• Heute lesen wir …

      Wir lesen als Gruppe jedes Jahr einmal chronologisch die Bibel und fangen mit 1. Mose an und hören mit der Offenbarung auf - mach doch mit 

      Wir sind

      warum ihr beim Lesen der älteren Kommentare (bis 2013) den Eindruck habt, dass wir Zeugen Jehovas sind, erkläre ich hier ausführlich. Nur ganz kurz: NEIN, wir sind keine ZJ, sondern einfach nur Christen – ohne irgendeine Konfession, Dachverband oder Organisation über uns – die für Gott und sein Wort brennen und sich gerne mit anderen darüber unterhalten und austauschen

      Hier findest du die Daten zu unseren Treffen

      Unser Ziel

      … ist es, Menschen die Gott noch nicht kennen, zu ihm zu führen und mit seinem Wort bekannt zu machen; andere mit unserer Begeisterung für Gott und sein Wort anzustecken; einander zu ermuntern, im Glauben zu bleiben und zu wachsen; und einander zu helfen, ein ganz persönliches Verhältnis zum Schöpfer zu entwickeln, zu bewahren und zu vertiefen.

      Die Bibel

      Wir betrachten die ganze Bibel als Gottes Wort und sie hat für uns oberste Autorität. Wir vertreten keine bestimmte Lehrmeinung, sondern beziehen auch gerne andere Meinungen und Auslegungen mit ein, denn jeder sollte sich selbst anhand der Bibel ein Bild machen

      Warum sagen wir „Jehova“?

      Bitte „entschuldigt“, aber Arnold Fruchtenbaum – ein Jude, der zu Christus gefunden hat, benutzt (ebenso wie die unrevidierte Elberfelder 1905) diesen Namen als Name Gottes und er hatte auch in einem Seminar mal erklärt, warum:

      Auch wenn wir aufgrund der Schreibart der Juden nicht genau wissen, wie der Name früher ausgesprochen wurde (die Juden selbst sprechen ihn überhaupt nicht aus), so wissen wir doch, dass die meisten Namen der Bibel, die ein „Je“ drin haben, von dem Namen Gottes abgeleitet sind, wie zum.B. Jesus, Jesaja, Jeremia – um nur einige zu nennen

      Viele sprechen den Namen heute gar nicht mehr aus, das HERR hat den Gottes Namen in der Bibel ersetzt. Die meisten Übersetzer, die den Namen drin gelassen haben, übersetzen ihn mit Jahwe. Der Name Jehova wird sehr ungern benutzt, da er an die Zeugen Jehovas erinnert…

      Wichtig ist, dass der Name überhaupt benutzt wird, wir werden es unter anderem auch bei den 10 Plagen noch sehen. Es steht dir also frei, Jahwe oder Jehova zu sagen.

      Wir benutzen wie Arnold Fruchtenbaum den Namen Jehova – aus den selben Gründen

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      Wir lesen als Gruppe jedes Jahr einmal chronologisch die Bibel und fangen mit 1. Mose an und hören mit der Offenbarung auf - mach doch mit 

    • Feb. 26thDer Gott, der die Treue Dienerin sieht

      DER GOTT, DER DIE TREUE DIENERIN SIEHT

      Genesis 16; 21:8–21

      Lass uns mal über das Leben von Hagar nachdenken – eine Frau, deren Geschichte oft mit Schmerz verbunden ist, deren Leben aber auch Gehorsam, Ausdauer und die Treue Gottes zeigt.

      Hagar taucht zum ersten Mal in der Bibel in Genesis 16 auf, als ägyptische Dienerin von Sarai, der Frau Abrams. Sie war nicht die Herrin des Hauses. Sie war nicht die Erbin der Verheißung. Sie war eine Dienerin.

      Und doch sollte ihr Leben Teil von Gottes Erlösungsgeschichte werden.

      Sarai hatte noch kein Kind geboren und in ihrer Ungeduld gab sie Hagar an Abram, damit sie an ihrer Stelle ein Kind gebären konnte. In dieser Kultur war das ein legaler Brauch. Aber nur weil etwas kulturell akzeptiert ist, heißt das nicht, dass es emotional einfach ist.

      Hagar hat sich nicht freiwillig gemeldet. Sie hat sich nicht um diese Position beworben. Sie gehorchte.

      Sie unterwarf sich dem Befehl ihrer Herrin, obwohl dies ihr Leben für immer veränderte.

      Gehorsam ist nicht immer angenehm. Manchmal bringt uns Gehorsam in komplizierte Situationen, die wir nicht verursacht haben. Hagar lehrt uns, dass Treue oft an Orten geprüft wird, die wir uns nicht ausgesucht haben.

      Einige von uns haben Aufgaben, um die wir uns nicht beworben haben. Situationen, die wir nicht geplant haben. Doch wie Hagar dienen wir weiter.

      Nachdem Hagar schwanger geworden war, kam es zu Spannungen zwischen ihr und Sarai. Die Bibel sagt, dass Sarai hart mit ihr umging. Hagar floh in die Wüste.

      Es ist wichtig, Folgendes zu beachten: Hagar lief nicht in Richtung Sünde – sie lief vor dem Leid davon.

      Aber in der Wüste passierte etwas Mächtiges.

      Der Engel des Herrn begegnete ihr an einer Wasserquelle. Und hier, in einem der zärtlichsten Momente der Heiligen Schrift, spricht Gott direkt zu einer Dienerin.

      Er nennt sie beim Namen: „Hagar, Dienerin der Sarai.“

      Gott kannte ihre Lage – aber er kannte auch ihre Identität.

      Der Engel sagte ihr, sie solle zurückkehren und sich Sarai unterordnen. Das war nicht einfach. Zurückkehren zu Schwierigkeiten ist selten einfach.

      Doch Hagar gehorchte erneut.

      Sie kehrte zurück.

      Gehorsam bedeutet manchmal, Gott so sehr zu vertrauen, dass man zurückkehrt und ausharrt, bis sich sein Zeitplan erfüllt.

      In dieser Begegnung in der Wüste gab Hagar Gott einen Namen: El Roi – „Der Gott, der mich sieht“.

      Denk mal darüber nach.

      Eine Dienerin.
      Eine Ausländerin.
      Eine Frau ohne soziale Macht.

      Und sie ist die einzige Person in der Bibel, von der berichtet wird, dass sie Gott einen Namen gegeben hat.

      Sie sagt: „Du bist der Gott, der mich sieht.“

      Bevor sie weggeschickt wurde.
      Bevor sie in die zweite Wildnis ging.
      Bevor sie eine noch größere Prüfung durchstehen musste.

      Sie wusste schon etwas, was viele von uns erst noch lernen müssen:

      Gott sieht das Unsichtbare.

      Wenn du dich in deinem Dienst übersehen fühlst …
      Wenn du dich in deinem Gehorsam nicht anerkannt fühlst …
      Wenn du das Gefühl hast, nur „die Dienerin“ in der Geschichte eines anderen zu sein …

      Gott sieht dich.

      Jahre später, in Genesis 21, nachdem Isaak zu Sarah geboren wurde, kam es erneut zu Konflikten. Diesmal wurden Hagar und ihr Sohn Ismael in die Wüste geschickt.

      Beachte dies sorgfältig: Sie rebellierte nicht. Sie fluchte nicht. Sie wehrte sich nicht, wie es in der Bibel steht.

      Sie ging.

      Mit Brot.
      Mit einem Wassersack.
      Mit ihrem Sohn.

      Das ist Gehorsam, der von Trauer umhüllt ist.

      Sie ging in die Wüste, nicht weil sie gesündigt hatte, sondern weil sich die Umstände geändert hatten.

      Manchmal schützt uns Gehorsam nicht vor Ablehnung. Manchmal führt uns Gehorsam durch Zeiten der Trennung.

      Aber selbst in dieser Wüste, als das Wasser ausging und die Hoffnung verloren schien, hörte Gott die Stimme des Jungen.

      Derselbe Gott, der sie in der ersten Wüste sah, hörte sie auch in der zweiten.

      Die Wüste ist kein Beweis für Gottes Abwesenheit.
      Oft ist sie der Ort seiner Offenbarung.

      Von Hagar lernen wir:

      • Du kannst ein Diener sein und trotzdem von Gott gesehen werden.
      • Du kannst von Menschen abgelehnt werden und trotzdem im Himmel in Erinnerung bleiben.
      • Du kannst weggeschickt werden und trotzdem mit einer Verheißung ausgesandt werden.

      Gott sagte ihr, dass ihr Sohn ein großes Volk werden würde. Obwohl ihr Weg schmerzhaft war, hatte ihre Zukunft einen Sinn.

      Ihr Gehorsam versetzte sie in die Lage, göttliche Begegnungen zu erleben.

      Vielleicht fühlst du dich wie Hagar.

      Du dienst treu.
      Du trägst Verantwortung, die du dir nicht ausgesucht hast.
      Du gehst durch eine Zeit der Wildnis.

      Hör dir das klar und deutlich an:

      Der Gott, der Hagar gesehen hat, sieht dich.
      Der Gott, der in der Wüste für einen Brunnen gesorgt hat, wird auch für dich sorgen.
      Der Gott, der ihren Sohn beschützt hat, wacht auch über deinen.

      Dein Gehorsam ist nicht umsonst.

      Auch wenn die Menschen dein Opfer vergessen, wird es im Himmel aufgezeichnet.

      Selbst wenn du fortgeschickt wirst, bist du nie außerhalb von Gottes Blickfeld.

      Herr, hilf uns, treu zu sein wie Hagar. Wenn Gehorsam schwerfällt, gib uns Kraft. Wenn wir uns unsichtbar fühlen, erinnere uns daran, dass du El Roi bist – der Gott, der sieht. Wenn wir durch Zeiten der Wildnis gehen, öffne unsere Augen für deine Versorgung. Im Namen Jesu, Amen.

      (Hinweis: Erstellt mit Unterstützung von ChatGPT)


      by Jule with no comments yet
    • Feb. 26thGott hört den Schrei des vergessenen Kindes

      GOTT HÖRT DEN SCHREI DES VERGESSENEN KINDES

      Genesis 16; 21:8–21

      Lass uns mal über die Kindheit von Ismael nachdenken – ein Junge, der oft nur kurz erwähnt wird, aber von Gott echt geliebt wird. Seine Geschichte geht nicht nur um Konflikte zwischen Familien, sondern auch um Ablehnung, Identität, Schmerz und die Treue Gottes zu einem Kind, das sich seine Umstände nicht ausgesucht hat.

      Ismaels Leben begann kompliziert. Sein Vater war Abraham, der Mann der Verheißung. Seine Mutter war Hagar, eine ägyptische Dienerin Saras.

      Ismael hat sich nicht ausgesucht, wie er auf die Welt kam. Er wurde geboren, weil die Menschen ungeduldig auf Gottes Zeitplan warteten. Noch bevor er sprechen konnte, war er von Spannungen umgeben. Noch bevor er Liebe verstehen konnte, erlebte er Rivalität.

      Manchmal leiden Kinder unter den Entscheidungen von Erwachsenen. Ismael lehrt uns, dass selbst wenn das Leben in Zerbrochenheit beginnt, Gottes Plan nicht aufgehoben wird.

      Noch während Ismael im Mutterleib war, sprach Gott über ihn. In Genesis 16,11 sagte der Engel des Herrn, sein Name werde Ismael sein – was „Gott hört“ bedeutet.

      Stell dir das vor! Noch bevor er jemals geweint hatte, erklärte Gott bereits, dass er ihn hört.

      Als Hagar schwanger und verängstigt in die Wüste floh, begegnete Gott ihr dort. Ismaels Geschichte beginnt nicht in einem Palast, sondern in einer Wüste – und doch war der Himmel aufmerksam.

      Eltern mögen übersehen.
      Die Gesellschaft mag sie abstempeln.
      Die Umstände mögen sie verletzen.
      Aber Gott hört den Schrei eines Kindes.

      Jahre später, nachdem Isaak geboren wurde, wuchs die Spannung. Ismael war wahrscheinlich ein Teenager, als er und seine Mutter fortgeschickt wurden. Genesis 21 berichtet uns, dass Abraham früh aufstand, ihnen Brot und Wasser gab und sie in die Wüste schickte.

      Stell dir vor, du bist ein Kind und siehst deinen Vater weggehen.

      Ablehnung schmerzt tief. Einige, die heute zuhören, kennen diesen Schmerz – das Gefühl, ersetzt, vergessen oder unerwünscht zu sein.

      Aber beachte etwas Wichtiges: Während Abraham sie wegschickte, folgte Gott ihnen in die Wüste.

      In Genesis 21,17 heißt es: „Und Gott hörte die Stimme des Jungen.“

      Die Bibel sagt nicht, dass Gott Abraham hörte.
      Sie sagt nicht, dass Gott Sarah hörte.
      Es heißt, Gott hörte den Jungen.

      Als das Wasser ausging, legte Hagar Ismael unter einen Busch und ging weg, weil sie es nicht ertragen konnte, ihn sterben zu sehen. Und das Kind weinte.

      Dieser Schrei bewegte den Himmel.

      Gott ignorierte ihn nicht, weil er nicht das Kind der Verheißung durch Isaak war. Gott hatte immer noch eine Verheißung für Ismael. Er sagte zu Hagar: „Ich werde ihn zu einem großen Volk machen.“

      Die Botschaft ist:
      Kein Kind ist für Gott unsichtbar.
      Keine Träne ist umsonst.
      Keine Wildnis ist außerhalb seiner Reichweite.

      Die Bibel sagt, dass Gott Hagar die Augen öffnete und sie einen Wasserbrunnen sah.

      Der Brunnen war wahrscheinlich schon die ganze Zeit da – aber die Verzweiflung hatte sie blind gemacht.

      Manchmal denken wir in der Kindheit, dass die Versorgung weg ist. Aber Gottes Versorgung könnte schon ganz nah sein; wir brauchen nur Gott, um uns die Augen zu öffnen.

      Ismael starb nicht in der Wüste.
      Er wuchs heran.
      Er überlebte.
      Er wurde stark.

      In Genesis 21,20 heißt es: „Und Gott war mit dem Jungen.“

      Das ist vielleicht der wichtigste Satz in seiner Kindheitsgeschichte.

      Gott war mit ihm.

      Nicht im Komfort von Abrahams Zelten.
      Nicht im Mittelpunkt der Familienfeier.
      Sondern in der Wildnis.

      Die Wüste, die wie Verlassenheit aussah, wurde zur Vorbereitung.

      Ishmael wuchs heran und wurde Bogenschütze. Der Ort der Ablehnung wurde zum Ort der Entwicklung von Fähigkeiten. Die Not machte ihn widerstandsfähig.

      Einige von euch sind in Zeiten der Wildnis aufgewachsen – in emotionalen, finanziellen oder zwischenmenschlichen Wüsten. Aber Gott hat diese Zeit genutzt, um euch stark zu machen.

      Eure Wildnis ist nicht euer Begräbnisort.
      Sie ist euer Übungsplatz.

      Ishmaels Geschichte erinnert uns daran:

      Seid vorsichtig mit Entscheidungen von Erwachsenen – Kinder tragen die Konsequenzen.

      Behandelt ein Kind niemals als zweitrangig.

      Geht nicht davon aus, dass Gott keinen Plan für jemanden hat, nur weil er nicht „der Auserwählte” in eurem Plan ist.

      Gott hatte einen Bund mit Isaak – aber er hatte Mitgefühl und eine Bestimmung für Ishmael.

      In Gottes Herzen ist Platz für die Übersehenen.

      „Ismael” bedeutet „Gott hört”.

      Vielleicht warst du das Kind, das sich zweitrangig fühlte.
      Vielleicht wurdest du emotional verstoßen.
      Vielleicht bist du in Spannungen aufgewachsen.

      Hör dir das klar an: Gott hat dich damals gehört, und er hört dich auch jetzt.

      Der Schrei eines Kindes in der Wüste hallt immer noch im Himmel wider – und der Himmel antwortet immer noch.

      Die Kindheit Ismaels lehrt uns Folgendes:

      Gott sieht die Verstoßenen.

      Gott hört das Weinen.

      Gott versorgt uns in der Wildnis.

      Gott bleibt bei dem vergessenen Kind.

      Wenn Gott mit Ismael in der Wüste war, wird er auch mit dir in deiner Wüste sein.

      Du bist nicht verlassen.
      Du wirst gehört.
      Du wirst gesehen.
      Und Gott ist mit dir.

      (Hinweis: Erstellt mit Unterstützung von ChatGPT)


      by Jule with no comments yet
    • Feb. 26thVerzögerungen sind keine Ablehnung

      Verzögerungen sind keine Ablehnungen.
      Gott hält sich nicht an menschliche Zeitpläne.
      Er arbeitet jenseits der Logik,
      jenseits der Biologie,
      jenseits dessen, was wir sehen können.

      Glaube bedeutet nicht, niemals zu zweifeln; er bedeutet, Gott zu vertrauen, auch wenn Fragen offen bleiben.

      Wenn Gott dir ein Versprechen ins Herz gelegt hat, es sich aber zu spät oder unmöglich anfühlt…

      Denk an Sarah.
      Sie lachte ungläubig, doch Gott verwandelte dieses Lachen in Freude und Erfüllung (1. Mose 21,6).

      Derselbe Gott, der sein Versprechen ihr gegenüber gehalten hat, schreibt auch heute noch Geschichten, bringt Leben in das, was tot scheint, Hoffnung in das, was verloren scheint, und Wunder, wo es keine zu geben scheint.

      Nichts – absolut nichts – ist für den Herrn zu schwer (Jeremia 32,17).
      ‎
      ‎Halte durch. Warte. Glaube.
      ‎Deine Zeit des Durchbruchs kommt, und Gottes Treue wird niemals versagen. 🙌


      by Jule with no comments yet
    • Feb. 25thDas Wasser war schon da, bevor sie zusammenbrach

      Hey, es gibt Leute in der Bibel, bei denen man erwartet, dass Gott ihnen begegnet. Abraham? Das macht Sinn. Moses? Klar. David? Keine Überraschung.

      Aber Hagar?

      Wenn wir ehrlich sind, ist Hagar die Frau, bei der man am wenigsten erwarten würde, dass sie so eine tiefe Begegnung mit Gott hat.

      Sie war nicht die Frau der Verheißung. Sie war nicht die auserwählte Matriarchin. Sie war nicht mal Teil der ursprünglichen Vision. Sie war eine Dienerin. Eine Ägypterin. Eine Ersatzlösung, geboren aus der Ungeduld einer anderen.

      Sara war es leid, auf das zu warten, was Gott versprochen hatte. Also schuf sie ihre eigene Lösung. Und diese Lösung war Hagar. Warst du jemals die Lösung für jemand anderen? In eine Situation gebracht, die du nicht geplant hast, nur um dann die Schuld zu bekommen, als es kompliziert wurde?

      Hagar wurde schwanger. Und etwas veränderte sich in ihr. Die Bibel sagt, dass sie begann, ihre Herrin mit Verachtung zu betrachten. Stolz schlich sich ein. Die Enthüllung wurde falsch gehandhabt. Die Gunst wurde missbraucht. Sarah ging hart mit ihr um. Und Hagar lief davon.

      Sie lief in die Wüste. Und hier ist das, was mein Herz bewegt. Die Schrift sagt, dass der Engel des Herrn sie neben einer Wasserquelle in der Wüste fand, auf dem Weg nach Schur.

      Eine Quelle. In einer Wüste. Das ist nicht normal.

      Eine Wüste ist trocken. Feindselig. Unversöhnlich. Doch sie wurde neben Wasser gefunden. Das Wunder hatte schon angefangen, bevor sie wusste, dass sie es brauchte.

      Gott hat das Wasser nicht geschaffen, weil sie kam. Das Wasser war schon da, bevor sie zusammenbrach.

      Und ich begann mich zu fragen: Warum? Dann wurde mir klar: Gott hatte einen Bund mit Abraham geschlossen. Und Abraham hatte bereits einen Samen in sie gelegt.

      Als der Himmel auf Hagar schaute, sah er nicht nur sie allein. Der Himmel sah einen Bund in ihrem Schoß. Sie trug Abrahams Samen in sich. Was auch immer Gott für Abraham tun konnte, sie war nun berechtigt, daran teilzuhaben, weil sie trug, was ihm gehörte.

      Sie musste nicht um eine Begegnung betteln.
      Sie musste nicht um Versorgung beten.
      Die Quelle wartete bereits, weil der Bund bereits in ihr war.

      Auch wenn Ismael nicht das Kind der Verheißung war, durch das Christus kommen würde, war er dennoch Abrahams Sohn. Und Gott hatte bereits erklärt, dass er ihn segnen würde, weil er zu Abraham gehörte.

      Als Hagar also neben dieser Quelle saß, war sie nicht leer. Sie trug etwas in sich, das der Himmel anerkannte. Und das verändert die Art und Weise, wie du deine Wildnis siehst.

      Denn wenn Christus in dir lebt und die Bibel in Galater 2,20 sagt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“, dann sieht Gott, wenn er dich ansieht, nicht nur dich. Er sieht seinen Sohn in dir.

      Wenn du zu Christus gehörst, bist du Abrahams Nachkomme und ein Erbe gemäß der Verheißung.

      Das bedeutet, dass es Vorräte gibt, die deinem Bewusstsein vorausgehen. Es gibt Wunder, die aufgrund dessen, was du trägst, geschehen. Suche zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und all diese Dinge werden dir hinzugefügt werden.

      Hagar fand Wasser in der Wildnis, weil sie den Bund trug.

      Und du trägst Christus.

      Aber die Geschichte romantisiert ihren Fehler nicht. Der Engel nannte sie nicht Hagar, das Opfer. Er nannte sie Hagar, die Magd Saras. Der Himmel wird immer deine Quelle anerkennen.

      Vor der Vermehrung gab es eine Anweisung.
      Kehr zu deiner Herrin zurück und unterwirf dich ihrer Autorität. Das ist nicht populär, aber es ist mächtig.

      Vor einer Vermehrung muss es eine Ausrichtung geben. Vor dem Segen muss es Demut geben. Offenheit darf nicht zu Arroganz werden. Verbindung darf nicht zu Konkurrenz werden.

      Sie hatte ihre Erhebung falsch gehandhabt. Sie hatte Stolz zugelassen. Und doch korrigierte Gott sie, ohne sie zu verurteilen.

      Das ist Gnade. Gnade ignoriert deinen Fehler nicht. Gnade begegnet dir darin und weigert sich, dich dort zu lassen.

      Sie hat Gott nicht gefunden. Gott hat sie gefunden.

      Sie betete nicht um Offenbarung. Sie war überwältigt. Verletzt. Schwanger. Allein.
      Und doch fand der Engel des Herrn sie.

      Sie nannte ihn El Roi – den Gott, der mich sieht. Warum dieser Name?

      Weil manchmal die tiefste Wunde nicht Ablehnung ist. Es ist Unsichtbarkeit. Benutzt, aber nicht geschätzt zu werden. Anwesend zu sein, aber nicht anerkannt zu werden.

      Hagar war nur die Dienerin. Nur die Ägypterin. Nur die Ersatzfrau. Aber der Himmel sah sie.

      Und dann, in Genesis 21, betritt sie eine weitere Wüste. Diesmal nicht, weil sie weggelaufen ist, sondern weil sie weggeschickt wurde. Verstoßen. Mit ihrem Sohn. Mit begrenztem Wasser.

      Als das Wasser aufgebraucht war, legte sie ihren Sohn unter einen Strauch und ging weg, weil sie es nicht ertragen konnte, ihn sterben zu sehen.

      Das ist Herzschmerz. Das ist emotionale Erschöpfung. Aber die Bibel sagt, dass Gott die Stimme des Jungen hörte.

      In Kapitel 16 sah er sie.
      In Kapitel 21 hörte er das Kind.

      El Roi sieht.
      El Roi hört.

      Und dann sagt die Schrift etwas Tiefgründiges. Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Brunnen mit Wasser. Er schuf ihn nicht in diesem Moment. Er öffnete ihre Augen für das, was bereits da war.

      Manchmal ist die Versorgung vorhanden, aber der Schmerz macht dich blind dafür. Manchmal ist die Antwort nahe, aber die Trauer verdeckt deinen Blick.

      Wenn Gnade auftaucht, ändert sich die Perspektive.
      Und ich möchte, dass du das behutsam hörst. Wenn du dich gerade in einer Wüste befindest, denk nicht, dass du allein bist. Wenn du das Gefühl hast, dass du etwas falsch gemacht, eine Gunst verschleudert oder einen Fehler begangen hast, der dich disqualifiziert, schau noch einmal hin.

      Vielleicht gibt es eine Quelle neben dir.

      Denn du trägst den Bund.
      Du trägst Christus. Du überlebst nicht nur deine Wildnis. Du bist ein Träger.

      Und Träger des Bundes bleiben niemals unsichtbar. Sie sind niemals ohne Hilfe.

      Bewege dich jetzt von der Hoffnung, dass Gott sich zeigen wird, hin zum Wissen, dass er es tun wird.

      El Roi ist nicht nur der Gott der Propheten und Könige. Er ist der Gott der Unwahrscheinlichen. Der emotional Erschöpften. Der Falschen, die korrigiert wurden. Derer, die geflohen sind. Derer, die weggeschickt wurden.

      Wenn er Hagar in der Wildnis gefunden hat, neben Wasser, das sie nicht geschaffen hat, weil sie Abrahams Samen trug, dann kann er auch dich finden.
      Weil du etwas trägst, das der Himmel anerkennt.

      El Roi. Der Gott, der mich sieht. Im Namen Jesu. Amen.

      Clinton Baruch Network


      by Jule with no comments yet
    • Feb. 24thLehren aus der Wildnis

      LEHREN AUS DER WILDNIS

      In dieser Botschaft geht’s um Ismael, den Sohn von Abraham und Hagar.

      In Genesis 21,20 steht in der Bibel:

      „Gott war mit dem Jungen, als er aufwuchs. Er lebte in der Wildnis und wurde ein Bogenschütze.“

      Ismael wurde Jäger – ein Mann mit dem Bogen – ein Überlebenskünstler in der Wildnis. Und in seiner Geschichte finden wir wichtige Lektionen für unser heutiges Leben.

      Beachte den ersten Satz: „Gott war mit dem Jungen.“

      Ismael wuchs nicht im Komfort von Abrahams Haupthaushalt auf. Er und seine Mutter wurden in die Wüste geschickt. Er erlebte Ablehnung. Er wusste, was es bedeutete, verstoßen zu werden.

      Aber selbst in der Wildnis war Gott mit ihm.

      Die Wildnis steht in der Bibel oft für Not – Dürreperioden, Einsamkeit, Unsicherheit. Doch gerade in der Wildnis wurde Ismael stark.

      Einige von uns befinden sich gerade in einer Phase der Wildnis. Vielleicht fühlst du dich übersehen, vergessen oder beiseite geschoben. Aber derselbe Gott, der mit Ismael war, ist auch mit dir.

      Deine Wüste ist nicht deine Verlassenheit.
      Sie ist dein Trainingsgelände.

      Die Bibel sagt, dass Ismael ein Bogenschütze wurde – ein Jäger.

      Jäger sind nicht auf Bequemlichkeit angewiesen. Sie sind auf Geschicklichkeit, Konzentration, Geduld und Ausdauer angewiesen. Die Wüste lehrte Ismael, wie man überlebt, wie man sorgfältig zielt, wie man auf den richtigen Moment wartet.

      Bequemlichkeit bringt selten Stärke hervor.
      Härte schon.

      Während andere vielleicht in Zelten voller Reichtümer lebten, lernte Ismael, wie man von dem lebt, was das Land hergibt. Er lernte Widerstandsfähigkeit.

      Manchmal lässt Gott uns schwieriges Terrain durchqueren, weil er unser Ziel formt.

      Ein Jäger muss:

      wachsam sein

      diszipliniert sein

      geduldig sein

      genau sein

      Genauso müssen Gläubige lernen, sich spirituell zu konzentrieren. Wir können nicht blindlings Pfeile abschießen. Wir müssen auf ein Ziel zielen, auf unser Schicksal zielen, auf Gottes Verheißungen zielen.

      Ishmaels Geschichte beginnt mit Konflikt und Trennung. Viele denken vielleicht, dass weggeschickt zu werden bedeutet, vergessen zu werden.

      Aber Gott gab Ishmael ein Versprechen. Er sagte, er würde ihn zu einem großen Volk machen (Genesis 21,18).

      Weggeschickt zu werden war nicht das Ende.
      Es war der Anfang seines eigenen Weges.

      Manchmal ist Trennung eine göttliche Führung.

      Was wie Ablehnung aussah, war in Wirklichkeit eine Neuausrichtung.

      Gott ließ Ismael nicht im Schatten Isaaks bleiben. Er gab ihm sein eigenes Territorium, seine eigene Identität, seine eigene Zukunft.

      Wenn du dich von der Berufung eines anderen überschattet fühlst, denk daran: Gott hat etwas Einzigartiges für dich.

      Die Wildnis ist still.

      Jäger müssen aufmerksam lauschen – auf den Wind, auf Bewegungen, auf leise Geräusche.

      Ismaels Wachstum fand an ruhigen Orten statt.

      Wir leben in einer lauten Welt. Aber spirituelle Stärke wächst oft in der Stille.

      In der Wildnis

      begegnete Mose Gott.

      lernte David zu beten.

      wurde Johannes der Täufer vorbereitet.

      Und in der Wildnis wurde Ismael stark.

      Verachte deine ruhige Zeit nicht. Vielleicht schult Gott gerade dein Gehör.

      Ishmaels Geburt war das Ergebnis komplizierter familiärer Entscheidungen. Seine Geschichte begann mit menschlicher Ungeduld.

      Dennoch kümmerte sich Gott um ihn.

      Das ist eine gute Nachricht für uns.

      Selbst wenn Situationen unvollkommen beginnen …
      Selbst wenn Familiengeschichten chaotisch sind …
      Selbst wenn Menschen Fehler machen …

      Gottes Gnade reicht immer noch bis in die Wildnis hinein.

      Gott hat Ismael nicht aufgegeben.
      Er hat ihn beschützt.
      Er hat ihn unterstützt.
      Er hat ihn gesegnet.

      Ein Bogenschütze muss den Bogen spannen, bevor der Pfeil fliegen kann.

      Manchmal zieht Gott uns zurück, bevor er uns in unsere Bestimmung schickt.

      Die Spannung ist notwendig.
      Das Dehnen ist notwendig.
      Das Warten ist notwendig.

      Ismaels Jahre in der Wildnis waren seine Zeit des „Zurückziehens”.

      Aber diese Spannung hat ihn auf seine Stärke vorbereitet.

      Wenn du dich gedehnt fühlst, gib nicht auf.
      Gott positioniert dich vielleicht für den Start.

      Ishmael, der Jäger, lehrt uns:

      Gott ist mit uns in der Wildnis.

      Harte Zeiten stärken den Geist.

      Ablehnung kann zu einer Neuausrichtung werden.

      Stille kann unser Gehör schärfen.

      Dehnung bereitet uns auf den Start vor.

      Du hast dir deine Wildnis vielleicht nicht ausgesucht.
      Aber du kannst dich dafür entscheiden, darin zu wachsen.

      Und so wie Gott mit Ismael war, ist er auch mit dir.

      Derselbe Gott, der in der Wüste sieht – El Roi – der Gott, der sieht – wacht über jede Wüstenzeit deines Lebens.

      Also bleib standhaft.
      Schärfe dein Ziel.
      Vertraue dem Prozess.

      Deine Wüste ist nicht dein Ende.
      Sie ist deine Vorbereitung.

      (Hinweis: Erstellt mit Unterstützung von ChatGPT)


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    • Feb. 10thGottes Gunst hat nichts mit Erbfolge zu tun

      Schon auf den ersten Seiten der Bibel geht Gott gegen die menschliche Annahme vor, dass man durch seine Position Gunst erlangt. Immer wieder stellt er bewusst die Geburtsreihenfolge, den Rang und die Erwartungen auf den Kopf – nicht aus Bevorzugung, sondern als Urteil gegen den Stolz.

      Kain war der Erstgeborene, doch Gott lehnte sein Opfer ab. Abels Opfer wurde nicht wegen der Reihenfolge angenommen, sondern wegen seines Gehorsams und seines Glaubens (1. Mose 4,3–7; Hebräer 11,4). Ismael wurde als Erster geboren, doch Gott erklärte eindeutig: „Durch Isaak wird deine Nachkommenschaft gezählt werden“ (1. Mose 21,12). Esau kam als Erster zur Welt, doch noch bevor einer der Brüder etwas unternommen hatte, sagte Gott: „Der Ältere wird dem Jüngeren dienen“ (1. Mose 25,23; Römer 9,10–13).

      Das war kein Zufall. Die Bibel sagt ganz klar: Gott hat die Lüge entlarvt, dass natürliche Vorteile gleichbedeutend mit göttlicher Anerkennung sind.

      Joseph, einer der Jüngsten, wurde von seinen Brüdern verraten und begraben – doch Gott machte ihn zum Werkzeug ihres Überlebens (Genesis 37–50). Jakob kreuzte absichtlich seine Hände, um Ephraim vor Manasse zu segnen, und lehnte damit kulturelle Normen ab, um göttlicher Einsicht zu folgen (Genesis 48,17–20). David wurde so sehr übersehen, dass nicht mal sein eigener Vater ihn rief, aber Gott sagte Samuel direkt: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“ (1. Samuel 16,7).

      Die Botschaft ist klar: Gott passt sich nicht den menschlichen Hierarchien an.

      Und dieses Muster erreicht seinen endgültigen, verheerenden Höhepunkt in Jesus Christus.

      Israel erwartete einen siegreichen König, einen politischen Erben, eine sichtbare Macht. Stattdessen sandte Gott einen leidenden Diener, geboren in der Verborgenheit, abgelehnt von den Mächtigen, gekreuzigt wie ein Verbrecher. Jesus erbte keine Macht – er gehorchte bis zum Tod. „Obwohl er ein Sohn war, lernte er durch Leiden Gehorsam“ (Hebräer 5,8). Wegen dieses Gehorsams „hat Gott ihn hoch erhoben“ (Philipper 2,8–9).

      Das ist die zentrale biblische Wahrheit, gegen die sich das moderne Christentum oft sträubt: Gott bevorzugt nicht den Status. Er bevorzugt die Hingabe.

      4,6). „Viele, die die Ersten sind, werden die Letzten sein“ (Matthäus 19,30)


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    • Feb. 5thWas Hagar in der Wüste erlebte

      Alle reden davon, dass Hagar weggeschickt wurde. Fast keiner redet über ihre Erfahrungen in der Wüste.

      Genesis 21 ist brutal. Sehr schwer zu lesen. Auf Sarahs Drängen hin, wahrscheinlich wegen Hagars anfänglicher Haltung ihr gegenüber, schickte Abraham reumütig eine Mutter und ihr Kind in etwas, das im Grunde genommen ein Todesurteil war: die Wüste von Beerscheba, mit nichts als einem Laib Brot und einer kleinen Ration Wasser. Das war’s. Kein langes Abschiednehmen. Keine Entschuldigung.

      Obwohl Hagars Haltung gegenüber Sarah eine verheerende Rolle bei dieser Entscheidung spielte, war es ein hartes Urteil. Sie hat sich das nicht ausgesucht. Sie hat sich das nicht selbst eingebrockt. Sie wurde hineingestoßen. Sie war das Opfer.

      Und um es noch schlimmer zu machen, hatte Gott zu Abraham gesprochen und ihm gesagt, er solle auf Sarah hören. Hagar hat dieses Gespräch nie mitbekommen. Sie ging in die Wüste, ohne Erklärung, ohne Kontext, ohne die Gewissheit, dass Gott irgendwie dahintersteckte. Aus ihrer Sicht wurde sie weggeworfen und war unerwünscht; benutzt und fallen gelassen.

      Obwohl die Wüste bewohnbar war, war es ein harter Kampf ums Überleben; ein Ort, der dich auslaugt, erschöpft und an dem das Wasser schneller versiegt, als du denkst. Es ist dieser trockene, sengende Ort, an dem du erkennst, dass du nur so lange „Familie” warst, wie du von Nutzen warst. Und das spiegelt genau wider, was in Hagar vor sich geht: emotionale Verlassenheit, spirituelle Verwirrung und der Schmerz, allein zu sein.

      Hagar leistete keinen Widerstand. Ich nenne das „Unterwerfung unter Druck”. Sie war die Stellvertreterin, trug, was Sarah nicht tragen konnte. Aber in dem Moment, als ihr „Nutzen” verstrichen war, verschwand auch ihr Schutz. Sie war nicht mehr die Lösung des Problems, sondern wurde selbst zum Problem. Das ist eine ganz bestimmte Art von Trauma: „nützlich” zu sein, bis man „entbehrlich” wird.

      Du hast das wahrscheinlich schon erlebt. Du hast deine ganze Seele in einen Job, eine Ehe oder eine Kirche gesteckt. Du hast alles zusammengehalten, die Krise gelöst und mehr gegeben, als irgendjemand wusste. Und als sich die Zeiten änderten, als es Zeit für eine Beförderung war, wurdest du nicht gefeiert, sondern still und systematisch entfernt. Die Leute definieren dich über deine Fehler, feiern aber kaum deine Erfolge.

      Dieser Schmerz zeigt sich nicht immer als Wut. Manchmal zeigt er sich als Verwirrung, als unbeschreiblicher Schock. Du beginnst, dir selbst zuzuflüstern: „Wenn ich nicht mehr gebraucht werde … wer bin ich dann?“ „Träume ich oder was?“ „Ist das alles, was ich wert bin?“

      Und als wir dachten, es könnte nicht schlimmer kommen, erreicht die Geschichte ihren dunkelsten Punkt: Das Wasser geht aus. Das war ihr Bruchpunkt.

      Hagar legt ihren Sohn unter einen Busch, weil sie es nicht ertragen kann, ihn sterben zu sehen. Sie geht gerade so weit weg, dass sie seine letzten Atemzüge nicht hören kann, aber nah genug, dass sie mit ihm sterben wird. Sie bricht im Staub zusammen und weint. Schau sie dir einen Moment lang an. Sieh, wie sie sich in tiefe Qualen gezwängt hat.

      Und schau dir an, was Gott nicht tut. Er hält Abraham nicht davon ab, sie wegzuschicken, und schützt sie auch nicht vor dem Herzschmerz. Er lässt das Wasser ausgehen und lässt sie bis an die Grenzen ihrer Kräfte gehen.

      Dann spricht er.

      Dieser Teil bringt mich zum Weinen. Gott spricht nicht, um sie zu korrigieren. Er spricht nicht, um zu erklären, warum das passiert ist. Er spricht, um ihr zu sagen, dass er sie sieht, dass sie wichtig ist, dass sie einen Bund wert ist.

      Wir verbringen so viel Zeit damit, uns auf die „Auserwählten” zu konzentrieren, auf die Sarahs und Abrahams. Aber Hagar’s Geschichte macht diese Vorstellung zunichte. Gott kümmert sich um diejenigen, die sich beiseite geschoben, übersehen und vergessen fühlen.

      Seine Aufmerksamkeit hängt nicht von deiner Nützlichkeit ab. Seine Fürsorge endet nicht, wenn deine „Nützlichkeit” endet. Er ist der Gott, der dich in der Wüste findet, lange nachdem alle anderen aufgehört haben, dich zu suchen.

      Manchmal hindert Gott dich vielleicht daran, bestimmte Wege zu gehen, die zu deinem Wachstum führen könnten. Er führt dich vielleicht in die Wüste, so wie er Jesus in die Wüste führte, um ihn zu prüfen. Doch er wartet dort auf dich und hat einen Plan für dein Leben, der sich nicht in deiner Komfortzone entfalten wird.

      Er wird sich dir zuwenden, unabhängig von deinem religiösen Status oder deinen Fehlern. Er wird deinen Stolz brechen, um dir Frieden zu schenken.

      Also lass mich dich sanft fragen: Als deine Nützlichkeit endete, hast du da angenommen, dass auch Gottes Fürsorge endete?

      Ellis Enobun


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    • Jan. 11thGeschenkt ist geschenkt ….

      Heute lesen wir 1. Mose 20 bis 23
      Wir wünschen euch einen schönen und gesegneten Tag 😘

      Falls es dich interessiert:

      Hier findet ihr einige Gedanken zu diesen Kapiteln, die wir seinerzeit in Berlin als Gruppe im Zelt 😊 im AktivGottesdienst gemeinsam herausgearbeitet haben

      Gott erfüllt Verheißungen – egal, wie

      Isaak und die Auferstehung

      Saras Begräbnis und die Auferstehung


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    • Apr. 16thIsaak und die Auferstehung

      Es steht immer noch die Frage im Raum, was die Opferung von Isaak mit Ostern und Jesus Christus zu tun hat. Bitte entschuldigt, dass ihr so lange auf die Zusammenfassung vom Ostersonntag warten musstet.

      Die Woche davor hatten wir von Ismael gelesen, davon, dass Abraham seinen Ältesten weg schicken musste, ohne Aussicht darauf, sich so bald wiederzusehen oder zu hören. Das wird ihm sicherlich sehr schwer gefallen sein. Trotzdem schickt er ihn und seine Mutter gleich am frühen Morgen los (1. Mose 21:14). Es mutet wie eine Vorbereitung an auf das, was wir am Osterwochenende gelesen haben. Wieder wird Abraham aufgefordert, sich von seinem Sohn „zu trennen“. Aber dazu später mehr ?

      Wir hatten in der Osterwoche ja 1. Mose 21:21-22:24 gelesen. Und hier lesen wir erst mal von Abimelech. Kommt uns dieser Name bekannt vor? Ja, es ist der selbe Abimelech, der mit Jehova wegen Sara Probleme bekommen hatte. Wir erinnern uns, dass er Sara sofort weg schickt, als er erfährt, dass sie die Frau Abrahams ist und dass er durch die Entschädigung klar stellt, dass zwischen ihnen nichts gelaufen war (Kapitel 20).

      Dieser Abimelech kommt zu Abraham und sagt: „Gott ist mit dir, in allem, was du tust“ (Vers 21). Damit bestätigt er Abraham die Verheißung Gottes. Vorher war es nur ein Bund zwischen Abimelech und Abraham, der durch Sara verwirklicht wurde. Nun macht er einen eigenen Bund mit Abraham – denn er weiß, dass jeder, der mit Abraham im Bunde ist, von dem Segen was abbekommt (Vers 27-33). Danach pflanzt Abraham an dieser Stelle eine Tamariske, die ein langlebiger Baum ist.

      Die große Prüfung

      Wir haben also von der Erfüllung all dessen gelesen, was Gott Abraham verheißen hatte. Vor diesem Hintergrund gibt es die große Prüfung für Abraham. Er soll seinen geliebten Sohn opfern (1. Mose 22:1-2). Behalten wir bitte beim Lesen im Hinterkopf, dass Isaak kein kleines Baby mehr war, wie wir oftmals denken. Er war alt genug, um das Holz selbst zu tragen (Vers 6) und somit auch alt genug, um selbst eine Entscheidung zu treffen (im jüdischen ist das nicht „die Prüfung Abrahams“, sondern „die Bindung Isaaks“).

      Wieder macht sich Abraham unverzüglich auf, genau wie bei Ismael. Wir lesen in Vers 3, dass er gleich am nächsten Morgen alles vorbereitet, er spaltet das Holz für das Opfer, packt zusammen und belädt die Esel und „machte sich auf und zog hin an den Ort, den Gott ihm gesagt hatte“. Es ist ein langer Weg. Wir lesen im nächsten Vers, dass Abraham „am dritten Tag“ den Ort von Ferne sah.

      Vater und Sohn sind also bereits mehr als zwei Tage zu Fuß unterwegs. Worüber werden sie sich unterhalten haben? Isaak stellt erst jetzt die Frage nach dem Opfertier. Dies lässt vermuten, dass er bereits weiß, was los ist (Vers 4). Für mich eine schreckliche Vorstellung. Hatte er keine Angst?

      Diese Geschichte hier mit Isaak steht ganz unter dem Thema „Auferstehung“, weshalb sie auch gut in die Osterzeit passt. Wir wissen, dass Abraham selbst felsenfest an die Auferstehung glaubte, denn in Vers 5 sagt er zu seinen Bediensteten: „Bleibet ihr hier mit dem Esel; ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen und anbeten und dann zu euch zurückkehren.“ Er wußte, dass er mit dem Sohn zurück kehren würde.

      Warum konnte er sich dessen so sicher sein?

      Das lesen wir in Hebräer 11: „Durch Glauben hat Abraham, als er versucht wurde, den Isaak geopfert, und der, welcher die Verheißungen empfangen hatte, brachte den Eingeborenen dar, über welchen gesagt worden war: „In Isaak soll dein Same genannt werden“; indem er urteilte, daß Gott auch aus den Toten zu erwecken vermöge, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing.“ (Hebräer‬ ‭11:17-19‬ ‭ELB‬‬)

      Aber wie konnte er einen solchen festen Glauben haben? Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn Gott so etwas von mir verlangen würde. Schon allein der Gedanke daran schmerzt unendlich. Abraham hingegen geht gleich am nächsten Morgen los. Es wird nicht gesagt, dass es ihm leicht fiel, aber wir lesen auch von keiner Diskussion darüber, ob er nicht lieber was anderes opfern könne. Wir erinnern uns, dass er wegen Sodom mit Jehova verhandelt hatte. Also lag es nicht daran, dass er sich sowas nicht trauen würde. Er tat es im vollen Vertrauen auf Jehova und darauf, dass er seine Verheißung verwirklichen würde.

      Die Verheißung betraf Isaak, von dem wir in Hebräer gelesen haben, dass er zu diesem Zeitpunkt noch keine Nachkommen hatte. Also musste Gott irgendetwas tun, damit er wieder zum Leben käme und die erforderlichen Nachkommen zeugen könnte.

      Außerdem hatte Abraham in seinem Leben immer wieder gute Erfahrungen mit Jehova gemacht. Wenn ER was versprochen hatte, dann traf dies auch ein. Wir hatten ja am Ende von Kapitel 21 gelesen, dass Abimelech ihm gerade erst die Verheißung, die er von Jehova erhalten hatte, bestätigt hatte. Im Anschluss daran kam die Aufforderung Gottes …

      Wie Peter so schön sagte, hatte sich Abraham mehr darauf konzentriert, was Gott tun wird, wie er das macht, dass der geopferte Isaak dennoch Nachkommen hervorbringen würde. Er wird über all das nachgedacht haben, was Gott ihm bisher gesagt hatte. Ich denke, in dieser Hinsicht haben es die Männer leichter als wir Frauen, ich könnte ab der Aufforderung nicht mehr weiter denken, wäre innerlich wie erstarrt.

      Es stellt sich die Frage, wer hier geprüft wurde? War es nur Abraham?

      Bisher haben wir dies immer angenommen. Aber wenn wir uns daran erinnern, dass Isaak kein kleines Kind mehr war, sondern ein starker junger Mann, der selbst Entscheidungen treffen konnte, dann wissen wir, dass auch der Sohn geprüft wurde. Statt sich gegen den alten und sicherlich viel schwächeren Vater zu wehren, ließ er sich Hände und Füße binden und auf den Altar legen (Vers 9).

      Dies erinnert uns wieder an Jesus, der auch ganz genau wußte, was auf ihn zukommen würde, denn er kannte all die Prophezeiungen über ihn. Nicht nur die über sein Kommen und sein Leben, sondern auch die über seinen qualvollen und demütigenden Tod am Holz. In dem Film „Die Auferstehung“ sagt Pilatus über ihn „es war, als ob er unbedingt sterben wollte, zu diesem Zeitpunkt und genau so“.

      Wie dem auch sei. Im Gegensatz zu Jesu Sterben greift Jehova hier im letzten Moment ein. Abraham soll seinen geliebten Sohn verschonen und „an seiner statt“ den Widder nehmen, der sich im Gebüsch verfangen hatte. Auch hier wieder die Parallele: ein anderer muss sterben um zu verschonen. Isaak wird durch den Widder ersetzt. Jesus ist an unserer statt gestorben.

      Abraham war bereit gewesen, seinen geliebten Sohn zu töten, er hätte es getan, wenn der Engel ihn nicht im letzten Moment davon abgehalten hätte.

      Als Reaktion darauf erneuert Jehova seinen Bund, im Beisein von Isaak, „weil du dies getan hast“. Aber Isaak ist nicht nur anwesend, sondern wird jetzt in diesen Bund mit eingeschlossen, denn „durch Isaak“ werden alle gesegnet werden (Vers 16-18).

      Wie wir sehen, ist diese Geschichte sehr passend für die Osterzeit. Bayless Conley führt in seiner Ansprache „Prüfungen, die unsere Reife fördern“ einige Gemeinsamkeiten an:

      Bedenken Sie die Gemeinsamkeiten beider Opfer:

      •  Isaaks Mutter war zuvor unfruchtbar. Seine Geburt war ein Wunder. Christi Geburt war ein Wunder. Er wurde von einer Jungfrau geboren
      •  Isaak war der einzige geliebte Sohn, den Abraham von Sarah hatte. Jesus war Gottes geliebter einziger Sohn.
      • Isaak wurde das Holz für das Opfer auf den Rücken gelegt und er trug es den Berg hinauf. Jesus wurde das Holz auf den Rücken gelegt. Er trug das schwere Kreuz auf den Hügel Golgatha.
      •  Isaak wurde gebunden. Jesus wurde gebunden.
      •  Isaak war bereit, sich dem Willen seines Vaters zu beugen. Er ließ zu, dass er ihn band und auf den Altar legte. Jesus war bereit, sich dem Willen Seines Vaters zu beugen. Er sagte: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.” Er ließ zu, dass man Ihn an den Altar des Kreuzes nagelte.
      •  Der Berg, auf dem Isaak geopfert werden sollte, war in derselben Gegend, die später Golgatha genannt wurde, wo Jesus Christus geopfert wurde.
      •  In der Bibel steht, dass Isaak am dritten Tag vor dem Tod bewahrt wurde. Am dritten Tag wurde Jesus von den Toten auferweckt.
      • Als Abraham sagte: „Gott wird sich ein Opferlamm ersehen,” war das eine Prophetie, obwohl ihm das vielleicht nicht bewusst war. Wissen Sie, als er seinen Sohn töten wollte, raschelte es im Gebüsch und er holte den Widder aus dem Gebüsch, der den Platz seines Sohnes einnahm. Und als wir auf dem Altar lagen, auf ewig von Gott getrennt, als das Messer auf uns zeigte, das uns treffen und uns endgültig von der leuchtenden Gegenwart Gottes trennen sollte, raschelte es, Gott sei Dank, im Gebüsch und ein Stellvertreter stand da: Jesus Christus. Und Er sagte: „Ich nehme ihren Platz ein. Ich sterbe für sie, damit sie befreit und gerettet werden.” Weil Abraham bereit war, dieses Opfer zu bringen, kam Jesus, der Retter der Welt, um uns eine Beziehung zu Gott zu ermöglichen.

      Wir sehen also, dass wir sehr viel aus der Geschichte für uns heute mitnehmen können.

      In der Woche drauf haben wir 1. Mose 23 gelesen und es war sehr spannend, was wir alles aus diesem Kapitel für uns heraus holen konnten, das sich doch „nur“ um Tod und Begräbnis von Sara dreht. Es bleibt spannend ?


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    • Apr. 9thGott erfüllt Verheißungen – egal, wie

      Letzte Woche hatten wir von Abraham gelesen, der für die verdorbene Stadt Sodom Fürbitte bei Gott einlegte. Für ihn war es undenkbar, dass Gott den Gerechten zusammen mit dem Bösen vernichtet. Leider waren keine zehn Gerechte in der Stadt, was bedeutet, dass auch die Familie von Lot keine besonders enge Beziehung zu Gott hatte. Von den mindestens 10-12 Familienmitgliedern überleben im Endeffekt nur 3: Lot und seine beiden unverheirateten Töchter. Aber Abraham sieht auch, wie Gott den Gerechten verschont und somit sein Gebet erhört.

      Vor diesem Hintergrund haben wir jetzt 1. Mose 20:1 bis 21:21 gelesen und wir sind etwas verwundert darüber, dass Abraham wieder mal nicht beim Schöpfer Zuflucht sucht, sondern in Ägypten. Wieder einmal wendet er die bereits bewährte List an und gibt Sara als seine Schwester aus. In den Versen 11 bis 13 lesen wir, dass er dies überall sagte, wo er mit Sara hinkam, nur bei diesen beiden Vorfällen geht die Sache schief (Kapitel 12 und 20).

      Was wollen die Herrscher Ägyptens eigentlich von Sara? Zugegeben war sie eine schöne Frau und etwas anders als die Frauen, die sie sonst so haben. Aber brauchen sie bei ihrem gut gefüllten Harem auch noch diese Frau, die zudem bereits sehr alt war? Was macht sie so anziehend für die Könige?

      Wir wissen, dass Jehova Abraham auf ganz besondere Weise segnete und er dadurch großen Reichtum erworben hatte. Es war schon von Vorteil, mit Abraham (oder auch später mit Jakob) durch Heirat verwand zu sein, denn der Reichtum und Segen, den er von Gott erhielt, färbte natürlich ab. Das wird auch bei Jakob explizite so gesagt, dass Laban ihn aus diesem Grund bei sich halten wollte (1. Mose 30:25-27).

      Wie dem auch sei: auch diesmal bewahrt Jehova Sara vor den sexuellen Annäherungen des Königs. Immerhin ging es ja auch um den Samen, den Abraham mit Sara zeugen sollte. Jehova erscheint dem Abimelech im Traum und fordert ihn auf, Sara wieder ihrem Mann zurück zu geben, da dieser ein Prophet sei und für ihn und sein Wohl Fürbitte einlegen musste. Abimelech tut dies unverzüglich – nicht, ohne Abraham Vorwürfe zu machen, dass er ihn und sein Volk durch diese Lüge in Bedrängnis gebracht hatte. Warum nur hatte dieser nicht auf Jehova vertraut, besonders jetzt, nachdem ihm und Sara ein gemeinsames Kind zugesagt worden war? Meinte er, es selbst schützen zu müssen? Durch diese Lüge?

      Wieder einmal erhält Abraham Geld, Herden und Diener. Eigentlich erscheint uns dies ziemlich ungerecht, dass er für seine Lüge auch noch belohnt wird. Aber dieses Geld ist keine Belohnung, sondern dient als Zeugnis dafür, dass Sara unberührt wieder geht. Wir hatten dies beim ersten Besuch in Ägypten bereits schon mal. In der Fußnote der Schlachterbibel finden wir bei Vers 16: es ist „eine Art Entschädigung, die den guten Ruf von Sara bestätigen sollte“.

      Zusammenfassend können wir zu diesem Kapitel sagen, dass Abraham, der überall, wo er hinkam, Altäre für Jehova baute und diesen unter den Bewohnern des Landes bekannt machte – dass dieser Abraham aus Furcht immer wieder zu einer Notlüge griff. Und dies, obwohl er immer wieder erlebt hatte, dass Gott bei ihm war und für ihn eintrat. Denken wir hierbei nur daran, wie er Lot und die Bewohner Sodoms befreite, obwohl er und seine Leute zahlenmäßig total unterlegen waren (Kapitel 14), oder denken wir daran, dass ihm Jehova zusicherte „und ich werde mit dir sein“, wenn er die Stadt Ur verließe (12:1-3), denken wir an den Bund und die Beschneidung als Zeichen dafür, oder auch daran, wie vertraut sie miteinander waren, so dass er sogar mit IHM verhandelte um Lots Willen (Kapitel 18) und Jehova diesen in seinem Gericht bewahrte (Kapitel 19).

      Interessanterweise wird Abraham nirgends in der Bibel für dieses fehlende Vertrauen gerügt, im Gegenteil, er wird „Freund Gottes“ genannt. Wir erkennen auch, dass der Bund Gottes mit Abraham bedingungslos ist. Obwohl Abraham Mist baut, rückt Jehova die Dinge gerade. Thom prägte am Schluß noch den Satz: „egal, was wir tun, Gott hält an seinem Versprechen fest“, ein Gedanke, den wir ja auch bereits aus Römer 8 kennen ?.

      Weiter geht es mit Kapitel 21…

      Gleich in Vers 1 lesen wir, dass Gott sein Versprechen erfüllt. Genau um die genannte Zeit bringt Sara das gemeinsame Kind zur Welt, er bekommt den Namen Isaak, was „Lachen“ bedeutet und er wird am 8 Tag beschnitten. Übrigens ist Isaak der Erste, von dem in der Bibel gesagt wird, dass er im Alter von 8 Tagen beschnitten wurde ?.

      Wieso wird in Vers 7 von Sara gesagt, sie „säugt Söhne“, wenn wir doch in der Bibel nur von diesem einen lesen? Es zeigt, dass sie an die Verheißung glaubte, dass aus Abraham eine große Nation würde und durch Isaak und seine Söhne und dessen Söhne später passt es dann auch wieder.

      Als nächstes lesen wir, dass Isaak „entwöhnt wurde“ (also Sara stillte ihn ab) und dass es zu diesem Anlass das übliche Fest gab. Zu der Zeit wurden die Kinder mit 3-5 Jahren abgestillt. Ismael war 13, als Gott Isaak ankündigte und als er beschnitten wurde. Ein Jahr später kam der Halbbruder auf die Welt und er wurde nach mindestens 3 Jahren entwöhnt. Also ist Ismael hier mindestens 17 Jahre. Bitte behalten wir dies beim Weiterlesen im Hinterkopf.

      In Vers 9 lesen wir, dass Sara sah, wie Ismael über Isaak spottete – also, er lachte ihn aus. Hier ist wieder ein Wortspiel. Es ist interessant, wenn man die Bedeutung der Namen mit einbezieht: Isaak (Lachen) wird von Ismael (Gott sieht) ausgelacht. Der große 17jährige Ismael macht sich über den Kleinen 3jährigen (Lachen) lustig. Der Spötter heißt „Gott sieht“.

      Als Reaktion darauf fordert Sara ihren Mann auf, diesen Sohn wegzuschicken (vielleicht kommt ja hier die Redewendung „in die Wüste schicken“ her?). Wie reagiert der Vater darauf? Wie hätten wir an seiner Stelle reagiert und was dachte Jehova Gott darüber? In Vers 11 lesen wir „dies war übel in Abrahams Augen“, aber der Schöpfer gibt Sara Recht.

      Hier haben wir das erste und auch das einzige Mal in der Bibel, wo Gott selbst einem Mann auffordert, auf seine Frau zu hören. Ansonsten ist dieses eher negativ behaftet. Denken wir dabei daran, dass Adam die Frucht von seiner Frau nahm und die Folgen davon (Kapitel 3) und auch daran, dass Abraham auf Saras Bitte die Magd Hagar nahm und mit ihr Ismael zeugte (Kapitel 16). Auch dies hatte nicht unbedingt positive Folgen… Nun soll Abraham auf sie hören und seinen Erstgeborenen wegschicken.

      Zum 3. Mal segnet Jehova diesen Sohn Ismael und sagt vorher, dass auch dieser zu einer großen Nation würde. Wir erinnern uns daran, als Hagar während der Schwangerschaft weg lief, da kam ihr ein Engel zur Hilfe und sagte ihr, dass Ismael zu einer großen Nation würde (1. Mose 16:10-12). Einige Jahre später, als Gott den Bund der Beschneidung einführt, wiederholt er dies auch Abraham gegenüber (17:18-20). Wir wissen, dass Gott diese Verheißung erfüllte, denn von Ismael stammen die Moslems ab und sie sind die zweite große Weltreligion nach den Christen.

      Aber jetzt wieder zurück zu der Geschichte: eigentlich ist das Fest der Beschneidung ein Freudenfest, aber es wird Anlass für großen Schmerz – für Abraham, Hagar und Ismael. Ismael war 14 Jahre lang der einzige und geliebte Sohn seines Vaters. 13 Jahre davon dachte Abraham, dass er auch der Erbe des Bundes zwischen ihm und Jehova sein würde. Wie sehr wird es ihn geschmerzt haben, dass Gott selbst ihn auffordert, diesen geliebten Sohn wegzuschicken! Immerhin gab es damals weder Internet und Handy, nicht mal Telefon oder regelmäßige schnelle Post. Hat er den Sohn eigentlich jemals wieder gesehen?

      Obwohl das alles mehr als schmerzhaft für Abraham ist, schickt er Ismael sofort am nächsten Morgen weg – ohne große Abschiedsparty oder Diskussion mit Jehova, wie als es um Sodom und Lot ging oder Ähnliches. Er handelt sofort! Peter prägte den Satz: „Um schwierige Dinge zu erreichen, muss ich sofort loslassen, sonst wird es nix“. Von meiner Erfahrung im Umgang mit meiner Phobie weiß auch ich, dass jeglicher Aufschub es nur noch schwerer macht.

      Aber weiter in der Geschichte: gleich am nächsten Morgen schickt Abraham den geliebten Sohn und seine Mutter los. Die beiden gehen durch die Wüste Paran. Scheinbar will Hagar zu ihrer Familie in Ägypten zurück, einige Verse weiter lesen wir, dass sie am Ende auch dort ankommt und lebt, denn sie nimmt ihrem Sohn eine Ägypterin zur Frau (Vers 21).

      Wie es aussieht, kennt sie sich nicht so gut in der Wüste aus, oder sie ist durch ihre aufgewühlten Emotionen abgelenkt, zumindest verirren sie sich und das Wasser geht aus. Hagar hat Angst, dass ihr Sohn stirbt, scheinbar ist er bereits ohnmächtig, denn wir lesen in Vers 15, dass sie ihn unter die Sträucher – vermutlich in den Schatten – warf.

      Ismael – „Gott hört“

      Wieder sehen wir, wie wichtig die Namen der Leute und deren Bedeutung sind. Wie gesagt macht der Sohn zuerst schlapp, dann lesen wir, „Gott hörte die Stimme des Knaben“. Vielleicht hätte Hagar ja eher nach Gott rufen sollen, dann wäre es vielleicht nicht so weit gekommen?

      Warum sah sie den Brunnen nicht? Warum musste Gott ihr die Augen erst dafür öffnen? Vielleicht war sie durch ihre Emotionen abgelenkt. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, wie ein Brunnen in der Wüste aussah. Er musste nicht gemauert sein, so wie wir Brunnen bei uns kennen. Vermutlich war er nur ein abgedecktes Loch im Boden und fiel daher nicht so unbedingt auf.

      Aber diese Geschichte mit Hagar und dem ohnmächtigen Jungen unter dem Strauch zeigt uns: wir können direkt an der Quelle verdursten, wenn wir nicht beten – denn erst dann zeigt uns Gott, wo wir eigentlich sind.

      Wie ihr seht, war wieder viel Spannendes dabei. Die Grundpunkte sind die Liebe und Treue Gottes, die keine Bedingungen stellt; dass wir besser sofort tun, was Gott von uns will, ohne langes Zögern und Diskutieren; dass wir zu Gott beten sollten und uns nicht nur auf uns selbst verlassen.

      Alles in allem mutet die Geschichte mit Ismael wie eine Vorbereitung auf die nächste Geschichte an, als solle Abraham hier schon mal im Kleinen üben, richtig zu reagieren, wenn Gott ihn später auffordert, seinem geliebten Sohn Isaak zu opfern..

      Nächste Woche geht es weiter mit 1. Mose 21:22 und Kapitel 22:19. Was diese Kapitel mit Ostern und Jesus Christus und mit uns heute zu tun haben, werden wir am Sonntag sehen

      Wir wünschen allen viel Freude beim Lesen und eine besinnliche und gesegnete Osterzeit ?


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      Good Old Fashioned Hand Written Code by Eric J. Schwarz

        ein Liebesbrief!von unserem geliebten Freund Jehova

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