
DIE JÜNGER: GRUNDLAGEN DER EKKLESIA
TAG 6: JOHANNES
Der Jünger der Vertrautheit und der Autorität der Liebe
„Und einer seiner Jünger, den Jesus liebte, lag neben ihm.“ (Johannes 13,23)
Johannes war nicht der lauteste Jünger. Er war nicht der energischste, aber er war derjenige, der Jesus am nächsten stand.
Johannes steht für eine Wahrheit des Reiches Gottes, die viele übersehen: Autorität kommt aus Nähe, nicht aus Intensität.
Jakobus war voller Leidenschaft.
Petrus redete schnell.
Johannes lehnte sich an.
Johannes‘ Stärke war die Liebe, die in der Nähe verwurzelt war. Er kämpfte nicht um seine Position, sondern pflegte die Nähe. Während andere über Größe diskutierten, ruhte Johannes nahe am Herzen Jesu.
Diese Haltung war wichtig.
Johannes erwähnt sich in seinem Evangelium nie mit seinem Namen. Er nennt sich „der Jünger, den Jesus liebte“.
Das war kein Stolz … es war Identität.
Johannes wusste, wer er war, weil er wusste, wie sehr er geliebt wurde, und das allein offenbart ein Geheimnis des Reiches Gottes. Diejenigen, die wissen, dass sie geliebt werden, müssen ihre Autorität nicht beweisen.
Die apostolische Berufung des Johannes war klar, aber im Gegensatz zu Jakobus fungierte Johannes eindeutig in einer anderen fünffachen Ausdrucksform.
Johannes hatte eine starke prophetische und offenbarende Gnade.
Er bekam:
• Die Offenbarung Jesu Christi
• Die Vision des geöffneten Himmels
• Einblick in ewige Realitäten
• Die Sprache des Lichts, des Lebens, der Wahrheit und der Liebe
Johannes war der einzige Jünger, der schreiben konnte: „Am Anfang war das Wort“, weil er über die Zeit hinaussehen konnte. Er ließ sich ohne Angst auf das Geheimnis ein. Die prophetische Gabe des Johannes war nicht laut, sondern tief.
Was die meisten Leute übersehen, ist, dass Johannes am Kreuz stand, als die anderen wegliefen. Die Liebe hielt ihn da, und deshalb vertraute Jesus ihm Maria an. „Siehe, deine Mutter.“ Jesus gab demjenigen Verantwortung, der geblieben war.
Später war Johannes der einzige Apostel, der nicht den Märtyrertod starb. Er wurde verschont. Nicht weil er schwach war, sondern weil ihm eine Offenbarung anvertraut wurde, die die Verfolgung überdauern würde.
Johannes‘ Schwäche war nicht Rebellion oder Angst, sondern die Versuchung zur Isolation.
Intimität kann sich zurückziehen, wenn sie nicht durch eine Mission ausgeglichen wird, doch Gott hat sogar das erlöst. Johannes‘ Exil auf Patmos wurde zum Geburtsort der Offenbarung.
Was andere als Strafe bezeichnen würden, nutzte Gott als Positionierung.
Johannes repräsentiert die Ekklesia, die durch Liebe regiert, durch Offenbarung sieht und durch Intimität ausharrt. Die Kirche feiert oft Macht, das Königreich vertraut Autorität der Liebe an.
In dieser Stunde erheben sich Johannes-Figuren. Still. Tiefgründig. Verankert in der Wahrheit. Sicher in der Liebe. Und doch Träger der Offenbarung.
Wenn du das bist, stürze dich nicht auf die Bühne, sondern lehne dich an sein Herz.
Diejenigen, die sein Herz kennen, werden mit seinen Geheimnissen betraut werden!
Pastor Scott
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