
Wenn du Johannes 17,15–19 liest, kommst du zu einem der intimsten Momente in der ganzen Bibel. Jesus betet. Er predigt nicht. Er korrigiert nicht. Er betet. Und er betet für seine Jünger. Er sagt zum Vater: „Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt zu nehmen, sondern sie vor dem Bösen zu bewahren … Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit … Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe ich sie in die Welt gesandt.“
Lass das auf dich wirken.
Jesus betete nicht um Flucht. Er betete um Schutz. Er bat nicht darum, aus der Not herausgenommen zu werden. Er bat darum, inmitten dieser Not bewahrt zu werden. Das allein gibt jedem Gläubigen Hoffnung, der sich von der Kultur, dem Lärm, dem Chaos oder der Dunkelheit um ihn herum überwältigt fühlt.
Viele unserer Ängste klingen so: „Gott, hol mich hier raus.“ „Ich komme mit dieser Welt nicht klar.“ „Es ist zu viel.“ Aber das Gebet Jesu zeigt etwas Tieferes. Du bist in dieser Welt nicht allein. Du bist in sie gesandt. Und wenn du gesandt bist, wirst du unterstützt. Wenn du platziert bist, wirst du beschützt.
Unsere Ängste sagen uns, dass wir verletzlich und ungeschützt sind. Die Gnade sagt uns, dass wir beschützt und bewahrt werden. Unsere Ängste sagen uns, dass die Dunkelheit stärker ist. Die Gnade sagt uns, dass das Licht bereits gesiegt hat. Unsere Ängste flüstern uns zu, dass wir nur einen Fehler davon entfernt sind, Gottes Nähe zu verlieren. Das Gebet Jesu zeigt uns das Gegenteil. Bevor du jemals mit den Schwierigkeiten des heutigen Tages konfrontiert wurdest, hatte er bereits mit dem Vater über dich gesprochen.
„Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst.“ Das bedeutet, dass deine Anwesenheit hier beabsichtigt ist. Du bist nicht zufällig hier. Du überlebst nicht zufällig. Du bist an deinem Platz. Und dann sagt er: „Heilige sie in der Wahrheit.“ Heiligung ist keine harte Läuterung. Es bedeutet, durch die Wahrheit ausgesondert zu sein. Und was ist die Wahrheit? Dass du zu ihm gehörst. Dass du geliebt bist. Dass du in dem vollbrachten Werk geborgen bist.
Deine Angst mag sagen: „Ich bin nicht stark genug für diese Umgebung.“ Die Gnade sagt: „Du solltest dich nie auf deine eigene Kraft verlassen.“ Deine Angst mag sagen: „Die Welt wird meinen Glauben verschlingen.“ Die Gnade sagt: „Du wirst vom Vater bewahrt.“ Jesus hat kein schwaches Gebet gesprochen. Er hat mit Autorität gebetet, mit Zuversicht, mit der Gewissheit, dass der Vater ihn hört.
Und hier liegt der Trost. Wenn Jesus dies vor dem Kreuz gebetet hat, wie viel sicherer bist du dann jetzt nach dem Kreuz? Sein vollendetes Werk besiegelte, was sein Gebet verkündete. Du hältst nicht nur knapp durch. Du wirst gehalten. Du versuchst nicht, dich durch Anstrengung zu heiligen. Du wirst durch die Wahrheit geformt.
Wenn also Angst in dir aufsteigt, erinnere dich an diese Szene. Jesus spricht deinen Schutz im Himmel aus. Jesus verkündet deinen Zweck. Jesus vertraut dich dem Vater an. Die Welt um dich herum mag sich instabil anfühlen, aber du bist nicht ungeschützt. Du bist nicht unbeachtet. Du bist nicht unsichtbar.
Er hat nicht für deine Flucht gebetet. Er hat für deine Ausdauer gebetet. Und dieselbe Gnade, die dich gerettet hat, ist die Gnade, die dich bewahrt.
by Jule with no comments yet