
In Lukas 5 war Petrus nicht auf der Suche nach einem Moment, der sein Leben verändern würde. Er war müde. Er hatte die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen. Die Netze waren leer. Die Energie war weg. Es war einfach ein weiterer frustrierender Arbeitstag auf dem Wasser. Dann stieg Jesus in sein Boot.
Jesus sagte zu ihm: „Fahre hinaus auf den See und wirf deine Netze aus, damit du einen Fang machst“ (Lukas 5,4 ESV). Das ergab aus beruflicher Sicht nicht viel Sinn. Petrus sagte sogar, dass sie die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen hatten. Aber er fügte etwas hinzu, das alles veränderte: „Aber auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen“ (Lukas 5,5 ESV).
Dieser Moment des vertrauensvollen Sich-Hingebens öffnete die Tür zu einem Durchbruch. Die Netze füllten sich. Die Boote wurden stark beansprucht. Der Fang überstieg das, was Petrus alleine bewältigen konnte. Aber der eigentliche Wendepunkt waren nicht die Fische. Es war das, was in Petrus‘ Herzen geschah. Als er die Kraft und Autorität Jesu sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte: „Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch, o Herr“ (Lukas 5,8 ESV).
Petrus erkannte Jesus als Herrn an.
Diese Erkenntnis begann, den Verlauf seines Lebens zu verändern. Nicht weil Petrus plötzlich perfekt wurde, sondern weil er Jesus von Angesicht zu Angesicht begegnete und erkannte, wer Jesus wirklich ist. Von diesem Moment an kümmerte sich Petrus nicht mehr nur um Boote und Netze. Er wurde in etwas viel Größeres hineingezogen.
An dieser Stelle wird das vollendete Werk Jesu für die Gläubigen von heute deutlich. Lukas 5 spielt vor dem Kreuz, aber wir leben nach dem Kreuz. Wegen des Kreuzes und der Auferstehung unterwerfen wir uns Jesus nicht, um angenommen zu werden. Wir unterwerfen uns, weil wir durch Gnade bereits angenommen sind. Die Schrift sagt: „Durch Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet worden … nicht aufgrund von Werken“ (Epheser 2,8–9 ESV). Unsere Stellung vor Gott verdienen wir uns nicht durch Gehorsam. Sie wurde durch Christus gesichert.
Wenn Gläubige heute Jesus erlauben, in den praktischen Bereichen ihres Lebens wirklich Herr zu sein, beginnt etwas Schönes zu geschehen. Nicht weil wir versuchen, uns Segen zu verdienen, sondern weil wir uns auf den ausrichten, der bereits alle Autorität besitzt. Bei der Herrschaft geht es nicht um Druck. Es geht um Vertrauen. Es geht darum, die Kontrolle in die Hände des Einen zu legen, der uns liebt und sich für uns hingegeben hat.
Das heißt nicht, dass plötzlich alles einfach wird. Selbst Petrus hatte nach diesem Moment noch mit Stürmen, schwierigen Zeiten und Momenten des Wachstums zu kämpfen. Der Durchbruch im neuen Bund ist zuerst eine innere Realität. Wie die Bibel sagt: „Er ist vor allem, und alles besteht in ihm“ (Kolosser 1,17 ESV). Der Frieden wird stärker. Die Angst verliert an Boden. Die Richtung wird klarer. Und oft spiegelt unser äußeres Leben mit der Zeit diese innere Veränderung auf eine Weise wider, wie es nur Gott bewirken kann.
Viele Gläubige leben in Zeiten, in denen sie sich leer fühlen, hart arbeiten, aber das Gefühl haben, festzustecken. Diese Bibelstelle lädt uns nicht dazu ein, uns noch mehr anzustrengen, sondern tiefer zu vertrauen. Jesus steigt immer noch in gewöhnliche Boote. Er spricht immer noch zu müden Menschen. Und weil sein Werk vollbracht ist, können wir ohne Angst reagieren, ohne zu versuchen, seine Anerkennung zu verdienen, und ohne die Last allein zu tragen.
Wie uns der Römerbrief erinnert: „Ist Gott für uns, wer kann dann gegen uns sein?“ (Römer 8,31 ESV). Wenn wir wirklich mit Jesus als Herrn leben, streben wir nicht nach einem Durchbruch. Wir gehen mit dem Einen, der unsere Annahme bereits gesichert hat und unser Leben treu vorwärts führt.
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