
Wenn Jesus die Geschichte vom verlorenen Schaf erzählt, malt er kein sanftes, sentimentales Bild. Er zeigt eine Liebe, die teuer, unbequem und atemberaubend persönlich ist.
Schafe sind keine sauberen Tiere. Sie wandern umher. Sie fallen hin. Sie bleiben im Schlamm, in Dornen und in ihren eigenen Exkrementen stecken. Ein verlorenes Schaf ist nicht nur verängstigt. Es ist schmutzig. Erschöpft. Mit Dreck bedeckt. Und unfähig, sich selbst zu retten.
Der schmutzigste Teil eines Schafs ist sein Hinterteil. Dort haftet der Kot. Dort ist der Geruch am stärksten. Dort ist die Verschmutzung unübersehbar.
Und wenn der Hirte das Schaf findet, schleppt er es nicht. Er putzt es nicht zuerst. Er lässt es nicht zurücklaufen, um zu beweisen, dass es seine Lektion gelernt hat.
Er hebt es hoch.
Er legt das Schaf auf seine Schultern.
Das heißt, der schmutzigste Teil des Schafs drückt gegen den Hals, das Gesicht und die Kleidung des Hirten. Der Geruch. Der Dreck. Das Gewicht. All das lastet auf ihm.
Jesus hat dieses Detail absichtlich gewählt.
Das ist keine zufällige Bildsprache. Das ist das Evangelium.
Jesus zeigt uns genau, was er am Kreuz tun würde.
Er hat uns nicht aus der Ferne gerettet.
Er hat nicht darauf gewartet, dass wir uns reinigen.
Er hat nicht die polierte Version von uns gerettet.
Er hat das Chaos auf sich genommen.
Die Bibel sagt uns, dass Jesus für uns zur Sünde wurde. Nicht in der Nähe der Sünde. Nicht im Bewusstsein der Sünde. Er wurde zur Sünde. Die ganze Scham. Die ganze Schuld. Der ganze Schmutz, den wir zu verbergen versuchen. All das wurde auf ihn gelegt.
Das Kreuz ist der Hirte, der das Schaf trägt.
Das Gewicht, das du nicht tragen konntest, wurde auf seine Schultern gelegt.
Der Fleck, den du nicht entfernen konntest, wurde gegen seine Heiligkeit gedrückt.
Der Geruch des Todes, dem du nicht entkommen konntest, wurde von seinem Leben absorbiert.
Und er schreckte nicht zurück.
Er freute sich.
Jesus sagt, dass der Hirte die Schafe freudig zurückträgt. Nicht frustriert. Nicht beschämt. Freudig.
Das ist das Herz des Vaters.
Gott ist nicht angewidert von deinem Chaos. Er hat es bereits getragen.
Gott ist nicht schockiert von deiner Schwäche. Er hat sie bereits getragen.
Gott wartet nicht darauf, dass du dich selbst reinigst. Er hat den Preis dafür bereits bezahlt.
Die Religion sagt dir, du sollst deinen Schmutz verstecken.
Jesus trägt ihn.
Die Religion sagt dir, du sollst härter schrubben.
Jesus sagt, es ist vollbracht.
Wenn der Hirte nach Hause kommt, isoliert er das Schaf nicht. Er veranstaltet ein Fest. Er lädt andere ein, sich zu freuen. Der Himmel feiert nicht, wenn ein Schaf rein wird, sondern wenn es gefunden wird.
Das ist das vollendete Werk.
Du wirst nicht geliebt, weil du dich verbessert hast.
Du wirst nicht akzeptiert, weil du dich gut benommen hast.
Du wirst nicht gehalten, weil du sauber geblieben bist.
Du wirst geliebt, weil Er dich getragen hat.
Du wirst akzeptiert, weil Er das Werk vollendet hat.
Du wirst gehalten, weil Er dich ausgewählt hat.
Wenn dich das nicht dazu bringt, dich in Gott zu verlieben, dann wird nichts anderes es tun.
Ein Gott, der deine schmutzigsten Teile auf Seine Schultern nimmt.
Ein Retter, der deine Scham auf sich nimmt, anstatt sie zu vermeiden.
Ein Vater, der sich über dich freut, auch wenn du noch chaotisch bist.
Das ist keine zerbrechliche Liebe.
Das ist keine bedingte Liebe.
Das ist Liebe, die nach Opfer riecht und wie ein Kreuz aussieht.
Ruhe dich hier aus.
Du bist keine Last für Gott.
Du warst eine Freude, die vor ihm lag.
Und er würde dich ohne zu zögern wieder tragen.
Geschrieben von Brian Romer
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