
Josia bestieg im Alter von acht Jahren den Thron von Juda.
Ein Knabenkönig aus Juda, der kein Vermächtnis des Glaubens geerbt hatte.
Sein Großvater Manasse regierte mehr als
ein halbes Jahrhundert lang und führte Juda in eine so tiefe Götzenverehrung,
dass die Schrift sagt, er habe Jerusalem mit unschuldigem Blut erfüllt (2. Könige 21,16).
Sein Vater Amon folgte dem gleichen Muster
und seine Herrschaft endete gewaltsam nach nur zwei Jahren als König.
Geistlich wuchs Josia in einem Haus auf, in dem
die Furcht vor dem Herrn
auf den höchsten Ebenen der Macht aufgegeben worden war.
Und doch berichtet die Schrift etwas Unerwartetes:
„Er tat, was recht war in den Augen des Herrn
und wandelte in allen Wegen seines Vaters David“ (2. Könige 22,2).
Diese Aussage wurde nicht näher erläutert und war für mich eine Frage.
Der Chronist fügt sogar ein wichtiges Detail hinzu, indem er sagt
„Im achten Jahr seiner Herrschaft, als er noch jung war,
begann er, den Gott seines Vaters David zu suchen“
(2. Chronik 34,3).
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Suche stattfand
bevor das Buch des Gesetzes im Tempel entdeckt wurde
was geschah, als Josia dessen Restaurierung anordnete.
Wie kam es also, dass ein Kind, das in einem so geistlich verdorbenen Haushalt aufgewachsen war, überhaupt dazu kam, den Herrn zu suchen?
Die Schrift nennt keinen Propheten, der ihn unterwiesen hat.
Sie nennt auch keinen Priester, der sein Gewissen geleitet hat.
Interessanterweise erwähnt die Schrift jedoch
den Namen seiner Mutter, was in ihrer Kultur unkonventionell ist,
da Frauen nicht so viel Bedeutung beigemessen wird,
insbesondere wenn es um politische Angelegenheiten geht.
In 2. Könige 22,1 heißt es, dass Josia der Sohn Jedidas war.
Und wissen Sie was? Ihr Name bedeutet „Geliebte”.
Obwohl der Text nicht sagt, dass Jedida
Josia in der Gesetzgebung unterwies, und wir der Versuchung widerstehen müssen,
über das hinaus zu spekulieren, was die Schrift offenbart,
glaube ich, dass die Verfasser der Bibel immer
bewusst ausgewählt haben, was sie festhalten wollten.
Die Namensgebung für die Mutter dieses jungen Königs war niemals zufällig,
sondern umgibt seine Geschichte mit einem relationalen und moralischen Rahmen.
Er war so jung und hatte kein gutes Vorbild
in seinem Großvater und Vater, die vor ihm regiert hatten.
In einem Palast, der von Götzendienst durchdrungen war, bewahrte Gott
eine Frau, deren Name selbst Zeugnis davon ablegte, dass sie dazugehörte und geliebt wurde.
Auch wenn ihr politische Macht fehlte und ihr Einfluss
gering und eingeschränkt war, lässt uns die Heilige Schrift erkennen,
dass Josia nicht aus einem spirituellen Vakuum hervorgegangen ist.
Sein Glaube begann nicht in den Tempelhöfen, sondern schon früher.
An einem kleineren Ort. An einem unsichtbaren Ort.
Dies entspricht einem breiteren biblischen Muster.
Gott pflegt den Glauben oft schon lange, bevor er öffentlich wird.
Er wirkt durch geflüsterte Erinnerungen,
Teilwahrheiten und zerbrechlichen Gehorsam.
Das Überleben des Bundesglaubens in Israel
wurde selten von Königen aufrechterhalten, sondern häufiger
in Haushalten, Namen, Geschichten
und der stillen Furcht vor dem Herrn bewahrt.
Josias spätere Reaktion auf das wiederentdeckte Gesetz bestätigt dies.
Als die Schriftrolle vorgelesen wurde, zerriss er seine Kleider
und demütigte sich (2. Könige 22,11).
Dies war nicht die Reaktion eines Herzens,
das Gott zum ersten Mal begegnete.
Es war die Reaktion von jemandem,
der ihn bereits fürchtete, und ich glaube,
dass Jedidah, seine Mutter, dabei eine Rolle spielte.
Dennoch hatte Josias Glaube trotz aller Aufrichtigkeit seine Grenzen.
Seine Reformen waren echt, aber das Urteil über Juda wurde nicht aufgehoben.
Sein Gehorsam war aufrichtig, aber er konnte Generationen der Rebellion nicht heilen.
Sein Tod kam plötzlich, und seine Geschichte endete ungelöst.
Die Schrift lässt uns dort warten.
Warten auf einen König, dessen Gerechtigkeit
eine Nation nicht nur reformieren, sondern erlösen würde.
Warten auf einen Sohn, der das Gesetz nicht neu entdecken, sondern erfüllen würde.
Warten auf einen, der nicht einfach von jemandem namens „Geliebter” auferweckt werden würde, sondern der
vom Vater selbst zum „Geliebten” erklärt werden würde.
Josia zeigt uns, dass Gott selbst
Josia zeigt uns, dass Gott den Glauben
selbst in den dunkelsten Umgebungen wecken kann.
Jesus zeigt uns, dass nur Gott selbst
dauerhafte Erlösung bringen kann.
Und zwischen diesen beiden Wahrheiten lehrt uns die Heilige Schrift,
die stillen Anfänge des Glaubens zu ehren, die oft lange
vor einer sichtbaren Erweckung geformt und oft von denen getragen werden, die in der Geschichte kaum Erwähnung finden.
by Jule with 1 comment