit beruht. Er beruht auf dem Opfer Christi. Du sprichst nicht unangebracht, wenn du zu Gott sprichst. Du sprichst aus Zugehörigkeit.
Du bist in Gottes Gegenwart nicht unsicher.
Du bist dorthin eingeladen.
Und weil das Werk vollbracht ist, kannst du frei sprechen, fragen und ohne Angst näherkommen.
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Many believers live carefully with God. They love Him, but they are cautious. They pray with restraint. They worship with filters. They approach Scripture like they’re being graded. Underneath their devotion is a subtle anxiety. Am I praying the right way? Am I hearing Him correctly? Am I sincere enough? This insecurity doesn’t come from rebellion. It comes from wanting to honor God while quietly fearing disapproval.
The Greek word parrēsia is often translated as “boldness” or “confidence,” but those words don’t capture its force. Parrēsia literally means free and open speech in the presence of authority. It describes the right to speak without fear of punishment, rejection, or consequence. In ancient culture, only those with secure standing were allowed parrēsia before a king. Scripture uses this word to describe how believers are meant to relate to God.
Hebrews 4:16 says, “Let us then with confidence draw near to the throne of grace” (ESV). The word confidence there is parrēsia. This is not emotional bravery. It is relational security. The false belief parrēsia dismantles is the idea that you must approach God correctly in order to be accepted. That belief turns prayer into performance and faith into a fragile transaction. But parrēsia reveals that acceptance is the starting point, not the reward.
When parrēsia is misunderstood, believers self-censor in God’s presence. They hide doubts. They soften honesty. They avoid coming close when they feel messy or unsure. But Scripture says something radical. Because of Jesus, you are invited to come freely, openly, honestly, without rehearsing, without posturing, without fear. God is not offended by your weakness. He is not threatened by your questions. He is not measuring your approach. He is welcoming your presence.
Understanding parrēsia changes how you pray. You stop trying to sound spiritual and start being real. You stop wondering if you’re allowed to ask. You stop fearing that one wrong move will create distance. Confidence stops being something you manufacture and becomes something you receive. Grace stops feeling fragile. And God stops feeling like someone you must approach carefully.
This is why Scripture ties parrēsia to the finished work of Jesus. Hebrews 10:19 says we have parrēsia to enter the holy places by the blood of Jesus. That means your access is not based on spiritual correctness. It is based on Christ’s sacrifice. You are not speaking out of turn when you speak to God. You are speaking from belonging.
You are not insecure in God’s presence.
You are invited there.
And because the work is finished, you are free to speak, ask, and come close without fear.